Tschugger 1x01

© oster zur Serie Tschugger (c) Sky/SRF
Die Serie Tschugger führt selbst den norddeutschesten Zuschauer schnell in die Umgebung ein: im Wallis, dem doppelsprachigen Kanton im Süden der Schweiz, da gehen die Uhren noch anders. Das findet zumindest der Rest der Schweiz und die Serienmacher sind angetreten, um aus dem Image der hinterwäldlerischen Gegend eine skurrile Crime-Komödie zu stanzen. Gelingt das auch zur Unterhaltung derer, denen ein Großteil der Witze wohl aufgrund der Sprachbarriere entgehen dürften?
Wovon handelt die Serie Tschugger?
Bax (David Constantin) ist ein Dorfsheriff wie aus dem Buche. Einst hat er einen großen Fang gemacht, einen hochkarätigen Drogendealer medienwirksam dingfest gemacht. Doch das ist lange her und mittlerweile beäugen die anderen seinen Glauben an den nächsten großen Fall eher mit Mitleid als mit Bewunderung. Besonders nervig findet ihn seine Exfreundin Gerda (Clelia Fux), ebenfalls Polizistin. Zu seinen Kollegen gehört auch Pirmin (Dragan Vujic), ein biederer Familienvater, der von den Vorgesetzten für seine Behäbigkeit und Diensttreue geschätzt wird. Das veranlasst den Polizeichef des Orts dann auch dazu, ihn als Babysitter für Bax einzusetzen.
Der hat jedoch ganz anderes im Kopf, als der Anweisung Folge zu leisten. Er hat bereits wieder die Spur aufgenommen, um allen zu beweisen, dass er es noch draufhat. Er will den Kiffer Juni (Arsene Junior Page) und dessen Freundin, die hoffnungsfrohe Rapperin Valmira (Annalena Miano), indem er beweist, dass sie Drogen im großen Stil schmuggeln. Dafür spannt er den unbeholfenen Polizeipraktikanten Smetterling (Cedric Schild) ein. Die Aktion, die er vor den anderen Polizisten geheim hält, gerät sofort aus dem Ruder und am Ende sehen Smetterling und Juni sich in den verschneiten Bergen mit zwei italienischen Fahrern und einer Waffe konfrontiert...
Wie kommt es rüber?
Tschugger, das erklärt Bax uns als Erzähler direkt zu Beginn, ist ein nicht unbedingt wertschätzender, aber auch nicht direkt beleidigender Begriff für Polizist. Das versuchen die Lokalsheriffs in einem neuen Werbeclip allerdings für sich zu kapern und den Spieß umzudrehen. Doch mit neuen Ideen hat man es in dem verschlafenen Nestchen im Wallis nicht gerade. Insgesamt spielt die Serie, die in der Gegenwart angesiedelt ist, auf zahlreiche Weisen mit dem Vorurteil der Rückständigkeit in der Kleinstadt.
Einerseits bleibt man hier in der Requisite dem Sky-Stil treu, den man aus deutschen Produktionen kennt. Andererseits wirkt alles von den zur Schau gestellten Kleidern über die Gesichtsbehaarung bis hin zum melancholisch-bräunlichen Filter über den Szenen wie eine Hommage an die 80er Jahre. An Referenzen zu den damaligen Mattscheiben- und Leinwand-Cops mangelt es Tschugger dann auch nicht. Auch der Tschugger im Zentrum, Bax, wirkt aus der Zeit gefallen. Daran ist der Schnauzbart schuld und ebenso die Tatsache, dass er als „Magnum“-Verschnitt seinen großen Tagen nachjagt.
Was gut funktioniert, sind die Charaktere. Selbst, wenn den meisten deutschen Zuschauer:innen entgehen wird, dass der Möchtegern-Rapstar offenbar komödiantische Anleihen bei einer bekannten Schweizer Künstlerin gemacht hat... Doch in sich sind die Figuren und die Story skurril genug, um einen leichten, wenn auch nur ganz leichten Fargo-Vibe zu versprühen.
Tschugger: Serientrailer
Hier abschließend noch der Trailer zur neuen Serie „Tschugger“:
Verfasser: Loryn Pörschke-Karimi am Freitag, 13. Mai 2022Tschugger 1x01 Trailer
(Tschugger 1x01)
Schauspieler in der Episode Tschugger 1x01
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?