Star Trek: Lower Decks 2x07

Star Trek: Lower Decks 2x07

In der Folge Where Pleasant Fountains Lie der US-Serie Star Trek: Lower Decks stranden Mariner und Boimler zusammen mit einem bösen Supercomputer auf einem unbewohnten Planeten. Für Billups und Rutherford steht außerdem ein Abenteuer an, denn ausgerechnet Billups Mutter benötigt technische Hilfe.

Star Trek: Lower Decks (c) Paramount+
Star Trek: Lower Decks (c) Paramount+
© tar Trek: Lower Decks (c) Paramount+

Where Pleasant Fountains Lie

Ein böser Supercomputer, ein Shuttle-Absturz, eine Mutter, die ihrem Sohn seinen vorherbestimmten Werdegang aufdrängen möchte und mittendrin unsere Figuren, die jede Entscheidung genau überdenken müssen. Where Pleasant Fountains Lie setzt auf viel Bekanntes und schafft es doch, etwas Neues daraus hervorzubringen. Zusammen mit großen Portionen Humor, der vielleicht stellenweise zu tief unter der Gürtellinie angesiedelt ist, entstehen daraus zwei Handlungsbögen, die sicher länger im Gedächtnis bleiben werden und jederzeit zu unterhalten wissen.

Für Lt. Commander Billups (Paul Scheer), den wir bislang hauptsächlich im Hintergrund gesehen haben, gibt es diese Woche eine Hintergrundgeschichte der ungewöhnlichen Sorte. Denn eigentlich ist er ein Prinz und seine Mutter (June Diane Raphael) eine Königin, die den jungfräulichen Sohnemann gerne als Thronfolger hätte und nicht auf der USS Cerritos, wo er seinem selbstgewählten Werdegang als (Chef-)Ingenieur nachgeht. Rutherford (Eugene Cordero) begleitet Billups, nachdem Tendi (Noel Wells) ihn dazu überredet hat, seine Komfortzone zu verlassen und sich den (vorgetäuschten?) technischen Problemen zu widmen, die an Bord des Schiffes der Königin darauf warten, gelöst zu werden.

In der zweiten Handlung würde Boimler (Jack Quaid) lieber an einer gefährlichen Außenmission teilnehmen, als Mariner (Tawny Newsome) zu begleiten, die den bösen Supercomputer Agimus (Jeffrey Combs) zum Daystrom Institut bringen soll. Einen Shuttle-Absturz später erhält Boimler schließlich doch sein gefährliches Abenteuer und muss zusammen mit Mariner einen Ausweg finden, während Agimus versucht, einen Keil zwischen die Freunde zu treiben.

Beide Handlungen wirken dabei einigermaßen vertraut, weil sie aus Themen bestehen, die bereits mehrfach und gefühlt in allen (älteren) Star Trek Serien vorkamen. Den Unterschied machen hier (abermals) unsere Figuren aus, sowie die Art und Weise, wie sie sich mit der jeweiligen Situation auseinandersetzen und gleichzeitig weiterentwickeln. Obendrein wird noch ein wenig (humorvolles) Worldbuilding betrieben, wenn wir Billups Mutter und die Hysperianer kennenlernen, deren Bräuche und Auftreten stark an eine mittelalterliche Fantasy-Welt erinnern.

Fixing the Dragon's Breath

Ich hätte jetzt nicht unbedingt erwartet, eine Episode zu erhalten, die sich ein wenig ausführlicher mit Billups beschäftigt. Mir wäre auch nie in den Sinn gekommen, dass er von einer anderen Welt stammt, dort sogar ein Prinz ist und eine Mutter hat, die mit ihrem Gehabe doch sehr stark an Lwaxana Troi (Majel Barrett) erinnert. Aber nachdem wir bereits mehr über andere Figuren wie Captain Freeman (Dawnn Lewis) oder Commander Ransom (Jerry O'Connell) und deren Ambitionen erfahren haben (was diese Woche natürlich auch aufgegriffen wird), erscheint es nur logisch, wenn eine Figur wie Billups mal einen größeren Auftritt erhält.

Und es macht tatsächlich Spaß, diesem Mutter-Sohn-Konflikt inklusive der Andersartigkeit der Hysperianer zu folgen, die zunächst kaum im Vordergrund stehen (oder doch), weil (vordergründig) technische Hilfe erforderlich ist. Die Skepsis von Billups bleibt so lange aufrecht, bis tatsächlich ein Lob wegen seiner Fähigkeiten kommt, worauf „explosionsartig“ der Gamechanger folgt. Mutti tot, Rutherford tot. Aber Moment, das kann doch nur Schein sein, oder? Das Spannungsmoment kann leider nicht ganz überzeugen, denn Rutherford wird sicher nicht mal nebenbei auf der Strecke bleiben. Wenn man mich dort hätte überzeugen wollen, wäre Rutherford irgendwie davongekommen und würde nicht zu den Todesopfern zählen, die Tendi erst zum Nachforschen bewegen.

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Apropos Tendi. Die kommt leider zu kurz in dieser Folge, obwohl sie bei ihren wenigen Auftritten entscheidend ist. Sowohl am Anfang als sie Rutherford dazu bewegt, Billups zu begleiten, als auch am Ende, als sie nach Rutherfords Implantat sucht und ihn beim Bankett mit der Königin vorfindet. Insofern ist Tendi wichtig für die Handlung, aber doch irgendwie nur schmückendes Beiwerk. Das hätte man sicher besser machen können. Andererseits wird aufgezeigt, wieviel Rutherford für Tendi bedeutet und das ist bestimmt eine gute Sache. Ich sehe zwar jetzt nicht unbedingt eine Romanze aufflammen, aber wenn es in diese Richtung gehen sollte, wäre das mittlerweile durchaus okay.

You have been Boimed

Das Abenteuer, welches Mariner und Boimler erwartet, steht schon von Beginn an unter keinem guten Stern. Denn Brad wollte ohnehin an einer anderen (vermeintlich gefährlicheren) Mission teilnehmen und nicht Teil der Eskorte von Agimus sein. Schließlich hat er bereits auf der USS Titan unter Riker (Jonathan Frakes) gekreischt, äh, gedient und seitdem an Erfahrung gewonnen, was er durchgehend erwähnt. Anspannungen zwischen ihm und Mariner, die sich immer wieder als seine Beschützerin zeigt, sind von daher vorprogrammiert.

Wobei der Star der Woche für mich Jeffrey Combs heißt, der vermutlich allen Trekkies ein Begriff ist und hier Agimus seine Stimme verleiht - übrigens perfekt getroffen und in meinen Ohren noch besser als Richard Kind, der vor zwei Wochen die Dooplers sprach. Agimus ist von Beginn an redefreudig und versucht stets, sich Gehör zu verschaffen. Sein Bestreben, sich in andere Computer „einzupluggen“ und damit an Macht zu gewinnen, ist jederzeit offensichtlich und scheint schließlich den Konflikt zwischen Boimler und Mariner zu verhärten, deren Lage immer aussichtsloser und zu Lakritz-reich wird. Wenn Boims dann tatsächlich einen Phaser auf Mariner abfeuert und (scheinbar) auf Agimus reinfällt, um dessen Fähigkeiten zur eigenen Rettung zu nutzen, ist die Krise perfekt. Als Zuschauer kann man kaum glauben, dass wir hier unseren Bradford Boimler vor uns haben und genau daraus wird Spannung generiert.

Am Ende lernen aber wieder beide Figuren mehr übereinander, Agimus wird von Boimler ausgetrickst und landet schließlich dort, wo er hingehört (was auch noch einen Lacher wert ist). Es mag die übliche Konstellation sein (Mariner und Boimler auf Außenmission), die uns diese Woche erneut erwartet, aber die Figuren sind inzwischen weiter und handeln entsprechend. Okay, Mariner muss noch ein bisschen dazulernen und ihren Beschützerinstinkt für Boimler reduzieren, was aber durch den Twist am Ende passiert.

Für mich übrigens der etwas bessere Handlungsstrang, weil wir näher am bekannten Team sind und entsprechend besser mit diesen Figuren mitfiebern können, wenn es zum Streit kommt. Außerdem ist der Humor stimmiger und trotz ein paar „Plugins“ nicht auf die sexuelle Komponente ausgelegt, die in Billups Fall oft dominiert und sich schnell abnutzt.

Fazit

Es bleibt dabei: Star Trek: Lower Decks macht jede Woche aufs neue Spaß, nutzt die Prämissen aus der Vergangenheit für einen zuweilen bunten Mix, der sich aber stets neu anfühlt, weil damit unsere Figuren bedient werden. Und sei es nur eine Nebenfigur wie Billups, die diese Woche endlich mehr Fleisch auf die Knochen (oder den Schnauzer) bekommt. Ohne über den Humor streiten zu wollen, sind hier vier von fünf Sternen sicher drin, oder?

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Verfasser: Christian Schäfer am Samstag, 25. September 2021
Episode
Staffel 2, Episode 7
(Star Trek: Lower Decks 2x07)
Deutscher Titel der Episode
Wo Die Lust'Gen Quellen Liegen
Titel der Episode im Original
Where Pleasant Fountains Lie
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 23. September 2021 (Paramount+)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 24. September 2021
Erstausstrahlung der Episode in der Mediathek
Freitag, 24. September 2021
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Freitag, 24. September 2021
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Freitag, 24. September 2021

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