Under the Dome 3x13

Under the Dome 3x13

Das Under the Dome-Serienfinale gibt sich jede Mühe, die verbliebenen Rätsel auf eine Lösung runterzubrechen. Egal, viel unterhaltsamer ist jedoch, wer der Kinship schließlich in der Episode The Enemy within auf die Schliche kommt.

Katerstimmung bei Barbie (Mike Vogel) und Julia (Rachelle LeFevre) in der Serie „Under the Dome“ / (c) CBS
Katerstimmung bei Barbie (Mike Vogel) und Julia (Rachelle LeFevre) in der Serie „Under the Dome“ / (c) CBS

Mit der Episode The Enemy Within verabschiedet sich die Serie Under the Dome nach drei Staffeln von uns. 39 Episoden - mehr als 30 Stunden haben wir sie begleitet auf der Suche nach dem Geheimnis hinter der Kuppel. Und es war eine nervenzerrende Zeit, die nicht spurlos an einem vorbeigeht. Was hätte man nicht alles machen können mit dem Geld, der Zeit und der Mühe, die in die Serie geflossen ist. Einst geschätzte Schauspieler haben sich lachenden Auges selbst demontiert, spätestens ab der Mitte der zweiten Staffel haben die Autoren sich nicht einmal mehr die Mühe gemacht, so zu tun, als wenn sie sich für ihren Job interessieren. Die Vermarktungsabteilung, sicher, die hat einen ausgezeichneten Job gemacht.

Und am Ende der Kette standen wir, die Konsumenten, nicht wenige von ihnen leidenschaftliche Hasszuschauer, denen die wöchentliche Dosis Wut fehlen wird. Auf Wiedersehen, Under the Dome, ein letztes Mal geben wir uns einem Review hin.

Ein würdiger Abschied

In der Episode The Enemy Within begegnen wir dem Kind von Barbie und Eva, wie es die Massen der Kinship anführt. Kind ist etwas schief ausgedrückt, denn die wenige Stunden alte Figur ist einfach ein Klon seiner Mutter mit anderem Frisör.

Ihre erste Amtshandlung als Königin ist die mörderische Absetzung der alten Anführerin, Christine (Marg Helgenberger). Sie stimmt die Masse darauf ein, dass ein Verräter in ihrer Mitte ist. Schnitt auf Joe (Colin Ford), ein letztes Mal ein Hinweis à la Under the Dome-Subtilität.

Der mutmaßliche Betrüger, seine Freundin Norrie (Mackenzie Lintz) und unser good old Psychopath Big Jim (Dean Norris) werden von der Kinship umstellt. Auch hier bekommen wir einen altvertrauten Kniff, den wir unter der Kuppel zu schätzen gelernt haben: Eine unbestimmte Anzahl an Menschen hat ein Gespräch und ohne dass sie es bemerken, hat sich jemand anders genähert, der im passenden Moment und nahtlos in das Gespräch einsteigt. Das wäre ja noch zu verkraften, wenn die Under the Dome-Macher daraus nicht stets einen doppelten Salto machen würden.

Denn es ist nie nur eine Person, die eingreift - mit hoher Wahrscheinlichkeit kommt nur Sekunden später die zweite Unterbrechung, die weder von den ursprünglich Anwesenden noch von dem Nachzügler bemerkt worden ist. Die einzige logische Konsequenz daraus ist, dass jede Unterhaltung in Chester's Mill von mehreren, potentiell eingriffsbereiten Figuren verfolgt wird und dass die Bewohner einen Großteil ihrer Zeit damit verbringen, andere zu belauschen, um im Ernstfall zur Stelle zu sein. Das erklärt auch, wieso einige von ihnen ganze Nächte damit zubringen, durch den Wald zu rennen. Es ist natürlich auch ein erheblicher logistischer Aufwand, dieses Konstrukt zu erhalten.

Auch Julia (Rachelle LeFevre) und Barbie (Mike Vogel) kommen in den Genuss eines Kinship-Besuchs, inklusive Sam (Eddie Cahill) und der neuen Königin, die an dieser Stelle der Story noch namenlos ist, erst als sie ihre Gegner ins Gefängnis geworfen hat, stellt sie sich vor: Ihr Name ist Dawn (Kylie Bunbury) und sie ist ganz anders als Christine und Eva.

Nur einer wird vor dem Knast bewahrt - und das ist Joe, von dem wir immer noch nicht wissen, welche Fähigkeiten ihn qualifizieren, der große Retter zu sein. Sein Verhandlungstalent zumindest ist ausbaufähig, aber glücklicherweise wurde Eva ja im wahrsten Sinne des Wortes erst gestern geboren und er kommt mit seiner Argumentation durch. Dabei fällt Dawn nicht weiter auf, dass gerade Lily (Gia Mantegna) niemals Teil der Kinship war.

Barbie foltert sich immer noch damit, dass Dawn seine Tochter ist. Da haben sich über die letzten vier Tage halt große Gefühle angestaut, verständlich. Da kann man schon besser verstehen, wie sehr Big Jim an seinem Hund hängt. Wann kommt die mit rührender Musik untermalte Installation, in der die gemeinsamen Erlebnisse der beiden Revue passiert werden?

Eva hört sich Christines Aufnahmen an, während die Führungselite der Kinship austüfteln muss, wie sich der Wechsel an der Spitze auf sie auswirkt. Sam schafft es, Dawn in Unsicherheit zu stürzen und erobert sie mit bestechender Logik. Julia und Big Jim - das Dreamteam dieser Staffel - befreien sich aus dem Knast.

Joe und Norrie haben ebenfalls einen Plan, der zur Rettung beitragen soll, während Barbie einen der lila Steinbrocken durch den Wald trägt. So weit nichts Überraschendes. Dann fallen die ersten Todesbeile auf dem Weg in den Serienhimmel. Junior (Alexander Koch) macht kurzen Prozess mit Sam und wir wissen nicht einmal, wieso die beiden im Serienfinale, in dem Zeit rar ist, überhaupt noch gezeigt werden, schließlich sind sie zu komplett uninteressanten Nebenfiguren verkümmert. Big Jim tötet schnell noch eine weitere Nebenfigur aus der Kinship und verschenkt weitere Minuten.

Aha, Dawn erklärt Junior, dass sie die Erinnerungen der beiden Frauen hat, denen sie ihre Existenz verdankt. Er hat sich den Platz an ihrer Seite erarbeitet und in den letzten Minuten der Serie bricht er - der uns einst vor drei Staffeln als idiotischer Psychopath vorgestellt wurde - die große Schwäche aller Figuren. Während sich alle versammeln, schaut er sich zum ersten Mal um und sucht die Umgebung ab.

Der Showdown schleicht sich auf leisen Sohlen ran und bevor wir es merken, hat Joe sich schon für seine große Liebe geopfert, nachdem in einer Unsinnserklärung die pinken Sterne erwähnt werden.

Dann Auftritt CGI-Abteilung, die Kuppel löst sich mit allerhand Brimborium in Wohlgefallen auf, wir haben noch die Hälfte der Episode vor uns.

Die erste Sache, die nun passiert, ist die Abrechnung zwischen Vater und Sohn, ähnlich uninteressant wie zuvor. Big Jim will Junior retten, aber der will nicht auf ihn hören und so muss der Autohändler seinen Sohn ermorden. Gleichzeitig gibt es eine Konfrontation zwischen Tochter und Vater, bei der es um nichts weniger als die Rettung der gesamten Menschheit geht. Dawn kann viele Sachen - rückwärtsgehen gehört nicht dazu. Dafür hat Barbie übermenschliche Fähigkeiten, denn es ist einfach keine Kette an ihm, als er auf die provisorische Brücke zugeht. Dafür liegt eine Kette neben der Stelle, an der sie abstürzen, was vielleicht suggerieren soll, dass er die Kette im Fallen gegriffen und sich so gerettet hat. Moment, bei all dem Quatsch kann einem völlig die Bedeutung der Szene entgehen: Mit Evas Absturz ist die Kuppel und alles, was mit ihr verbunden war, beseitigt. Drei Staffeln hat es gedauert und dann war es plötzlich so simpel.

Barbie landet im Gefängnis, ein Soldat fasst drei Staffeln Kuppelabenteuer in wenigen Sätzen für uns zusammen, während wir sehen, was den Figuren nach dem Zusammenbruch der Kuppel geschehen ist. Unter anderem ist Barbie offenbar zu einer kalten Desinfektionsdusche gezwungen worden.

Und dann passiert das Unglaubliche: Er spricht uns, seine treuen Hasszuschauer, direkt an: „You are missing a lot of details, but that's what you guys do, so.“ Recht hat der Mann, doch zu unserer Verteidigung muss gesagt werden, dass es auch sehr viel einfacher wäre, sich auf die Details zu konzentrieren, wenn einem die Logiklöcher und Absurditäten nicht immer die Sicht versperren würden.

Die Kuppelüberlebenden werden eingesperrt und von den Machthabern gezwungen, die Wahrheit über die letzten drei Wochen zu verschleiern.

Wir erleben einen Zeitsprung von einem Jahr und dann wird es richtig unterhaltsam. Hunter (Max Ehrich) und Lily sind ein Paar, Hunter arbeitet für die NSA und Lily für Big Jim, was zur Hölle ist los? Norrie hat eine furchtbare Frisur und ist beim Militär gelandet. Julia kann immer noch nicht die kleinste Aufgabe alleine lösen, zum Beispiel die Enden eines Überbrückungskabels zusammenhalten oder einen Fisch fangen, ohne die Angel zu verlieren. Sie und Barbie sind nach wie vor ein so furchtbares Paar, dass man Big Jim danken möchte, diesen Heiratsantrag zu unterbrechen.

Außerdem darf man diese Szene wie eine Verabschiedung lesen: Ein letztes Mal unterbrechen die Figuren sich im passenden Moment gegenseitig auf so realistische Art wie möglich. Jeder, der schon einmal in einem Wald war, wird wissen, wie logisch es ist, dass sich gleich drei beleuchtete SUVs umbemerkt nähern und man sie erst im letzten Moment wahrnimmt.

Nun, wie auch immer, Big Jim nimmt das Liebespaar des Grauens mit in sein pompöses Büro, wo wir erkennen, dass die NSA Überwachungsmaterial von Dawn hat.

Als wäre das noch nicht genug, geht Norrie auf die Suche nach Juniors Leichnam und dann doch lieber in ein gesichertes Labor, wo Menschen in Einzelzellen mit Glastüren liegen, unter anderem Joe. Hier hat die NSA also vermutlich alle gesammelt, die der Kinship verfallen sind. Dawn ist Lehrerin und bringt ihre Schüler dazu, auf Klassenausflügen lila leuchtende Eier zu suchen, um das Abenteuer fortzusetzen. Die Lehre, die sie uns mit auf den Weg geben: Es wird immer weitergehen, nur gut, dass wir die NSA haben, die uns vor der Kinship beschützt.

Fazit

Sie geben uns noch einmal alles, was wir an der Serie Under the Dome zu schätzen gelernt haben. Im großen Serienfinale bleibt uns nichts vorenthalten, die Serienmacher unterbieten sich in der Episode The Enemy Within noch ein letztes, beeindruckendes Mal selbst und sind sich nicht einmal zu schade, die NSA als Teil der letztgültigen Auflösung heranzuziehen. Es ist ein Fest für Hasszuschauer, ob es sich dabei zum Beispiel um den einschläfernden Showdown mit Julia und Dawn handelt, der weder das Thema der Elternschaft ausschöpft noch irgendeine Logik bedient. Oder ob man an die absolute Nonenserklärung denkt, in der Dawn kurz die pinken Sterne und die vier Hände erwähnt, um den Eindruck zu erwecken, es gäbe hier eine staffelübergreifende Auflösung für alle Mysterien. Fast jede Szene hat das Potential, den Blutdruck der Hasszuschauer in die Höhe zu treiben - und das ist das Abschiedsgeschenk der Bewohner von Chester's Mill an uns.

Verfasser: Serienjunkies.de am Freitag, 11. September 2015
Episode
Staffel 3, Episode 13
(Under the Dome 3x13)
Deutscher Titel der Episode
Der Feind im Inneren
Titel der Episode im Original
The Enemy Within
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 10. September 2015 (CBS)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 30. September 2015
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Montag, 5. Oktober 2015
Autoren
Neal Baer, Tim Schlattmann
Regisseur
Peter Leto

Schauspieler in der Episode Under the Dome 3x13

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