Star Trek: Lower Decks 2x06

© tar Trek - Lower Decks: The Spy Humongous (c) Paramount+
The Spy Humongous
Ob die USS Cerritos demnächst tatsächlich wichtigere Missionen erhalten wird? Captain Freeman (Dawnn Lewis) scheint auf dem richtigen Weg zu sein, denn diese Woche steht eine diplomatische Mission an, die zum Ziel hat, einen Waffenstillstand mit den Pakleds auszuhandeln. Auf deren Heimatplaneten (passend simpel als „Pakled Planet“ bezeichnet) gilt es für Freeman und Shaxs (Fred Tatsciore) zunächst, den Anführer (mit dem größten Helm) zu finden. Doch die Verhandlungen werden direkt dadurch verkompliziert, dass der Pakled Rumdar (Rich Fulcher) auf der Cerritos Asyl sucht. Oder ist er ein Spion?
Für Mariner (Tawny Newsome), Boimler (Jack Quaid), Tendi (Noel Wells) und Rutherford (Eugene Cordero) steht derweil „anomaly consolidation“ an - die Beseitigung von gesammelten Anomalien (oder auch Sondermüll) aus den Quartieren der Offiziere. Die Begeisterung hält sich bei Mariner und Rutherford in Grenzen, während Boimler und Tendi gespannt auf die Artefakte sind. Doch Boimler soll sich dieses Mal nicht mit seinen Freunden um die Aufgabe kümmern. Die sogenannten „Redshirts“ (ha, ha) nehmen ihn auf, um ihm dabei zu helfen, auf der Karriereleiter schnell nach oben zu kommen.
The Spy Humongous setzt auf zuvor etablierte Verhältnisse und Abenteuer bei allen drei Handlungssträngen. Die Freundschaft unserer vier Hauptfiguren wird ein wenig auf die Probe gestellt, soll aber nie ins Wanken geraten, auch wenn Mariner und Rutherford Tendis Begeisterung nicht teilen oder Boimler sich mit den Ensigns einlässt, die ihm einen schnellen weg nach oben versprechen. Wann immer die Situation heikel wird oder die Lage eskaliert (was natürlich mehrfach passiert), sind unsere Freunde für einander da und Boimler verliert nie aus den Augen, wer seine Freunde sind und wie wichtig selbst die undankbarsten Aufgaben sind. Captain Freeman, Shaxs, Ransom (Jerry O'Connell) und Kayshon (Carl Tart) müssen sich derweil mit den Pakleds herumschlagen, die schon länger für Ärger sorgen und schaffen es schließlich, einen geheimen Plan zu enthüllen. Das sollte die gescheiterten Verhandlungen um einen Waffenstillstand mehr als aufwiegen.
Pakleds
Ich bin sicher nicht der größte Fan der Pakleds und finde den Umgang mit ihnen ähnlich anstrengend, wie es diese Woche auch für unsere Offiziere der Fall ist. Allerdings kam ich bei manchen Szenen nicht umhin, sehr breit zu grinsen oder gar laut loszulachen. Da waren hauptsächlich die Momente mit Rumdar verantwortlich, dessen wahre Motive sehr schnell zum Vorschein kommen und dessen Verschwinden die Lage verkompliziert. Der Plot auf dem Planeten war mir mit den eher zu erwartenden Steigerungen auf der Suche nach dem größten Helm derweil ein wenig zu platt geraten, wenngleich ich das Ende wiederum gut gelöst empfand.
Die Pakleds spielen bereits seit Ende der ersten Staffel eine Rolle in der Serie und werden uns sicher noch weiter begleiten. Schließlich muss der Plan mit der Bombe noch vereitelt werden und vielleicht schaffen es Captain Freeman und ihre Crew tatsächlich, mit der USS Cerritos demnächst etwas wichtigere Missionen zu erhalten. Die Verhandlungen diese Woche deuten darauf hin. Nimmt man allerdings die Erkenntnis unserer Lower Decks hinzu, dass auch die unangenehmeren Aufgaben erfüllt werden müssen und zum Sternenflottenprogramm gehören, dann könnte es auch bei den Second Contact-Missionen bleiben. Warten wir mal ab.
Redshirts
Ensign Casey (Neil Casey) und seine kleine Gang nehmen Boimler diese Woche unter ihre Fittiche. Die Aufmerksamkeit wird ihm deshalb zuteil, weil er auf der USS Titan unter Riker (Jonathan Frakes) gedient hat. Ziel der Redshirts ist es, möglichst schnell in den Rängen aufzusteigen und was zunächst auf Boimler zukommt, sieht auf den ersten Blick nicht unbedingt verkehrt aus. Schließlich kann es doch nicht schaden, eine Art Selbsthilfegruppe zu haben, die einen auf den Captain's Chair vorbereitet, oder?
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„This isn't a friendship. It's a starship. Are you a star or not?“ - dieses Zitat von Ensign Casey enthüllt schließlich, worauf es ihm wirklich ankommt. Wobei bereits beim Üben der Motivationsrede (Boimler soll sich an Riker orientieren) oder beim Umgang mit unserer „Putzkolonne“ ersichtlich wird, in welche Richtung die Redshirts denken. Entsprechend nutzlos erweisen sich letztlich auch die Ansprachen an die Crew, als Tendi für Chaos sorgt. Eine Führungspersönlichkeit muss eben nicht nur Reden schwingen können, sondern auch gewillt sein, sich notfalls die Hände schmutzig zu machen und selbst mit anzupacken. Eine Lektion, die Casey vielleicht durch die Reinigung der Luftschleuse noch lernt, während Jennifer (Lauren Lapkus) und die anderen durch Boimlers Einsatz und anschließender Belobigung durch Ransom auf den richtigen Trichter kommen.
Die Umsetzung von Boimlers Ausflug weiß jedenfalls zu gefallen, was vor allem daran liegt, dass er sich und seinen Freunden treu bleibt. Außerdem ist die Botschaft am Ende die richtige, denn sie vermittelt unumstößlich, dass es eben nicht darum geht, ein Star zu sein und gut in Uniform auszusehen. Es sind vielmehr die Taten, die zählen und seien es bloß die unwichtigsten, die jemand durchführen muss.
Anomaly Consolidation Day
Nachdem Boimler sich den Redshirts angeschlossen hat, ist es an Tendi, Mariner und Rutherford, den aus (gefährlichen) Artefakten bestehenden Sondermüll der Offiziere einzusammeln und fachgerecht zu entsorgen. Eine Aufgabe, die lediglich bei Tendi für Begeisterung sorgt, während Rutherford und Mariner schnell die Leidtragenden bei diversen Unfällen sind. Tendis Stimmung ändert sich erst, als sie selbst von einer der Anomalien verschluckt und anschließend wieder ausgeschieden wird.
An sich besteht das „Abenteuer“ hier aus einer Aneinanderreihung von Gags, die immer extremer werden und schließlich Tendi zu einem Monster werden lassen. Schaut man allerdings genauer hin, sind alle drei Figuren bei jedem der Unfälle füreinander da und unterstützen sich gegenseitig, obwohl die Sichtweise auf die Aufgabe unterschiedlich ausfällt. Aber auch daraus soll am Ende noch gelernt werden. In diesem Fall Mariner (die man vor ein paar Folgen noch als unbelehrbar eingestuft hätte) und Rutherford, die sich vornehmen, demnächst ähnlich positiv wie Tendi auf die undankbaren Aufgaben zu blicken.
Eine sehr unterhaltsame Handlung, die unseren Figuren ebenfalls ein paar Erkenntnisse gegen Ende beschert. Obendrein ergibt sich durch Tendis Verwandlung noch eine Auflösung zu Boimlers Reise, womit zwei Handlungsstränge, die sich ohnehin immer wieder leicht berührt haben, gekonnt in einem Showdown miteinander kombiniert werden. Und wenn am Ende alle wieder miteinander lachen und Armus (Fred Tatasciore) noch ein wenig ärgern, dürfen auch wir Zuschauer die Episode mit einem breiten Grinsen verlassen und uns auf die nächste Folge freuen.
Fazit
Star Trek: Lower Decks baut diese Woche größtenteils gekonnt auf etablierten Handlungen, Vorlieben und Beziehungen auf und entwickelt diese weiter. Bei mir mögen die Pakleds zwar nicht durchgehend für Begeisterung sorgen, aber dafür haben mir unsere vier Hauptfiguren wieder hervorragend gefallen. Ich würde diese Woche 4 von 5 Sternen springen lassen. Und ihr?
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Verfasser: Christian Schäfer am Montag, 20. September 2021Star Trek: Lower Decks 2x06 Trailer
(Star Trek: Lower Decks 2x06)
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