The Winchesters 1x05

The Winchesters 1x05

In der Folge Legend of a Mind der US-Serie The Winchesters beschert der mysteriöse Tod eines Politikers unserem Team einen neuen Fall. Was zunächst nach Djinn aussieht, hat aber einen anderen Hintergrund.

The Winchesters
The Winchesters
© The CW

Legend of a Mind

Mit Legend of a Mind rücken die Akrida wieder stärker in den Fokus. Der Tod von Councilman Gordon Baxter (Ryan Reilly) lässt unser Team nach den ersten Ermittlungen zwar vermuten, dass ein Djinn sein Unwesen treibt und tatsächlich findet sich mit Tony (Tyler Lofton) ein Halb-Djinn im Umfeld des Opfers. Aber beim Versuch, Derek Fisher (Anthony S. Goolsby) vor einem ähnlichen Schicksal zu bewahren, taucht eine von Roxys (Bridget Regan) Kreaturen auf, womit die Akrida direkt als Missetäter verantwortlich sind. Außerdem kann Derek zwar vor Schlimmerem bewahrt werden, aber dafür erwischt es Mary (Meg Donnelly), die anschließend gerettet werden muss.

Mit dem Auftritt von Tony, der sich als Adas (Demetria McKinney) Sohn entpuppt, gibt es eine kleine wie tragische Hintergrundgeschichte für Ada Monroe. Gleichzeitig wird die aus der Mutterserie altbekannte Frage aufgeworfen, ob jedes Monster (oder Halb-Monster) beseitigt werden muss oder diese ihren übernatürlichen Trieb (wie auch immer geartet) überwinden können. Schließlich wird Gut und Böse daran festgemacht, wie sich jemand - ob Monster oder nicht - anderen gegenüber verhält.

Nebenbei gibt es diese Woche mehr von Mary und John (Drake Rodger) zu sehen. Sowohl im Rahmen des Falles als auch in der „Freizeit“, wenn beide in Millies (Bianca Kajlich) Werkstatt an einem Motorrad rumbasteln. Beziehungstechnisch lassen sich dabei durchaus Fortschritte verzeichnen und wir erfahren mehr über Marys Kindheit. Allerdings werden unsere Hoffnungen für die beiden gegen Ende wieder etwas eingedämmt.

Son of a Djinn

Ada Monroe hat ein Geheimnis, welches sie den anderen bislang nicht mitgeteilt hat, aber einen großen Teil ihres Lebens bestimmt hat. Achten wir anfangs auf ihr Gesicht, wenn Lata (Nida Kurshid) nach der Befragung von Patty (Jackie Dallas) zum Schluss kommt, dass der Missetäter ein Djinn ist, sehen wir Unsicherheit und auch eine gewisse Anspannung. Offenbar bedrückt sie etwas und dieses etwas wird wenig später als Tony identifiziert, der fluchtartig das x-te Gebäude verlässt, welches unser Team auf der Suche nach dem Monster der Woche unter die Lupe genommen hat.

Wobei „Monster der Woche“ der falsche Begriff ist. Schließlich steckt nicht Tony hinter dem Tod von Baxter und ein paar anderen, sondern die Akrida. Adas Befürchtungen und Ängste, dass Tony sich wie sein Vater verhält (der einst von Jägern ausgeschaltet wurde, weil er seinen übernatürlichen Trieb nicht abstellen konnte), haben ihn einen eigenen Weg fernab seiner Mutter einschlagen lassen. Und einen „guten“ Weg, wie Ada als erste erfahren soll.

Dieser Twist mitsamt der Hintergrundgeschichte für Ada weiß zu gefallen. Und zwar deshalb, weil das Thema adäquat in die Story eingebaut wird. Nicht nur Ada muss sich damit auseinandersetzen, sondern das gesamte Team, auch wenn es für Ada natürlich am schwierigsten ist, vergangene Fehler einzugestehen - was sie im Gespräch mit Mary sehr gut zum Ausdruck bringt. Unser Team kommt später (erneut durch Lata) zum Schluss, dass Mary nur mit Hilfe von Tony gerettet werden kann. Während Ada ihren Sohn zunächst finden und davon überzeugen muss, dass seine Hilfe benötigt wird, ist das restliche Team später Zeuge davon, dass Tonys Fähigkeiten zur Rettung von Mary beitragen.

Nach dieser Episode ist das Mutter-Sohn-Verhältnis halbwegs repariert und ein Wiedersehen mit Tony im Bereich des Möglichen, was ich als gut empfinde (und Lata sicher auch). Ferner wird tatsächlich deutlich gemacht, dass nicht jede Figur mit Monsterblut in den Adern grundsätzlich böse sein muss. Im Gegenteil, dank Tony wird unser Team auf das nächste potenzielle Opfer (Derek) aufmerksam, was den Fall vorantreibt und später soll Tony den Hinweis geben, dass die Akrida die Essenzen von seltenen Monstern sammeln. Letzteres wissen wir Zuschauer schon, aber unser Team wusste es noch nicht und kann sich jetzt stärker darauf fokussieren, Roxanne und ihrem Gefolge nachzugehen. Hoffentlich schon nächste Woche.

The Hunters Daughter

Während es in der letzten Folge um John kritisch stand, gerät Mary diese Woche ins Visier der Monster. Die einzige Möglichkeit, sie zu retten, besteht darin, dass sie sich mit ihrem Trauma auseinandersetzt. Denn die fiesen Sporen (oder wie auch immer man die Dinger bezeichnen möchte, die die Akrida-Kreaturen da abfeuern) verstecken sich im tiefsten Unterbewusstsein - hinter imaginären Türen, die niemand öffnen möchte. Um Mary zu helfen und ihr beizustehen, begibt sich John mit der Hilfe von Tony in ihr Unterbewusstsein.

Diese Entdeckungsreise, die natürlich gut ausgeht, sehe ich derweil ein wenig kritisch. Die erste Station geht dabei noch in Ordnung. Eine zehnjährige Mary (Anabelle Holloway) hat hier ihr erstes Monster zur Strecke gebracht. Der Werwolf hat dabei aber die Form eines Jungen angenommen und sieht somit sehr unschuldig aus. Fraglos ein Moment, der ein Trauma verursachen kann und entsprechend nicht gerne von Mary besucht wird.

Was uns aber anschließend gezeigt wird und wo es einiges an Überzeugung von John bedarf, damit diese Tür geöffnet wird, ist der Moment als eine fünfjährige Mary (Jophielle Love) ängstlich und mit einem Messer bewaffnet schlaflos im Bett liegt, weil die Monster darunter real sein könnten. Ob nun Jäger-Familie oder nicht, hätten Marys Eltern diese Information sicher noch etwas hinauszögern können, oder? Ich meine, selbst wenn eine Familie um die übernatürliche Welt mit all ihren Monstern und Dämonen Bescheid weiß, sollte es Marys Eltern doch daran gelegen sein, die Tochter ruhig schlafen zu lassen. Dann wird das Schlafzimmer halt vorher kurz begutachtet, unterm Bett und im Kleiderschrank nachgesehen, um mögliche Monster auszuschließen (so kenne ich das aus meiner Kindheit, auch wenn ich nicht in einer Jäger-Familie aufgewachsen bin). In einer Jäger-Familie könnten sogar noch Vorkehrungen getroffen werden (der bekannte Salzkreis oder sowas), um die Tochter beruhigt schlafen zu lassen. Entsprechend würde ich Marys Eltern kritisieren, die ihre Tochter relativ rücksichtslos eingeweiht haben.

Gefallen hat mir hingegen, dass John tatsächlich Mary zur Seite steht und durch die Ereignisse führt. Auch, wie Mary mit ihrer fünfjährigen Version umgeht, ist sicher ein Pluspunkt. Außerdem erfahren wir einmal mehr, weshalb Mary gerne mit dem Jäger-Leben abschließen möchte, welches bislang ihre einzige Option war. Aber der größte Pluspunkt ist wohl, dass sie sich hier John gegenüber öffnet und beide gemeinsam durch Marys Ängste gehen.

John und Mary

Millie ist sich gewiss, dass John in Mary mehr als nur eine freundschaftliche Beziehung gefunden hat. Schließlich hat er den gleichen Gesichtsausdruck wie damals bei Betty (Andrea Londo), die diese Woche wieder kurz dabei ist und bei den Ermittlungen hilft. Das gemeinsame Schrauben am Motorrad zielt auch darauf ab, dass beide Figuren sich näherkommen. Allerdings weiß John noch nicht, wie Mary über ihn denkt. Sie teilt ihm allerdings mit, dass sich nach dem Jäger-Leben auch Lawrence verlassen wird und schlägt das Jobangebot aus, welches John ihr macht.

Mir ist durchaus bewusst, dass die Beziehung von John und Mary vorerst nur platonischer Natur bleiben wird. Zwischen beiden hat es zwar bereits im Piloten geknistert, aber diese Beziehung kann und darf nicht allzu schnell losgetreten werden. Dazu schleppen beide Figuren auch viel zu viel Ballast mit sich herum, wie wir diese Woche und auch in der Folge davor gesehen haben. Andererseits erkennt Millie bereits, dass ihr Sohn ein Auge auf Mary geworfen hat, womit die Beziehung durchaus mehr Fortschritte erzielen könnte als es hier der Fall ist.

Im Folgenverlauf sehen wir jedenfalls, dass beide sich näherkommen und schon sehr vertraut miteinander umgehen. Das gegenseitige Piesacken gehört dazu. Und wer soll Mary retten, nachdem sie von den Akrida „infiziert“ wurde? Richtig, John - da ist sich das Team einig. Die beiden halten sogar Händchen und bauen durch Marys Rettung weit mehr auf als ich erwartet hätte. Aber dennoch will der Funke nicht überspringen, was ich diese Woche John in die Schuhe schiebe.

Ich weiß, Mary ist schwierig und anfangs knallt sie John vor den Kopf, dass sie Lawrence verlassen wird und schlägt das heimische Jobangebot aus. Die Mauer, die sie hier aufbaut, wird später aber direkt niedergerissen, wenn John ihr beisteht und sie durch das Trauma führt. Entsprechend hoffnungsvoll ist ihr Auftritt gegen Ende der Folge. Und was macht John? Er bietet ihr das Motorrad an, damit sie außerhalb von Lawrence eine gute Reise hat. WTF? Äh, John, falls du Interesse an Mary hast, dann solltest du weniger das Motorrad und vielmehr dich selbst anbieten, um sie zu begleiten! Ich war jedenfalls irritiert und hätte gegen Ende mehr von John erwartet, dessen Unsicherheit leider die Überhand gewinnt.

Akrida

Roxanne Gilbert aka Rockin' Roxy tritt diese Woche wieder auf. Erwartungsgemäß gegen Ende, denn dort hat unser Team herausgefunden, dass sie diejenige ist, die in menschlicher Form den Akrida hilft. Eine Botschaft, die unser Team bereits letztes Mal erfahren hat. Obendrein weiß unser Team jetzt, dass die Akrida die Essenzen von seltenen Monstern sammeln, was ein schlechtes Omen bedeutet. Und mitunter auch, dass unsere Jäger den Akrida dadurch in die Hände gespielt haben.

Roxy erhält gegen Ende auch Besuch von einem Untergebenen, der darauf hinweist, dass der Plan bezüglich Mary fehlgeschlagen ist. Wobei ich mich gerade Frage, weshalb nicht der Plan bezüglich Derek Fisher fehlgeschlagen ist, schließlich sollte der das nächste Opfer sein und Mary wurde nur deshalb attackiert, weil sie sich vor Derek geworfen hat. Aber Schwamm drüber, denn offenbar sind Roxy und ihr Gefolge im Bild darüber, dass unser Team auf sie aufmerksam wurde, und nehmen dieses nun ins Visier. Gleichzeitig ist Roxy auf dem Radar unseres Teams aufgetaucht, womit die Angelegenheit in den nächsten Wochen sehr interessant werden dürften. Ein Auftritt von Marys Vater Sam (Tom Welling) kommt damit ebenfalls in Reichweite.

Aber zurück zu den Akrida. Das Sammeln der seltenen Essenzen gehört offensichtlich zum Plan, ebenso wie die Kontrolle über wichtige Mitglieder der Gesellschaft, wobei letzter Punkt noch diskutabel bleibt, weil die Infizierten doch schnell versterben. Ohne Tony hat unser Team auch keine Möglichkeit, dem Einhalt zu gebieten, denn Marys Fall war schon sehr speziell und konnte nur durch die Hilfe von Tony (und John) gelöst werden. Somit wird es nicht einfach, falls die Akrida diesen Weg weitergehen.

Der große Plan von Roxy und ihrem Gefolge bleibt derweil noch ungewiss. Klar, wir erhalten diverse Hinweise darauf, mitunter auch, weshalb die seltenen Monster sich nach Lawrence begeben haben. Aber das große Ganze bleibt nach wie vor ein Rätsel, welches gelüftet werden muss.

Fazit

Nicht von schlechten Eltern, auch wenn schlechte Eltern das Geschehen bestimmen. Die Story um John und Mary wird aufgegriffen und erweitert, die Akrida treten in den Vordergrund und mit Tony gibt es neben einer Hintergrundgeschichte zu Ada Monroe auch eine Antwort auf eine bestimmte Frage der Mutterserie. Insgesamt eine gute Episode, die ich nicht missen wollte. Vier von fünf Sternen sind meinerseits sicher drin. Aber was meinst Du?

Verfasser: Christian Schäfer am Samstag, 19. November 2022
Episode
Staffel 1, Episode 5
(The Winchesters 1x05)
Deutscher Titel der Episode
Unterbewusstsein
Titel der Episode im Original
Legend of a Mind
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 15. November 2022 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 17. November 2023
Erstausstrahlung der Episode in der Mediathek
Freitag, 17. November 2023
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Freitag, 17. November 2023
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Freitag, 17. November 2023
Autoren
Eric Kripke, Robbie Thompson, Sehaj Sethi
Regisseur
Lisa Soper

Schauspieler in der Episode The Winchesters 1x05

Darsteller
Rolle
Meg Donnelly
Drake Rodger
Nida Khurshid
Jojo Fleites
Demetria McKinney
Bianca Kajlich

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?