Valor: Pilot - Kritik der Pilotepisode 1x01 der Militärserie

© hristina Ochoa und Charlie Barnett in „Valor“ / (c) The CW
In der Pilotepisode der US-Serie Valor läuft eine Spec-Ops-Mission der beiden Militärpiloten Nora Madani (Christina Ochoa, Blood Drive) und Leland Gallo (Matt Barr, Sleepy Hollow) aus dem Ruder. Einen Monat später sind die beiden zurück in heimischen Gefilden und kommen einer möglichen Verschwörung auf die Spur.
Worum geht es in der Pilotepisode?
Wie wir aus Flashback-Szenen erfahren, haben Madani und Gallo ein Geheimnis aus ihrem Einsatz mitgenommen, für den sie eine Medaille verliehen bekommen. Denn es lief deutlich mehr schief, als zunächst angenommen: Es wurden nicht nur Mitglieder des Teams getötet, zwei ihrer Kameraden gerieten in Gefangenschaft.
Doch der springende Punkt ist, dass es sich bei der Zielperson ihrer Extraktionsmission überraschend um einen amerikanischen Militärdienstangehörigen handelte und sie einen US-Soldaten aus den eigenen Reihen erschießen mussten, der diesen liquidieren wollte.
Nachdem sie die Nachricht erhalten, dass zwei ihrer Teammitglieder noch lebendig sind und sich in Gefangenschaft in Somalia befinden, versuchen beide Teil des Teams zu werden, welches die Rettungsaktion anführen soll. Madani muss jedoch, nachdem sie damals von einer Kugel getroffen wurde, bevor ihr Helikopter zu Boden ging, ihre erneute Einsatztauglichkeit sowohl psychisch als auch physisch in Druckszenarien unter Beweis stellen.
Während Madani sich durch ihr Geheimnis und der Vermutung einer potentiellen Verschwörung immer weiter von ihrem Freund Ian (Charlie Barnett) distanziert, der im militärischen Nachrichtendienst arbeitet, kommen sie und Gallo sich kontinuierlich näher. Gleichzeitig stellen sie Nachforschungen an, um herauszufinden, worum es genau bei ihrer Mission ging und wieso die Dinge so eskalierten.
Duty is the cure for weakness
Schnell wird deutlich, dass Valor ein Projekt ist, das einige Merkmale der Serien seines Senders The CW übernommen hat. Doch passt solch eine Mischung wirklich in ein ernstes Militärszenario? Auffällig ist die Reihe an perfekt gestylten Darstellern, die allesamt direkt vom Laufsteg gekommen zu sein scheinen. Gegen ein bisschen Eyecandy spricht per se natürlich nichts, doch die Beziehungen der Figuren werden genauso oberflächlich und mit Fokus auf ihre äußeren Werte in Szene gesetzt.
Das Erste, was wir beispielsweise von Gallo (Matt Barr) mitbekommen, ist wie er beim Sex mit einer hübschen Blondine laut „Hua!“ ruft, während Ian Port (Charlie Barnett) von einer neuen Kollegin mit der Bemerkung begrüßt wird, dass er wie eine niedliche Actionfigur aussieht. Genauso platt und deplatziert wirkt der Einsatz diverser Popsongs, der das Ganze soapiger macht, als es der Thematik gut tut. Das Gesamtpaket macht einen dermaßen aufgesetzten Eindruck, dass man selbst als jemand mit einem Faible für diverse CW-Serien sich hier nicht richtig wohl fühlt. Die ab und an deutlich herausstechenden CGI-Effekte während der Flashbacks und weiteren Helikopterflüge runden den ohnehin schon holprigen Eindruck ebenso wenig ab.
Gallo und Madani (Christina Ochoa) sind beide Figuren, die nicht gerade durch subtiles Verhalten herausstechen, was dafür aber auch ihrer Soldatenrolle gerecht wird, deren Robustheit und Tatendrang prägende Charaktermerkmale darstellen. Doch auch wenn man gewillt ist, über die eigenwillige Mischung und die diversen Macken hinwegzusehen, fehlt der Pilotepisode vor allem eins: Spannung.
Die Verschwörung kann bisher einfach nur wenig Interesse wecken, denn die gezeigten Plotelemente können weder durch besonderen Einfallsreichtum noch durch besonders spannende Inszenierung einen bleibenden Eindruck hinterlassen.
Fazit
Die erste Episode von Valor zeichnet sich durch platte Sprüche und unpassend soapige Anleihen aus. Vor allem nach einem besonderen Alleinstellungsmerkmal oder Spannung sucht man leider vergebens, sodass die Macher sich auch beim CW-Publikum verkalkuliert haben dürften, die als Zielgruppe dem Ganzen genauso wenig abgewinnen dürften, wie der Rest.

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