Years and Years Staffel 1
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Darum geht's in Years and Years
Die britische Miniserie besteht aus sechs Folgen à 60 Minuten. Das Drama wurde von BBC One und HBO produziert und ging auf den Sendern vor beinahe zwei Jahren an den Start. Nachdem Years and Years dann vor etwa einem Jahr seine Deutschlandpremiere feierte, ist die Serie nun auch im Free-TV verfügbar. Das Drama wurde von Doctor Who und Queer as Folk-Macher Russell T. Davies zum Leben erweckt. Das ist deutlich an der Themenwahl und der Gestaltung zu spüren, wie Ihr später sehen werdet.
„Years and Years“ erzählt in einem Zeitraum von 2019 bis 2034 von den persönlichen, weltlichen und politischen Veränderungen, die die Familie Lyons über die Jahre miterlebt. Diese ist eigentlich erst mal stinknormal. Sie wird von der Matriarchin, der Oma Muriel (Anne Reid), geleitet, welche vier Enkelkinder hat: Daniel, Stephen, Rosie und Edith. Daniel (Russell Tovey) ist ein homosexueller Angestellter des Wohnungsamts, der bald seinen Freund heiraten möchte. Stephen (Rory Kinnear) ist ein wohlhabender Finanzberater, der zusammen mit seiner afroamerikanischen Frau Celeste (T'Nia Miller) und ihren zwei Töchtern Bethany (Lydia West) und Ruby (Jade Alleyne) wohnt. Rosie (Ruth Madeley) ist eine alleinerziehende Mutter, die unter Spina bifida („offener Rücken“) leidet. Edith ist eine bisexuelle Weltenbummlerin und Aktivistin. Auf einer Familienfeier im Jahr 2019 ändert sich nicht nur das Leben der Familie Lyons, sondern auch die Zukunft Großbritanniens aufgrund eines politischen Zwischenfalls für immer.
Das passiert in der 1. Staffel von Years and Years
Jede Folge spielt in einem neuen Jahr: Zu Beginn gibt es eine kurze Rekapitulation der wichtigsten weltpolitischen Ereignisse. Dabei wirkt die Schnelligkeit und die Häufung der irren Ereignisse beinahe wie eine Parodie. Danach wird jeweils gezeigt, inwiefern Familie Lyons davon persönlich betroffen ist und wie sich ihr Leben in der Zeit entwickelt hat. Somit wird in den sechs Folgen insgesamt eine Zeitspanne von 15 Jahren dargestellt.
Das Jahr 2019
Die Geschäftsfrau Vivienne Rook (Emma Thompson) sagt in einer Talkshow, dass ihr der Nahostkonflikt „scheißegal“ sei. Ihre Offenheit wird gemocht. Viviennes Kandidatur als unabhängige Kandidatin bei der Unterhauswahl scheitert allerdings. Sie lässt sich jedoch von ihren politischen Ambitionen nicht abbringen und gründet eine eigene Partei, die sie Vier-Sterne-Partei nennt. Dies ist eine Anspielung auf die Sternchen, die die Medien als Platzhalter für ihren vulgären Ausdruck verwendet haben. Daraufhin gewinnt Vivienne durch eine Fernsehdebatte an Popularität und Zustimmung. Schließlich wird sie ins Parlament gewählt. Rosie unterstützt die rechtskonservative Politikerin.
Am Abend der Talkshow bringt Rosie ihren Sohn Lincoln zur Welt. Dessen Onkel Daniel macht sich bereits kurz nach der Geburt seines Neffen um dessen Zukunft Sorgen, da ihn der Zustand der Welt zutiefst verunsichert. Als Nächstes befinden wir uns im Jahr 2024, also fünf Jahre später.
In diesen fünf Jahren finden folgende weltpolitische Ereignisse statt: der Tod Angela Merkels, Donald Trumps Wiederwahl, China baut in einer Meerenge eine höchst umstrittene militärische Basis, die Queen stirbt im Alter von 98 Jahren, in der Ukraine kommt eine von Russland unterstützte Militärregierung an die Macht und Trump befiehlt einen nuklearen Angriff auf Hong Sha Dao. Dort in der Nähe befindet sich auch Edith gerade, die über die Ereignisse vor Ort berichten möchte.
Daniel heiratet seinen Lebensgefährten. Als er ein Flüchtlingscamp leitet, lernt er den jungen Ukrainer Viktor kennen und lieben. Dieser musste aus der Ukraine aufgrund seiner Homosexualität fliehen. Als Viktor und Daniel beschließen zusammenzuziehen, rächt sich Daniels Ex an ihnen, indem er Viktor in die Ukraine deportieren lässt.
Der Technik-Geek Bethany Bisme-Lyons sagt ihren Eltern Stephen und Celeste, dass sie transhuman sei und ihr Bewusstsein in eine Cloud hochladen wolle, worauf Celeste völlig entsetzt reagiert. Schließlich kann sie ihre Eltern überreden, die ersten Schritte zur Transhumanität (einer Verschmelzung zwischen Mensch und Technik) zu machen.
Im Jahr 2025 wird Edith im Fernsehen interviewt, da sie den Anschlag gesehen und überlebt hat. Sie muss aber mit der Gewissheit leben, dass sie in maximal 20 Jahren aufgrund der hohen Strahlenbelastung sterben wird. Daraufhin kehrt sie zurück nach England zu ihrer Familie. Dabei freundet sie sich mit Fran Baxter (Sharon Duncan-Brewster), einer Nachbarin von Daniel, an und beginnt mit ihr eine Beziehung.
Celeste verliert aufgrund künstlicher Intelligenz ihre Arbeitsstelle als Buchhalterin, weswegen sie und Stephen gezwungen sind, ihr Haus zu verkaufen. Von den 1,3 Mio. Pfund sind am Ende nur noch 85.000 übrig, da die Insolvenz einer US-amerikanischen Investmentfirma eine Finanzkrise ausgelöst hat. Nun muss die Familie bei Muriel einziehen.
Das Jahr 2026
Aufgrund der Finanzkrise kommt es zu einer Rezession in Großbritannien. Gleichzeitig möchte Vivienne Rook ein Gesetz einführen, bei dem Menschen mit einem IQ unter 70 das Wahlrecht verlieren sollen. In der Zwischenzeit flieht Viktor, der in die Ukraine abgeschoben wurde, von seinem Heimatland in das LGBTQ-freundliche Spanien. Daniel reist ihm hinterher, möchte die spanische Staatsbürgerschaft beantragen und ihn heiraten. Stephen nimmt mehrere schlecht bezahlte Jobs an, um sich und seine Familie über die Runden zu bringen. In der Zwischenzeit will seine Tochter Bethany einen Schritt weiter in Richtung Transhumanität gehen, was jedoch gewaltig schiefläuft. Außerdem gewinnt Vivienne Rooks Vier-Sterne-Partie weiterhin an politischer Macht.
Das Jahr 2027
Die Welt geht vor die Hunde: Vivienne Rook wird zur Premierministerin gewählt. Griechenland verlässt die EU. Die USA verlässt die UN und trifft ein paar rückschrittliche Entscheidungen, wogegen Edith vor Ort protestiert und zur Persona non grata erklärt wird. Ungarn erleidet einen Staatsbankrott et cetera.
Stephen, der über Monate eine Affäre mit einer Arbeitskollegin hatte, wird von seiner Oma aus dem Haus geworfen und zieht mit seiner Affäre zusammen. Dadurch kommen Celeste und Muriel sich endlich ein bisschen näher und verstehen sich besser.
Durch die linksextremistische neue Regierung Spaniens müssen Daniel und Viktor aus dem Land fliehen. Eine Überreise nach Großbritannien gestaltet sich jedoch schwierig. Zunächst scheitern sie beim Passieren der Grenze, anschließend wollen sie gefälschte Reisepässe besorgen, wobei ihr Geld gestohlen wird. Schließlich kommen sie auf die Idee, in einem überfüllten Schlauchboot über den Ärmelkanal ins Land zu kommen. Ungefähr einen Kilometer vor dem Festland kentert das Boot, die meisten Insassen, darunter auch Daniel, ertrinken, Viktor überlebt und kehrt nach Manchester zurück, um die Familie Daniels über sein Ableben zu informieren.

Das Jahr 2028
Die Regierung Großbritanniens nimmt immer mehr die Form einer Diktatur an. So lässt Vivienne zum Beispiel ihre politischen Gegner verhaften. Auch der Klimawandel macht der Welt zu schaffen, indem es unter anderem immer wieder zu schweren Überschwemmungen kommt. Durch Bombenanschläge auf Bristol und Leeds verlieren viele Menschen ihr Zuhause, wodurch jeder Bürger mit einem freien Zimmer einen Obdachlosen aufnehmen muss.
Viktors Situation hat sich seit seiner Ankunft in Großbritannien auch kaum verbessert: Er sitzt in U-Haft, um bald in das Flüchtlingscamp Erstwhile gebracht zu werden, dem KZ-ähnliche Zustände nachgesagt werden. Edith, die durch ihre hohe Strahlenbelastung mittlerweile an Krebs erkrankt ist, möchte Viktor helfen. Im Gegensatz dazu gibt Stephen Viktor die Schuld für Daniels Tod und trägt ihn in eine Liste ein, damit er schnellstmöglich in das Lager gebracht wird. In der Zwischenzeit schreitet Bethanys Weg zur Transhumanität weiter fort: Sie erhält ein Hirnimplantat, wodurch sie direkt in das Internet eintauchen, aber auch ihre Familie beschatten kann.
Das Jahr 2029
Die Pressefreiheit in Großbritannien wird immer weiter eingeschränkt, bis schließlich die BBC den Betrieb einstellt. Zudem gibt es Ausgangssperren. Wenn man sich nach dieser Zeit außerhalb des eigenen Heims aufhält, kommt man nicht mehr nach Hause. In der Zwischenzeit sprengt Edith die Türme des Lagers, weswegen die Insassen zu den Eingangstoren stürmen und nach einem Kampf schließlich fliehen können.
Daraufhin geht alles wieder etwas bergauf: Vivienne wird des Mordes an Erstwhile-Insassen angeklagt und abgesetzt, die BBC nimmt wieder ihren Betrieb auf. Stephen wird für seine Taten inhaftiert, versöhnt sich mit seiner Familie und zieht schließlich nach Barcelona. Im Jahr 2034 stellt sich heraus, dass die Ereignisse Erinnerungen von Edith waren, die ihren Verstand in eine auf Wassermolekülen basierte Datenbank hochladen möchte.
So kommt die 1. Staffel von Years and Years rüber
Sowohl die persönlichen als auch die politischen Ereignisse überschlagen sich und spielen sich in einem unglaublichen Eiltempo ab. Dadurch verliert die Serie aber nicht an Spannung - im Gegenteil. Sie fühlt sich eher wie Achterbahnfahren an, bei dem immer wieder der nächste Adrenalinkick nach einer (Handlungs-)Wende kommt.
Das unglaublich Erschreckende an dieser dystopischen Serie ist der persönliche Touch und die Authentizität des Dargestellten. Dadurch, dass die globalen Ereignisse eben nicht, wie wir das sonst kennen, auf politischer, sondern auf persönlicher Ebene thematisiert werden, sind die Auswirkungen für uns besser greifbar. Durch das Miterleben des sich immer verändernden Alltags, an den sich die Familie Lyons anpassen muss, wird auch uns der schnelle Wandel der Gesellschaft bewusst. Insgesamt werden die Ereignisse gut auf das persönliche Leben der Familie übertragen. Gleichzeitig stellen die locker-leichten Familienmomente eine gute Balance zur düsteren globalen Entwicklung dar.
Der andere Aspekt, der die Serie so unglaublich faszinierend und spannend, aber auch beängstigend macht, ist, dass man sich die dargestellten Szenarien tatsächlich vorstellen kann. Sie wirken sehr realistisch. Es wäre möglich, dass sich manche Szenarien in diese Richtung entwickeln könnten...
Durch diese Mischung aus Sci-Fi- und Dramaelementen wird das Mitwirken von Russell T. Davies deutlich, der bei „Years and Years“ ein unglaubliches Gespür für Zeitgeist an den Tag legt. So thematisiert die Miniserie die Politik Trumps, den ausartenden Technikkonsum und die Technisierung des Alltags. Letzteres geht so weit, dass es Haushaltsandroiden gibt, mit denen man Sex haben kann, Jobs durch Technik ersetzt werden (selbsterwärmende Fertiggerichte anstatt Cafeteria-Mitarbeiter, künstliche Intelligenz ersetzt Buchhalterstelle) und man sein Bewusstsein immer mehr durch Technik erweitern beziehungsweise ersetzen kann (Transhumanität). Solche Szenarien haben wir bereits in dem Dystopie-Meisterwerk Black Mirror zu Gesicht bekommen - einer Serie, in der häufig den katastrophalen Folgen der anhaltenden Technisierung der Welt nachgegangen wird. Außerdem übt „Years and Years“ Kritik an dem übermäßigen Einsatz von Medikamenten (Vater der Geschwister stirbt durch Antibiotikaresistenz). Auch die Folgen des Kapitalismus werden thematisiert und in einem kritischen Licht dargestellt. Zudem werden die katastrophalen Konsequenzen der Geflüchtetenkrise verdeutlicht, die einem einfach nur das Herz zerreißen. Durch diese Schonungslosigkeit wird die Hoffnungslosigkeit dieser Menschen deutlich und durch Viktor nähergebracht. Auch der Klimawandel und dessen gravierende Folgen werden den Zuschauern vor Augen geführt.
Neben der mitreißenden Handlung ist auch das Schauspiel großartig. Der Cast, unter dem sich auch bekannte britische Gesichter befinden, leistet insgesamt tolle Arbeit. Insbesondere das fantastische Schauspiel von Emma Thompson ist an dieser Stelle - was bei ihr allerdings eigentlich immer der Fall ist - hervorzuheben.
Fazit
Years and Years ist eine absolute Serienempfehlung. Die sechsteilige Serie ist sehr gut bingeable. Das Drama greift brandaktuelle und äußerst relevante Themen der heutigen Zeit auf, die auf brutale Art und Weise umgesetzt werden. Dabei ist besonders der Realitätsanspruch so beängstigend und macht die Serie so unglaublich spannend und vor allem relevant. Durch den persönlichen Ansatz werden die Themen greifbarer und wirken nicht so politisch groß, sondern zeigen die Auswirkungen der globalen Ereignisse auf das persönliche Leben.
Hier abschließend noch der Trailer zur ab heute auf ZDFneo laufenden Serie „Years and Years“:
«Years and Years» Trailer
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