V 1x07

V 1x07

V wartet anscheinend tatsächlich auf die Sweeps-Wochen, um den so genannten Krieg zwischen den Vs und dem Widerstand voranzutreiben. In dieser Hinsicht kann man John May durchaus als eine weitere „abwartende“ Episode bezeichnen. Serienjunkies.de-Redakteur Vladislav Tinchev hat das unangenehme Gefühl, dass etwas unter seiner Haut hin und her krabbelt.

John May doesn't live here anymore! / © 2010 ABC
John May doesn't live here anymore! / © 2010 ABC

Nein, was da krabbelt, ist kein V-Käfer, sondern die Ungeduld. Mit John May zeigt sich V für mich als eine Serie, die nicht weiß, wo sie hin will bzw. hin soll. Die Hälfte der Staffel ist um und langsam neigt sich meine Geduld als Zuschauer dem Ende. John May könnte die Episode der großen Offenbarungen sein, der so wichtigen Erklärung über die Vergangenheit von Vs und Menschen, über den Hintergrund des Ganzen, über John Mays Taten. Taten, welche Taten eigentlich?

Klar, die Episode bietet mehrere Enthüllungen, aber im Grunde genommen geschieht wieder einmal nichts. Vielleicht liegt meine leichte Unzufriedenheit daran, dass ich mir irgendwie mehr Mythologie und Action wünsche und stattdessen heulende Teenager und Georgie, den Märtyrer bekomme. Ich muss allerdings gestehen, dass man, gemessen an der Staffellänge, sich ziemlich viel Zeit genommen hat, um Georgie zu verabschieden. War er denn wichtig? Ist er wirklich tot? Sorry, aber man muss bei V immer nachfragen. Denn den Figuren und ihren Parolen („John May Lives!“) kann man wohl keinen Glauben schenken.

Und so kommen wir zu der schon erwähnten Unentschlossenheit. Ich hab sogar das Gefühl, dass man bei Pound of Flesh noch nicht einmal wusste, ob Georgie am Leben bleiben soll oder nicht. Vielleicht stellten sich die Autoren die Frage, was wir von der Figur bis jetzt hatten und wozu sie noch gut sein könnte. Gute Frage. Denn was hat man mit seinem Tod erreicht?

Ich weiß, ich stelle viele Fragen, aber hier kommt noch eine: Was würde man erreichen, wenn John May doch lebt? Oder soll er tot bleiben? Was hätte man damit erreicht? Dass Ryan die menschlichen Gefühle kennen lernte? Und jetzt? Zurückspulen: John May Lives (noch). John May (Michael Trucco, Battlestar Galactica) ist tatsächlich zu sehen. Allerdings in einem Flashback von Ryan. Als Anführer des Widerstandes, der seine Leute um sich scharrt? Nein, als ein Fliegenfischer (nicht metaphorisch gemeint), der hinter dem Schreibtisch sitzt und über den Wind in den Haaren philosophiert. O.k. gelogen. Kurz davor sehen wir ihn tatsächlich in Action, wie er sich in den Büschen vor seinem Haus, mit einer Flinte in der Hand, dem daher gebeamten V-Auftragskiller widersetzt.

Es ist kein anderer als Ryan (Morris Chestnut). So fängt ihre gemeinsame Geschichte an ... und so endet sie. John May wird von Ryan getötet, so Ryans Erzählung vor den anderen Widerstandkämpfern, obwohl Ryan damals angefangen hat, etwas zu fühlen. Und Mays jetzt erwachsener Stiefsohn James muss erfahren, dass nicht nur seine Freundin ein V-Sleeperagent ist (Hobbes bricht ihr das Genick), sondern dass der Selbstmord seines Vaters inszeniert war und er ermordet wurde. Und für was? Um die Familie zu beschützen? Den Widerstand zu retten? Ryan zu überzeugen, dass Gefühle eine gute Sache sind?
Und das Kommunikationskristallkügelchen, das Joshua Ryan suchen schickte, stellt gar keine Verbindung zu John May und der Fifth Column her, sondern mit ... Joshua. Oh, er hat auch ein Kügelchen. So kann Ericas Team mithören, wie Georgie, der den faszinierenden Foltermethoden der Vs bis jetzt widerstehen kann, seinen Abschied nimmt. Joshua erlöst ihn von seinem Leid! Dabei habe ich mich gefragt, ob in diesem Gefangenenraum die Vs keine Überwachungskameras haben?

Genauso wie Val (Lourdes Benedicto) sich fragt, was Ryan in dem Safe versteckt, den sie durch Zufall in dem Kleiderschrank findet. Ryan eilt nach Hause, fest entschlossen Val alles zu erzählen. Aber er findet nur eine leere Wohnung. Und an Annas (Morena Baccarin) Front? Eier! Ihre Schwangerschaft macht ihr zu schaffen, aber am Ende der Episode können wir Millionen von Eiern bewundern, die die V-Krieger enthalten! Chad (Scott Wolf) zeigt wiederum „Eier“ und bringt seine Beziehung mit Anna auf eine höhere Stufe. Die Frage ist, macht er es nach wie vor wegen der fiktionalen Sweeps-Wochen oder weil er an Jacks Worte glaubt? Wem soll aber Tylor (Logan Huffman) glauben, der (durch Lisas Nachhilfe) erfährt, dass Joe nicht sein Vater ist. Erica (Elizabeth Mitchell) fleht ihn an, daran zu glauben, dass die Ärzte bei der Blutuntersuchung damals einen Fehler begangen haben. Aber wir wissen alle, Tyler hat einen anderen Vater. Unbefleckte Empfängnis oder V-Empfängnis?

Erfahren wir nächste Woche...

Verfasser: Vladislav Tinchev am Mittwoch, 14. April 2010
Episode
Staffel 1, Episode 7
(V 1x07)
Titel der Episode im Original
John May
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 13. April 2010 (ABC)
Autor
Leslie Neale
Regisseur
Jonathan Frakes

Schauspieler in der Episode V 1x07

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