Virgin River 3x10

© omantischer Moment für Jack und Mel aus Virgin River (c) Netflix
Das passiert in der dritten Staffel der Serie Virgin River
Nachdem im Finale der zweiten Staffel Mel (Alexandra Breckenridge) ihren Freund Jack (Martin Henderson) angeschossen in seiner Bar auffand, beginnt die neue Staffel mit der Erleichterung, dass es Jack mittlerweile wieder gut geht. Allerdings kann er sich an die dramatischen Ereignisse der Schießerei nicht erinnern und weiß ebenso wenig wie die Polizei, wer ihn umbringen wollte.
Die Sorge um Jack bringt seine Schwester Brie (Zibby Allen) in die Stadt, die zudem über ihren gewalttätigen Ex hinwegkommen will. Ausgerechnet Jacks ehemaliger Marine-Kumpel Brady (Benjamin Hollingsworth) wird für Brie zum love interest, was Jack unglaublich wütend macht. Schließlich vermutet er, dass Brady hinter dem Schuss auf ihn stecken könnte. Doch auch, wenn Brady sich immer wieder verdächtig verhält, er beteuert Brie gegenüber seine Unschuld.
Jack scheint weiterhin vom Pech verfolgt zu sein, denn sein Haus brennt komplett ab. Ein neues zu bauen, wird ihm nicht leicht gemacht. Dazu kommt die Zwillingsschwangerschaft seiner Exfreundin Charmaine (Lauren Hammersley), die einen neuen dominanten Verlobten namens Todd (Patrick Sabongui) hat, der Jack aus dem Leben der Kinder heraushalten will. Und dann äußert Jacks große Liebe Mel auch noch ihren großen Wunsch nach einem eigenen Baby, was Jack völlig überfordert und eine schmerzhafte Trennung des Traumpaars zur Folge hat. Alles ganz schön viel für den Barbesitzer und für die Zuschauer... Statt den Jack-Charme der vergangenen Staffeln zu versprühen, darf Martin Henderson fast nur traurig oder wütend dreinschauen.

Doch es gibt noch mehr Drama in der dritten Staffel: Doc (Tim Matheson) muss sich mit seiner schwindenden Sehkraft auseinandersetzen und sucht nach jemandem, der seine Nachfolge in der Praxis übernehmen könnte. Leider weiht er Mel zunächst nicht in seine Pläne ein, was zu verletzten Gefühlen und Missverständnissen führt. Außerdem macht er sich große Sorgen um seine Partnerin Hope (Annette O'Toole konnte wegen der Pandemie nicht ans Set kommen), die während eines Besuchs bei ihrer Tante in South Carolina in ein heftiges Unwetter gerät und sich die gesamte Staffel nur hin und wieder per Videocall sehen lässt. Immer an Docs Seite ist jedoch Muriel (Teryl Rothery), natürlich nur ganz freundschaftlich...
Hope wird verschwiegen, dass ihre beste Freundin Lilly (Lynda Boyd) unheilbar an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt ist. Mel, Doc und Lillys erwachsene Tochter Tara (Neuzugang Stacey Farber) und der Rest der Bewohner von Virgin River kümmern sich zwar liebevoll um Lilly und ihr Baby Chloe, doch schließlich verliert sie den Kampf gegen die Krankheit und die Gemeinde nimmt auf der Trauerfeier Abschied, allerdings ohne Hope.

Preacher (Colin Lawrence) und Connie (Nicola Cavendish) kümmern sich gemeinsam um den jungen Christopher (Chase Petriw), dem die Trennung von seiner Mutter Paige schwer fällt und der einen Platz für sich sucht.
Lizzie (Sarah Dugdale) hingegen fühlt sich nach der vergangenen Staffel nun heimisch in Virgin River und lässt sich auch von ihrem Exfreund nicht bewegen, zurück nach Los Angeles zu gehen. Ihre Figur hat sich von der verwöhnten Nervensäge zu einer hilfsbereiten Sympathieträgerin entwickelt, die in einer rührenden Szene dem tieftraurigen Doc In-Ear-Kopfhörer und eine liebevoll arrangierte Playlist bringt. Lizzie und Ricky (Grayson Gurnsey) führen ihre heimliche Beziehung weiter, müssen sich jedoch vor Lizzies Tante Connie in Acht nehmen, die (warum eigentlich noch mal?) ihr Zusammensein nicht duldet. Doch dann verschweigt Ricky seiner Freundin, dass er zu den Marines gehen wird.
Was passiert im Staffelfinale der dritten Staffel?
Die Ereignisse der bislang schon recht dramatischen dritten Staffel überschlagen sich in der letzten Episode dann noch einmal. Nach einem Autounfall kämpft Hope im Krankenhaus um ihr Leben, während Doc ihr nicht von der Seite weicht und Freunde ihm beistehen.
Lizzie macht schweren Herzens mit dem schuldbewussten Ricky Schluss, weil dieser sie wegen seiner Entscheidung, zu den Marines zu gehen, nicht ins Vertrauen gezogen hatte.
Brie beschließt, Virgin River wieder zu verlassen und weiht Mel in ihre Pläne ein. Brady kann sie später jedoch davon überzeugen, zu bleiben und ihrer Beziehung eine Chance zu geben. Allerdings wird dieser dann wegen versuchten Mordes an Jack verhaftet, weil die gesuchte Waffe in seinem Wagen gefunden wird...
Nachdem es zuletzt so schien, dass Charmaine ihrem Turbo-Verlobten Todd misstraute, stellt sich nun heraus, dass sie ihn überraschend geheiratet hat. Sie weiß, dass Jack eine Anwältin wegen des Sorgerechts für die Zwillinge konsultierte und erklärt ihm somit quasi den Krieg.

Preacher trifft sich mit einer Freundin von Paige, Sally (Jana Benoit), die ihn zu Paige bringen will, welche sich angeblich der Polizei stellen möchte. Doch Sally vergiftet ihn und nimmt ihm das Telefon ab, nachdem er im Wald zusammenbricht. Auf Christopher und Connie wartet indessen Christophers bedrohlicher Onkel Vince...
Ein mysteriöser 19-Jähriger checkt im Bed & Breakfast ein und erzählt Jo Ellen (Gwynyth Walsh), dass er in Virgin River seinen Großvater zu finden hofft: Doc Mullins.
Nach Unterbrechungen sind Mel und Jack nun wieder verbindlich zusammen und sie erfährt, dass sie schwanger ist, was für sie jedoch kein Grund zur Freude ist... Als Jack Mel ganz romantisch einen Heiratsantrag machen will, unterbricht sie ihn, um ihm von der Schwangerschaft zu erzählen. Nach all seinen bisherigen Zweifeln reagiert Jack sehr positiv auf diese Überraschung, doch Mel gesteht ihm im Cliffhanger, dass sie nicht weiß, ob er wirklich der Vater des Babys ist...
Fazit
Auch die dritte Staffel Virgin River eignet sich wieder einmal gut als Binge. So schön es ist, die Figuren recht schnell nach der zweiten Staffel schon wiederzusehen, bleibt am Ende bei mir doch ein weniger positiver Eindruck als bei den vorangegangenen Staffeln zurück. Es passiert einfach zu viel in den zehn Folgen, vor allem natürlich bei Jack und Mel. Seine lebensgefährliche Verletzung aus dem letzten Staffelfinale wird in einem hektischen Rückblick abgehakt, schließlich warten neue Probleme auf ihn... Warum es bei Jack neben allem nun auch noch brennen musste, ein Ereignis, das in nur wenigen Minuten abgehandelt wurde, ist mir nicht klar. Dass sich das Traumpaar erneut trennt, nach allen Versprechungen, ehrlich zueinander zu sein, fühlt sich ebenso überflüssig an.
Sehr wahrscheinlich hat Mel in den wenigen Tagen der Trennung eine künstliche Befruchtung mit den übrigen Embryos aus der Kinderwunschbehandlung mit ihrem Mann vollziehen lassen. Dass das nicht wirklich mal eben so möglich ist, sondern eine intensive Vorbereitungszeit braucht, ärgert mich besonders, da Mel ja schließlich Hebamme ist. Wenn wir nun einen Blick in die potentielle Zukunft der Hauptprotagonisten werfen, könnte es also sein, dass Jack mit Charmaine Zwillinge hat und mit Mel ein etwa gleichaltriges Kind aufzieht, das jedoch von Mark stammt. Uff...

Ebenso überladen ist Docs Leben. Nach den ewigen Sorgen um Hope wegen des Unwetters und seinen eigenen Gesundheitsproblemen hat sie auch noch einen lebensgefährlichen Autounfall und nun wartet auch noch ein bisher unbekannter Enkelsohn auf ihn.
Waren die beiden vorangegangen Staffeln für mich Wohlfühlfernsehen, tendiert die aktuelle Staffel leider vielmehr in Richtung Seifenoper. Es gibt viele Figuren in der Serie und eine ganze Menge von ihnen bekommt Storylines. Es ist schade, dass diese häufig so unausgegoren sind und dass einige wenige Charaktere eine höchst unrealistische Anzahl von Herausforderungen bekommen, während andere Figuren kaum etwas zu tun haben.
Ein weiterer Kritikpunkt ist, dass es völlig unklar bleibt, wie schnell oder langsam in Virgin River die Zeit vergeht. Nie wird von Jahreszeiten oder Zeitabständen gesprochen. Jedoch scheint der Zwillingsbabybauch von Charmaine seit zwei Staffeln kaum größer zu werden. Wann können die Zuschauer also mit dem Nachwuchs rechnen, sollte die Serie verlängert werden?
Vieles ist passiert, viele Handlungsstränge bleiben trotzdem weiter offen. Auch wenn mich die neue Staffel enttäuscht zurücklässt, würde ich mir eine weitere anschauen. Denn nach wie vor ist die Serie mit sympathischen Hauptdarstellern besetzt, auch die neuen Bewohner sind gut gewählt. Eventuell war der Pandemie-Druck dieses Mal der Grund für voreilige Drehbuch-Entscheidungen und mit mehr Zeit und Muße kehrt hoffentlich die gewohnte Qualität der liebgewonnenen Kleinstadtserie zurück.
Virgin River Trailer zur 3. Staffel
Hier abschließend noch der aktuelle Trailer zur dritten Staffel der Serie „Virgin River“ beim Streamingdienst Netflix:
Du kannst die Serie Virgin River jetzt sofort bei Netflix streamen.
Verfasser: Nadja Spielvogel am Dienstag, 20. Juli 2021(Virgin River 3x10)
Schauspieler in der Episode Virgin River 3x10
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?