Washington Black 1x01

© Disney+
Das passiert im Historiendrama „Washington Black“
Der von Barbados geflohene Sklave Washington Black lebt in Washington Black im frühen 19. Jahrhundert unter falschem Namen in Halifax, Kanada und verdient sich seinen Lebensunterhalt mit Botengängen und anderen Hilfsarbeiten.
Jetzt das Angebot von Disney+ entdecken (Affiliate-Link)
Doch im Herzen ist er ein begnadeter Wissenschaftler, der sein Wissen über den Maschinenbau vom Bruder seines Masters (Julian Rhind-Tutt) namens Christopher „Titch“) (Tom Ellis), erlangte. Als freier Mann in seiner neuen Heimat setzt er alles daran, Titchs Traum zu verwirklichen und eine funktionstüchtige Flugmaschine zu bauen. Doch seine Zuneigung zu Tanna (Iola Evans, ihres Zeichens Tochter des reichen Edelmannes Mr. Goff (Rupert Graves) sowie ein ihn verfolgender Kopfgeldjäger machen ihm das Leben schwer... In Deutschland läuft die Serie beim Streamingdienst Disney+ und in den USA bei Hulu.
Wenn schon, denn schon

Wenn man sich schon an einen mehrfach ausgezeichneten und hochgelobten Roman heranwagt, sollte man es auch richtig tun. Das dachte sich wohl auch Showrunner Selwyn Seyfu Hinds, der nicht nur die Schriftstellerin des Ursprungswerks, Esi Edugyan, als Koproduzentin ins Boot holte, sondern gleich eine 21-köpfige Producer-Riege zusammenstellte, um „Washington Black“ ins rechte Licht zu rücken.
Einer von ihnen ist der durch seine Arbeit an Chilling Adventures of Sabrina bekannte Rob Seidenglanz, der auch gleich bei vier der insgesamt acht Episoden der ersten Staffel Regie führte. Das Format trotz der zahlenmäßig stark vertretenen Produzenten (darunter alleine zwölf Executives) zumindest in großen Teilen in eine Hand zu geben, ist bei so einem Personalaufkommen sicherlich keine schlechte Idee.
Entsprechend wirkt sich dies auf den rundum positiven Ersteindruck der Debütepisode Der fliegende Mann und der Musiker aus, die über die gesamte Laufzeit von circa 56 Minuten hinweg audiovisuell und narrativ ansprechend bleibt.
Hohe Produktionsstandards
Man merkt einfach in jeder Sekunde, dass die Macher hier nicht mit einem Sparbudget abgefertigt wurden, sondern genug Geldmittel erhielten, um die Serie zu dem zu machen, was sie ausgehend vom Start ist: ein in allen Belangen hochwertiger TV-Genuss nämlich.
Das beginnt schon mit dem ausgezeichneten Setdesign von Jorge Barba (Tom Clancy's Jack Ryan) und Brian Enman (From) und setzt sich nahtlos im Kostümbild von Paula Bradley (American Horror Story) und ihrer Kollegin Coxy fort. Die von Cameron Moody („Kennedy“) beigesteuerte, hübsch auf die Istzeit der Serie abgestimmte Musik und die sanft integrierten Spezialeffekte unter der kundigen Leitung von John MacGillivray (The Handmaid's Tale) tun ihr Übrigens, um das Publikum in die Welt des frühen 19. Jahrhundert zu versetzen.
Um uns einen genauen Überblick über die wundervoll von (Ernest Kingsley) und als Junge nicht minder beeindruckend von Eddie Karanja gespielten Hauptfigur George Washington Black zu geben, entschied sich das Produktionsteam für eine zweischichtige Erzählweise. Neben der Jetztzeit der Serie erleben wir laufzeitmäßig in etwa gleichberechtigt arrangierte Rückblenden, die uns über Washingtons trostlose Jugend als Sklave auf Barbados unterrichten.
Die Handlung

Ohne Eltern lebt der junge Zuckerrohschneider auf der Farm seines grausamen Masters, bis er den naturwissenschaftlich begabten Bruder seines Herrn kennenlernt. Der mitreißend von Lucifer-Star Tom Ellis gespielte Christopher mit dem unpassenden Spitznamen „Titch“ (zu Deutsch in etwa: Dreikäsehoch, Pimpf) erkennt jedoch die außerordentliche Intelligenz des Sklavenkindes und nimmt ihn als Assistenten auf.
Damit beginnt seine große Liebe zur Wissenschaft, die aber wegen des Neids und der Gemeinheit von Christophers missratenen Bruder Phillip um ein Haar ein jähes Ende findet. Um nicht zu viel zu verraten, endet der Handlungsstrang mit einem spannenden Cliffhanger, der dazu animiert, sofort weiterschauen zu wollen - gut so.
In der Gegenwart der Geschichte lebt Washington unter falschem Namen in Halifax, Kanada und wird, wie sich bald herausstellt, von einem Kopfgeldjäger gesucht. Auf diese Weise erfahren wir, dass auf Barbados irgendetwas Schreckliches geschehen sein muss. Um was es sich genau handelt, lässt die Pilotfolge offen, es liegt allerdings nahe, dass Black sich entweder lediglich zur Wehr setzte oder vielleicht sogar in Wut und aus Verzweiflung heraus jemanden tötete.
Auffallend ist, dass sowohl Kameraführung als auch Farbgebung und Tonalität sich auf beiden Handlungsebenen markant voneinander unterscheiden. Wählen die Produzenten für die Vergangenheit meist helle, strahlende Farben (man beachte beispielsweise die bedeutsame Mondszene oder den ersten Auftritt von Tom Ellis) lebt der ehemalige Sklave in Kanada zwar in Freiheit, aber in einer Welt der Braun- und Grautöne.
Dennoch fällt der Kontrast nicht zu stark aus, zumal die Haupthandlungsebene dank der emotional vorgetragenen aufkeimenden Liebe zwischen Washington und der reichen Unternehmertochter Tanna (herrlich selbstbewusst: Iona Evans) aufgelockert wird. Treffen die beiden aufeinander, knistert es so „laut“ zwischen ihnen, dass sich selbst der Himmel aufzuklaren scheint. Die Szenen sind durchweg romantisch mit einem kleinen Hauch Naivität und der Verheißung zukünftigen Glücks gestaltet.
Dennoch spielt eine gewisse böse Vorahnung in die Handlung mit hinein, die sich nicht nur aus dem Auftauchen des besagten Kopfgeldjägers rekrutiert, sondern auch mit der Tatsache zusammenhängt, dass Tannas Vater sie gegen ihren Willen verheiraten möchte. So bietet man insgesamt ein fein austariertes Gebilde aus Dramaserie, Romance und Historienepos, das in jeder Hinsicht zu überzeugen weiß.
Fazit
Alleine schon die Tatsache, dass Tom Ellis, Sterling K. Brown und Ernest Kingsley in Washington Black zu sehen sind, hat mich vor den Bildschirm gelockt. Ich liebte Ellis als „Lucifer“ und hatte das Vergnügen den sympathischen Mimen insgesamt dreimal zu interviewen. Daher habe ich so etwas wie eine persönliche Verbindung zu ihm.
Doch das allein reicht natürlich nicht für eine gute Wertung aus. Diese ist vielmehr auf die ebenso unterhaltsame wie mitreißende Geschichte sowie die oben beschriebenen hohen Produktionswerte zurückzuführen. Die Pilotfolge sieht toll aus, fühlt sich gut an, ist abwechslungsreich und flott erzählt und glänzt mit einem ausgezeichneten Ensemble. Was will man mehr? Höchstens vielleicht, dass das Niveau in den nächsten sieben Teilen nicht abflacht, sondern vielleicht sogar noch zulegt. Um diese Option einzukalkulieren, heben wir uns eine potentielle Höchstwertung für die Nachbetrachtung auf und verbleiben einstweilen mit
viereinhalb von fünf Erfindungen.
Verfasser: Reinhard Prahl am Mittwoch, 23. Juli 2025Washington Black 1x01 Trailer
(Washington Black 1x01)
Schauspieler in der Episode Washington Black 1x01
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?