Die Comedyserie Us & Them im Single-Kamera-Format sollte ursprünglich in der Midseason 2013/2014 bei FOX gesendet werden, erhielt jedoch nie eine richtige Chance trotz vieler bekannter Gesichter. War diese Entscheidung richtig oder ist uns damit eine Comedyperle entgangen?

Der Cast von „Us & Them“ / (c) Sony Pictures Television
Der Cast von „Us & Them“ / (c) Sony Pictures Television
© (c) Sony Pictures Television

Stacey (Alexis Bledel) und Gavin (Jason Ritter) entscheiden nach sechs Monate langen Onlinedates, dass es an der Zeit ist, sich endlich persönlich kennenzulernen. Um das Treffen ein wenig lockerer zu gestalten, bringen die beiden ihre besten Freunde Archie (Dustin Ybarra ) und Nessa (Ashlie Atkinson) mit. Doch das Date läuft, obwohl die beiden sich mögen, anders, als sie sich erhofft haben. Und auch ihre chaotischen Familien machen ihnen die Sache nicht gerade leicht.

It's weird to finally see you in person

Da sie in verschiedenen Bundesstaaten leben, haben sich Stacey und Gavin noch nicht getroffen. Doch nach sechs Monaten Onlinedating und Telefonaten ist es endlich Zeit, sich persönlich kennenzulernen. Doch zuerst werden ihre Familien vorgestellt, die beide eins gemeinsam haben: Sie sind alles andere als normal und stehen dem Quasi-Blind-Date äußerst skeptisch gegenüber.

Bei ihrem Treffen läuft zunächst alles wie erhofft, denn die Chemie zwischen ihnen scheint zu stimmen und sie fühlen sich zueinander hingezogen. Doch die Austern im Club, den sie gemeinsam mit ihren Freunden besuchen, erweisen sich als keine gute Idee für Stacey. Bevor es in Gavins Apartment zu mehr zwischen ihnen kommt, ist Stacey gezwungen, mit Magenproblemen den Rest des Abends auf dem Badezimmer zu verbringen.

Am nächsten Morgen bricht Stacey, ohne Gavin zu wecken, mit ihrer Freundin Nessa auf, die wider Erwarten einen ziemlich denkwürdigen Abend im Bett mit Archie verbracht hat. Dieser ist von den Nachwirkungen ihrer Aktivitäten noch immer gezeichnet. Doch so leicht gibt Gavin nicht auf, denn er ist sich sicher, dass er trotz des ungünstigen Ausgangs des Abends etwas für Stacey empfindet.

Er schwingt sich in das Auto seines Vaters und fängt die von den Austern immer noch angeschlagene Stacey bei ihrer Ankunft an der Bushaltestelle ab. Sie ist überrascht und auch erleichtert, dass Gavin sie nicht so einfach ziehen lassen will. Schließlich küssen sie sich und markieren damit den Beginn ihrer Beziehung, die allein durch ihre verrückten Familien noch das eine oder andere Mal auf den Prüfstand geführt werden soll.

Gavin (Jason Ritter) und Stacey (Alexis Bledel) auf der Tanzfläche. © Sony Pictures Television
Gavin (Jason Ritter) und Stacey (Alexis Bledel) auf der Tanzfläche. © Sony Pictures Television

Your father needs honey

Us & Them feuert in der Pilotepisode in alle Richtungen des Genres. Davon geht viel unter die Gürtellinie. Das wirkt allein aufgrund eines wahren Gagfeuerwerks in der Quantität ziemlich bemüht. Die meisten dieser Witze zünden nicht so richtig, nur vereinzelt konnten diese - wie zum Besipiel der „Rape-Alarm“ am Ende der Geschichte - mir ein Schmunzeln entlocken.

Bis auf unsere zwei Protagonisten sind die Figuren generell ziemlich überzeichnet, womit offenbar das Fundament für skurrile und besonders verrückte Situationen geschaffen werden soll. Dabei scheinen zumindest in dieser Episode die Stärken bei den beiden Hauptfiguren zu liegen. Ihre Liebesgeschichte ist zwar noch nicht weit entwickelt, doch Alexis Bledel und Jason Ritter passen gut zueinander und vor allem das Ex-Gilmore-Girl und deren Figur machen einen sehr sympathischen Eindruck.

Es ist schon ein wenig länger her, dass ich Alexis Bledel zuletzt gesehen habe und doch scheint sie sich nicht allzu viel verändert zu haben. Im Kontrast zu ihren Figuren in „Sin City“ oder „Violet & Daisy“, kehrt sie in Us & Them wieder zu ihren Wurzeln zurück. Dazu sieht sie immer noch wesentlich jünger aus, als ihr Geburtsdatum einen glauben machen will und ist selbst in den Szenen, in denen sie erschöpft und krank aussehen soll, noch eine Augenweide.

Nicht wirklich gefallen haben mir die beiden besten Freunde, die viel zu bemüht lustig, cool und verrückt dargestellt werden sollen. Dabei wirkt gerade Dustin Ybarras Figur sowohl optisch als auch von der Tonalität seines eher infantilen Humors her ein bisschen, auch wenn es gemein klingt, wie ein „Jack Black für Arme“.

Der Rest das Casts trumpft zwar mit wohlbekannten Gesichtern wie Kurt Fuller und Genreveteranin Jane Kaczmarek (Malcolm in the Middle) auf, doch dessen Potential kann in einer so kurzen Zeitspanne natürlich noch nicht ausgeschöpft werden. Auch wenn sie bereits den einen oder anderen lustigen Kommentar für sich verbuchen können. Zeitweise kommt allerdings das Gefühl auf, dass die beiden Protagonisten und der Rest vom Cast in zwei unterschiedlichen Genres aneinander vorbei spielen, denn ihr Verhalten und die Figurenzeichnung unterscheiden sich in der Machart enorm.

Fazit

Der romantische Teil von Us & Them hätte dank der guten Chemie der Hauptdarsteller Potential gehabt. Doch der streckenweise infantile Humor hätte frei nach dem Motto „Qualität statt Quantität“ ruhig ein wenig zurückgeschraubt werden dürfen. Unterm Strich hätte die Serie nach dem britischen Vorbild Gavin & Stacey trotz ihrer Schwächen durchaus Chancen beim Publikum haben können. Doch, ob das wirklich so gewesen wäre, werden wir wohl nie erfahren.

Der Trailer zu US & Them:

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