Under the Dome 3x06

Under the Dome 3x06

Big Jim gerät in der Episode Caged in Gefangenschaft, doch der verrückte Wissenschaftler hat die Rechnung ohne unseren liebenswürdigen Stadtpsychopathen gemacht. Am Ende rückt der mysteriöse Schleim immer näher.

Julia (Rachelle LeFevre) ist enttäuscht von Barbie (Mike Vogel) in der Serie „Under the Dome“. / (c) CBS
Julia (Rachelle LeFevre) ist enttäuscht von Barbie (Mike Vogel) in der Serie „Under the Dome“. / (c) CBS

Der Schleim entfaltet in der Episode Caged seine ganze Macht: Eine neue Elite bildet sich gegenüber den seelenlosen Zombies heraus und am Ende schockt die extraterrestrische selbst ihren größten Fan Junior. Dazwischen kommen alle Big-Jim-Fans auf ihre Kosten.

Was passiert in der Episode?

Big Jim (Dean Norris) wird von dem verrückten Wissenschaftler über Christines Werdegang zur personifizierten Kuppel aufgeklärt und als eine Art Knastspion auf selbige angesetzt. Zunächst ist er nicht sonderlich erfolgreich, doch in einem großen Showdown entlockt er ihr einen Teil des Ziels der Außerirdischen: Die Kuppel soll aufgelöst werden, vermutlich, damit die Kinship die gesamte Menschheit übernehmen kann.

Im Manipulationskampf der besessenen Anthropologin gegen verrückten Wissenschaftler gegen mörderischen Autohändler gewinnt letzterer haushoch. Unserem liebenswerten Haus- und Hofpsychopath kann man halt nicht so schnell ein U für ein A vormachen. Der Wissenschaftler segnet das Zeitliche, Christine (Marg Helgenberger) muss von Barbie (Mike Vogel) und Junior (Alexander Koch) gerettet werden und Big Jim selbst? Ja, der sucht natürlich seinen Hund!

Unterdessen lässt sich Barbie von einer angeblich geläuterten Eva (Kylie Bunbury) die ganze Geschichte erzählen, dass sie und Christine eigentlich für Aktaion arbeiten, in Grundzügen ist ihre Story auch nicht erlogen, aber das Entscheidende lässt sie dann doch lieber raus: dass die Aliens hinter der Kuppel eine grausame Verwandtschaftsclique gründen wollen, in der alle, die wertlos sind, beseitigt werden. Wie in der Episode Caged zum Beispiel Hunter (Max Ehrich).

Es stellt sich heraus, dass er nach seinem Sturz vom Dach querschnittsgelähmt bleiben wird. Da kennt Eva nur eine Lösung: Er muss sich selbst umbringen, weil er nur die Ressourcen der Gemeinschaft aufzerren würde. Dieser bestechenden Logik kann selbst der Verletzte nichts mehr entgegensetzen und willigt in seinen Suizid ein.

Woanders in Chester's Mill wird Julia Zeuge, wie Junior Joe (Colin Ford) bedroht und gerät aufgrund ihrer Einmischung selbst in Juniors Gefangenschaft. Während alle anderen zu Zombies mutieren, setzen Eva und Junior sich als aufstrebende Elite dieser neuen Welt fest. Statt unfähig im Flur rumzustehen, geben sie die Befehle. Natürlich in Christines Sinne und nur, solange die wahre Anführerin abgelenkt ist. Joe und Norrie (Mackenzie Lintz) schwingen sich zu Rettern auf, befreien erst Julia (Rachelle LeFevre) und dann Hunter. Dabei bleiben sie jedoch verwirrt angesichts der seltsamen Handlungsweisen ihrer Mitbürger. Zu dieser Allianz der Widerstandsfähigen gesellt sich zum Ende der Episode Caged eine Kooperation der Außenseiter aus Julia und Big Jim. Erstere hat noch versucht, Barbie die Augen zu öffnen, doch da ist nichts mehr zu machen.

Statt dieser zwei vielversprechenden Teams ist es schließlich jedoch Sam (Eddie Cahill), der Nägel mit Köpfen macht und Christine ein Messer in den Rücken rammt. Doch dank des Schleims scheint der mögliche Tod kein größeres Problem zu sein. Ist ja ohnehin nur ihre menschliche Hülle, wie sie Big Jim gegenüber mehrfach betont. Sollte sie sich eine neue zulegen wollen, würde ich gerne ein paar Vorschläge einreichen, die weiteres Unheil verhindern könnten.

I can handle good and I can handle evil, but what I can't handle is desperate!

Denn mit der Anthropologin Christine hat die außerirdische Lebensform nicht gerade das große Los gezogen. Gut, das Attraktivitätslevel ist ansehnlich, aber diskussionswürdig. Doch die übertriebene Mimik trägt erheblich dazu bei, dass ihre Manipulationsversuche wie ein großer Gag wirken.

Sowohl Big Jim als auch Sam schaffen es, sie ihrerseits auszutricksen, indem sie ihr vormachen, auf ihre Manipulationen hereinzufallen. Das sollte Christine zu denken geben: Immer, wenn sie in dieser Episode Erfolg mit ihren Lügen hat, liegt es eigentlich daran, dass sie gerade selbst ausgespielt wird. Das kann wohl kein Zufall mehr sein, die Frage ist nur: Wenn in einer Serie alle Charaktere furchtbar platt und dümmlich geschrieben sind, wie macht man dann als Autor deutlich, dass die Unfähigkeit bei einer speziellen Figur mit Absicht zum Charakter gehört? Man kann es natürlich so sehr übertreiben, dass selbst der geneigte Hasszuschauer zugeben muss, dass das weder Zufall noch Bequemlichkeit sein kann.

Auch die Entscheidungen der anderen sind nämlich wieder mal nicht von Intellekt gezeichnet. In seltenen Fällen jedoch ist es einfach nur noch absurd. Oder findet jemand eine halbwegs verständliche Erklärung dafür, dass Julia nachts im Wald an Bäumen lehnt, als wenn sie auf den Bus wartet? Der Zufall will es, dass sie genau dort steht, wo Big Jim seinen Hund sucht. Das ist ja ebenfalls die normalste Tätigkeit der Welt, nachdem man gerade einer verrückten außerirdischen Macht entkommen ist. Oh, Moment, was ist denn das für ein Schleim, der da immer näher kommt?

Egal, also wie gesagt, die Episode Caged führt die bekanntermaßen interessante Story der dritten Staffel Under the Dome weiter. Wir werden Zeuge der „Origin-Story“ der verschiedenen Teams, zwischen denen sich ein Showdown zuspitzen könnte. Auf der einen Seite haben wir Norrie und Joe, die als Teenager ihre eigenen Prioritäten haben, unabhängig von denen der Erwachsenenwelt.

Joe muss mit dem Verlust der Eltern und dem Mord an der Schwester umgehen, was ihn immun gegen die Manipulationen des Schleims macht. Selbst in der Parallelwelt hat er sich nicht integrieren können. Er bewahrt sich immer einen Blick dafür, was ihm wirklich wichtig ist. Norrie ist anders, sie ist noch auf der Suche nach sich selbst. Ihr Sarkasmus in den ersten Staffeln diente ihr als Schutzschild, bis sie herausgefunden hat, wo sie denn nun wirklich dazugehören will. In der anderen Realität hat sie sich scheinbar komplett gegensätzlich zu ihrem eigenen Ich verhalten, was aber daran liegt, dass sie als Teenager noch formbarer ist als Erwachsene. Die Wucht der Kuppelmanipulation trifft bei ihrer jugendlichen Unsicherheit genau ins Schwarze. Weil der Schleim so große Effekte auf sie hat, reagiert sie radikal auf die Bedrohung und bittet Joe, sie umzubringen, falls „die anderen“ es schaffen sollten, sie gegen ihren Willen auf ihre Seite ziehen.

Unterhaltsam sind auch die Beziehungen, die Big Jim aufbaut. Er ist und bleibt der Kleinstadtautohändler, der weiß, wie man einen Deal abschließt - und das rettet ihn aus einer Zwickmühle. Er entlockt Christine ihr Ziel und kauft sich damit frei. Doch dann stellt sich heraus, dass der Wissenschaftler nicht mit offenen Karten gespielt hat. Aber auch das ist kein Problem für Big Jim, denn neben einem versierten Verkäuferinstinkt hat er auch eine unterhaltsame psychopathische Seite, die dazu führt, dass er nicht lange fackelt.

Seine neue Teambildung mit Julia ist die beste Idee, die die Autoren jemals hatten, und zum ersten Mal fühlt es sich so an, als wenn die letzten Staffeln vielleicht nicht völlig umsonst waren. Sie haben beide Charaktere in Stellung gebracht, viel haben die beiden nicht gemeinsam, abgesehen von einer glaubhaften Abneigung zueinander und einem ausgeprägten Kampfwillen. Eine gute Grundlage für eine unterhaltsame Hassfreundschaft.

Gegen den Durchschnitt der Bewohner heben sich auch Barbie und Junior ab, allerdings in unterschiedliche Richtungen. Junior fehlt eine echte Bezugsperson, er sehnt sich nach einer kleinen Idylle, einer Möglichkeit, dazuzugehören und sich zu integrieren. Mit ihren kleinen Manipulationen rennt Christine bei dem labilen Jungen offene Türen ein.

Über Barbie sagt sie selbst, dass sein Kriegstrauma ihn widerstandsfähiger als die meisten macht. Verglichen mit den willenlosen Zombies, die im Flur rumstehen, mag das stimmen, aber wieso Barbie dann immer noch wesentlich dümmer als beispielsweise Norrie ist, sollte uns zu denken geben. Als großen Retter sollte man auf ihn nicht zählen, aber mittlerweile machen sich dafür die vier Widerstandskämpfer ohnehin viel besser.

Fazit

Mit der Episode Caged setzt die Serie Under the Dome ihren Angriff auf unsere Lachmuskeln fort. Und erhöht dabei noch die Dosis, zum Beispiel, wenn alle Zombies pfeifend im Entenmarsch durchs Lager ziehen. Oder wenn Barbie unter seinem Fernglas bedeutungsschwer „Aktaion!“ murmelt.

Aber es könnte auch an der Zeit sein, der Serie eine zweite, pardon, hundertste Chance zu geben. Es ist richtig, sie haben viel unserer Zeit verschleudert und uns zwei Staffeln lang jedes befreiende Gefühl einer Auflösung vorenthalten. Doch sie haben sich verändert, zum Besseren, möchte man meinen. Sie haben sich der ihnen eigenen, unfreiwilligen Komik hingegeben und kämpfen nicht länger dagegen an. Und sie haben angefangen, einzelne Rätsel miteinander zu verknüpfen und Erklärungen zu liefern. Das darf honoriert werden. Da kann man sich mal ein bisschen einschleimen lassen und Lob verteilen. Immerhin haben die Autoren verstanden, welche ihrer Figuren immerhin Komik oder Individualität haben und lassen sie damit zwischenzeitlich glänzen. In diesem Sinne möchte ich mich mit den Worten meines aktuellen Lieblingshundehalters verabschieden: „Cover your own ass. Toodeloo.

Verfasser: Serienjunkies.de am Freitag, 24. Juli 2015
Episode
Staffel 3, Episode 6
(Under the Dome 3x06)
Deutscher Titel der Episode
Im Käfig
Titel der Episode im Original
Caged
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 23. Juli 2015 (CBS)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 16. September 2015
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Montag, 14. September 2015
Autor
Andres Fischer-Centeno
Regisseur
Sergio Mimica-Gezzan

Schauspieler in der Episode Under the Dome 3x06

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?