Wer hat Sara ermordet?: Review der Pilotepisode

Wer hat Sara ermordet?: Review der Pilotepisode

Auf Netflix ist die mexikanische Serie Wer hat Sara ermordet? an den Start gegangen. In dieser rächt sich ein Mann für den Mord an seiner Schwester, für den er 18 Jahre lang eingesessen hat. Dabei bietet die Serie zwar Wendungen, diese sind jedoch eher vorhersehbar.

Wer hat Sara ermordet? (c) Netflix
Wer hat Sara ermordet? (c) Netflix
© er hat Sara ermordet? (c) Netflix

Die zehnteilige mexikanische Serie Wer hat Sara ermordet? von Netflix handelt von Álex, der die letzten 18 Jahre unschuldig für den Mord an seiner Schwester eingesessen hat. Nun ist er aus auf Rache an der wohlhabenden Familie, die an der Vertuschung des Mordes und wahrscheinlich auch dessen Tat maßgeblich beteiligt ist.

Das passiert in der Pilotepisode von Wer hat Sara ermordet?

Eine Gruppe von reichen Jugendlichen feiert ausgiebig auf einem Schnellboot. Eine der Jugendlichen, Sara (Ximena Lamadrid), wagt sich begeistert ans Parasailing. Dabei hängt sie an einer Art Fallschirm in der Luft, der hinter dem Schnellboot hergezogen wird. Auf einmal merkt sie, dass etwas nicht stimmt und schreit um Hilfe. Anstatt langsamer zu fahren und sie dann herunterzulassen, fährt ihr Freund Rodolfo nur noch schneller. Er ist betrunken, hat gute Laune und nimmt sie und ihre Angst nicht ernst. Das wird er jedoch schnell bereuen. Denn erst reißt das eine Seil, an dem sie hängt, und schließlich auch die andere Seite und sie stürzt dutzende Meter in die Tiefe. Sie ist nach ihrem Aufprall zwar noch am Leben, aber nicht mehr bei Bewusstsein und im Krankenhaus kann ihr Leben dann doch nicht mehr gerettet werden.

Zu dem Zeitpunkt steht fest, dass, wenn einer für den Tod Saras verantwortlich ist, nur Rodolfo dafür infrage kommt. Seine wohlhabende Familie kann jedoch weder einen Imageschaden der Familie noch die Zukunft von Rodolfo riskieren und verlangt, dass der mittellose und machtlose Álex die Schuld auf sich nimmt.

18 Jahre später:

Saras Bruder Álex saß die letzten 18 Jahre für den Mord an seiner Schwester im Gefängnis. Er wird frühzeitig entlassen. Eigentlich hätte er 30 Jahre im Gefängnis sitzen sollen. Nun kommt er gerade rechtzeitig heraus, um dabei zuzusehen, wie der vermeintliche Mörder seiner Schwester - Saras damaliger Freund Rodolfo - zum Leiter des Familiencasinos ernannt wird. Mithilfe seiner erlernten technischen Fähigkeiten gelingt es ihm, dem eigentlichen Feiertag einen Dämpfer zu verpassen, indem er öffentlich schwört, sich an ihnen zu rächen. Auch die anwesenden Gäste klärt er über die auf jeden Fall unmoralische und wahrscheinlich auch illegale Vergangenheit der Casinobetreiber auf.

Wichtig für seine Mission sind nicht nur die Fähigkeiten, die er anscheinend in den letzten 18 Jahren im Gefängnis erlernt hat (wie zum Beispiel Hacken), sondern auch seine finanziellen Mittel. Noch während er im Gefängnis saß, hat ihm ein guter Freund der Familie ein Vermögen hinterlassen, das reicht, um seine Mission zu erfüllen. Doch auch der Zeitpunkt seiner Freilassung könnte nicht passender kommen, da er den wohl wichtigsten Tag in Rodolfos Karriere zerstören kann. Sein Rachefeldzug gegen Rodolfo erhält dennoch einen Dämpfer, als ihm eine anonyme Quelle verrät, dass eigentlich auch nicht Rodolfo am Tod von Sara schuld ist...

So kommt die Netflix-Serie rüber

Die Pilotepisode von Wer hat Sara ermordet? sieht auf den ersten Blick leider wenig originell aus. Es bietet kaum Neues oder Kreatives und unterscheidet sich dementsprechend wenig von anderen Produktionen mit ähnlichen Prämissen: Bisher sind die Wendungen, die die Serie zu bieten hat, sehr vorhersehbar und gehen nach einem bestimmten Schema vor.

Das Schema F sieht hierbei wie folgt aus: Es geschieht ein Unfall, der sich später als Mord entpuppt. Eine unschuldige Person muss dafür den Kopf hinhalten, erzwungen durch eine wohlhabende und einflussreiche Familie, die ihren Ruf wahren möchte. Diese Person sinnt nach Rache - für sich selbst und für seine Schwester. Natürlich hat die Familie da ihre Finger im Spiel. Doch nicht die Person, die so offensichtlich wäre, hat den Mord begangen, sondern eine bisher unbekannte Person. Das erfahren wir durch einen geheimen Informanten. Dieser letzte Twist, dass nicht Rodolfo der Mörder ist, sondern jemand anderes, macht die Handlung der Serie natürlich gleich viel spannender, da die Zuschauer so einen (weiteren) Grund haben, um „Wer hat Sara ermordet?“ anzusehen. Dementsprechend nachvollziehbar ist diese Taktik beim storytelling. Dennoch kann die Netflix-Serie nicht genügend Neugierde bezüglich des Todes von Sarah und den dahintersteckenden Motiven aufbringen, um tatsächlich an deren Auflösungen interessiert zu sein. Aus diesem Grund kann die Pilotfolge trotz der taktisch klugen Inszenierung der Handlung keine nachhaltige Spannung aufbauen.

Netflix
Netflix - © Netflix

Die Serie soll eigentlich spannend sein und die Grundprämisse erfüllt das auch. Auch die Herangehensweise an diese wirkt an sich spannend, wenn sie denn nicht schon so auserzählt wäre... Doch letzten Endes gelingt einfach kein nachhaltiger Spannungsaufbau.

Wer sich dieses Schema Fs jedoch nicht bewusst ist oder wem die Inszenierung nach diesem Schema nichts ausmacht, der kann die mexikanische Netflix-Serie trotzdem genießen. Denn es werden in der Pilotepisode von „Wer hat Sara ermordet?“ auch interessante Fragen aufgeworfen, die es gilt, in der zehnteiligen Staffel zu beantworten: Wenn weder Álex noch Rodolfo Sara umgebracht hat, wer dann? Und vor allem: Warum? Wer ist der geheime Informant? Und inwieweit steckt bei alledem die reiche Familie Rodolfos mit drin? Klar ist außerdem, dass es in der Serie um Macht- und Geldspielchen geht, die immer wieder für Wendungen sorgen werden. Auch die ehemalige Freundschaft der Truppe und die einzelnen Beziehungen der Jugendlichen zueinander könnte interessant erscheinen.

Fazit

Das Netflix-Drama Wer hat Sara ermordet? macht in seiner Pilotepisode leider einen wenig originellen oder kreativen Eindruck und spielt leider nur ein bestimmtes Schema ab, das man schon allzu oft gesehen hat. Dieses hat zwar dennoch durchaus Spannung zu bieten, die jedoch durch die Vorhersehbarkeit und die fehlende emotionale Bindung zur Tat und den Opfern im Verlauf etwas verlorengehen könnte.

Hier abschließend noch der Trailer zur Serie:

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