Upload 1x10

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In der Amazon Prime Video-Serie Upload von Greg Daniels, dem Schöpfer von The Office und Parks and Recreation, können sich Menschen kurz vor ihrem Tod uploaden lassen, so dass sie in einer virtuellen Welt weiterleben können. Einen ersten Einblick in die Serie gewinnt Ihr durch unser Pilotreview.
Das passiert in der 1. Staffel von Upload
„Upload“ folgt Nathan Brown (Robbie Amell), einem Software-Entwickler, der durch einen Autounfall, die in dieser Welt eigentlich nicht passieren, sein Leben verliert. Seine Freundin Ingrid (Allegra Edwards), mit der er schon lange Schluss machen wollte, ist glücklicherweise stinkreich und ermöglicht ihm nicht nur einen Upload, sondern auch ein neues Leben in Lakeview, dem begehrten Wohnort von Horizon, welches das führende Software-Unternehmen auf diesem Gebiet ist.
Als bei seinem Upload nicht alle Erinnerungen hochgeladen werden können, stellt sein „Engel“ Nora (Andy Allo) fest, dass manche seiner Erinnerungen beschädigt sind - so was kommt normalerweise nur durch gezielte Außeneinwirkung vor. Das, kombiniert mit der verdächtigen Art seines Todes, macht Nora und Nathan stutzig: Gemeinsam fangen sie an, in seinem Todesfall zu ermitteln und sich auf die Suche nach seinen nicht zugänglichen Erinnerungen zu machen. Schnell stellen sie die Theorie auf, dass sein Tod mit seiner Entwicklung einer Software namens „Beyond“ zusammenhängt, die eine Konkurrenz zu zum Marktführer Horizon dargestellt hätte.
Dabei entwickelt sich zwischen den beiden eine intime Beziehung. Sie verstehen sich von Anfang an einfach richtig gut - im Gegensatz zu Nathan und Ingrid. Dort herrscht die ganze Zeit nur eine Disharmonie, die in einem den Wunsch auslöst, zu fliehen. Dieser starke Kontrast zwischen den Beziehungen zu Nora und Ingrid verdeutlicht einem, wie schlecht es um seine Beziehung mit Ingrid steht und wie seine Beziehung eigentlich aussehen sollte: Sie sollten sich darüber freuen, Zeit miteinander zu verbringen, einander helfen, einander zum Lachen bringen und sich um sich kümmern.
Das stellt auch Nathan mit der Zeit fest: Er beendet daher seine Beziehung mit Ingrid und gesteht Nora seine Liebe. Zu dem Zeitpunkt ist jedoch Noras Chefin in ihren Avatar geschlüpft und zerstört die Beziehung zwischen den beiden. Glücklicherweise kommen beide dahinter, was passiert ist, und auch sie kann ihm ihre Liebe gestehen. Doch nun kann er nicht auf sie reagieren, weil er auf „2 Gig“ herabgestuft wurde und keine Daten mehr übrighatte. Indem er mit Ingrid Schluss gemacht hat, hat er auch keinen Zugriff mehr auf ihr Geld und kann sich das luxuriöse Leben in Lakeview nicht mehr leisten. In „2 Gig“ bleibt er nicht lange alleine, denn Ingrid hat sich hochladen lassen, um ihm näher zu sein, was bei ihm natürlich nicht gerade Freude auslöst.
Inzwischen sind die Kriminellen, die vermutlich hinter Nathans Tod und dessen Vertuschung stecken, Nora auf die Spur gekommen und sie muss fliehen. Als Verdächtige kommen vor allem Nathans bester Freund Jamie (Jordan Johnson-Hinds) - mit dem er Beyond vermarkten wollte -, Ingrids Vater, der Interesse an Beyond bekundet hatte, und weitere infrage. Zusammen mit ihrem Niteley-Date - Niteley ist im Prinzip wie Tinder, wo man seinen Matches bis zu fünf Sternen für ihre „Leistung“ geben kann - Byron (Matt Ward) begibt sie sich also auf eine Reise. Damit endet die erste Staffel. Wir werden also mit einem Cliffhanger, der viele Handlungsstränge offenlässt zurückgelassen. Allerdings bedeutet das für uns auch: offene Fragen und Neugierde daran, diese beantwortet zu sehen. Das ist jedoch nicht weiter schlimm, denn es wurde bereits eine zweite Staffel bestellt (siehe hier).
So kommt die 1. Staffel von Upload rüber
So wie oft bei „Black Mirror“ wird auch hier aus einer scheinbar positiven, utopischen Idee ein Albtraum entwickelt: Auch nach dem Tod entkommt man dem Kapitalismus nicht - der ständigen Werbung. Man muss dauernd dem Drang widerstehen, seinem Verlangen nachzugeben und sein Geld auszugeben. Vom Konzept her weist die Serie, wie im Teaser erwähnt, starke Ähnlichkeit mit San Junipero der genannten Netflix-Serie auf und führt dieses Konzept weiter.
Upload ist dabei sehr bingefreundlich: Die zehn Folgen à 30 bis 40 Minuten gehen schnell vorbei und sind sehr kurzweilig. Sie sind ein schöner, kreativer, lustiger und unterhaltsamer Zeitvertreib, der einfach Spaß macht. Diese positiven Seiten sind vor allem auf den Macher der Serie, Greg Daniels, zurückzuführen, der bereits zuvor mit Parks and Recreation und The Office unter Beweis gestellt hatte, dass er einen Sinn für Humor besitzt.
Vor allem die Kreativität der Serie fällt positiv auf: Die uns bekannte digitale Welt wird in die „wirkliche Welt“ eingebaut - in diesem Fall: „das digitale Jenseits“: So muss man zum Beispiel nach rechts wischen, um einem Kauf zuzustimmen. Geld fällt vom Himmel, wenn man es ausgibt. Wenn man eine Zwischenwelt besuchen möchte, muss man den Recaptcha-Test bestehen. Man kann nach Belieben die Jahreszeit mit einem Schalter verändern. Außerdem hat man nur ein bestimmtes Datenvolumen in Zonen wie „2 Gig“ und muss sich dieses gewählt einteilen, so wie das mit unseren mobilen Daten der Fall ist.
Zudem fallen Ähnlichkeiten zu Computerspielen auf: Die Menschen werden bei ihrem Upload ähnlich wie bei Sims erstellt. Der elf beziehungsweise 18-3/4-jährige Junge befindet sich im Game-Modus und blaue Bälle schießen aus seinen Händen. Manchmal wirkt die digitale Welt sehr computeranimiert. Das würde ich nicht auf niedrige Produktionskosten oder Faulheit oder Ähnliches zurückführen, sondern vielmehr darauf, dass die Schöpfer der Serie auf die Künstlichkeit der digitalen Welt hinweisen wollen.

Dennoch lassen sich natürlich auch bei dieser Serie Mängel finden. So macht sie es sich manchmal doch etwas zu einfach und geht nicht wirklich in die Tiefe - weder bei der Handlung noch bei den Figuren. Das bedeutet konkret, dass wir die Figuren nicht viel besser kennenlernen und Handlungsstränge nur kurz angeschnitten beziehungsweise schnell abgehandelt werden. Dabei wäre da noch mehr herauszuholen gewesen. Ich nehme an, dass dieses Problem auf die Kürze der Episoden als auch auf die Kürze der Staffel zurückzuführen ist.
Zudem können sich so auch keine tiefergehenden Beziehungen zwischen den Figuren entwickeln - bis auf Nathan und Nora. Wobei hier angemerkt werden muss, dass es bei den beiden sowieso von Anfang an klar war, dass sich zwischen ihnen etwas entwickeln wird. Allerdings macht es Spaß, den beiden dabei zuzuschauen - vor allem, wenn man Nathans Umgang mit Ingrid beobachtet. Hier wird überaus deutlich, wer das eigentliche Paar in der Serie sein sollte und das wird eben auch Nathan mit der Zeit immer mehr bewusst.
Doch zurück zu meinem Kritikpunkt: Die Freundschaft zwischen Nathan und Luke (Kevin Bigley) wird nicht wirklich angegangen. Die beiden lernen sich kennen, unternehmen einmal was zusammen und auf einmal sind sie die besten Freunde: So meint er nach dem Update: „Ich liebe dich“. Auch die Beziehung zwischen Nora und ihrer Arbeitskollegin/Freundin wächst nicht über Gespräche auf der Arbeit über Nora/Byron hinaus. Auch der Umstand, dass sich Byron auf einmal zu so einem sympathischen, liebevollen, anhänglichen Typen entwickelt, der seine Gefühle so viel offener zeigt - im Gegensatz zu seiner ersten Szene - kommt für mich doch etwas plötzlich. Mir ist durchaus bewusst, dass Menschen verschiedene Seiten haben und auch eine Entwicklung hinlegen können, aber für mich war das hier schlichtweg nicht schlüssig genug.
Außerdem finde ich die Krimi-Storyline etwas schwach. Natürlich hat es eine Storyline gebraucht, denn lediglich eine spannende Prämisse macht noch keine gute Serie aus. Doch genau dieser Handlungsstrang wirkt auf mich mit am schwächsten, denn man kommt in dem Fall weder wirklich voran noch wird genügend Spannung aufgebaut, als dass man Mutmaßungen darüber anstellen könnte, wer den Mord an Nathan begangen hat und welches Motiv er dafür haben könnte. Von Anfang an steht die Theorie im Raum, dass er aufgrund der Konkurrenzsituation seiner entwickelten Software Beyond umgebracht wurde.
Fazit
Die zehnteilige Science-Fiction-Comedy Upload ist stellenweise vorhersehbar, kann keine wirkliche Spannung bei ihrem Krimihandlungsstrang aufbauen und es wird sich nicht genügend Zeit für die Entwicklung der Figuren und ihrer Beziehungen zueinander genommen. Dennoch fällt die Comedy überwiegend positiv auf: Sie beweist Humor und Kreativität, was sie äußerst kurzlebig und unterhaltsam macht.
Hier noch der Trailer zur ersten Season der US-Serie „Upload“:
Verfasser: Maike Karr am Donnerstag, 21. Mai 2020
(Upload 1x10)
Schauspieler in der Episode Upload 1x10
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