This Is Us 2x11

© as Geschwister-Trio in der Serie „This Is Us“ (c) NBC
Die Serie This Is Us kehrt aus der Winterpause mit einer Familientherapie zurück. Keine Zeit, sich wieder an die Pearsons zu gewöhnen, denn die Episode The Fifth Wheel schmeißt uns direkt in die großen Familiendramen hinein, dank an Kevin (Justin Hartley), der in einer Luxus-Entzugsklinik ist und dort seine Familie zusammenruft.
Sag mir eine Sache, die wir beide gemeinsam haben!
Das Thema der Stunde ist die Lautstärke zwischen den Zeilen, all das, was nicht besprochen wird, weil es zu schmerzhaft, zu kompliziert, zu stark ist. Das Leben der Pearsons ist voll von solchen Zwischentönen, besonders aber nicht nur aufgrund Jacks frühem Tod. Normalerweise kommen wir mit einem verdächtigen Blick oder einer Zwischenbemerkung um solche Themen herum, aber dieses Mal nicht. Denn Kevin ist nach seiner Trunkenheitsfahrt aus dem Gericht direkt in die Entzugsklinik eingeliefert worden. Dort ruft er nun nach einem Monat des Reflektierens seine Familie zu einer gemeinsamen Therapiestunde zusammen.
Doch wir beginnen die Episode in der Vergangenheit, ohne Kevin, dafür aber mit Kate (Mackenzie Hancsicsak) und Randall (Lonnie Chavis) - und ihrer Mutter Rebecca (Mandy Moore). Die ist wie immer liebevoll, aber auffallend machtlos gegenüber den Problemen ihrer Kinder. Im Fall von Kate steht ihr dabei nicht nur ihre eigene passiv-aggressive Art, sondern leider auch Jack (Milo Ventimiglia) im Weg, der seine kleine Prinzessin nicht leiden sehen kann, nicht einmal zu ihrem eigenen Besten. Randalls Problem mit der Brille hingegen schmettert Rebecca direkt ab. Später sehen wir, dass ihre Lösungsstrategie vor allem beinhaltet, ihren anderen Sohn darauf hinzuweisen, sich nicht über Randall lustig zu machen.
Doch zunächst kommt uns die Gegenwart dazwischen, in der wir sehen, wie Kate (Chrissy Metz) und Toby (Chris Sullivan) sich bereit für den Besuch bei Kevin machen. Dabei haben die beiden selbst gerade eine harte Zeit, denn die Fehlgeburt ist noch nicht lange her und Kate flüchtet sich heimlich in Fast Food. Auch Randall (Sterling K. Brown) und Beth (Susan Kelechi Watson) fahren nicht ohne eigenes Gepäck in das Luxusresort, in dem Kevin seine Drogensucht bekämpft. Während Randall seinen Bruder weiterhin in Schutz nimmt, kann Beth ihm seine Trunkenheitsfahrt nicht vergeben.
Vor Ort stellt sich heraus, dass Beths Meinung für den Moment ohnehin nicht gefragt ist, denn Kevins Therapeutin Barbara (Kate Burton) will nur die Kernfamilie sehen, was ein neues Trio kreiert. Bleiben wir für einen Moment bei den neuen 'Big Three', Beth, Toby und Miguel (Jon Huertas), die sich die Zeit in einer Kneipe um die Ohren hauen, wo sie sich verbrüdern gegen die No-Fly-Zone der Pearsons. Doch bei Kritik an Jack geht es Miguel dann doch zu weit.
Doch wichtiger ist ohnehin was in der Therapie passiert, wo Kevin sich zunächst pflichtbewusst bei allen entschuldigt und dann loslegt mit den Anschuldigungen. Stets unterstützt von Barbara, die besonders Rebecca im Visier hat und ihr geradezu direkt vorwirft, ihre Kinder nicht genügend vor ihrem angeblichen Alkoholiker-Gen geschützt zu haben. Die Sache eskaliert dann auch schnell und als zentrales Problem zeigt sich Kevins Einsamkeit innerhalb der Familie. Kate hatte immer Jack in ihrer Ecke und Randall und Rebecca sind bis heute unzertrennlich, nur Kevin blieb alleine. Das wird uns auch in einer herzzerreißenden Erinnerung deutlich gemacht, in der Kevin nachts im Ferienhaus entdeckt, dass seine Geschwister bei seinen Eltern im Bett schlafen, nur ihn hat niemand dazugeholt.
Am Ende dieser nervenzerrenden Sitzung finden Rebecca und ihr Sohn dann doch noch näher aneinander, als sie ihm offenbart, dass sie sich nie um Kevin gesorgt habe, weil sie dachte, dass das nicht notwendig sei und einsieht, dass sie damit falsch lag. Und auch die Erinnerung gibt ihr Recht, denn als sie nachts aufwacht und den Sohn vor dem Bett liegen sieht, legt Rebecca sich zu ihm.
Darum bekommen sie die Lichtschwerter
Miguel fasst es zusammen: Die Pearsons haben den besten Mann verloren, den sie jemals gekannt haben. Jack und sein Tod sowie die damit verbundene Mystifizierung sind an der Wurzel vieler Person-Probleme, aber längst nicht alles lässt sich darauf zurückführen. Überhaupt lässt sich vieles nicht auf eine Aussage reduzieren. Der einscheidende Satz der Therapiesitzung ist der, in dem Rebecca zugibt, dass es mit Randall für sie einfacher war. Weil er sich nicht in die üblichen Teenagerdramen gesteigert hat wie die beiden anderen, sie nicht zurückgestoßen und ignoriert hat. Das ist schmerzhaft, es ist für Kevin und Kate der Beweis für das, was sie schon immer wussten: dass ihre Mutter den Bruder bevorzugt. Und es ist für Randall die Reduzierung darauf, einfach in der Handhabung zu sein.
Doch bis es dazu kommt, dass das ausgesprochen wird, müssen die Pearsons durch einiges durch. Und jeder gibt seine Sicht zum Besten, in allen steckt Ehrlichkeit und auch etwas Wahrheit, aber niemand hat die letztlich gültige Version. Die Therapiesitzung der Familie ist gut geschrieben, fühlt sich echt an, durchsetzt mit den Problemen mehrerer Menschen, die aus unterschiedlichen Richtungen aufeinander zugehen. Sie wollen einander nichts Böses und doch verletzen sie sich immer wieder aus Unsicherheit, aus Angst, aus Trauer, aus Stress und nicht selten auch mal einfach aus Versehen.
Fazit
Die Episode The Fifth Wheel kratzt an der glänzenden Oberfläche der Vorzeigefamilie. Am Ende dürfen wir feststellen, dass sich hinter der glitzernden Oberfläche zwar keine Lügen verbergen, doch die Serie This Is Us zeigt, dass es immer auch Schatten gibt, egal wie hell die Sonne scheint.
Verfasser: am Mittwoch, 10. Januar 2018(This Is Us 2x11)
Schauspieler in der Episode This Is Us 2x11
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