The Witcher: Blood Origin Staffel 1
The Witcher: Blood Origin Staffel 1 Episodenguide
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Die Miniserie The Witcher: Blood Origin ist mit ihren insgesamt vier Episoden bei Netflix gestartet. In dieser stellt sich eine Truppe von Elfen nach einem Coup den neuen Herrschern auf dem Thron entgegen, was schließlich in einem Ereignis mündet, was auch als „Conjunction of the Spheres“ beziehungsweise Sphärenkonjunktion bezeichnet wird. Dies prägte 1200 Jahre vor der Geschichte der Hauptserie die Witcher-Welt bedeutsam und veränderte sie für immer.
Unter dieser Prämisse dreht sich die Handlung um besagte Veränderung im Machtgefüge der Elfen-Clans, denn die neuen Thronfolger unter dem Banner der Prinzessin (Mirren Mack) löschen ihre Rivalen der beiden anderen Clans aus, um die Macht an sich zu reißen. Ihr Ziel ist es, mithilfe der Magie und dämonischen Kreaturen ihr Imperium auszuweiten, was den Plänen von Chief Balor (Lenny Henry) entspricht, der im Verborgenen die Fäden in der Hand hält. Diese gewaltsame Übernahme führt auch unsere Protagonistentruppe zusammen, die anfangs aus der Bardin Eile (Sophia Brown), dem königlichen Wächter Fjall (Laurence O'Fuarain) und der tödlichen Schwertmeisterin Scian (Michelle Yeoh) besteht. Im Laufe der Zeit wächst diese noch um weitere Mitglieder an, die alle aus verschiedenen Gründen dem neuen Regime den Kampf ansagen.
Witcher ohne Witcher
Ursprünglich sollte die Prequel-Serie insgesamt sechs Episoden laufen, wurde letztlich aber auf vier Folgen heruntergekürzt, was oftmals als schlechtes Omen interpretiert werden kann - und was dem Gesamtwerk in jedem Fall auch anzumerken ist. Das Faszinierende daran ist, dass es trotz der Entschlackung gravierende Pacing-Probleme gibt, denn während es dennoch so manche Längen gibt, fehlt es an anderen Stellen merklich an Hintergrund. Das bezieht sich vor allem auf die Hauptfigurentruppe, die zwar grundsätzlich interessant ist, an deren Oberfläche dafür aber lediglich gekratzt wird, jenseits ihrer vordergründigen Motivation.
Deswegen fällt es schwer, in der kurzen Zeit Empathie aufzubauen und Geschehnisse, wie zum Beispiel Widersacher, die zu Liebhabern werden, kommen zu plötzlich, um sich mit ihnen freuen zu können. Ob man es nun persönlich als positiv oder negativ empfindet, die Zusammenstellung gestaltet sich wie die Klassenmischung einer RPG-Gruppe - eine Trope, die zumindest Roman-Autor Andrzej Sapkowski in seinen Büchern bewusst vermeidet. Andererseits bringt diese Charaktermischung jede Menge Abwechslung und eine gute Dynamik mit sich.
Die schauspielerischen Leistungen sind im Schnitt leider bestenfalls nichts Besonderes, auch wenn Francesca Mills als sympathische, hammerschwingende Zwergin Meldof und Michelle Yeoh mit ihrer Performance hervorstechen und ruhig etwas mehr Bildschirmzeit hätten bekommen dürfen. Letztere zeigt vor allem auch in den Kampfszenen, dass sie immer noch eine Koryphäe auf diesem Gebiet ist. Die Actionsequenzen gehören zu den Stärken der Miniserie und sind dynamisch choreografiert, wuchtig und blutig. Die Spezialeffekte können hingegen nicht so überzeugen und auch Hintergrund-CG anstelle echter Kulissen ist oft deutlich zu erkennen.

Der größte Knackpunkt an „Blood Origin“ ist jedoch das Fehlen des Witchers selbst. Damit gemeint ist zum einen die fehlende Präsenz und Starpower von Henry Cavill, welche der Mutterserie sehr guttut, und zum anderen das Fehlen seiner Figur selbst oder die eines anderen aus dem Universum bekannten Charakters. Denn ohne Witcher fehlt auch das Besondere, wodurch „Blood Origin“ zur generischen Fantasyserie verfällt. Auch die Gegenspieler unserer Heldentruppe bleiben vorwiegend blass, was dazu beiträgt, dass sich letztlich nicht viel ins Gedächtnis einbrennt, auch wenn die Story zum Ende hin noch etwas an Fahrt aufnimmt.
Showrunner Declan de Barra wollte sich frei von bestehendem lore anhand eines in den Büchern nur wage erwähnten Ereignisses und dem Setting 1200 Jahre vor den bekannten Geschichten möglichst viele Freiheiten nehmen. Dies hatte nun aber auch einen gewissen Preis und hat das Spin-off ein Stück weit das gekostet, was The Witcher und dessen Universum von anderen Fantasyformaten abhebt. Es ist sicher auch keine abwegige Theorie, dass genau diese Tendenzen zu Abweichungen und Script-Freiheiten die Leidenschaft von Cavill für die Hauptserie gebremst haben, doch das ist eine Diskussion für einen anderen Tag...
Fazit
The Witcher: Blood Origin schafft es am Ende nicht, den Funken überspringen zu lassen, denn ohne den berühmten Witcher selbst, entpuppt sich das Spin-off lediglich als fade Fantasykost ohne das gewisse Etwas. Die Charaktere bekommen nicht genug Zeit und Hintergrund verpasst, um wirklich überzeugen zu können und gerade, als die Story etwas an Momentum aufbaut, ist sie auch schon wieder vorbei. Wenigstens die rar gestreuten Actionszenen sind äußerst gelungen, auch wenn die Spezialeffekte und der generelle Look noch ordentlich Luft nach oben haben. Alles in allem verpassen „Witcher“-Fans nicht viel, wenn sie diese Serie auslassen.
Deswegen werfen wir „Blood Origin“ nur zweieinhalb von fünf Münzen zu.
The Witcher: Blood Origin: Teaser-Trailer
Hier abschließend der Teaser-Trailer zur hier rezensierten Miniserie „The Witcher: Blood Origin“ beim Streamingdienst Netflix:
«The Witcher: Blood Origin» Trailer
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