Star Trek: Lower Decks 2x10

Star Trek: Lower Decks 2x10

Mit der Folge First First Contact beendet die US-Serie Star Trek: Lower Decks ihre zweite Staffel. Die USS Cerritos soll ein anderes Schiff der Sternenflotte beim ersten Kontakt unterstützen, doch die diplomatische Mission nimmt schnell andere Züge an.

Star Trek: Lower Decks (c) Paramount+
Star Trek: Lower Decks (c) Paramount+
© tar Trek: Lower Decks (c) Paramount+

First First Contact

In First First Contact schwingt Serienschöpfer Mike McMahan wieder selbst die Feder und weiß dabei jedes Element zu nutzen, was im Verlauf der zweiten Staffel charakterlich wie handlungstechnisch erarbeitet wurde. Es ist schier unglaublich, was diese „kleine“ animierte Serie in ihrem zweiten Staffelfinale abliefert, schon allein inhaltlich und ohne überladen zu wirken. Nahezu jeder Charakter wird genutzt, wenngleich bestimmte Figuren im Vordergrund stehen beziehungsweise mehr Screentime erhalten. Für jeden kleineren bis größeren Handlungsbogen während der Staffel findet sich Platz, um ihn ein wenig zu thematisieren und gerade als man meint, was ist denn jetzt mit den Pakleds, gibt es noch einen Cliffhanger. Am Humor mag ein wenig gespart werden (ausgenommen natürlich in den Cetacean Ops), aber dafür gibt es größere Portionen Action, die mitunter den Wunsch aufkommen lassen, Star Trek: Lower Decks im live action-Format zu sehen. Ob wir hier einen Vorgeschmack auf Star Trek: Strange New Worlds erhalten? Also, episodische Abenteuer mit übergreifenden Entwicklungen und Handlungsbögen der einzelnen Figuren? Abwarten. Aber falls ja, lässt sich nur sagen: „Hit it!

Zurück zum Thema: Das Bestreben von Captain Freeman (Dawnn Lewis), endlich die Würdigung zu erhalten, die sie sich durch das Bestehen verschiedener Abenteuer verdient hat, ist greifbar nahe. Admiral Freeman (Phil LaMarr) gibt ihr zu verstehen, dass sie bald das Kommando über ein anderes Schiff (einer höheren Klasse) erhalten wird. Die Sache hat allerdings den Haken, dass sie ihre aktuelle Crew dafür zurücklassen muss (die dann einen neuen Captain erhält), womit vor allem bei Mariner (Tawny Newsome), die den anstehenden Werdegang mitbekommt, mit Problemen zu rechnen ist. Hier finden wir eine charakterliche Haupthandlung wieder, die sich mit der Mutter-Tochter-Beziehung beschäftigt, aber schnell auch andere Figuren wie Ransom (Jerry O'Connell), Shaxs (Fred Tatasciore) und Billups (Paul Scheer) involviert.

Die aktuelle Mission wird derweil bereits im Vorfeld angekündigt und stellt die zweite Haupthandlung dar, welche unsere Figuren mehr denn je zusammenschweißen und natürlich auch in Captain Freemans Entscheidung gegen Ende einfließen soll. Denn die USS Archimedes unter dem Kommando von Captain Sonya Gomez (Lycia Naff - hmm, die kennen wir doch, oder?) kommt schnell in eine missliche Lage, nachdem der im Vorfeld verdächtig oft erwähnte Planetoid für eine Krise sorgt. Da heißt es auf der Cerritos Ärmel hochkrempeln und an einem Strang ziehen, um die Archimedes und den bewohnten Planeten zu retten, wobei unsere Lower Decks (mal wieder) glänzen dürfen. Denn ohne Rutherfords (Eugene Cordero) Idee, ohne Boimlers (Jack Quaid) Tauchgang und ohne Tendis (Noel Wells) Eingreifen hätte es sicher Verluste gegeben. Mariner kommt bei dieser Krise weniger zur Geltung, aber das hat andere (charakterliche) Gründe.

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Beförderung

Die Einführungssequenz stellt uns das anstehende Abenteuer vor und lenkt den Fokus direkt auf die bevorstehende Beförderung/Versetzung von Captain Freeman, welche Mariner heimlich mitbekommt. Und zwar mitsamt den Konsequenzen, die damit einhergehen und die Freeman ebenfalls leichte Bauchschmerzen bereiten. Eine Versetzung auf ein anderes Schiff und den Captain's Chair der Cerritos mit einem anderen Captain zu besetzen - das ist nicht der Weg, den Freeman anvisiert hatte, auch wenn es dem normalen Prozedere innerhalb der Sternenflotte entspricht.

Mariner reicht diese Information weiter, diskutiert das Thema erst mit Boimler, Tendi und Rutherford, ehe sie auch Ransom, Shaxs und Billups informiert. Die neu gefundene Harmonie innerhalb der Crew wird gestört, wobei sich ein Boimler (der zwischenzeitlich bereits auf einem anderen Schiff gedient hat) für Freeman freut und somit einen anderen Blickwinkel einnimmt. Als Zuschauer lassen sich beide Lager nachvollziehen, aber meine Tendenz ginge sicher dahin, mehr von unserer etablierten Crew zu sehen und diese nicht auseinanderzureißen. Was Freeman am Ende und mit Blick auf ihre Entscheidung wohl ähnlich sieht, ehe überraschend der Cliffhanger kommt.

Mariners aggressive Reaktion spiegelt dabei wider, was wir bereits über sie gelernt haben. Sie baut eben schnell ihre persönlichen „Deflektorschilde“ auf, statt das eigentliche Problem direkt an sich heranzulassen. Umso erfreulicher, dass Tendi diesen Schutzschild (seit dem „Girl's Trip“ in Folge 2x03) zu durchdringen vermag, womit uns eine Auflösung des Mutter-Tochter-Konflikts beschert wird.

Tendi & Rutherford

Apropos Tendi, hier scheint sich ebenfalls eine Versetzung anzubahnen, denn Dr. T'Ana (Gillian Vigman) ist der Auffassung, dass Tendi in der Krankenstation falsch aufgehoben ist. Statt jetzt aber den Kopf in den Sand zu stecken, unternimmt sie mit Rutherford eine Abschiedstour durch das Schiff. Rutherford hat derweil mit einem Problem bei seinem Implantat zu kämpfen, wodurch sein Sichtfeld eingeschränkt wird.

Die beiden Freunde stehen im Staffelfinale endlich mal öfter im Rampenlicht, auch wenn es zu Beginn anders aussieht. Gegen Ende der gemeinsamen Abschiedstour kommt sogar etwas Romantik auf, aber vorerst gilt die Liebe dem Schiff. Wobei ich mittlerweile nichts mehr dagegen hätte, wenn die beiden ein Paar werden. Dazu muss man nur darauf schauen, wie gerne die beiden Zeit miteinander verbringen oder woher Rutherfords Speicherprobleme rühren.

Die Abschiedstour befördert Tendi und Rutherford schließlich wieder zurück ins Geschehen und mitten in die aktuelle Krise. Die ungewöhnliche Lösung für das aktuelle Problem darf Rutherford beisteuern, während Tendi einmal Mariner (wie bereits angemerkt) dazu bringt, ihren sprichwörtlichen Schutzschild fallen zu lassen und schließlich noch Boimler das Leben retten darf. Sehr schön, dass beide hier derart wichtige Beiträge leisten dürfen.

Die Auflösung um Tendis Versetzung wirkt dabei herzlich und schließt ihren Handlungsbogen auf der Krankenstation und mit Dr. T'Ana ab. Wobei sich diese Auflösung erahnen ließ, was aber nicht weiter schlimm ist. Ich bin schon gespannt, wie sie sich auf der nächsten Station schlägt. In der dritten Staffel wird Rutherford vielleicht ergründen, was es mit der Aufzeichnung auf sich hat, die er nie zu Gesicht kriegen sollte. Womöglich schlägt die Serie dann einen dunkleren Pfad ein, wer weiß.

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Erster Kontakt

Das große Abenteuer rund um die Rettung der Archimedes wird anfangs zusätzlich von der personellen Krise überschattet. Aber als es hart auf hart kommt, hält unsere Crew zusammen und zieht den ungewöhnlichen sowie fast aussichtslosen Plan durch, um am Ende obendrein noch den ersten Kontakt mit den Laaperianern herzustellen.

Die Rettungsaktion kommt originell, spannend und abwechslungsreich daher. Trotzdem bleibt noch Platz für kleinere Momente, wie die Rettung Mariners durch Jennifer (Lauren Lapkus). Letztere könnte in der dritten Staffel in den Freundeskreis unserer vier Hauptfiguren aufgenommen werden, worauf ich gespannt wäre. Mit Blick auf den positiven Ausgang hätte ich derweil erwartet, dass die USS Cerritos mitsamt aller Crewmitglieder quasi befördert wird. Ein Wechsel in eine andere Schiffsklasse oder (falls das nicht geht) ein Schiffswechsel hätte sich angeboten. Damit könnte unsere Besatzung endlich die wichtigeren Missionen erhalten, auf die sie aus ist.

Stattdessen kommt unverhofft ein Cliffhanger daher, den ich mit Blick auf die bereits bestellte dritte Staffel aber gerne mitnehme. Ich hatte mich ohnehin schon gefragt, was die Pakleds mit der zweiten Bombe angestellt haben, insofern nett, dass wir das noch erfahren. Auf Captain Freeman wartet aber erstmal eine böse Überraschung. Da wird sie auf ihre Crew angewiesen sein, um sich gegen die Anschuldigungen zu behaupten. Ich bin gespannt, wohin die weitere Reise gehen wird.

Fazit

Star Trek: Lower Decks beweist sich mit dem zweiten Staffelfinale und nach der großartigen Episode von letzter Woche erneut. Eine konsistente Charakterentwicklung bei Haupt- und Nebenfiguren steht hier ebenso im Vordergrund wie das große Abenteuer, welches es zu bestehen gilt. In dieser Form darf es gerne weitergehen, da lässt sich auch verschmerzen, wenn wir mit einem Cliffhanger zurückgelassen werden. Von mir gibt es abermals fünf von fünf Sternen. Und von Euch?

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Verfasser: Christian Schäfer am Samstag, 16. Oktober 2021
Episode
Staffel 2, Episode 10
(Star Trek: Lower Decks 2x10)
Deutscher Titel der Episode
Erster Kontakt
Titel der Episode im Original
First First Contact
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 14. Oktober 2021 (Paramount+)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 15. Oktober 2021
Erstausstrahlung der Episode in der Mediathek
Freitag, 15. Oktober 2021
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Freitag, 15. Oktober 2021
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Freitag, 15. Oktober 2021

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