Star Trek: Lower Decks 2x08

Star Trek: Lower Decks 2x08

In der Folge I, Excretus der US-Serie Star Trek: Lower Decks wird die Crew der USS Cerritos mehreren Tests unterzogen. Dabei tauschen die Brückenoffiziere und unsere Lower Decks die Rollen. Haben Tendi, Rutherford, Mariner und Boimler das Zeug zum Offizier?

Szenenfoto aus der Serie Star Trek: Lower Decks (c) Paramount+
Szenenfoto aus der Serie Star Trek: Lower Decks (c) Paramount+
© zenenfoto aus der Serie Star Trek: Lower Decks (c) Paramount+

I, Excretus

Mit I, Excretus wird uns eine Episode präsentiert, die sich mit den Unterschieden zwischen den Lower Decks und den ranghohen Offizieren beschäftigt. Die Eröffnungssequenz, bei der Mariner (Tawny Newsome), Boimler (Jack Quaid), Tendi (Noel Wells) und Rutherford (Eugene Cordero) von der USS Cerritos „aus Versehen“ im All zurückgelassen werden, gibt das Thema bereits vor und schürt die Anspannung zwischen den Parteien.

Was uns anschließend mit der Ankunft von Shari Yen Yem (Lennon Parham) erwartet, ist eine Reihe von Tests, bei der unsere vier Hauptfiguren ihre Qualitäten als Führungspersonen unter Beweis stellen müssen, während die Offiziere um Captain Freeman (Dawnn Lewis), Ransom (Jerry O'Connell), Shaxs (Fred Tatasciore) und Dr. T'Ana (Gillian Vigman) mit dem Alltag der Lower Decks konfrontiert werden. Der Humor kommt nicht zu kurz, wenn Mariner, Boimler, Tendi und Rutherford unterschiedliche (uns sehr vertraute) Szenarien überstehen müssen und mit einer Ausnahme daran scheitern. Währenddessen steigt der Frust bei den Offizieren, die in ihrem Szenario vom eigentlichen Abenteuer ausgeschlossen werden und Kisten stapeln müssen.

Ungleich der meisten Episoden gibt es hier nur einen großen Handlungsbogen mit vielen, kleineren Ausflügen, von denen Mariner die meisten erhält. Während mit jedem der oft individuellen Tests die Greatest Hits der älteren Star Trek Serien (und Filme) abgespielt werden, was allein schon unterhaltsam genug wäre, scheint die Episode das Ziel zu haben, den unterschiedlichen Parteien aufzuzeigen, dass niemand so einfach die Rollen oder den Rang tauschen kann. Zusammen mit dem Scheitern wächst das Verständnis füreinander, wodurch schließlich der Teamgedanke in den Vordergrund rückt, der unsere Crew zusammenschweißt und gemeinsam gegen den plötzlich offenbarten Gegner antreten lässt. Ein Konzept, das irgendwie gleichzeitig simpel und genial ist. Damit sollte die komplette Crew der Cerritos auf die letzten beiden Episoden der Staffel vorbereitet sein, die höchstwahrscheinlich den bombigen Plan der Pakleds involvieren werden.

Boimler

Boimler ist der Einzige, der seinen Test auf Anhieb besteht und ragt damit aus allen Figuren ein größeres Stück hinaus. Sein Ehrgeiz, das Borg-Szenario mit 100% abzuschließen, soll den anderen schließlich dabei helfen, aus der misslichen Lage, die Shari kreiert hat, wieder herauszukommen. Er ist quasi der Held, der durchhält und der Episode gegen Ende den (nicht wirklich stimmigen) Titel spendiert.

Wer im O-Ton schaut, wird dabei vielleicht bemerkt haben, dass Alice Krige ihre alte Rolle als Borg-Königin aus „Star Trek: Der erste Kontakt“ spricht. Eines von zahlreichen Easter Eggs, die es in der Episode zu entdecken gilt und die allein schon deshalb zur mehrfachen Sichtung einlädt. Aber zurück zu Excretus, äh, Boimler. Vielleicht wäre es mit Blick auf die anderen stimmiger gewesen, wenn auch er am Szenario gescheitert wäre. Wie soll er denn nachvollziehen, was die anderen durch die gescheiterten Missionen lernen und überhaupt, weshalb wurde seine Mission nicht so unmöglich gemacht wie die der anderen? Das wirkt auf den ersten Blick, als wenn hier mit zweierlei Maß gemessen wird...

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Blicken wir allerdings auf Boimlers Werdegang dieser Staffel, dann ist es durchaus stimmig, wenn er diese Woche eine Sonderrolle erhält. Ich würde mir zwar wünschen, dass er in Zukunft weniger kreischt und weniger gefoltert wird, aber sein Bestreben nach dem Captain's Chair wird erneut deutlich herausgestellt. Für ihn sind 79% eben nicht genug, was einerseits nerdig klingt, andererseits aber sehr bewusst aufzeigt, worauf diese Figur hinauswill. Stand er in der ersten Staffel noch deutlich im Schatten von Mariner, mit deren Erfahrungswerten er (zu unserer Belustigung) nicht mithalten konnte, ermöglichen es seine Ambitionen jetzt, den anderen die nötige Zeit zu verschaffen, um Shari zu „besiegen“. Ironischerweise muss er dafür seine Ambitionen ablegen und auf die 100% verzichten, die ihm sicher waren. Aber allein schon, dass er dazu in der Lage ist und zum Wohle der anderen agiert, sollte genug sein, um zu erkennen, dass ein Boimler bereits mit dem Team vertraut ist und sich gerne opfert, wenn es nötig ist. Das ist das Holz, aus dem ein Captain geschnitzt wird, daher würde ich die Sonderrolle von Boims auch als perfekt getroffen ansehen.

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Paramount+ - © Paramount+

Mariner

Es wirkt schon ein wenig verwunderlich, wenn Mariner ihre Missionen nicht besteht. Sie steht diese Woche ebenfalls ein wenig im Vordergrund und erhält die meisten Szenarien, die sie allesamt nicht absolvieren kann, obwohl jedes davon auf den ersten Blick einfach wirkt. Spiegeluniversum? Kann doch jeder. Western-Welt? Sollte einfach sein. Und, dass sie in der Nackedei-Welt nicht zurechtkommt, passt auch nicht wirklich. Was ist da los?

Nun, okay, in erster Linie geht es darum, den Lower Decks aufzuzeigen, dass sie noch nicht in der Lage sind, selbst die Führung zu übernehmen. Das beißt sich jetzt auch damit, dass Mariner zuvor nicht gerade selten den Tag (oder Boimler) gerettet hat. Im Prinzip müsste sie wenigstens ein Szenario erfolgreich absolvieren können, weil wir es nicht anders gewohnt sind. Jetzt spielt aber hinein, dass Shari bewusst manipuliert hat und quasi jede Mission zu einem Fail verurteilt war. Nicht bei den Pferden in der Western-Welt, aber doch bei fast allen Gelegenheiten. Die Crew der Cerritos sollte versagen, sich als nicht teamfähig präsentieren und so weiter...

Daher wird Mariner diese Woche in die Prämisse gedrängt, die erstmal auf ein Scheitern hinaus läuft. Das passt nicht zur Figur, aber befähigt diese schließlich dazu, zusammen mit ihrer Mutter einzusehen, dass die Rollenverteilung auf der Cerritos schon ihren Sinn hat. Insofern wird jetzt darauf verzichtet, den Charakter in gewohnter Manier zu sehen, aber eben nicht darauf, Mariner ein bisschen weiter zu entwickeln und erneut ein wenig einsichtig sein zu lassen. Unterm Strich daher eine positive Entwicklung, die zunächst unstimmig aussehen mag, aber im Endeffekt diverse Wogen zu glätten weiß, die unbedingt geglättet werden mussten.

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Rutherford & Tendi

Sowohl bei Rutherford als auch bei Tendi hätte ich mir mindestens ein weiteres Szenario gewünscht, in dem sich beide Figuren beweisen müssen. Denn keiner von beiden hatte eine echte Chance auf ein positives Ergebnis, was durchaus und trotz aller (lustigen) Anspielungen ein wenig schmerzt. Wenn es also einen Kritikpunkt an dieser Episode gibt, dann ist es der, dass Rutherford und Tendi mal wieder die zweite Geige spielen.

Nicht falsch verstehen, die beiden sind diese Woche natürlich auch wichtig und Teil des Teams, aber (wieder einmal) weniger prominent vertreten, während Mariner und Boimler deutlich dominieren. Für mich wäre da tatsächlich mehr Abwechslung gefragt, auch wenn die Zweier-Konstellationen in dieser Staffel mehrfach anders aufgestellt wurden oder wie diese Woche fast gänzlich weggefallen sind. Der Punkt ist einfach, dass ich gerne mehr von den beiden sehen würde, weil sie einmal interessante Figuren darstellen, die ähnlich wie Boims nach Größerem streben und zum anderen, weil sie nicht minder sympathisch sind als die „anderen beiden“.

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Offiziere

Bei Captain Freeman und Konsorten hätte ich ebenfalls gerne mehr gesehen. Einzelne Szenarien, die jede Figur etwas mehr beleuchten als bisher. Aber gut, dass die allesamt jetzt gemeinsam mit einer bis mehreren Missionen betraut werden, passt schon ganz gut ins Bild und ist schon wegen der Eröffnungssequenz stimmig gestaltet. Lower Decks? Ja, da waren wir bereits und das war damals ein Zuckerschlecken. Oder nicht?

Es hat echt gut getan, einmal zu sehen, wie die höheren Ränge mit den Aufgaben der Ensigns zurechtkommen (oder vielmehr: nicht zurechtkommen). Kisten, die sich nur schwer stapeln lassen, sind lediglich ein Punkt. Genau wie bei unseren vier Hauptfiguren geht es darum, einzusehen, dass diverse Aufgaben absolviert werden müssen und nicht jeder im Mittelpunkt des Geschehens sein kann. Eine Lektion, die im letzten Akt der Folge offenbar gelernt wurde, wenn alle zusammen am gleichen Strick ziehen und die Rollenverteilung keine, nun ja, große Rolle mehr spielt.

Fazit

Simpel, aber genial. Lustig und gleichzeitig ernst und lehrreich. Unterhaltsam und mit charakterlicher Weiterentwicklung, die diese Woche quasi das gesamte Schiff involviert. Ein paar Figuren kommen zu kurz, aber das ist der einzige Punkt, den man bemängeln könnte. Von meiner Seite gibt es 4,5 von 5 Sternen. Und von Euch?

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Verfasser: Christian Schäfer am Freitag, 1. Oktober 2021
Episode
Staffel 2, Episode 8
(Star Trek: Lower Decks 2x08)
Deutscher Titel der Episode
Ich, Excretus
Titel der Episode im Original
I, Excretus
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 30. September 2021 (Paramount+)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 1. Oktober 2021
Erstausstrahlung der Episode in der Mediathek
Freitag, 1. Oktober 2021
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Freitag, 1. Oktober 2021
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Freitag, 1. Oktober 2021

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