This Is Us 2x14

© ack (Milo Ventimiglia) in der Serie „This Is Us“ (c) NBC
Schon von der ersten Sekunde der Serie an haben die This Is Us-Macher es geschafft, ihre Serie mit dem amerikanischen Volkssport Football zu verbinden. Es begann mit einem strategisch äußerst geschickt platzierten Handtuch und hat die Familie über die Jahre in jedem wichtigen Moment begleitet. Nun bekommt das gefeierte Familiendrama den einzigen Platz, der würdig erscheint für den Abschied einer zentralen Figur, den Sendeplatz nach dem Super Bowl.
Nachwehen eines Traumas
Das Problem lag auf der Hand, fast zwei Staffeln lang haben die Macher uns hingehalten, was den Tod des Patriarchen Jack (Milo Ventimiglia) betrifft. Immer wieder haben sie den großen Schrecken umkreist, und sind doch kurz vorher wieder abgebogen. In der Episode Super Bowl Sunday ist es dann soweit. Einerseits ist das gut, denn noch länger hinauszögern wäre nicht gegangen, andererseits, wer wird schon gerne Zeuge eines solchen Traumas? Wir steigen also mit Taschentüchern gewappnet in die Episode ein und stellen fest, dass die Autoren keine Zeit verlieren. Die schicksalhafte Nacht beginnt mit dem Stoff aus dem Alpträume sind: Vater wacht nachts auf, um festzustellen, dass das Haus in Flammen steht. Doch Jack bleibt wie wir ihn kennen, er rettet die Randall (Niles Fitch) und Kate (Hannah Zeile) aus ihren Zimmern und gemeinsam lassen sie sich aus dem Fenster in den sicheren Vorgarten hinunter.
Es ist ein Wechselbad der Gefühle, als sich die Befürchtungen bewahrheiten: Jack geht für den Hund zurück ins brennende Haus, weil er seine Tochter nicht leiden sehen kann. Die Schreie der Zurückbleibenden sind furchtbar, doch wir hatten uns ja schon gedacht, dass es so kommen würde - Moment, da geht doch glatt die Tür auf und Jack und Hund kommen der Familie entgegen. Die Erleichterung ist groß, man kann sich dagegen gar nicht wehren, auch wenn wir wissen, dass der Tod unausweichlich ist. Aber jeder Moment mit Jack ist gerade deswegen Gold wert.
Doch wir legen erst einmal einen Zwischenstopp in der Gegenwart ein, wo die drei Geschwister auf unterschiedliche Arten mit dem Tag der Erinnerung umgehen. Es ist Jacks 20. Todestag und Kate (Chrissy Metz) quält sich mit den Aufnahmen, die ihr Vater von ihr machte. Randall (Sterling K. Brown) steuert mit Liebe und Optimismus gegen, indem er eine Super Bowl-Party für seine Tochter schmeißt und Kevin (Justin Hartley) bricht mit seiner alten Tradition der Verdrängung, indem er den Tag mit seiner Mutter Rebecca (Mandy Moore) verbringt. Letztere ist es auch, die den Hoffnungsschimmer in die Episode bringt. Sie erzählt ihrem Sohn, wie Jack es jedes Jahr schafft, ihr ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern, indem er ein Zeichen schickt.
Damit bricht sie die Endgültigkeit des Todes auf und nimmt dem Schmerz dessen, was noch auf uns zukommt, ein bisschen die Schärfe. Denn Jack ist irgendwo da, er schickt Zeichen, er wacht über seine Familie. Damit hat sie einmal mehr erreicht, wofür Kevin sie später loben wird, sie war trotz eigenem Schmerz immer stark für ihre Kinder. Sie hat sich nicht in ihrer eigenen Trauer zurückgezogen, sondern war für die drei da. Sie bereitet den Boden dafür, dass Kevin loszieht, um ein dringend benötigtes Zwiegespräch mit seinem Vater zu führen. Jack ist der einzige in der Familie, der versteht, was Kevin im Entzug durchmacht, er ist der einzige, den sich Kevin zum Vorbild nehmen könnte und das wird ihm dann auch endlich klar.
Während wir auf den Abschied zulaufen, sehen wir auch bei den anderen zwei Pearson-Geschwistern eine heilsame Reinigung zwanzig Jahre nach dem Tod des Vaters. Kate wird von Jack auf ein Abenteuer geschickt, als sie versucht, das Videoband reparieren zu lassen. Am Ende stellt sie fest, dass sie wieder auf der Glücksstraße unterwegs ist, ohne es zu merken. Denn vor zwanzig Jahren hat sie den einzigen Menschen verloren, von dem sie dachte, dass er bedingungslos an sie glaubt und nun hat sie mit Toby (Chris Sullivan) jemanden gefunden, dem sie genauso vertrauen kann.
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Auch Randalls Geschichte wird in dieser This Is Us-Episode wieder besser. Während die Autoren für ihn in der jüngeren Vergangenheit öfter mal den Faden verloren haben, führt dieses Mal wieder alles in die richtige Richtung. Mit dem Tod seines Vaters hat Randall von den drei Geschwistern die kleinste offene Rechnung. Anders als Kevin hat er die Gelegenheit genutzt, ihm kurz vor dem Ende noch zu sagen, dass er ihn liebe und anders als Kate macht er sich keine Vorwürfe. Er trauert nach all den Jahren auf seine Art, indem er Jacks Leben feiert. Die Episode Super Bowl Sunday hält für ihn also das Gespräch mit seiner Tochter Tess (Eris Baker) bereit, das ohnehin überfällig war, seit sie sich aus bisher nicht näher beschriebener Unzufriedenheit in das Auto von Kevin geschlichen hat. Nun ist es raus, sie hat Angst, dass ihr Vater so unzufrieden in seinem Leben ist, dass er ein neues sucht. Doch Randall, gesegnet mit einem Blick fürs Wesentliche und Jacks Fähigkeit für die passenden Worte, entkräftet diese Sorge in Minuten.
Und dann entfalten die Autoren vor unseren Augen eine kleine Überraschung, die an die Pilotepisode erinnert. Denn der kleine Waisenjunge, der immer wieder am Rande in die Geschichte gespült wurde, ist nicht das nächste Ziehkind der Pearsons. Es geht um die Frau, die ihn vermittelt, denn das ist die erwachsene Version von Tess. Mit dem Senioren-Randall betreten die Serienmacher nun also auch Zukunftsterritorium. Noch während man sich darüber freut, dass die Überraschungsmaschinerie der Familienserie doch noch ein Ass im Ärmel hatte, steht Déjà (Lyric Ross) wieder vor der Tür. Wohin uns das führen wird, bleibt abzuwarten, aber es könnte der Start für eine endlich wieder bessere Randall-Story sein.
Jacks Abschied
Und dann ist da der Tod, das Unvermeidliche, das für uns geräuschlos im Hintergrund abläuft. Während die Ärzte um Jacks Leben kämpfen, organisiert Rebecca am Telefon die nächsten Tage der Familie. Der spannungsgeladene Moment, als er wieder im brennenden Haus verschwindet, ist nicht das Ende, die letzten Minuten schleichen sich heran, niemand sieht sie kommen. Rebeccas Ausdruck als sie Jack im Zimmer liegen sieht, ist ähnlich schmerzhaft wie die Szene, die Rebecca im Auto schreiend vor dem ausgebrannten Haus zeigt. Doch glücklicherweise lassen sie die Szenen erst auf uns los, nachdem die Vorarbeit zur Verarbeitung gelegt wurde.
Fazit
Am Ende haben sie also alles richtig gemacht, auch wenn das Warten auf die große Episode zwischendurch ziemliche Längen hatte. Die Episode Super Bowl Sunday macht so einiges richtig. Man könnte sie sogar als alleinstehenden Film schauen, was die Autoren wohl bei dem beliebten Sendeplatz nach dem Super Bowl auch erhofft haben dürften. Die gute Nachricht ist, dass sie es schaffen, die Bedürfnisse der Neu-Zuschauer und Rein-Zapper zu befriedigen, ohne die treuen Fans zu vernachlässigen. Die Episode holt aus dem unausweichlichen Drama, das uns schon so einige Tränen gekostet hat, das Beste raus und bietet uns glücklicherweise direkt die Versöhnung mit der Vergangenheit an.
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Verfasser: am Montag, 5. Februar 2018This Is Us 2x14 Trailer
(This Is Us 2x14)
Schauspieler in der Episode This Is Us 2x14
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