Zorro: The Chosen One - Review der Pilotepisode

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Im Los Angeles des Jahres 1834 lässt noch nichts den späteren Metropolen-Moloch erahnen. Kalifornien gehört zu dieser Zeit noch zu Mexiko.
Die Hacienda von Don Alejandro de la Vega (Luis Tosar, „Ultimatum: Die Bombe tickt“) wird von einer Gruppe brutaler Maskenmänner überfallen. Der geheimnisvolle Zorro, ein ebenfalls maskierter Indigener, eilt ihm zu Hilfe. Allerdings wird er von den Soldaten der örtlichen Ordnungskräfte in einer Kirche in die Enge getrieben und getötet, während auch Don Alejandro wenig später den Tod findet.
Gouverneur Pedro Victoria (Rodolfo Sancho, „Voces: Die Stimmen“) lässt Zorros Leiche öffentlich zur Schau stellen. Die Indigene Nah-Lin (Dalia Xiuhcoatl, „Wetiko“) und ihre Leute holen den Toten jedoch zu ihrem Stamm zurück. Beim Begräbnisritual erhebt Nah-Lin Anspruch auf seine Nachfolge, was jedoch vom mächtigen Cuervo Nocturno (Cuauhtli Jimenez, „Finlandia“) abgelehnt wird.
Im fernen Madrid absolviert der junge, besonders im Umgang mit der Peitsche geübte Offizier Diego de la Vega (Miguel Bernardeau, Elite) eine Kampfausbildung, wird jedoch nach Mexiko abberufen. Von Bernardo (Paco Tous, Haus des Geldes), dem gehörlosen treuen Diener seines Vaters erfährt er Näheres über die Umstände dessen Todes. Im Gegensatz zu den öffentlichen Autoritäten glaubt Bernardo jedoch nicht daran, dass Don Alejandro von Zorro ermordet wurde, wie behauptet wird.
Diego besucht seine Nachbarn, mit deren Tochter Lolita (Renata Notni, „El Dragon: Die Rückkehr eines Kriegers“) er einst verbandelt gewesen ist. Die Schöne zeigt ihm jedoch voll und ganz die kalte Schulter und schießt ihm gar den Hut vom Kopf, als er nach Hause reitet.
In der Nacht hat Diego eine beunruhigende Traumvision von seinem getöteten Vater und Zorro, die im Zusammenhang mit den Indigenen steht. Als roter Regen zu fallen beginnt, folgt er einem Wolf in den Wald hinaus, wo er auf Cuervo Nocturno trifft. Dieser offenbart Diego, dass es ihm vorherbestimmt ist, der neue Zorro zu werden und zeigt ihm dessen Rapier sowie sein Pferd Tornado, argwöhnisch beobachtet von Nah-Lin.
Diego lehnt allerdings zunächst entschieden ab, obwohl auch Bernardo, der Zorros Kleidung verwahrt hat, ihn zu überreden versucht. Kurz darauf kommt es während einer kirchlichen Prozession zu einer Explosion, für die der zufällig in der Stadt befindliche Cuervo Nocturno trotz des Fehlens jeglichen Beweises verantwortlich gemacht wird.
Auf einem Ball bei Lolitas Eltern macht Diego die Bekanntschaft von deren Verlobtem Capitan Monasterio (Emiliano Zurita, „Der Ball der 41“), der sich damit rühmt, Zorro getötet zu haben. Ferner lernt er den Zeitungsmann Janus Carter (Peter Vives, „The Time in Between“) kennen, dessen Assistentin Harriett Jones (Mireia Mambo, „Serve and Protect“) sich als Dienstmädchen eingeschleust hat. Carter bietet Diego Informationen über den Tod seines Vaters an.
Nachdem Diego erfahren hat, dass Don Alejandro das Opfer einer Intrige wurde, nimmt er sein neues Schicksal schließlich an. Er verwandelt sich in Zorro und geht daran, Cuervo Nocturno aus dem Gefängnis zu befreien.
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Da ist er wieder!

Der maskierte Rächer Zorro (übrigens das spanische Wort für Fuchs) ist ebenso wenig totzukriegen wie sein direkter Nachfahre, der berühmte „Batman“. 1919 erdacht vom amerikanischen Groschenheftautor Johnston McCulley (und somit kein volkstümlicher spanisch-mexikanischer Sagenheld, wie oftmals behauptet) erlebte Zorro schon 1920 seinen ersten Filmauftritt im Stummfilm „The Mark of Zorro“, gespielt vom damaligen Superstar Douglas Fairbanks).
Seitdem haben ganze Legionen von Schauspielern in Filmen und Fernsehserien die berühmte schwarze Maske angelegt, von John Carroll über Tyrone Power in der wohl berühmtesten Adaption von 1940 und Alain Delon bis hin zu Antonio Banderas. Und so war es nur eine Frage der Zeit, bis der kühne Held im Zuge der heutigen Reboot-Welle ebenfalls seine Auferstehung feiert.
Mit der von der spanischen Produktions-Schmiede Secuoya Studios in Zusammenarbeit mit den Amazon MGM Studios unter der Ägide von Showrunner Carlos Portela realisierten neuen Serie ist es also nunmehr so weit. Die zehnteilige erste Staffel von Zorro startete am 19. Januar in den USA und in Lateinamerika beim Streamingdienst Amazon Prime Video, während der Termin für Deutschland aktuell noch offen ist.
Hollywoodreifes Streamingkino
Filme und Serien aus Spanien haben sich in den letzten Jahren völlig zu Recht einen ausgezeichneten Ruf auf dem internationalen Markt errungen. Produktionen wie Haus des Geldes sprechen dabei für sich.
Deshalb überrascht es auch nur wenig, dass „Zorro“ bereits ab den ersten Minuten der Pilotfolge absolute Qualitätsunterhaltung bietet.
War anfangs zu befürchten, dass die Geschichten um den schwarzgekleideten Rächer der Enterbten in der heutigen Zeit vielleicht doch eher angestaubt daherkommen mögen, werden diese Bedenken sehr schnell zerstreut.
Schon der Pilotfilm präsentiert die eigentlich altbekannte Geschichte mit einer ungemein wohltuenden neuen Frische, was neben dem Produktionsaufwand auch nicht zuletzt den ausgezeichneten, aus zahlreichen spanischen Serien und Filmen bekannten Haupt- und Nebendarstellern zu verdanken ist.
Dabei wird die Story des Gutsherrensohnes, der sich gegen Tyrannen auflehnt, nicht unangenehm verfremdet, sondern stattdessen auf geschickte Weise mit einigen neuen Komponenten verfeinert, die sich überraschend gut einpassen. Die Rede ist von diversen ausgesprochen mystischen Elementen sowie der Tatsache, dass Zorro hier einen indigenen Ursprung hat. Allein angesichts dessen muss unser neuer Held in der Serie erst einmal in diese Rolle hineinwachsen.
Gelungener Auftakt
Natürlich merkt man „Zorro“ an, dass die Serie ein wenig amerikanische Schützenhilfe erhalten hat, wirkt aber dennoch in vielem aufs Angenehmste europäisch. Die Pilotfolge führt gekonnt in das Szenario der folgenden neun Episoden ein. Sympathische Charaktere und ein interessanter Subplot über den Konflikt des neuen Helden mit seiner verschmähten Nachfolgerin machen den Freund zwar etwas altbackener, aber dennoch abenteuerlicher Unterhaltung von Anfang an gespannt auf die neueste Adaption des alten Mythos.
Von uns hat sich „Zorro“ somit jedenfalls gleich zu Beginn vier von fünf schwarzen Masken verdient!
Hier abschließend noch der aktuelle Trailer zur neuen Serie „Zorro“ beim Streamingdienst Amazon Prime Video: