True Blood 5x03

Die Episodenautorin Raelle Tucker führt uns zu dem Punkt zurück, wo wir True Blood zuletzt verlassen haben. Wir sehen, wie Tara (Rutina Wesley) wutentbrannt aus Sookies Haus stürmt und vom Silbersprinkler besprüht wird. Dabei erleidet sie große Schmerzen und setzt ihre Flucht in Freiheit fort. Lafayette (Nelsan Ellis) und Sookie (Anna Paquin) schreien ihr vergebens hinterher.
Zu Beginn von „Whatever I Am“ (5x03) sehen wir, wie Tara erstmals ihre Umwelt als Vampir wahrnimmt. Die Szenen ihrer blitzschnellen Heilung und des aufblitzenden Kosmos sind durchaus gelungen, genauso wie ihre Wahrnehmungskraft des Pulsschlags von Mensch und Tier.
Die nächste Bewährungsprobe lässt für sie aber nicht lange auf sich warten: ein Mädchen bleibt mit dem Auto liegen und glaubt, in Tara passende Hilfe gefunden zu haben. Dabei zählt dieses Mädchen zu den Menschen, die Vampiren gegenüber unvoreingenommen sind. Das hält Tara aber nicht vom Angriff ab. Der Anblick ihres Spiegelbilds auf der Windschutzscheibe und vielleicht auch ihr abschweifender Blick zur Kreuzkette, die am Rückspiegel hängt, verhindern jedoch Schlimmeres.
Zuflucht findet Tara anschließend bei Sam (Sam Trammell), der nicht schlecht staunt, als er ihre Reißzähne bemerkt. „What happened to you?“ - „I'm hungry!“ Natürlich kann Sam Sookie gegenüber nicht verheimlichen, dass Tara bei ihm Unterschlupf gefunden hat, auch wenn er es anfangs auf durchaus witzige Art und Weise versucht. Auch Lafayettes Gespräch mit Arlene (Carrie Preston) durch die Toilettentür sorgt für ein kleines Schmunzeln.
Ihren großen Auftritt bekommt Tara aber trotzdem: In der Gegenwart von Sam, Arlene und Alcide (Joe Manganiello) erzählt sie, wer für ihre Verwandlung zum Vampir verantwortlich ist. Bei dieser Gelegenheit gesteht Sookie Alcide ihren Mord an Debbie. Wie er damit umgehen wird, erfahren wir aber erst zu einem späteren Zeitpunkt. Auch um zu wissen, was es mit dem Brujo in Lafayette auf sich hat, müssen wir uns noch etwas gedulden. Spannung dürfte aber vorprogrammiert sein.
How Pam and Eric met Bill and Lorena
In der vergangenen Episode Authority Always Wins (5x02) erhielten wir einen ersten, wenn auch kurzen, Einblick in die gemeinsame Vergangenheit von Pam (Kristin Bauer van Straten) und Eric (Alexander Skarsgard). In „Whatever I Am“ (5x03) dürfen wir etwas über den Tellerrand hinausblicken.
Wir werden erneut ins San Francisco des Jahres 1905 entführt: Bei dieser Gelegenheit erfahren wir aber auch, wer damals für die Prostituiertenmorde verantwortlich war: eine fehlgeleitete Macherin und ein junger Vampir, der es nicht besser wusste - oder in anderen Worten: Lorena (Mariana Klaveno) und Bill (Stephen Moyer).
Die Rückblende zeigt uns aber auch eine ungewohnt gefühlsbetonte und verzweifelte Seite an Pam. Wir lernen sie also von einigen Seiten kennen, von denen wir bis dato überhaupt nicht wussten, dass sie überhaupt bei ihr existieren. Ihre erste Begegnung mit Eric ist schicksalhaft und gibt ihr den Weg für die Zukunft vor.
Nach ihrem Stelldichein mit ihm trifft sie eine schwerwiegende Entscheidung: ein Vampir werden zu wollen. Auch wenn Eric überhaupt nicht von ihrer Entscheidung begeistert ist, muss er sich ihrem Willen beugen. Oder will er wirklich mit ansehen, wie sie verblutet? In dieser Situation tut er das für ihn einzig Richtige: sie zu retten und dementsprechend zu verwandeln.
Die Nebenhandlungen
Das neue Gesicht bei der American Vampire League steht fest: Roman (Christopher Meloni) hat, auf den Rat von Salome (Valentina Cervi), Steve Newlin (Michael McMillian) zum Nachfolger von Nan Flanagan auserkoren. Aus gutem Grund: Er könnte, wie Salome es in der Episode erwähnt, durch seine Vergangenheit mit der Gefolgschaft der Sonne neue Vampirsympathisanten generieren. Und so passt also Steve Newlin wieder in True Blood ins Bild. Eine ausgesprochen gute Idee.
Über die mysteriösen Feuer und die Kriegsvergangenheit von Terry (Todd Lowe) erfahren wir in dieser Episode so gut wie überhaupt nichts. Das ist aber auch nicht weiter tragisch, da ohnehin nur wenig über diesen Plot bekannt ist und er bisher nur als Filler herhält.
Jessica (Deborah Ann Woll) erliegt derweil einem köstlichen Duft, der von einem mysteriösen Mann ausgesprüht wird. Aber wer die Castingnews um True Blood aufmerksam verfolgt hat, weiß, um wen es sich dabei handelt. Der Rezensent gibt zwei Hinweise: Er trat schon in der Vergangenheit in der Serie auf, wurde aber nun von einem anderen Darsteller porträtiert... Mehr wird an dieser Stelle aber nicht verraten.
Hoyt (Jim Parrack) erkundet derweil im Fangtasia die Welt der Fangbanger, entgegen der Warnungen von Pam. Jason (Ryan Kwanten) driftet kurzfristig in sein altes Leben ab, ausgelöst durch ein Wiedersehen mit seiner ehemaligen Lehrerin. Dabei muss er erkennen, dass er die ganze Zeit über vergebens versucht hatte, sein Loch im Herzen bloß mit bedeutungslosem Sex zu füllen. Es ist ausgerechnet Jessica, die ihm in dieser schweren Zeit beizustehen versucht. Nach allem könnte sich hier eine sehr gute Freundschaft zwischen den beiden Figuren entwickeln.
Schlüpfrigkeiten und Geständnisse in der authority
Die Nachricht über das Überleben und die Freiheit von Russell Edgington (Denis O'Hare) setzt die Mitglieder der authority in pure Rage. Jeder Kanzler vertritt eine andere Meinung, was den weiteren Umgang mit Bill (Stephen Moyer) und Eric angeht. Am Ende folgt der Hüter der authority, Roman (Christopher Meloni), jedoch dem Rat von Salome (Valentina Cervi), die im restlichen Verlauf der Episode ihre Hüllen fallen lassen soll.
Salomes Männerverschleiß kennt keine Grenzen: Sie lässt sich alleine in „Whatever I Am“ (5x03) auf ein Techtelmechtel mit drei verschiedenen Männern ein. Zuerst mit Bill, dann mit Eric und zum Schluss mit Roman. Warum sie sich aber für Bill und Erics Überleben so eingesetzt hat, sollen wir bis auf weiteres noch nicht erfahren.
In dieser Episode sind einige Dinge ans Tageslicht gekommen, aber das größte und folgenschwerste Geständnis dürfte wohl das von Nora (Lucy Griffiths) sein. Im Kreuzverhör von Rosalyn (Carolyn Hennessy) bricht sie zusammen und gesteht ihr schließlich, eine Anhängerin der fundamentalistischen Sanguinista zu sein. Sie ist also wie zuletzt Nan Flanagan eine Gegnerin des Mainstreams beziehungsweise des friedlichen Zusammenlebens von Mensch und Vampir und hofft auf den Aufstieg Liliths.
Fazit
„Whatever I Am“ (5x03) ist eine gelungene Charakterfolge, die aber auch den Handlungsbogen der fünften Staffel voranbringt. Besonders Christopher Meloni, Valentina Cervi, Carolyn Hennessy, Lucy Griffiths und Kristin Bauer van Straten glänzen in ihren jeweiligen Rollen. Unterm Strich vergibt der Rezensent fünf Sterne.
Verfasser: Rainer Idesheim am Dienstag, 26. Juni 2012(True Blood 5x03)
Schauspieler in der Episode True Blood 5x03
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