What If...? 1x09

What If...? 1x09

Zum ersten Staffelfinale präsentiert What If...? die eindeutig actionreichste Folge. Viele Figuren aus den Episoden zuvor müssen in Was wäre, wenn der Watcher seinen Schwur gebrochen hätte? den mächtigen Weltenzerstörer Ultron aufhalten.

Szenenfoto aus der Episode What If... The Watcher Broke His Oath? der Serie What If...? (c) Disney+
Szenenfoto aus der Episode What If... The Watcher Broke His Oath? der Serie What If...? (c) Disney+
© zenenfoto aus der Episode What If... The Watcher Broke His Oath? der Serie What If...? (c) Disney+

Mit einem Zweiteiler wird die erste Staffel der Serie What If...? beendet - und dieser hat es in sich. Was wäre bringt noch einmal einige Überlebende aus den vorherigen Folgen zusammen, die sich dem mit den Infinity Stones ausgestatteten Ultron (Ross Marquand) stellen müssen. Mit dabei sind Captain Carter (Hayley Atwell), Party Thor (Chris Hemsworth), Star-Lord T'Challa (Chadwick Boseman), Erik Killmonger (Michael B. Jordan), Strange-Supreme (Benedict Cumberbatch) und eine Gamora (Cynthia McWilliams), die wir bisher in keiner tragenden Rolle gesehen hatten. Allerdings muss man auch dazu sagen, dass eigentlich zehn Episoden in Staffel eins geplant waren, ehe die Pandemie und andere Faktoren wohl zur Kürzung einer Folge geführt haben. Womöglich war das die Gamora-Episode...

Nachdem der Watcher (Jeffrey Wright) also seine Gruppe zusammengestellt hatte, kam mir kurz der Gedanke: Was wäre, wenn „Doctor Strange in the Multiverse of Madness“ ein geheimer Secret-Wars-Film mit den Figuren aus den Disney+-Serien wäre? Ein klein wenig wirkt der Watcher bei seinem Teamzusammenstellen nämlich wie der Beyonder, nur eben ohne Helden gegen Helden, sondern einzig eine große Bedrohung ins Feld zu schicken...

Kurzzeitig sehen wir, wie es mit Peggy Carter weitergeht. Denn die Rahmenhandlung der Episode folgt ihren Abenteuern, die in gewisser Weise die MCU-Filme mit Steve Rogers spiegeln. Diesmal ist es „Return of the First Avenger“ aka „Captain America - The Winter Soldier“ und somit auch ein Kampf gegen Batroc (Georges St-Pierre), der auch in The Falcon and the Winter Soldier zurückgeholt worden war. Zudem gibt es am Ende noch eine Szene nach dem Abspann mit Peggy, bei der sich viele sicherlich schon denken können, in welche Richtung es geht...

The Guardians of the Multiverse!

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Disney+ - © Disney+

Die Zusammenstellung der „Guardians of the Multiverse“ finde ich durchaus vielversprechend. Interessant ist, dass niemand aus der Marvel-Zombies-Episode zurückkam, mal abgesehen vom Zombie-Cameo und Wanda, die jedoch keine Chance gegen Ultron zu haben scheint.

Party Thor will natürlich erst einmal einen heben und später auch chinesisches Essen bestellen, um mit einem Plan zur Multiverse-Rettung mitzumachen, denn sein erster Impuls ist es, die Sache Loki (Tom Hiddleston) in die Schuhe zu schieben und zu gehen. Doch die Mission ist schnell klar: Es gilt, Ultron von den Infinity Stones zu befreien und - sofern möglich - die mächtigen Steine zu zerstören. Dafür hat Gamora sogar einen Infinity Crusher im Gepäck. Nicht jeder in der Crew ist vertrauenswürdig, wobei Gamora vor allem bei Killmonger ihre Zweifel hat. Party Thor vertraut zunächst jedem und Strange ist für die Schutzzauber zuständig, die vor Ultrons Attacken schützen sollen, wenn man sich schon in eine mutmaßliche Selbstmordmission begibt. Kurz vor der Schlacht will der düstere Strange motivieren, findet aber nicht den richtigen Ton, also übernimmt das lieber T'Challa, dem das dann auch besser gelingt.

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Viva Las Vegas!

Als Ultron erscheint, ist es dennoch Thor, der zuerst auf ihn losstürmt und sein Bestes probiert, um ihn fix auszuschalten, doch Ultron, der ganze Welten und Universen mit Leichtigkeit zerstört hat, glaubt, dass es auch bei diesen Guardians mit nur einer Attacke getan ist. Stattdessen sorgen die Team-ups, etwa die Multiplikation der Mjolnirs durch Strange und die Taktik des Teams, dafür, dass es eine Herausforderung wird. So gelingt es Star-Lord, den Soul Stone zu stehlen und eine Schnitzeljagd darum entbrennt. Strange holt - wie weiter vorne im Text schon angedeutet - sogar die Zombies und Wanda von ihrer Erde per Teleport, damit man Zeit gewinnen kann. Doch das hält Infinity Ultron nicht lange auf. Neben Wanda bringt der Rettungsteleport auch Black Widow (Lake Bell) vom Ultron-Heimatuniversum mit, die sich natürlich zunächst wundert, was los ist, als die Gruppe auf ihrer Erde landet. Zufällig sind Peggy und Nat in Captain Carters Welt BFFs, so dass hier auch schnell eine nette Dynamik entsteht, die einige coole Attackencombos hervorbringt.

Supreme-Strange kann Ultron zumindest für einige Zeit Paroli bieten und er holt auch das absorbierte Tentakelwesen (ich denke immer noch, es könnte Shuma-Gorath sein) hervor, um sich eine Strategie zurechtzulegen. Doch leider muss man einsehen, dass der Infinity Crusher nur auf der Erde funktioniert, von der er kommt und so muss eine andere Lösung her. Ein Tribut an den berühmtesten Team-Shot aus „Marvel's Avengers“ ist ebenfalls drin.

Mother of all Viruses

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Natasha findet bald den Pfeil mit dem Zola-Computervirus wieder und beschließt zusammen mit Peggy Carter, den Killshot zu wagen. Tatsächlich gelingt die Aktion und Zola kann Ultron überschreiben. Doch damit ist die Situation noch längst nicht ausgesessen, weil Killmonger eine Chance wittert, um mit der Rüstung und den Infinity Stones die zerstörten Welten wiederherzurichten, was allerdings alle anderen kategorisch ablehnen. Es ist schließlich erneut Zola, der Killmonger die Steine stiehlt, und Strange, der einsieht, dass sie eine zu große Gefahr sind und deswegen fortgeschafft und bewacht werden müssen. Der Watcher macht Strange deutlich, dass jemand sie beschützen muss. Weil er sich allein schon durch die Teamzusammenstellung bereits zu sehr eingemischt habe, fällt diese Rolle dem mächtigen Strange zu. Die Heimatwelten der Helden werden derweil nichts von ihren Taten wissen und sie kehren allesamt dahin zurück, wo der Watcher sie anfangs aufgegabelt hatte.

Mit einer Ausnahme: Denn Natasha darf in eine Welt zurückkehren, der ihre Widow geraubt wurde, und dort Loki schlagen. Captain Carter fragt den Watcher vor ihrem Abschied zwar auch, ob ihr denn nicht einmal etwas gegönnt wäre, erfährt jedoch, dass sie in ihrer Welt und ihrer Zeit gebraucht werde. Denn später finden Nat und sie den Hydra-Stomper und Steve Rogers scheint immer noch drinzustecken. Wird nun er zum Winter Soldier oder hält What If...? hier eine andere Idee bereit?

Offen, aber irgendwie auch abgeschlossen entlassen die Macher die Zuschauer dann. Man kann sich weiterhin fragen, ob diese Version von Doctor Strange in seinem Sequel eventuell eine Rolle spielt oder ob sie erst in Season zwei wieder auftaucht. Erst mal wird uns „Spider-Way: No Way Home“ im Dezember wohl einige Hinweise zum Thema Multiversum liefern. „Eternals“ dürfte ein eigenes Ding machen und Hawkeye sieht auch relativ bodenständig aus, wenn es nach dem ersten Trailer geht. What If...? wurde schon lange um eine zweite Staffel verlängert. Das heißt also: Abwarten, was man dort zeigen wird. Eine Rückkehr von Captain Carter ist sehr wahrscheinlich. Weiterhin würde ich sie sehr gerne so auch in Live-Action-Werken sehen.

Fazit

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Ich finde so ein actiongeladenes Finale für die erste What If...?-Staffel eigentlich genau richtig. Man hat darauf hingearbeitet und in den Folgen die Weichen für so etwas gelegt und dabei die Formel aus Phase eins des MCU in gewisser Weise abgewandelt angewandt. Weil ich nicht glaube, dass Ultron in nächster Zeit in den Kinofilmen noch eine große Rolle spielen wird, bin ich dankbar, dass man die Figur auf diese Weise nutzen konnte, weil sie in den Comics großes Potential besitzt. Nun nutzt man also die etablierten Figuren in „Guardians of the Multiverse“ und ich hatte einigen Spaß beim Zuschauen.

Im Nachhinein betrachtet, wirkt „What If...?“ für viele wahrscheinlich nicht als essentieller Teil des Marvel Cinematic Universe, aber für mich stellte die Debüt-Season durchaus eine nette kleine Abwechslung dar. Sie konnte wie die titelgebende Comicreihe einige Experimente wagen, von denen - anders als beim Big-Budget-Bruder - nicht jedes ein Treffer sein muss, weil dort jeweils 100 bis 250 Millionen Dollar im Spiel sind. Den Animationsbereich können die Marvel Studios meinetwegen öfter als Spielwiese nutzen.

In der Diskussion über das Format bei SERIENJUNKIES.DE® habe ich den Eindruck, dass manche sich etwas zu sehr auf Logik oder Kontinuität versteift haben, wobei das doch eigentlich nie das explizite Ziel der Beteiligten war. Ebenso muss man auch immer die begrenzte Zeit pro Folge im Blick haben. Mich würde nicht wundern, wenn manche der Elemente in den Filmen oder Serien zurückgebracht würden, ich hätte aber auch vollstes Verständnis, wenn man damit im Zeichentrickbereich bleibt. Zudem war es im Endeffekt doch ein bittersüßer Abschied von Chadwick Boseman, der mehrfach zu hören war. Man darf gespannt sein, wie das „Black Panther“-Franchise ohne ihn weitergehen wird.

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Verfasser: Adam Arndt am Mittwoch, 6. Oktober 2021
Episode
Staffel 1, Episode 9
(What If...? 1x09)
Deutscher Titel der Episode
Was wäre, wenn der Watcher seinen Schwur gebrochen hätte?
Titel der Episode im Original
What If... The Watcher Broke His Oath?
Länge der Episode im Original
37 Minuten
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 6. Oktober 2021 (Disney+)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 6. Oktober 2021
Erstausstrahlung der Episode in der Mediathek
Mittwoch, 6. Oktober 2021
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Mittwoch, 6. Oktober 2021
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Mittwoch, 6. Oktober 2021

Schauspieler in der Episode What If...? 1x09

Darsteller
Rolle
Chadwick Boseman
Mark Ruffalo

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?