Under the Dome 3x07

Under the Dome 3x07

In der Episode Ejecta formt sich Widerstand gegen die Kinship, auch wenn der nicht von der Person angeführt wird, die man erwarten konnte. Unterdessen drehen die Verhältnisse sich um: Die Außenwelt ist bedroht.

Die Apokalypse bricht an in der Serie „Under the Dome“ / (c) CBS
Die Apokalypse bricht an in der Serie „Under the Dome“ / (c) CBS

Pinke Sterne, die brennend vom Himmel fallen, Flammenwände außerhalb der Kuppel und jede Menge entsetzte Gesichter - die Episode Ejecta hat alles zu bieten, was man als Garant für Lacher ansehen kann. Doch dann treffen die Autoren plötzlich die Entscheidung, der Geschichte eine Richtung zu verschaffen.

Was passiert in der Episode?

Eva (Kylie Bunbury) und Barbie (Mike Vogel) stellen fest, dass die Bewohner ohne Christine anfangen, sich wie in Trance in den Tod zu stürzen und als Grund angeben, dass niemand da sei, der sie führen könne. Denn diese Person liegt nach wie vor in einem Kokon in der Höhle, bewacht von Junior (Alexander Koch).

Zur selben Zeit sehen wir Julia (Rachelle LeFevre) und Big Jim (Dean Norris), die den Hund suchen, als die erste große Wende der Episode Ejecta eintritt: Die pinken Sterne fallen vom Himmel, aber aus der Nähe gesehen sind es gefährliche Meteoriten.

Barbie und Eva beschließen, dass sie etwas unternehmen müssen angesichts des Massensuizids und der pinkfarbenen Bedrohung. Sie gehen in einen Aussichtsturm, um zu sehen: Die Außenwelt ist so gut wie zerstört und Eva sagt voraus, dass sie endgültig untergehen wird.

Barbie fällt ein, dass man ja durch die rote Tür in die Kuppel kommen kann. Er will zu den Wissenschaftlern auf Bird Island, um in Kontakt mit der Außenwelt zu treten. Doch Eva hat heimlich den Schlüssel eingesteckt und die beiden sind in dem Turm gefangen. Eva nutzt wieder mal die Gelegenheit, ihn zu verführen. Doof nur, dass ihr beim erotischen Hüllenfallenlassen der Schlüssel auf den Boden fällt. Barbie nimmt ihn und macht sich schnurstracks auf, alleine zum Labor zu ziehen. Sonst hat er nicht mehr viel zu tun in dieser Under the Dome-Episode.

Wir wenden uns also den anderen zu, zum Beispiel Norrie (Mackenzie Lintz) und Joe (Colin Ford), die Hunter gefangen halten, nachdem sie ihn vor Eva gerettet haben. Sam (Eddie Cahill) stößt zu ihnen ins Diner, rettet sie vor Junior oder auch nicht, immerhin hat er ihn ja erst ins Diner gelockt mit seiner Anwesenheit, aber egal. Immerhin stellen die drei Teenager fest, wo die Schwachstelle des Kuppelplans liegt: Wenn die Gefühle der Bewohner hochkommen, dann kehrt ihre Menschlichkeit zurück. Also versucht Christine (Marg Helgenberger), die anderen von ihren Gefühlen zu befreien. Im Moment sind es nur die negativen Gefühle, die diese Reaktion auslösen, zumindest nach dem, was wir wissen. Für Hunter (Max Ehrich) ist es Angst, für Norrie Wut und für Joe Trauer.

Gut, dass sie das an dieser Stelle herausfinden, denn Norrie stand bereits kurz davor, aufzugeben und sich zur Kinship zu gesellen. Gleichzeitig stellen Big Jim (Dean Norris) und Julia fest, dass die Außenwelt dem Untergang geweiht ist und machen den Alkoholvorrat platt, ergehen sich dabei in seltsam emotionalen Gesprächen und müssen schließlich erkennen, dass sie doch nicht die letzten Menschen sind: Norrie, Joe und Hunter stehen vor der Tür, gemeinsam gründen sie die Widerstandsbewegung. Was sie dabei verpassen: den Anruf aus der Außenwelt im Nebenraum.

Auch Barbie hat entdeckt, wie es draußen aussieht und will den verzweifelten Menschen auf der falschen Seite helfen, unter die sichere Kuppel zu kommen. Doch Eva zieht ihn zurück in die Kinship und er schmeißt schließlich sogar die Halskette weg. Welche? Ach die, die ihm Julia zurückgegeben hat. Wer sich daran nicht erinnern kann, dem wird das kurz vorher noch einmal gesagt, aufpassen ist ja bei Under the Dome generell überflüssig.

Pinke Sterne, ach dieser alte Käse wieder

Vieles in der Episode Ejecta ist mal wieder vor Dummheit strotzend komisch. Anderes hingegen könnte einen gar dazu veranlassen, die Geschichte ernst zu nehmen. Fangen wir doch zur Abwechslung einmal damit an: Die Auswahl der Menschen, die der Alienmacht widerstehen können, ist vielleicht etwas willkürlich, aber das Spiel mit den Gefühlen, die einen schützen, ist durchdacht. Was Norrie uns für die kleine Dreiergruppe aufzählt, geht auf. Auch Julia hat ihre emotionalen Leichen im Keller, von denen sie passenderweise noch schnell erzählt. Sie, die weit gereiste, ist in Chester's Mill gelandet für einen Mann - und das hat ja ganz wunderbar funktioniert. Big Jim kratzt schnell an dem Klischee, dass Junior seine Achillesferse ist und schwenkt dann schnell um auf eine weitaus passendere Deutung. Er bereut, dass er es zugelassen hat, dass ihm alles weggenommen wird, was ihm wichtig war.

Die einzige Szene, in der etwas Sinnvolles passiert, was uns nicht sofort überdeutlich erklärt wird, ist Barbies Rückführung in die Kinship. Er hat ein Helfersyndrom, vermutlich auch posttraumatische Belastung durch seinen Kriegseinsatz. Seine Achillesferse ist die Hilfslosigkeit und angesichts der verzweifelten Menschen vor der Kuppel dreht er durch. Doch Eva kennt den Trick, sie sagt ihm, dass er in ihrer neuen Gesellschaft gebraucht wird, dass er dort die Menschen retten kann. Und Barbie folgt - zunehmend willenlos.

Es sind die Menschen mit den dunklen Geheimnissen und den starken Gefühlen, die der Kinship entkommen. Fragt sich dann nur, wieso Junior der Sache so komplett verfallen ist, hat er doch das wohl am schwierigsten zu bekämpfende Gefühl von allen: Hass auf den eigenen Vater.

Die Tatsache, dass die Autoren endlich Struktur in die Geschichte bringen, fühlt sich erst einmal vorteilhaft an. Sie räumen merkbar auf und geben sich dabei alle Mühe, die letzten Staffeln in die aktuelle Situation zu quetschen. So stellt Norrie fest, dass sie während der Anfälle mit den pinken Sternen den Weltuntergang vorausgesagt habe. Dann wieder wird die Vergangenheit komplett ignoriert. Hunter erzählt, dass er Angst hat, jung zu sterben und vergisst dabei völlig, dass er einst mehr oder weniger aus Sensationsgier in die Kuppel gekommen ist. Sehr typisch für Menschen mit ausgeprägter Todesangst.

Auch der Umstand, dass es immer wieder zu seltsam praktischer Vergesslichkeit kommt, sorgt für Unterhaltung. Dass eine rote Verbindungstür zwischen beiden Welten existiert, dass Wissenschaftler ein ganzes Labor unter der Kuppel haben samt Kontakt zur Außenwelt, sollte doch eigentlich eine absolute Sensation sein, fällt aber bei den aktuellen Bewohnern eher in die Sparte weniger interessant. Barbie fällt die Tür erst wieder ein, als es seine Story mit dem Helfersyndrom unterstützt. Auch Julia und Big Jim finden den Laptop mit möglicher Verbindung zur Außenwelt nur kurzzeitig spannend.

Aber was kann man schon erwarten von jemandem, der in eine Flammenwand starrt und fragt: „Is that the sun?

Immerhin Big Jim hat den Durchblick: „No, it's coming from the wrong direction.

Fazit

Die Episode Ejecta bringt Struktur in die Geschichte, die Seiten bringen sich in Stellung und die Messer werden gewetzt. Einerseits ist das von Vorteil für die Story, andererseits bedroht das erneute Aufflammen der Ernsthaftigkeit wieder die Komik, mit der sich die Under the Dome-Macher doch eigentlich arrangiert zu haben schienen.

Verfasser: Serienjunkies.de am Freitag, 31. Juli 2015
Episode
Staffel 3, Episode 7
(Under the Dome 3x07)
Deutscher Titel der Episode
Welt in Flammen
Titel der Episode im Original
Ejecta
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 30. Juli 2015 (CBS)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 16. September 2015
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Montag, 14. September 2015
Autor
Peter Calloway
Regisseur
David Barrett

Schauspieler in der Episode Under the Dome 3x07

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?