This Is Us 2x05

© ate (Chrissy Metz) in der Serie „This Is Us“ / (c) NBC
In der Episode Brothers servieren uns die This Is Us-Macher eine Überraschung der besonderen Art. Statt sich auf die bereits vorhandenen Figuren einzulassen, stampfen sie auch in der zweiten Staffel weitere Neuzugänge aus dem Boden. Mit der jüngsten Neuigkeit bewegen sie sich am Rande der Lächerlichkeit.
Väter statt Brüder
Von allen bisher gezeigten Episoden gehört diese hier zu den schwächeren. Das liegt daran, dass die emotionalen Hebel irgendwie nicht richtig greifen und das große Ende überladen wirkt. Die großen Themen der Stunde sind - anders als der Episodentitel vermuten lässt - nicht wirklich Randall (Sterling K. Brown) und Kevin (Justin Hartley). Ja, die Ausgangsidee ist es, dass Jack (Milo Ventimiglia) mit den beiden auf eine Campingtour geht damit die beiden sich einander mehr annähern, aber dann geht es doch ziemlich schnell eigentlich um ihn selbst und seine Fähigkeit, ein guter Vater zu sein trotz seines Mangels an guten Vorbildern.
Außerdem dreht sich ein Teil der Episode um Toby (Chris Sullivan) und seine Freude über die Schwangerschaft, also statt Brüder stehen eigentlich die Väter im Mittelpunkt. Doch die Tränenszenen fehlen irgendwie. Der drohende Tod des Vaters und Jacks Weigerung, sich von ihm zu verabschieden, ist extrem traurig, aber wird nicht auf die typische This Is Us-Art aufgearbeitet. Den Lohn bekommt er umgehend, denn der zehnjährige Kevin (Parker Bates) hat verstanden, wie wichtig es für Randall (Lonnie Chavis) ist, sich zu verstehen. Wenn auch der ausschlaggebende Grund ein Notizbuch ist, das Kevin findet, in dem Randall sich notiert, was wichtig ist, um mit seinem Bruder klarzukommen.
Der große Moment der Rührung bekommt auch der sterbende Mann im Altenheim nicht. Ob Rebecca (Mandy Moore) ihm damit wehtun will, ihm zu sagen, dass er Jack nicht versaut hat oder ihn beruhigen will, hat mich so lange beschäftigt, dass ich fast die doch ganz schöne Szene zwischen den drei Wolfsjungs im Wald verpasst hätte. Aber wir haben bereits gesehen, wie Jack und Randall im Karate-Unterricht waren, ein bisschen Johlen kann da nicht mithalten.
Zu viel des Guten
Erst das Ende der Episode zeigt, wieso die Macher den Ton runtergedreht haben: damit es lauter scheppert wenn wir erfahren, dass Jacke einen kleinen Bruder hat, von dem wir bisher nichts wussten. Doch eine weitere überraschende Figur ist nicht das, was es braucht, um die Episode noch rumzudrehen. Was die Macher sonst so gut meistern, funktioniert dieses Mal nicht. In der ersten Hälfte der Premierenstaffel haben die großen Offenbarungen in den letzten Minuten gut gewirkt, doch mittlerweile haben wir die Figuren doch so lieb gewonnen, wie kann es sein, dass sie so etwas Fundamentales wie weitere Familienangehörige vor uns geheim gehalten haben?
Auch mit Toby haben die Autoren es eine Spur zu weit getrieben. Sein Ausbruch im Restaurant erinnert nur noch wie ein leerer Schatten an die guten, ersten Zeiten, die wir mit ihm und seinen großen Gesten hatten. Irgendwie haben die Serienmacher vergessen, diese Art mit mehr Charakter zu untermauern. Rührender ist in dieser Hinsicht immerhin Kate, die sich ein kleines Schreiduell mit Madison liefert, was in einer überraschend niedlichen Szene endet. Auch die Paranoia hinsichtlich ihres generellen Pechs, mit der sie Toby die Nachricht des Schwangerschaft überbringt, darf schon als emotionaler Höhepunkt der Episode gelten.
Suchtprobleme
Und dann wäre da noch Kevin. Nun, mit dem Beginn der zweiten Staffel folgt also auf der letzte Pearson-Drilling seinen Weg zum Nullpunkt. Kate hatte den Zusammenbruch bereits zu Beginn der Serie, Randall folgte zum Ende der Debütstaffel. Durch all das hat Kevin sich vor allem mit seiner Berufung als Schauspieler beschäftigt und sich Gedanken darüber gemacht, welche Beziehung die richtige für ihn ist. Nun, wo er all das eigentlich gelöst hat, steuert er dank tieferliegender Probleme in den Untergang. Er hat sich mehr beim Vater abgeschaut als die anderen, darunter nicht nur das Taffsein, sondern auch das Suchtproblem.
Fazit
Die Episode Brothers gehört nicht zu den Glanzlichtern, auch wenn die Ansprüche natürlich hoch angesetzt sind. So sehr haben sie uns verwöhnt, die This Is Us-Macher, dass ein Ausflug in die Natur nicht mehr reicht.
Verfasser: am Dienstag, 31. Oktober 2017This Is Us 2x05 Trailer
(This Is Us 2x05)
Schauspieler in der Episode This Is Us 2x05
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