White Collar 4x04

Die Episode Parting Shots gibt neue Einblicke und bringt einiges Verborgene zurück an die Oberfläche. Und endlich kehrt Sara Ellis (Hilarie Burton) zurück. Ihre Zusammenarbeit mit der White Collar-Abteilung war stets eine gute Grundlage für spannende Fälle. Und auch ihre Beziehung zu Neal (Matt Bomer) ist hoffentlich noch nicht zu Ende erzählt.
Sie ist eine der wenigen Frauen, die Neal etwas entgegenzusetzen hat. Sie lässt sich nicht Hals über Kopf in seine Welt ziehen, wie viele andere, die wir schon gesehen haben. Sie hat ihren eigenen Kopf, ihre eigene Karriere. Anders als die trauernde Witwe zögert sie mit ihrer Entscheidung, das Geld in Neals Obhut zu übergeben. Ihr Sinn für Geschäfte lässt sie nicht von emotionalen Anwandlungen beeinflussen.
Und gerade diese Selbstständigkeit hat sie zu einer guten Partnerin für Neal gemacht. In Sara hat er eine gefunden, die er nicht mit einem Blick aus unwiderstehlichen Augen um den Finger wickeln kann. Mit seinem Verschwinden hat er sie hängen lassen und das kann sie nicht ohne weiteres auf sich sitzen lassen. Doch Sara zeigt sich weder als rachsüchtige Furie noch als verletztes Mädchen. Sie bleibt stilvoll wie immer und nimmt Neal den Wind aus den Segeln als er ihre Gefühle wieder einmal komplett auf sich bezieht. Saras Welt funktioniert auch ohne Neal und gerade deshalb wäre es schön zu sehen, wie sie auch mit ihm weiterhin funktionieren kann.
Das Dream-Team
Peter (Tim DeKay) und Neal verhalten sich nicht erst seit dieser Episode wie ein altes Ehepaar. Doch langsam wird immer deutlicher, wie sie sich gegenseitig beeinflussen und annähern. Seine Verbindung zu Peter hat Neal die Grundlage für ein beständiges Leben gegeben. Peter reizt durch sein Verhältnis zu Neal die Grenzen seiner eigenen Wertvorstellungen immer weiter aus. Nun wird er dafür sogar von seinem Vorgesetzten gewarnt.
Doch als Zuschauer kann man sich des Gefühls nicht erwehren, dass beide aus dieser Partnerschaft in erster Linie profitieren. Auch wenn der Status Quo mit Peter in der White Collar-Abteilung nun wieder hergestellt ist, bleibt es spannend, wie sehr die beiden sich gegenseitig noch beeinflussen werden.
Der wahre Neal
Nicht nur durch seine Beziehung zu Peter kann man in dieser Episode einiges über Peters Charakter lernen. Auch Ellen (Judith Ivey) gibt Neues preis. Leider ist es nicht so viel, wie es hätte sein können. Doch eine rührige Geschichte aus Neals Kindheit ist besser als nichts. Vor allem, da es wohl Ellens letzter Auftritt in der Serie war. Wirklich schade ist die klischeehafte Art, mit der Ellen sich verabschieden musste. Neal, der gerade in dem Moment ankommt, als die Sanitäter sie in den Krankenwagen schieben wollen, wie er die Trage aufhält und Ellen ein letztes, mysteriöses „Trust Sam!“ entlocken kann bevor sie die Augen schließt. Das ist nicht nur klischeehaft, das ist sogar auf ärgerliche Weise äußerst dumm. Sanitäter aufzuhalten, die gerade um das Leben eines geliebten Menschen kämpfen, ist nicht eben clever.
Noch mehr kann man über Neal sogar über seine Verbindung zu Sophie (Laura Vandervoort, Smallville, V) lernen. Sie ist nicht die geldversessene Witwe, die gierig auf das Erbe wartet. Leider ist sie den Autoren im Bemühen, ihre Gutherzigkeit zu beweisen, eine Spur zu naiv geraten. Doch wie Neal erscheint auch sie als verlorene Seele in einem Leben, das sich nicht wie das ihre anfühlt. Auf dieser Ebene verbinden sich die beiden.
Das ist grandios, da die Szene mit Sophie zum ersten Mal einen Blick auf Neals Hilflosigkeit wirft. Wir haben ihn als jemanden erlebt, der leichthändig mit der Welt spielt und immer wieder auf seine Füße fällt. Doch diese Fähigkeit verhindert auch, dass er wirklich dazugehören könnte. Dahinter scheint eine Einsamkeit zu stecken, über deren Ursprünge wir wohl noch einiges erfahren werden.
Fazit
Lange hat Neal das Gespenst Kate gejagt. Das hat zwar seine emotionale Seite gezeigt, aber sonst nicht viel über Neal verraten. Nun geht die Serie in die Tiefe und offenbart mehr über Neals Vergangenheit und seinen Charakter als je zuvor.
Von dem Fall der Woche ist eigentlich vor allem Neals Zuneigung zu der Witwe interessant, aber die hat es in sich. Nicht zu vergessen, die Chance, die sich auf eine erneute Beziehung mit Sara eröffnet. Neben witzigen Momenten (unter anderem Peter, der einen Decknamen erfinden muss und sich für Neal Armstrong entscheidet), hat die Episode Parting Shots vor allem viel Emotionales zu bieten.
Verfasser: Serienjunkies.de am Freitag, 3. August 2012(White Collar 4x04)
Schauspieler in der Episode White Collar 4x04
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