Van Helsing 1x01

Van Helsing 1x01

Van Helsing soll die neue spaßige Mystery-Serie aus dem Hause Syfy werden. Doch schafft es die Pilotepisode der Serie, diesem Anspruch gerecht zu werden? Oder ist Vanessa Van Helsing genauso leblos wie die Monster, die sie jagt?

Vanessa Van Helsing (Kelly Overton) / (c) Syfy
Vanessa Van Helsing (Kelly Overton) / (c) Syfy

Im umkämpften Mysterymarkt schickt sich Syfy an, mit Van Helsing eine neue Vampirserie mit Anleihen an 90er-Jahre-Slasher à la „Blade“ an den Mann zu bringen. Doch schafft es die Auftaktepisode auch, den Charme solcher Filme einzufangen?

Worum geht es?

Zunächst wird uns in dahingezimmerten Texttafeln einmal die Vorgeschichte der düsteren, dystopischen Welt präsentiert, in der wir uns wiederfinden. Es ist das Jahr 2019, nach einem katastrophalen Ereignis im Jahre 2017 namens „The Rising“ ist die Welt untergegangen. Aha, Trump ist Präsident geworden.

Gleich zu Beginn attackiert ein Vampir Vanessa (Kelly Overton) © Syfy
Gleich zu Beginn attackiert ein Vampir Vanessa (Kelly Overton) © Syfy

Seitdem ist die Erde von Vampiren überrannt, doch es existiert, wie uns die Texttafel bedeutungsschwanger zu verstehen gibt, Hofnnung: Es gibt whispers über einen menschlichen Retter. Sogleich schwenken wir auf unsere tituläre Heldin, Vanessa (Helsing) (Kelly Overton), die von Vampiren erweckt wird und dann - zugegebenermaßen ziemlich badass - anfängt, die Blutsauger mit Klauen (?) zu zerfetzen. Und weil das eigentlich schon genug Action ist, und vor allem genug von unserer Heldin, sehen wir beides erst einmal für 20 Minuten nicht wieder.

Stattdessen ändern wir unseren Blickwinkel, 36 Stunden zuvor wacht nämlich noch Marine Axel (Jonathan Scarfe) über das recht öde Halbdunkel im Krankenhaus, in dem Vanessa noch regungslos liegt.

I've seen the light!

Und mit dem Wort „Halbdunkel“ sind wir schon bei einem großen Problem der Episode angekommen. Ich höre oft genug mit einem milden Lächeln, wie sich mein Vater über „zu dunkle“ Filme aufregt: „Da sieht man ja gar nichts mehr!“. Doch „Van Helsing“ ist wirklich geradezu chronisch in grau-braunen Matschtönen gehalten und wenn zwei Personen miteinander reden, dann kann man nur erahnen um wen es sich gerade handelt. Bei drei bis vier gleich gekleideten Marines quasi unmöglich. Man könnte mir ein Foto von Hauptdarsteller Scarfe zeigen, nach dieser gesamten Episode würde ich ihn wohl nicht erkennen.

Immerhin seine Langeweile wird unterbrochen durch die Rückkehr seines alten Trupps um Befehlshaber Ted, gespielt von Tim Guinee, der für mich leider bereits einmal zu oft den Verräter gespielt hat. Und, surprise!, er verrät mal wieder das gaze Team, wodurch es zum Angriff aus dem Beginn der Episode kommt.

Spielt mal wieder den Verräter: Tim Guinee. © Syfy
Spielt mal wieder den Verräter: Tim Guinee. © Syfy

Doch die restliche Laufzeit reicht leider nicht aus, um uns auch nur einen der Charaktere irgendwie näherzubringen. Vanessa hat eine Tochter, Axel ist ein Marine, der Rest sind Überlebende, die sich aufführen wie der klassische ängstliche Mob. Somit kümmert es mich leider gar nicht, was mit ihnen passiert. Ach, und wurde schon erwähnt, dass Vanessa natürlich unter Gedächtnisverlust leidet?

Am Ende der Episode kriecht schließlich ein Vampir aus dem Abfallschacht der leblosen Vampirkörper und muss entsetzt feststellen, dass Vanessas Blut, an dem er vorher saugte, ihn nicht getötet, sondern geheilt hat. Das war aber leider auch wirklich der einzige interessante Moment der Episode. Der andere Cliffhanger, den die Autoren etablieren wollen, nämlich der schon meilenweit vorherzusehende Verrat von Ted, der für eine mysteriöse Übermacht handelt, kann einen nicht wirklich packen. Auch das Schicksal der halbherzig erwähnten Tochter von Vanessa und ihr *seufz* Gedächtnisverlust lassen den Zuschauer noch kalt.

Die belanglosen Überlebenden. So hell wird es übrigens in der gesamten Episode nicht. © Syfy
Die belanglosen Überlebenden. So hell wird es übrigens in der gesamten Episode nicht. © Syfy

Fazit

Nach nur einer Episode Van Helsing kann ich mir noch nicht wirklich vorstellen, wohin die Reise gehen soll. Ins Licht, das wäre schön, aber daran glaube ich nicht. Klar, die Serie nimmt sich nicht besonders ernst und versucht eher, eine Spaßserie zu sein. Doch dafür gab es in der Auftaktepisode bemerkenswert wenig Action, die auch noch nicht wirklich blutig genug umgesetzt war. Von Blutduschen à la „Blade“ ganz zu schweigen. Momentan bleibt „Van Helsing“ damit - leider - einfach irgendwie langweilig.

Verfasser: Benedikt Pichl am Samstag, 24. September 2016

Van Helsing 1x01 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 1
(Van Helsing 1x01)
Deutscher Titel der Episode
Schlafende Schönheit
Titel der Episode im Original
Help Me
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Freitag, 23. September 2016 (Syfy)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 21. Dezember 2016
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Mittwoch, 21. Dezember 2016
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Mittwoch, 21. Dezember 2016
Autor
Neil LaBute
Regisseur
Michael Nankin

Schauspieler in der Episode Van Helsing 1x01

Darsteller
Rolle
Jonathan Scarfe
David Cubitt
Vincent Gale
Rukiya Bernard
Doc

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?