True Blood 5x08

True Blood 5x08

In True Bloods neuer Episode kommt endlich auch Sookie wieder mehr zum Zug. Alcide begeistert durch physische Hingabe und auch Sam darf sich nicht wegen zu geringer Spielfläche beschweren. Am Ende sorgt aber Bill für die größte Überraschung...

Eric und die Spuren des Exzess in „True Blood“ / (c) HBO
Eric und die Spuren des Exzess in „True Blood“ / (c) HBO

Sam, Sam, Sam

Die Episode Somebody That I Used to Know bietet besonders Sam Trammell einmal wieder eine größere Plattform. So bringt der Gedanke daran, dass ihre Spezies das Opfer von Fanatikern wird, seine Luna (Janina Gavankar) derart in Rage, dass sie sich kurzer Hand in ihren Freund verwandelt. Trotz ihrer Verletzung möchte die hitzige Shifterin die Offensive ergreifen. Die Voraussetzungen für eine Eskalation der Gewaltspirale sind somit gelegt.

Dabei gelingt es Trammell auf eindrucksvolle Weise, seinen Körper einem anderen Charakter zu überlassen. Nachdem er zuvor bereits Merlottes Bruder Tommy (Marshall Allman ) porträtierte, hat er nun Gelegenheit, die wütende Frau in sich zum Ausdruck zu bringen. Etwas ungelenk macht sich Luna-Sam so in einem fragwürdigen Outfit auf den Weg.

Der echtere Sam darf zudem noch dem gefangengenommenen Shifter-Hasser in der innovativen Gestalt einer Kobra auf den Zahn fühlen. Als er danach schließlich auf Luna-Sam trifft, kommt es in einem spiegelartigen Moment fast zum Kuss mit sich selbst. Doch zum Glück kommt im rechten Moment die wahre Luna wieder zum Vorschein. Allerdings ist sie nach der höchst gefährlichen Verwandlung in einen Menschen sehr geschwächt. Wird sich Sam bald alleine um die kleine Emma kümmern müssen, die zu allem Überfluss noch im Besitz des Vampirblutes ist?

Was zur Lilith?

Wie so oft folgt auf den Rausch das böse Erwachen. Godric hatte bei Eric (Alexander Skarsgård) bereits in der Episode In The Beginning Zweifel daran gesät, dass beim Bluttaumel der Restautorität alles mit rechten Dingen zugeht. Zunächst hat es den Anschein, als könne Eric auch auf Seiten von Bill (Stephen Moyer) eine skeptischere Betrachtungsweise hervorrufen. Trotzdem bleibt Mr. Compton zunächst in Gesellschaft der Zügellosen zurück. Deren neuerlicher Sündenfall wird dabei symbolisch mit den vom Karneval in New Orleans stammenden Mardi Gras-Ketten betont.

Die Vampire nutzen die Erscheinung der vermeintlichen Lilith dafür, ihren neuen blutrünstigen Lebensentwurf zu rechtfertigen. Besonders unangenehm wirkt dabei Nigel (Henri Lubatti), der so endlich seinen Appetit auf Neugeborene befriedigen will.

Salome (Valentina Cervi) verlangt auch von Bill, endlich „die kindischen menschlichen Moralvorstellungen zu überwinden.“ Eine dramatische Erinnerung an seine dahinsiechende menschliche Tochter im Jahr 1910 scheint den Vampir zunächst daran zu erinnern, dass auch das menschliche Leben beschützenswert ist. Auch hatte Bill nach ungefähr 45 Vampirjahren bereits beschlossen, dass eine Existenz als Vampir für seine Tochter eine größere Strafe wäre als der Tod. Doch wider erwarten bleibt seine Läuterung aus, und Bill gibt sich dem Blut der hilflosen Mutter auf Salomes Bett hin.

Unterdessen bemüht sich Eric, seine Schwester Nora (Lucy Griffiths) auf Godrics sanften Pfad zurückzuführen. Doch ihre spirituelle Hingabe Lilith gegenüber ist inzwischen stärker als der Glaube an ihren Maker.

Russell bleibt relativ im Hintergrund und flirtet lieber mit Steve (Michael McMillian). Dabei deutet er aber immerhin an, dass die Religion mitsamt ihrer organisatorischen Verpflichtungen auf seiner Prioritätenliste unterhalb der eigenen Selbstverwirklichung angesiedelt sein könnte.

Mehr Engagement zeigt da schon Bill, der die bekehrten Sanguinistas mit einem cleveren Vorschlag zur Vernichtung des Main Stream begeistert: Ohne True Blood wären auch die friedfertigen Vampire - zumindest kurzzeitig - wieder auf menschliches Blut angewiesen.

Wo ist Warlow?

Sookie (Anna Paquin) wird auf ihrem „Entfeeungstrip“ ausgerechnet von Jason (Ryan Kwanten) wieder zur Vernunft gebracht. Er appelliert nicht nur an das Erbe der Eltern, das seine Schwester in sich trägt. Auch führt er Sookie den Vorteil vor Augen, den ihre Kräfte bei der Ergreifung der Mörder ihrer Eltern bedeuten würde.

Die Begebenheiten in Bon Temps sind zuweilen schwer zu erklären. Doch dank der Halb-Fee Albert Einstein und den Feen-Verwandten der Stackhouses wird zumindest ein charmanter Versuch unternommen: E=mc2 eben.

Nach den wehleidigen Handlungsabschnitten der Vergangenheit darf Sookie in dieser achten Episode endlich wieder stärker zum Zuge kommen. So begibt sich die Halb-Fee mental in die Vergangenheit und baut umgehend die Verbindung zu einem Vampir auf - ein Umstand, den sich wohl nicht einmal Einstein erklären könnte. Der neue fangzähnige Antagonist ist in der atmosphärischen Sequenz zwar noch nicht identifizierbar. Doch Sookie kann dem Schrecken, der ihr Leben von neuem bedroht, zumindest einen Namen geben. Der Mörder von Mr. und Mrs. Stackhouse heißt Warlow.

Von Fallen und Niederlagen

Jessica (Deborah Ann Woll) hat sich von einem süßen Tropfen in eine Falle locken lassen. Doch während wohl zu keiner Zeit ernsthaft die Gefahr bestand, dass Hoyt (Jim Parrack) seinen Irrweg ernsthaft mit einer Pfählung seiner Exfreundin beschließen würde, gab es immerhin auch keine Versöhnung der beiden.

Romantik im Werwolf-Stil gibt es unterdessen bei Alcide (Joe Manganiello) und Rikki (Kelly Overton) zu sehen. In einer zeitlich großzügig bemessenen Sequenz darf sich das Paar von dem bevorstehenden Rudelkampf mit animalischer Fleischeslust ablenken. Alcide ist dabei nicht nur energetisch, sondern auch sensibel, weswegen er Rikkis winkenden Zaunpfahl erkennt und sie fragt, ob die Wölfin seine Freundin werden will.

Wie sich später herausstellt, ist der Kampf gegen J.D. (Louis Herthum) in Wirklichkeit eine Jagd. Auf einen Menschen. Obwohl es sich bei diesem um einen trainierten Läufer handelt, ist das kein fairer Kampf und Alcide beweist Größe. Dennoch lässt sich die Konfrontation mit dem gedopten Kontrahenten nicht vermeiden. Nach dem anregenden Intermezzo zwischen den Laken, sollten in dieser Sequenz vor allem Wrestling-Freunde auf ihre Kosten kommen. Dank der beherzten Intervention von Martha (Dale Dickey) kann zwar das Schlimmste verhindert werden. Trotzdem ist Alcide geschlagen. Besonders vor den Augen seines Weibchens eine nicht zu unterschätzende Demütigung.

Von Brujo, Ifrit und einem happy face

Auch Tara (Rutina Wesley) wird durch ihre frühere Schulkameradin Tracy (Anastasia Ganias) nicht sonderlich nett behandelt und muss sich im Fangtasia so gleich mit einer doppelten Dosis von Vorurteilen herumschlagen: „Now you are a member of two minorities“. Dabei wird sie nur vordergründig von der kundenorientierten Pam (Kristin Bauer van Straten) im Zaum gehalten. In einer erfreulichen Wendung offenbart sie ihrer Schutzbefohlenen mit der geknebelten Tracy eine nette, kleine Überraschung. Pam besticht so einmal mehr durch ihre düstere Zuneigung. Eine bessere Makerin als Ms. „My mad face and my happy face are the same“ wäre für Tara schwer zu finden.

Lafayette (Nelsan Ellis) ist - wohl dank Maria (Valenzia Algarin) - mit fast heiler Haut davongekommen. Nach den vielen abwegigen Erlebnissen in seiner Vergangenheit ist es fast plausibel, dass er sich nicht darüber wundert, plötzlich wieder in Gesellschaft von Jesús (Kevin Alejandro) zu sein. Die selbstverständliche Vertrautheit zwischen den beiden Charakteren ist dabei wirklich rührend und fast physisch erspürbar.

Trotz seiner fulminanten Ansprache („Hooker, I ain't in the helping-business no more. I am in the fuck off while I smoke a blunt-business . And business (is) about to pick way the fuck up.“) darf sich Lafayette noch nicht ausruhen. Schließlich kommt es zu einer Fusion der Handlungsstränge Ifrit und Brujo:

Was als Scharade gedacht war, um Terrys (Todd Lowe) posttraumatischen Stress zu bekämpfen, wird aufgrund von Lafayettes potenten medialen Fähigkeiten zu einem grausamen Ultimatum aus der Geisterwelt: Patrick (Scott Foley) oder Terry - einer von beiden soll sterben. Ein in Anbetracht ihrer Taten fast mildes Urteil.

Während der Ifrit-Strang seine Halbwertzeit gänzlich überschritten hat, wird hoffentlich die Zukunft von True Blood offenbaren, ob Lafayette seinen Brujo an Maria abgeben konnte, und was diese damit im Schilde führt.

Fazit

Nach einer ausgeprägten Durststrecke wird in der Episode Somebody That I Used to Know auch Paquin wieder mehr sprichwörtlicher Spielraum eingeräumt. Die drohende Gefahr durch den mysteriösen Warlow bietet zudem einmal wieder die Gelegenheit für einen spektakuläreren Kampf mit Sookie-Beteiligung.

Neben Sookie, deren Real-Life-Gatte Stephen sich übrigens für die Regie dieser Episode verantwortlich zeigt, sieht sich auch Hoyt plötzlich mit der Bedrohung durch einen Unbekannten konfrontiert. Eine Chance für Jessica, sich bei ihm zu revanchieren?

Die große Überraschung bietet wohl Mr. Compton. Ist er tatsächlich dabei, sich „weiterzuentwickeln“? So verlockend wie ein bitterböser Bill auch anmuten mag - es besteht noch immer die Möglichkeit, dass er nur ein Täuschungsmanöver für die Sanguinistas inszeniert.

Trotz des zu kurz gekommenen Russell, eine der ganz starken Episoden der fünften Staffel mit feurigen Dialogen und einem gelungenen Cliffhanger!

Wer die Spannung nicht mehr bis zur nächsten Woche aushalten kann, darf sich auf der nächsten Seite bereits einen Eindruck der Episode „Everybody Wants to Rule the World“ machen.

Achtung, Spoiler!

Everybody Wants to Rule the World-Teaser[videosj=True Blood 5x09 Promo -Everybody Wants to Rule the World]

Verfasser: Thordes Herbst am Dienstag, 31. Juli 2012
Episode
Staffel 5, Episode 8
(True Blood 5x08)
Deutscher Titel der Episode
Alte Bekannte
Titel der Episode im Original
Somebody That I Used to Know
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 29. Juli 2012 (HBO)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Sonntag, 9. Dezember 2012
Autor
Mark Hudis
Regisseur
Stephen Moyer

Schauspieler in der Episode True Blood 5x08

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