What If...? 1x08

© zenenfoto aus der Episode What If... Ultron Won? von What If...? (c) Disney+
Die erste Staffel der Serie What If...? bewegt sich auf ihre Zielgerade. Bisher waren die „Tales of the Marvel-Multiverse“ dabei oft anscheinend alleinstehend, auch wenn gewisse Elemente hier und da aufgegriffen wurden. Die größte Verbindung ist der Watcher (Jeffrey Right), der einen Schwur geleistet hat, sich nicht einzumischen. Doch manchmal wird er eben von besonders mächtigen Wesen aufgespürt und doch involviert. In What If... Ultron Won? kommt nun ein Schurke wieder, der kürzlich schon angeteasert wurde und in den Augen mancher Comicfans im MCU ziemlich verheizt wurde. Wie der Titel schon sagt, geht es um Ultron, der im Film „Avengers: Age of Ultron“ von James Spader gesprochen wurde und nun, wie schon Red Skull, von Ross Marquand (The Walking Dead) synchronisiert wird. In den Comics gehört er zu den hartnäckigsten wiederkehrenden Schurken der Avengers überhaupt. Stets erfindet die Killer-AI sich neu und kommt mit Upgrades und neuen mörderischen Themen um die Ecke. „Ultron Unlimited“, „The Age of Ultron“ oder „The Ultron Initiative“ sind nur einige der jüngeren Ultron-Story-Arcs, die man hierfür auschecken könnte.
Ultron Unlimited!

Immerhin wird nun bei „What If...?“ das Potential des Schurken erkannt, der allerdings in Zeichentrickformaten auch sehr viel einfacher umzusetzen sein dürfte als in kostspieligen Live-Action-Filmen. Zudem hat man sich bekanntlich dazu entschlossen, mehr Zeit auf Thanos (Josh Brolin) zu verwenden, während Kang (Jonathan Mayors) das Bösewichtzugpferd von Phase vier werden dürfte. Ultron ist eigentlich wie Skynet: eine korrumpierte künstliche Intelligenz, die keinen Failsafe-Mechanismus hat, welcher sie daran hindern würde, die Menschheit zu töten oder zu unterjochen. Im MCU ist Tony Stark der Schöpfer, sonst ist es in den Comics Hank Pym. Eigentlich wollte Tony ein System entwickeln, das den Frieden sichert, doch die Analyse ergibt, dass Frieden nur ohne Menschen/Bevölkerung möglich zu sein scheint.
Durch die Übernahme von Vision (Paul Bettany) kann er Tony töten (OMG! You killed Tony again! You Bastards!) und nukleare Attacken auf die Welt starten. Es bleiben am Ende tatsächlich nur zwei Helden übrig, die man so wenig auf dem Schirm hatte: Black Widow (diesmal Lake Bell) und Clint Barton aka Hawkeye (Jeremy Renner). Die beiden eindeutig menschlichsten Avengers leisten gegen Ultrons Roboterarmee Widerstand, so gut es eben mit ihren Mitteln geht. Und man muss sagen: Es geht überraschend gut. Wobei der Cartoon-Hawkeye vielleicht auch härter im Nehmen zeigt, als dies in Wirklichkeit möglich wäre, wenn er etwa eine gewaltige Anhöhe herunterfällt. Einen Arm hatte er bei dem Ganzen allerdings schon vorher verloren und wirkt somit etwas wie der „Winter Soldier“.
Hier kannst Du „Age of Ultron (Comic)“ bei Amazon.de kaufen
The True Age of Ultron

Was die Macher von What If...? gerne vortragen: Tony Stark umbringen, aber gleichzeitig auch Thanos verheizen. War er in der Heist-Folge noch leicht von T'Challa (Chadwick Boseman) von seinen Plänen abzubringen, erschien er bei den Zombies in untoter Form und wird in dieser Episode direkt nach seinem Teleport in Richtung Ultron mit einem Killerlaser zweigeteilt. Und das, obwohl er im Besitz des Infinity Gauntlet ist. Ich kann mir das so erklären, dass Ultron in seiner hier präsentierten Form keinerlei Gnade kennt, eine Situation blitzschnell kalkuliert und Bedrohungen entsprechend ausschaltet.
Zudem nehme ich „What If...?“ weiterhin als Spielwiese wahr und die dortige Handlung bei weitem nicht so ernst wie die Serien oder Filme. Entsprechend bin ich nachsichtig, wenn der Big Bad der „Infinity Saga“ so behandelt wird. Allerdings hatte man auch in Loki schon mit den Infinity Stones abschließen wollen, indem man sie dort als bunte Briefbeschwerer charakterisierte, weil sie in der TVA zumindest keine Macht hatten. In manchen Comics wurde ihre Macht auf die passende Erde begrenzt. Ultron übernimmt die Steine in sich und kann somit zum Weltenvernichter werden, nachdem er die Erde und ihre Bewohner erledigt. Durch die Infinity Stones erhält Ultron sehr viel mehr Weitsicht und kosmische awareness. So killt er sich durch Asgard, Sakaar, Ego und Xandar, ehe er in Form von Captain Marvel zum ersten Mal auf deutliche Gegenwehr stößt. Doch auch sie kann er ausschalten und sein vorläufiges Ziel erreichen. Das führt kurzzeitig dazu, dass er ein Programm ohne Befehl ist. Doch schon bald merkt er, dass es mehr als nur die kosmischen Grenzen gibt und bemerkt den Watcher und ebenso die Existenz des Multiversums. Hier muss man sich kurz fragen, ob den eigenen Regeln widersprochen wird, denn, wenn die Infinity Stones nur auf einem Planeten funktionieren, wie kann Ultron dann durch die Universen reisen und den Watcher aufspüren? Geschenkt? Oder ich habe einige Details verpasst?
Eine einzige Hoffnung für die Menschheit

Natasha und Clint geben die Hoffnung derweil nicht auf, dass sie etwas finden, um Ultron aufzuhalten. Nat glaubt an eine Art AI, die es mit ihm und seinem Code aufnehmen könnte. Die Suche verschlägt sie nach Russland und hier zu einem Ort, den wir aus den „Captain America“-Filmen kennen. Dort will Clint schon fast die Hoffnung aufgeben, weil er des Kampfes müde ist. Natasha findet jedoch die Akte zu Armin Zola (Tobey Jones), der analogen AI, die das Ultron-Problem lösen könnte. Tatsächlich lässt der alte Feind sich zur Kooperation überreden und wird auf einen Stick geladen, den Clint einer angelockten Ultron-Drohne zum Upload in den Schädel schießt. Natasha hat sich derweil ein Red-Guardian-Schild gesichert und geht damit sehr zielsicher gegen die Bots vor. Clint opfert sich derweil, damit Natasha und Ultron-Zola ihren Plan umsetzen können.
Strange Bedfellows
Ultron selbst sucht den Watcher heim, dem er vorwirft, nur ein passiver Voyeur zu sein. Doch dieser meint, dass er einen Eid geschworen hat, der ihm das Eingreifen verbietet, auch wenn es noch so düster aussieht... Nun ist aber der Super-GAU eingetreten und Ultron bedroht nicht das Multiverse selbst - also wehrt er sich. Mit jedem Schlag Ultrons wechselt jedoch das Universum. Der Watcher wird zu einer Verzweiflungstat gebracht: Er muss den eingesperrten Doctor Strange (Benedict Cumberbatch) aus seiner Gefangenschaft befreien und um Hilfe bitten. Das dürfte für das Staffelfinale also das Duell werden, welches über das Schicksal der Universen entscheidet. Es dürfte außerdem die letzte Folge des Marvel-Zeichentricks sein, bevor „Doctor Strange in the Multiverse of Madness“ im März 2022 in die Kinos kommt. Es ist anzunehmen, dass die zweite Staffel dann vielleicht eine andere Richtung einschlagen könnte.
Fazit
Ich finde gut, dass man Ultron nach seinem bisher einmaligen Auftritt in „The Avengers: Age of Ultron“ in What If...? so mächtig zurückholt und bin gespannt, wie der finale Zweiteiler aufgelöst und ob es Konsequenzen für die kommenden Filme geben wird. Wie schon bei den Marvel-Zombies mag ich, mit welcher Konsequenz Ultrons Aufstieg gezeigt wird, weil er eben keinerlei Skrupel kennt. Als Geschichte an sich bin ich zufrieden und mag es mehr als manch anderes Kapitel, aber ich halte die Folge nicht für ein Highlight. Wie seht Ihr das?
Du kannst die Serie What If...? jetzt sofort bei Disney+ streamen.
Verfasser: Adam Arndt am Mittwoch, 29. September 2021(What If...? 1x08)
Schauspieler in der Episode What If...? 1x08
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?