V 1x03

Es ist tatsächlich komisch, wenn man weiß, dass V nach nur einer weiteren Episode eine sehr lange Pause einlegen wird. Um mit nur neun Episoden zurückzukehren... und mit einem neuen Showrunner? V ist nicht die beste Serie des TV-Jahres, aber sie ist durchaus sehenswert, und man wünscht der Serie etwas mehr Raum und Zeit, um ihre Story zu entfalten. Denn mit der dritten Episode A Bright New Day zeigt sie sich von ihrer interessanten Seite (wenn man von kleinen Logikfehlern absieht).
Zuerst aber das Negative: Mir ist immer noch nicht klar, welche Rolle die Schläferzellen spielen und warum die Vs so lange unter uns weilen konnten, ohne dass wirklich etwas geschah. Wenn die komplette Vernichtung der Menschheit der Zweck der Übung ist: haben die Aliens denn nicht die Technologie, alle auf einen Schlag auszulöschen? Die Schlussfolgerung liegt nahe, dass das Endgame der Vs lebende Menschen beinhaltet. - Noch etwas: Das „Negativste“ im bisherigen Verlauf ist Teenie Tylor (Logan Huffman). Eine Bitte an die Friseure am Set: Kümmert euch um ihn, wenn es die Autoren schon nicht tun... denn vielleicht kommt ja in den wenigen verbleibenden Episoden eine wichtige Rolle auf ihn zu: Er ist immerhin „The One“. Mittlerweile sollte man freilich wissen, dass diese Bezeichnung ihren „Boom“-Effekt verloren hat und leicht ins Lächerliche abgleiten kann. Meine Hoffnung beruht eher auf Anna (Morena Baccarin) - und somit kommen wir zum guten Teil: Anna & Co.
Vor allem aber Anna. Die Anführerin der Visitors treibt ein geschicktes Spielchen mit der Menschheit und ist DIE fesselnde Figur innerhalb der Serie. Ich bin mir nicht wirklich sicher, ob ihre Nächsten eine Ahnung haben, was wirklich ihr Plan ist. Wir lassen uns überraschen, wie sie mit dem sich zusammenbrauenden Widerstand umgehen wird.
Na ja, „zusammenbrauend“ ist vielleicht nicht das richtige Wort, denn es bezeichnet für gewöhnlich etwas Massives. Hier sind es immerhin schon vier, nachdem der Pfarrer (den Erica einfach so in der FBI-Datenbank recherchieren lässt) auf Georgie trifft. Georgie hat, wie wir erfahren, auch noch eine persönliche Rechnung mit den Vs offen, die seine Familie ausgelöscht haben. Ryan (Morris Chestnut) tritt in Verbindung mit seinem alten Freund Cyrus, der ihn aber zu verraten versucht - und das nur, weil er wieder „reconnected“ sein möchte (was auch immer das heißt). Cyrus redet auch über Annas „bliss“, was viel interessanter ist. Bedeutet „bliss“ eine gewisse Art von „mind control“, das dem Kontrollierten Genuss verschafft? Ryan nennt ja Cyrus „junkie“. Kein Wunder, Anna macht abhängig...
Noch interessanter ist, dass wir hier auch einen John Connor haben, den mythischen Leader des Widerstandes John May! Wow! Und Anna hat Verräter ganz in ihrer Nähe - der Mann im Weiß, der Dale wiederbelebt und ihm hilft, sich zu erinnern, gehört zu The Fifth Column: Als Dale (Alan Tudyk) sich auf den Weg machen will, Erica (Elizabeth Mitchell) zu erledigen, verpasst er ihm einfach eine Spritze. Well done! Und das V-Weibchen Lisa (Laura Vandervoort) ist genauso gut wie ... ihre Mutter.
Ja, Anna ist Lisas Mutter, und Lisa hat ihre Mission mit Tylor. Erster Schritt: Sich nackt vor die Kamera stellen. Ich hab mich schon gefragt, wie lange man noch brauchen wird, um Lisa nackt zu zeigen. Es ging schnell. Nun, V hat ja nicht viel Zeit. Wie hat sie eigentlich herausgefunden, dass Tylor „The One“ ist? Weil sie seinen nackten Oberkörper sah? Wie auch immer - Anna ist stolz auf den sexy Nachwuchs!
Aber sah ich am Ende im Close-Up Unsicherheit in Lisas Gesicht? Wenn es stimmt, dann wird man sich bei V aus allen Schubladen des Storyrecycling bedienen: Die Tochter verliebt sich tatsächlich in den Menschen-Sohn und die Liebe verhindert den Krieg und den Niedergang der Menschheit. Bitte, ABC, verschont uns! In diesem Sinne auch: Anna, bitte, nimm deine Tochter an die Leine! Und: ja, ich bin für die Visitors! Go go go!
Verfasser: Vladislav Tinchev am Donnerstag, 19. November 2009(V 1x03)
Schauspieler in der Episode V 1x03
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?