Under the Dome 1x11

Nicht erst seit der Episode Speak of the Devil wissen wir, dass die Serie Under the Dome nicht gerade besonders subtil ist. Auf die Dauer wird das anstrengend. Die ganze Geschichte lastet immer mehr auf den Schultern von Big Jim (Dean Norris), während die anderen Figuren wirken, als hätten sie gedanklich schon abgeschaltet.
Stadtoberster
Zum wiederholten Male schwenken Big Jim und Barbie (Mike Vogel) in der Episoden Speak of the Devil zwischen Todfeindschaft und erzwungener Zusammenarbeit. Wirklich interessant ist das nicht mehr, gehört aber im Umfeld der anderen Storys noch zum Spannenderen der Episode. Und das liegt eigentlich nur an Big Jim. Er hat immerhin einen Funken Verstand mit in die Kuppel gebracht.
Seit dieser Episode ist klar, dass er der Oberbösewicht ist. Er hat eine wehrlose Frau ertrinken lassen, zwei Gefangene ohne Not erschossen und macht auch noch den mehr oder weniger unschuldigen Barbie für all das verantwortlich. Und dann ist da ja auch noch die Sache mit den Drogen. Nicht alle lassen sich schließlich so einfach überzeugen wie Sheriff Linda (Natalie Martinez).
Big Jim hat zwei Ziele, er will der Mächtigste und der Skrupelloseste unter der Kuppel sein. Das zweite Ziel hat er erreicht, indem er seine einzige Konkurrenz, Max (Natalie Zea), aus dem Weg geräumt hat. In Sachen Macht hat er von Linda keine Gegenwehr zu erwarten, wie sie traurigerweise einmal mehr bewiesen hat.
Die einzige Konkurrenz ist also Barbie, den eine angeborene Autorität wie Pech verfolgt. Eigentlich wollte er doch nur in Frieden mit seiner neuen Freundin Julia (Rachelle LeFevre) unter der Kuppel leben. Selbst zur Zusammenarbeit mit der Polizei musste Linda ihn zwingen. Doch er ist einfach ein Anführer, das dürfte mittlerweile allen klar geworden sein. Eigentlich sollte Barbie an der Macht sein, er hat die Fähigkeiten. Dennoch ist es Big Jim, der die Nase vorne hat.
Und vor der Mattscheibe kann man sich bei dem Gedanken erwischen, dass den Bewohnern das auch ganz recht geschieht. Schließlich handeln die meisten mittlerweile dümmer, als man glauben kann. Big Jim und Max hatten als Rattenfänger leichtes Spiel.
Um sich greifende Dummheit
Worin Big Jim alle anderen schlägt, das ist Diplomatie und Vorausdenken. Niemand in Chester's Mill scheint auch nur eine Sekunde lang über die Folgen seiner Aktionen nachzudenken. Angie (Brittany Robertson) hat einen Wahnsinnigen vor sich, auf den sie unglücklicherweise angewiesen ist. Doch statt einfach mal ein bisschen diplomatisch zu bleiben und das Ziel im Auge zu behalten, durchkreuzt sie seine Wahnvorstellungen in übertrieben offensichtlicher Weise und treibt ihn damit aus dem Team.
Ein Glück, dass Junior (Alexander Koch) ebenfalls nicht der Hellste ist und ohne gute Argumente von Angie zurückgeholt werden kann. Denn endlich hat sie es verstanden: Sie versichert ihm, dass sie ihn brauche, und er folgt wie ein Schoßhündchen. Das hätte sie auch einfacher haben können. Vor allem da Junior anscheinend so weit in seiner Phantasiewelt gefangen ist, dass er offensichtliche Beschwichtigungen und Lügen nicht mehr erkennen kann. Der Plot um die beiden fühlt sich in dieser Episode mal wieder wie verschenkte Zeit an. Junior etwas vorzumachen ist schon einfach, aber jemand anderes lässt sich ebenfalls an der Nase herumführen.
An Dummheit kaum noch zu überbieten ist in der Episode Speak of the Devil leider Linda. Big Jim muss sich kaum anstrengen, sich aus den Drogenanschuldigungen herauszureden. Linda lässt sich durch seine wilden Barbiegeschichten so schnell ablenken, dass man es kaum glauben kann. Selbst wenn die Beweise immer mehr gegen ihn sprechen - ist denn Linda nicht fähig zu erkennen, dass es zwei Gesetzesbrecher in einer Stadt geben könnte?
Auch Barbie denkt nicht unbedingt mit in dieser Under the Dome-Episode. Wenn man einem machthungrigen Despoten wie Big Jim ankündigt, dass man nach dieser letzten gemeinsamen Unternehmung (Max das Handwerk legen) alles dafür tun wird, ihn zu entmachten, dann muss man sich nicht mehr groß wundern, am Ende in einen Pistolenlauf zu gucken. Und dann scheint er auch noch Peters Vorbild zu folgen und Max so lange zu provozieren, bis sie abdrückt.
Erst redet er zu viel und dann bekommt er plötzlich den Mund nicht mehr auf. Er versucht erst gar nicht, Linda von der Wahrheit über Big Jim zu überzeugen, sondern verhält sich genauso, wie es Big Jim in die Hände spielt. Vielleicht ist ihm auch schon aufgefallen, dass Linda eins und eins nur schwer zusammenzählen kann und hat sich ohnehin keine Einsicht von ihr versprochen.
Generell scheint niemand in Chester's Mill etwas für sich behalten zu können. Mit Ausnahme von Big Jim, der sich nur begrenzt in die Karten gucken lässt. Angesichts der vorherrschenden Dummheit müsste man sich wundern, wenn jemand wie Big Jim nicht einfaches Spiel hätte.
Doch auch der leistet sich hin und wieder seltsame geistige Ausfälle. Max und ihren Begleiter erschießt er ohne zu zögern. Doch statt diesen immerhin erfolgreichen Weg weiterzugehen, lässt er Barbie auf Armeslänge nahekommen, bevor er abdrückt.
Max war nur für einen Kurzbesuch in Chester's Mill. Das ist besonders schade, weil sich der Konflikt zwischen Big Jim und ihrer Mutter nun wie eine verschenkte Möglichkeit anfühlt. Statt ihr wenigstens eine Chance zu geben, sich zu rächen, wird sie ins Jenseits befördert. Wieso dann überhaupt die Mühe machen, Big Jim zur Insel zu schaffen? Alles, was nun passiert ist, hätte auch ohne diesen Einschub geschehen können.
Fazit
Neben der Dummheit fallen in der Episode Speak of the Devil besonders die unmotivierten Dialoge auf. Besonders clever waren sie bisher schon nicht, aber auf „She was never right for you anyway“ hätte einem vielleicht schon etwas Besseres einfallen können als „You're the one who's not right“.
Doch über die Episode Speak of the Devil kann auch etwas Positives gesagt werden: Endlich laufen die Stränge zusammen. Die einzigen, die sich noch wirklich um die Kuppel kümmern, sind die Teenager. Und die wuselten bisher einfach vor sich hin. Zumindest bis jetzt. Denn nun haben sie ein Ziel: Big Jim zu töten. Und damit kommen die beiden Storys endlich zusammen.
Zwei Episoden vor dem Staffelfinale kann man nur hoffen, dass einige Bewohner, allen voran Linda, endlich ihr Gehirn einschalten und die Geschichte zumindest zur Auflösung hin noch etwas Gehalt bekommt.
Denn die Sache mit den Sternenkonstellationen und der Raupe ist interessant. Die Teenager sind da etwas Spannendem auf der Spur. Doch nach dieser Episode könnte man befürchten, von der Auflösung enttäuscht zu werden. Wie viel haben wir zu erwarten von einem Team, das sich in Sachen Logik bisher nicht wirklich viel Mühe gibt?
Verfasser: Serienjunkies.de am Dienstag, 3. September 2013(Under the Dome 1x11)
Schauspieler in der Episode Under the Dome 1x11
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