Watchmen 1x02

Watchmen 1x02

Die zweite Folge von Watchmen schließt einige der Wissenslücken, die sich nach der Pilotepisode aufgetan haben, stößt gleichzeitig aber viele weitere Fragen an, die zum erneuten Spekulieren einladen. Die Hauptfigur Angela Abar versucht, der rätselhaften Gesamtsituation auf den Grund zu gehen, während ihre Überzeugungen auf die Probe gestellt werden.

Watchmen (c) HBO
Watchmen (c) HBO
© atchmen (c) HBO

Es ist fast schon ein wenig ironisch, wenn nicht sogar paradox, wenn Angela Abar (Regina King) ihrem Adoptivsohn Topher (Dylan Schombing) in einer kleinen Zwischenszene deutlich vor Augen führt, dass sie in einer Welt leben, die in Schwarz und Weiß unterteilt werden kann. Diese nüchterne Vereinfachung der Realität in Watchmen kann sowohl metaphorisch als auch offensichtlich wortwörtlich ausgelegt werden. Eine derartige Feststellung macht es Angela leichter, klaren Kopf zu bewahren und ihre Umwelt so einzuschätzen, wie sie ist. Doch wenn der HBO-Start in seiner Pilotepisode aus der letzten Woche nur eine Sache mehr als deutlich gemacht hat, dann, dass nichts einfach nur einfach ist. Zwischen Schwarz und Weiß mischt sich ein schwer ergründbares, komplexes Grau zusammen, das die Bewertung von vermeintlichen Tatsachen ungemein verkompliziert - wie so oft im Leben.

Man kann verstehen, warum unsere Hauptfigur Angela einen relativ simplen Ansatz verfolgt, um Freund von Feind zu trennen. Nur so kann sie effektiv diejenigen beschützen, die ihr viel bedeuten, und diejenigen bekämpfen, die sie und ihre Liebsten bedrohen. Aber was, wenn diese Grenze verschwimmt? Wenn mehr dahintersteckt? Mit dem Mord an ihrem Vorgesetzten Judd Crawford (Don Johnson), der scheinbar wie eine Art Mentor und Ziehvater für Angela gewesen ist, wird ihre Welt aus den Angeln gehoben. Angela versucht in der Folge zwar so professionell wie möglich mit diesem schmerzhaften Verlust umzugehen, doch ihre tiefe Trauer fördert immer wieder unkontrollierte Wutausbrüche zutage, die unsere „Heldin“ von einer anderen Seite zeigen. Eine Seite, die nachvollziehbar ist, aber auch kritisch hinterfragt werden kann, wenn nicht sogar sollte, bedenkt man Angelas Position als Gesetzeshüterin. Es ist eben doch nicht alles schwarz und weiß.

Dark past

Martial Feats of Comanche Horsemanship (zum Titel der Episode später mehr) beginnt mit einem Rückblick zu den Zeiten des Ersten Weltkrieges in Europa, über den wir abermals Kontext hinsichtlich der Welt erhalten, durch die wir uns hier bewegen. Wir sehen O. B. Williams (Steven G. Norfleet), den Soldaten aus der ersten Folge, der seinem Sohn Will vor dem Tulsa-Massaker 1921 bewahren konnte. Er fischt ein Flugblatt aus dem Himmel, deutsche Propaganda (basierend auf realer Propaganda), die schwarze Soldaten der US-Armee demoralisieren soll. Es handelt sich natürlich um einen Trick, den Feind zu zermürben und in den Reihen der Amerikaner Uneinigkeit und Misstrauen zu säen. Doch es ist auch nicht von der Hand zu weisen, dass diese überspitzten Worte die Lebensrealität vieler afroamerikanischstämmiger US-Bürgerinnen und -Bürger zu dieser Zeit abgebildet haben. Nicht, dass sich jemand wie O. B. Williams aufgrunddessen sogleich dem Feind angeschlossen hätte, bei dem er definitiv nicht besser aufgehoben gewesen wäre. Doch diese Propaganda ist dennoch ein Denkanstoß für ihn, sein benachteiligtes Leben in seinem Heimatland klarer wahrzunehmen.

100 Jahre später hat sich viel getan, doch die gleichen rassistischen Ressentiments sind nach wie vor eminent, auch wenn diese in einem neuen Nährboden gewachsen sind, sich teils subtiler, aber auch ähnlich radikal wie in der Vergangenheit darstellen. Dieser gedenkt man in Tulsa mittlerweile mit einer Einrichtung, die dafür sorgt, dass das Massaker in Greenwood niemals vergessen wird und die Hinterbliebenen der Opfer für ihre Verluste finanziell entschädigt werden. Die schmähend betitelten „Redfordations“ haben für späte Gerechtigkeit gesorgt - und zeitgleich für eine neue Ungerechtigkeit, fragt man weite Teile der weißen Bevölkerung der Stadt. In dieser Atmosphäre wächst und gedeiht neuer Hass, der in Form der „Seventh Kavalry“ (die Schreibweise von „Kavalry“ war zuvor nicht ganz klar, doch scheint nun in dieser Form festzustehen) brutalen Ausdruck findet. Fehlt ihnen das Verständnis dafür, über welch langen Zeitraum ihre schwarzen Mitbürger haben leiden müssen? Haben Präsident Redford und sein „Libstapo“ (eine groteske Wortneuschöpfung aus „liberal“ und „Gestapo“) den Bogen überspannt?

Die Welt von „Watchmen“ baut sich im Hintergrund weiter auf und zeichnet eine vielschichtige Kulisse, die Einfluss auf uns Zuschauer und unsere Bewertung des Gezeigten, aber auch Einfluss auf die Akteure der Serie nimmt. Am prominentesten ist der Blick auf Angela, die als schwarze Frau in der Öffentlichkeit entwürdigenden Anfeindungen ausgesetzt ist (siehe das kurze Gespräch mit dem Großvater - gespielt von Jim Beaver - ihrer Adoptivkinder) und aufgrunddessen eine gewaltige Wut verspürt, gleichzeitig aber als maskierte Polizistin der Allgemeinheit dienen muss. Doch wie kann sie sich so einfach von Dingen - latenter und direkter Rassismus, Missgunst, Hassrede - freimachen, mit denen sie tagtäglich konfrontiert wird?

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Lollipops and rainbows

Es ist spannend, zu beobachten, wie Angela versucht, sich nach dem Tod von Judd nicht emotionalisieren zu lassen, sondern gewissenhaft den mysteriösen Umständen dieses Mordfalls nachzugehen. Ein erster (und eigentlich auch der einzige) Anhaltspunkt ist der 105-jährige Will Reeves (Louis Gossett Jr.), der in der Episode zuvor noch die Frage an Angela gestellt hat, ob sie glaubt, dass er 200 Pfund stemmen kann. Aber wie soll es dieser Greis im Rollstuhl geschafft haben, Judd aufzuknüpfen? Will spricht davon, dass Judd in Wahrheit Leichen im Keller hat, von denen Angela nichts weiß. Außerdem ist Will gut vernetzt und würde eh nie im Kittchen landen. Die Kirsche auf der Sahne ist jedoch, dass es sich bei Will um Angelas Großvater handelt. Ihre Eltern (man kann davon ausgehen, dass diese nicht mehr am Leben sind, da Angelas emotionale Reaktion ob dieser Neuigkeit doch sehr kraftvoll ausfällt) haben Angela nie von Will erzählt. Und dieser möchte seine Enkelin nun darauf hinweisen, dass mehr in Tulsa vorgeht, als sie es sich vorstellen kann. Sonst noch was?

Ist Judd tatsächlich ein falscher Fünfziger, der gute, ehrliche Samariter nach außen, der in Wahrheit Dreck am Stecken hat? Wir erinnern uns an den Stummfilm zu Beginn der Pilotfolge, in dem der in Blütenweiß gekleidete Sheriff einer Stadt überführt und als wahrer Krimineller entlarvt wurde. Aber Judd? Für Angela ist das nicht möglich, vor allem nach dem, was die beiden vor etwa drei Jahren durchlebt haben. Über einen Rückblick erfahren wir von der kaltblütigen „White Night“, die Nacht am Heiligabend, in der die Mitglieder der „Seventh Kavalry“ gezielt Angehörige der Polizei von Tulsa und deren Familien attackiert haben. In dieser Nacht sind auch Angelas Partner und dessen Frau ums Leben gekommen - deren drei Kinder wurden in der Folge von Angela und ihrem Lebensgefährten Calvin (Yahya Abdul-Mateen II) adoptiert. Gemeinsam mit Judd sagte sie dann den Rassisten der Stadt den Kampf an, der in der Jetztzeit von Neuem aufflammt.

Angela könnte wie ihre Kollegen - den stoischen, unheimlich methodischen Looking Glass (Tim Blake Nelson) ausgeschlossen - ihrem Zorn freien Lauf lassen, wie wir es während eines brutalen Polizeieinsatzes in Nixonville sehen, beim dem mit roher Gewalt einem Generalverdacht nachgegangen wird. Wir sehen deutlich, dass diese Wut in Angela schlummert, Antworten bringt ihr diese Prügelei jedoch keine. So wechselt sie wieder zwischen ihrer Geheimidentität und ihrem wahren Ich, denn manchmal bedarf es List und Tücke, um Fortschritte zu erzielen. Nur so kann sie sich Zugang zu den privaten Gemächern von Judd verschaffen, in denen sie letztlich eine Ku-Klux-Klan-Robe mit angeheftetem Sheriffstern findet. Gehört dieser Aufzug Judd? Oder ist es ein „Erinnerungsstück“ aus seiner Familie (ein Bild des jungen Judd mit seinem Vater oder vielleicht sogar Großvater ist auffällig platziert)? Wie dem auch sei - es nährt Angelas Zweifel an dem Polizeichef von Tulsa und ihrem guten Freund.

Walk the plank

Hat sich dieser die ganze Zeit über als jemand ausgegeben, der er gar nicht ist? Damit wären wir bei dem Thema der Maskierung, das ein wichtiges Element in der Comicvorlage von Alan Moore und Dave Gibbons, aber auch speziell in dieser Episode von Watchmen ist. Eine Maske soll davor schützen, erkannt zu werden. Somit kann man als Rächer, Selbstjustizler oder eben auch in der Welt von „Watchmen“ als Polizist gewährleisten, dass die Menschen, die einem nahestehen, kein Unheil widerfährt - siehe die „White Night“. Eine Maske gewährleistet aber auch Anonymität. Anonymität, die genutzt werden kann, um unerkannt Dinge zu tun, die strafbar und nicht mit dem Gesetz vereinbar sind. Angela trägt ihr „Sister Night“-Outfit, um anonym zu bleiben. Doch es ermöglicht ihr auch, ihre dunkle, wütende Seite ohne Konsequenzen auszuleben. Judd hat vermeintlich seine wahre Identität als Polizeichef von Tulsa wie eine Maske getragen und gleichzeitig ein Leben in extremistischen Kreisen geführt, was niemand erahnen konnte. Inwiefern kann man jemandem vertrauen, der eine Maske trägt? Immerhin hat diese Person dann doch etwas zu verbergen, oder etwa nicht?

An dieser Stelle bietet sich ein kurzer Blick auf „die Show innerhalb der Show“ an, das pulpige „American Hero Story“, das laut Sendehinweis vor Brutalität, sexueller Gewalt, diskriminierenden und politisch inkorrekten Inhalten geradezu strotzt - und alle schauen es sich an. Cal mit seinem Sohn Topher, der viel zu jung für dieses Programm ist, Mitglieder der „Seventh Kavalry“, die eine Bombenweste zu basteln scheinen, der undurchsichtige Looking Glass, welcher selbst in seiner Freizeit seine reflektierende Maske nicht abnimmt. Von dieser unterschwelligen Medien- und Gesellschaftskritik ganz abgesehen, untermauert die Geschichte des allerersten „Superhelden“ „Hooded Justice“ das Problem der Maskierung deutlich: Erst dadurch konnte Kraftmensch Rolf Müller (sofern dies überhaupt sein richtige Name ist) seinem innersten Ich nachgeben, das so viel Wut verspürte, naturgegeben oder eben ob der Ungerechtigkeiten dieser Welt, und nach einem Ventil schrie, um diese Seite ausleben zu können. Der Auftritt von „Hooded Justice“ ist brachial und beeindruckend, verklärt aber auch bewusst die Stellung von selbsternannten Superhelden, die schalten und walten, wie sie wollen. Ob wir das gut finden, müssen wir selbst eruieren.

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It's okay to cry

Berücksichtigt man all diese Komponenten, dann verwundert es keinesfalls, in welch schwieriger, vielleicht sogar überfordernder Situation sich momentan Angela Abar befindet. Sie hinterfragt nicht nur ihren Mentor, sondern natürlich auch sich selbst, ihr Leben als schwarze Frau in einer gespaltenen Gesellschaft und ihr Dasein als maskierte Gesetzeshüterin beziehungsweise Vollstreckerin. Obendrein scheint sie von einem alten Mann zum Narren gehalten zu werden, der laut DNA-Test ihr Großvater ist. Und als würde das alles noch nicht ausreichen, wird Will Reeves dann von einem riesigen Magneten in die dunkle Nacht entführt, kurz nachdem sich Angela dazu entschlossen hatte, ihn auf die Wache zu fahren. „What the fuck indeed!“ Wie Angela sind auch wir Zuschauer nur bedingt schlauer als vorher, doch im Gegensatz zu ihr dürften wir nicht ganz so verwirrt und frustriert wie sie sein. Im Gegenteil: Am liebsten wäre es einem, wenn es gleich weitergeht.

Nothing ever ends

Da wir gerade schon beim Thema „what the fuck...“ gewesen sind: Die vom Rest der Handlung losgelöste Nebengeschichte um Jeremy Irons in seiner Rolle als mysteriöser „Master“ qualifiziert sich ebenfalls für diese Kategorie. An dieser Stelle ist es schwer, das Kind nicht beim Namen zu nennen, also Fakten auf den Tisch: Irons spielt den alten Adrian Veidt aka Ozymandias, ein hochintelligenter, ehemaliger Superheld, der vor mehr als 30 Jahren einen perfiden Plan ausgetüftelt hat, um einen Atomkrieg zwischen den USA und der Sowjetunion zu verhindern. Nun lebt er - von den Medien totgeglaubt - zurückgezogen in einem Schloss, züchtet Tomatenbäume (okay...) und schreibt von seiner Dienerschaft umgeben nostalgische Theaterstücke. So zum Beispiel „The Watchmaker's Son“, eine Ode an die Watchmen von damals, eine Nachstellung der Geburt des mächtigsten Wesens, das die Welt jemals gesehen hat: Doctor Manhattan, ehemals bekannt als Jon Osterman, seines Zeichens Sohn eines Uhrmachers.

Dieser Handlungsstrang dürfte allen voran Kennern der Comicvorlage interessante Einblicke geben, doch generell muss man festhalten, dass all diese Szenen so wunderbar skurril und eigen sind, dass man sich ihrer amüsanten Wirkung kaum entziehen kann. Bis man uns den Boden unter den Füßen wegzieht... Die Bediensteten - gespielt von Sara Vickers (als Ms. Crookshanks) und Tom Mison (als Mr. Phillips) - stellen sich nämlich nach einem schockierenden Ende der Aufführung als Doppelgänger oder vielleicht sogar Klone heraus - und Adrian Veidt springt mit ihnen um, als wären sie austauschbare Objekte, die im Handumdrehen ersetzt sind. Noch ist das Treiben (und Leiden?) des alten Masters ein großes Rätsel, doch Irons' Spielfreude, die Absurdität des Ganzen und das Gefühl, dass all das auf irgendeine bisher unergründliche Art und Weise mit dem großen Gesamtbild der Erzählung verknüpft ist, lässt einen weiterhin gespannt zurück, was sich Damon Lindelof und sein Autorenteam hier ausgedacht haben.

Weitere Beobachtungen

Da die Episoden von „Watchmen“ mit vielen Querreferenzen und Details gespickt sind, die man mal schnell übersieht, findet Ihr an dieser Stelle weitere Bemerkungen und Beobachtungen zur Folge. Was ist Euch noch aufgefallen?

  • Wie bereits auf der ersten Seite angedeutet, müssen wir uns noch einmal kurz den Episodentitel Martial Feats of Comanche Horsemanship und das Gemälde von George Catlin anschauen, das der Folge ihren Namen gibt, auch wenn der Titel leicht verändert ist. Das Kunstwerk hängt im Haus der Crawfords und zeigt vier Komantschen bei einem elaborierten Reitmanöver, für das die Ureinwohner Amerikas bekannt gewesen sind. Woher kommt Judds Faszination für diese indigenen Völker? (Stichwort: Little Big Horn) Ist das Gemälde Teil seiner Tarnung? Oder hat er einfach nur die Reitkunst der Komantschen bewundert, die mit dieser ihre überraschten Feinde urplötzlich überrumpeln konnten, so dass diese nicht wussten, was geschieht?
  • Eine Nahaufnahme des Gemäldes dient übrigens als cleverer Übergang zur Handlung um Adrian Veidt, der mal wieder zu Pferde unterwegs ist. Sein weißes Prachtross trägt den Namen „Bucephalus“ (oder auch „Bukephalos“). So nannte Alexander der Große wiederum sein legendäres Pferd, dem der antike Feldherr zahlreiche Denkmäler widmete. Diese Referenz passt ganz gut zu Veidt, der als Ozymandias ein äußerliches Erscheinungsbild pflegte, das dem antiken Stil (in den Comics hegt er auch ein besonderes Interesse an dem alten Ägypten) nachempfunden war. Außerdem verwundert es nicht, dass jemand wie Adrian Veidt sich mit Alexander dem Großen vergleicht. In der Comicvorlage bezeichnet er an einer Stelle die historische Persönlichkeit sogar als eines seiner größten Idole.
  • Zum Schmunzeln: In der Welt von Watchmen bekleidet im Jahr 2019 Henry Louis „Skip“ Gates Jr., Literaturkritiker, Historiker und Experte für afroamerikanische Studien, den Posten des Finanzministers der US-Regierung unter Präsident Robert Redford. Passend.
  • Apropos Politik: James Wolk tritt in dieser Folge das erste Mal als Senator Joe Keene auf (in der ersten Episode wurde er bereits namentlich erwähnt), der US-Präsident Redford bei den nächsten Wahlen wohl Konkurrenz machen will. Bei dieser Figur handelt es sich allem Anschein nach um den Sohn des ehemaligen US-Senators John David Keene, der in der Welt von „Watchmen“ im Jahr 1977 ein weitreichendes Gesetz durchgebracht hat: den „Keene Act“. Dieses Gesetz machte das Praktizieren von Selbstjustiz durch maskierte „Helden“ illegal und strafbar. Die US-Regierung stellte in der Folge einige der Rächer an, die somit ihre Anonymität wahren konnten, aber in der Folge als Staatsagenten eingesetzt wurden.
  • Eulen, überall Eulen! Nachdem es in der Auftaktfolge bereits einige Anspielungen auf unsere nachtaktiven, gefiederten Freunde gab (eine Tasse, ein spezielles Fluggerät, das Buch „Under the Hood“ des ersten „Nite Owl“ Hollis Mason et cetera), gibt es in „Martial Feats of Comanche Horsemanship“ erneut ein paar Referenzen zu diesem Thema. Da wäre zum Beispiel das Kostüm von Angelas Adoptivtochter Emma oder auch die Szene, in der Angela eine Art Röntgenbrille einsetzt, was im Dunkeln wie zwei große Eulenaugen aussieht. Habe ich weitere Eulen übersehen?
  • Apropos Eulen: Ich lese aktuell noch einmal den Comic „Watchmen“ von Alan Moore und Dave Gibbons, wodurch sich eine nette Parallele zu der sehr brutalen Sequenz aus „American Horror Story“ innerhalb der Serie aufgetan hat. Auf das erste Kapitel von „Watchmen“ folgt nämlich ein Ausschnitt aus dem Buch „Under the Hood“ von Hollis Mason aka Nite Owl, in dem er kurz den Vorfall um den Rächer „Hooded Justice“ und den Überfall beschreibt, den wir in der Serie präsentiert bekommen. Ein weiteres kleines Easter Egg für alle Comicleser. Übrigens: „American Hero Story“ ist recht offensichtlich dem Schaffenswerk von Serienmacher Ryan Murphy nachempfunden - und diesen wollte Damon Lindelof doch tatsächlich für einen Gastauftritt als Schöpfer von „American Hero Story“ gewinnen. Daraus ist jedoch am Ende leider nichts geworden.
  • Abschließend muss ich einfach erneut den Soundtrack und den Score von „Watchmen“ lobend erwähnen. Trent Reznor und Atticus Ross haben eine sehr coole, treibende Musik zur Serie geschaffen, die mich immer wieder erfolgreich packt und phasenweise sehr an den Stil von John Carpenter erinnert. So zum Beispiel, als Angela ihre Ermittlungen aufnimmt. Reznor und Ross planen übrigens drei Alben mit ihrer Musik zu „Watchmen“ zu veröffentlichen, die End Credits kann man sich zum Beispiel bereits hier ansehen. Auch sehr cool und vor allem treffend: der Einsatz des Songs Eggman von den Beastie Boys am Ende der Episode.

Hier abschließend noch der Trailer zur dritten Episode der US-Serie Watchmen(01x03):

Verfasser: Felix Böhme am Montag, 28. Oktober 2019

Watchmen 1x02 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 2
(Watchmen 1x02)
Deutscher Titel der Episode
Meisterleistungen der Comanchen-Reitkunst
Titel der Episode im Original
Martial Feats Of Comanche Horsemanship
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 27. Oktober 2019 (HBO)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 11. November 2019
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Montag, 11. November 2019
Autoren
Nick Cuse, Damon Lindelof
Regisseur
Nicole Kassell

Schauspieler in der Episode Watchmen 1x02

Darsteller
Rolle
Tim Blake Nelson
Tom Mison
Louis Gossett Jr.
Jeremy Irons
Don Johnson
Frances Fisher

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