The Wheel of Time 3x01

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Das passiert in der Episode „Wettlauf mit dem Schatten“ der Serie „The Wheel of Time“
Als die rote Aes Sedai Liandrin Guirale (Kate Fleetwood) von Amyrlin Siuan (Sophie Okonedo) für ihre Taten zur Rechenschaft gezogen wird, bricht in der Weißen Burg das Chaos aus. Viele Schwestern haben sich heimlich den Schattenfreunden angeschlossen und dienen nun der schwarzen Ajah, derer Herrscher der Dunkle König ist. In einer grausamen Schlacht sterben viele Schwestern, doch Liandrin gelingt die Flucht.
Währenddessen setzen die Verlorenen alles daran, Rand al'Thor (Josha Stradowski) und seine Freunde zu jagen. Moiraine Damodred (Rosamund Pike) und Lan Mandragoran (Daniel Henney) haben alle Hände voll zu tun, um das Schlimmste zu verhindern. Mithilfe Selenes (Natasha O'Keeffe) und den drei Ajiel, die Rand begleiten, gelingt es, einen nächtlichen Angriff zurückzuschlagen, doch in der Folge müssen sich die Freunde trennen, um ihren eigenen Schicksalen entgegenzuziehen...
Folge um Folge
37 Bände umfasst die deutsche Version des von Robert Jordan (geboren 1948, gestorben 2007) erdachten und geschriebenen „Das Rad der Zeit“-Zyklus. Das ist eine geradezu endlose Fülle an Material, die sich nur sehr schwer so verfilmen lässt, dass auch die Hardcorefans zufrieden sind. Entsprechend groß geriet vor allem von dieser Seite des Fandoms die Kritik, als die Amazon-Studios-Produktion nach langer Vorbereitungs- und Ankündigungsphase endlich am 19. November 2021 beim Streamingdienst Amazon Prime Video startete.
Die erste Staffel wurde insgesamt noch recht durchwachsen aufgenommen, während die zweite für einen Aufschwung in den Bewertungen sorgte. Inzwischen hat sich die Serienadaption eine adäquate Fangemeinde erarbeitet, auch, weil die Produktionswerte stiegen, der Erzählfluss dichter wurde und das Finale ein grandioses Actionspektakel bot.
Vor allem aber waren es der Figurenaufbau und die schauspielerische Interpretation desselben, die nach einem zugegebenermaßen etwas holprigen Start immer mehr zu überzeugen wussten. Sicherlich, alteingesessene Fans sind möglicherweise immer noch nicht wirklich glücklich mit der Umsetzung, doch wer bereit ist, über diverse Änderungen im Sinne der erzählerischen Möglichkeiten einer TV-Serie hinwegzusehen, hatte vornehmlich mit der zweiten Staffel jede Menge Spaß. Mit anderen Worten wurde „The Wheel of Time“ von Folge zu Folge besser, ein Trend, der sich schon ab Mitte der ersten Season stark abzeichnete, in der zweiten zur Gewissheit wurde und in der dritten mit einem audiovisuell starken Paukenschlag beginnt.
Verlust schmerzt
Die Episode To Race The Shadow beginnt damit, dass die Amyrlin die rote Aes Sedai Liandrin Guirale vor den Sitz zitiert, um sie für ihre bösen Taten zur Rechenschaft zu ziehen, die in der vorherigen Staffel den Hauptteil des zweiten Handlungsbogens bildeten.
Inzwischen hat die durchtriebene Machtlenkerin aber viele Schwestern auf die Seite des Schattens gezogen und im Thronsaal bricht eine Revolte aus, die vielen Magierinnen und Behütern das Leben kostet. Die Schlacht ist nicht nur ausführlich, sondern auch dynamisch und temporeich von Regisseur Ciaran Donnelly (Vikings) in Szene gesetzt.

Der Einstieg macht durchweg Spaß, auch weil wir einige dramatische Entwicklungen in Sachen Verrat und Verlust erleben, die das Gefüge der Weißen Burg gründlich durchschütteln. Die schwarze Ajah, so viel ist nun endgültig klar, ist eine mächtige und ebenbürtige Gegnerin für die Schwesternschaft und verfügt darüber hinaus über ein undurchdringliches Netz von Verbündeten.
Besonders stark ist Donnelly die Flucht von Liandrin und ihren Helferinnen gelungen, die in einen harten Straßenkampf ausufert, der endlich auch wieder Moiraine ins Rampenlicht treten lässt. In der Folge müssen wir uns von einigen Figuren verabschieden, wobei es sich natürlich vollumfänglich um Bauernopfer handelt.
Der Grund dafür liegt auf der Hand. „The Wheel of Time“ wartet mit so vielen Protagonisten auf, dass auch wesentlich längere Staffeln (jede Season besteht aus acht Episoden mit etwas über einer Stunde Laufzeit) kaum alle interessanten oder sympathischen Personen angemessen behandeln könnten. Dennoch ist das Dramatik-Level recht hoch angesetzt, womit der Einstieg in die Season nahezu perfekt gerät.
Rand und seine Freunde
Natürlich haben die umwälzenden Ereignisse Auswirkungen auf unsere Heldinnen und Helden, die den wiedergeborenen Drachen Rand al'Thor treu begleitet haben. Die nächsten Minuten gönnen uns die Serienmacher eine kleine Ruhephase, die mit stimmigen Dialogen, ein wenig Ausgelassenheit und prophetischen Worten gefüllt ist.
Der Vorteil ist, dass wir auf diese Weise ein wenig mehr über die Hintergründe erfahren, tiefer in Figuren wie Elayne Trakand (Ceara Coveney) eintauchen und die Handlung nah bei Nynaeve al'Meara (Zoë Robins), Perrin Aybara (Marcus Rutherford) Mat Cauthon (Dónal Finn) und den anderen Figuren bleibt.
Liebe, Leid und Schicksal sind in der Geschichte eng miteinander verflochten, eine hübsche Pointe, die den jungen Darstellenden gut zu Gesicht steht. Wie oben schon kurz angesprochen, haben sich diese gut entwickelt. Vor allem Madeleine Madden als Egwene Al'Vere und Josha Stradowski als Rand konnten eine kräftige Schippe zulegen, so dass das Beziehungsgeflecht innerhalb der Gruppe immer dichter wird.
Um noch einmal einen Schuss Action in die Handlung zu bringen und die Trennung der Protagonisten einzuleiten, werden die von Moiraine und Lan geführten Heldinnen und Helden schließlich nachts angegriffen. Was zunächst nach einer Vereinbarung mit Selene aussieht, um den noch recht ungestümen jungen Leuten die große Gefahr, in der sie sich befinden, zu vermitteln, entpuppt sich aber bald als echter Anschlag.
Ein grauer Mann, ein seelenloser Attentäter und Schattengezücht, versucht, die Freunde zu töten, kann aber im letzten Moment aufgehalten werden. Die Szenen sind so angelegt, dass sich das Publikum am Anfang nicht sicher sein kann, ob hier eine Traumsequenz oder eine echte Gefahrensituation eingeleitet wird.
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Erst im Verlauf des Kampfes und in einem nachfolgenden Dialog wird klar, was geschehen ist. Eine Actionsequenz wie diese als Verwirrspiel zu inszenieren, ist eine durchaus intelligente Idee, die hier zudem geschickt umgesetzt ist und hervorragend in die Serienmythologie passt.
Ein Kritikpunkt
Wenn man indes über die Episode wirklich meckern möchte, dann bewegt sich die Kritik allerdings auf recht hohem Niveau. Mit 72 Minuten Laufzeit gerät der Teil vielleicht ein paar Minuten zu lang, was zu einigen zwar stimmigen, aber im Endeffekt auch unnötigen Szenen führt.
Es ist zwar hübsch anzusehen, dass sich vornehmlich die männlichen Protagonisten weigern, auf Moiraine zu hören und lieber feiern gehen, anstatt sich klugerweise zu verbergen. Einen wirklich tieferen Sinn und Zweck verfolgt die Sequenz aber nicht. Gleichwohl muss auch nicht alles einen handlungstechnischen Sinn ergeben. Manchmal dient so ein Einschub einfach nur atmosphärischen Zwecken, was in diesem speziellen Fall aber nicht vollends gelingt. Insgesamt sind solche Kleinigkeiten darüber hinaus auch vernachlässigbar.
Fazit
Abgesehen von den oben erwähnten kleinen Längen steigt die dritte Staffel der Produktion „Das Rad der Zeit“ mit einer toll inszenierten und sehr unterhaltsamen Folge wieder ein. Es ist ein wenig schade, dass sich die Streamingdienste oft viel zu viel Zeit mit einer Fortsetzung lassen, wobei eineinhalb Jahre - gemessen an einigen anderen Formaten - noch einen relativ kurzen Zeitraum darstellen.
Dafür kann aber die Serie schließlich nichts, außerdem haben sich Showrunner Rafe Judkins und sein Team alle Mühe gegeben, uns mit jeder Menge Action zurück in die Westlande zu holen. Gemixt mit einem Schuss Dramatik, ein wenig Romantik und einen Hauch Mythologie sind indes alle Zutaten für eine unterhaltsame Fernsehzeit gegeben.
Wir verteilen daher viereinhalb von fünf Aes Sedai.
Verfasser: Reinhard Prahl am Donnerstag, 13. März 2025The Wheel of Time 3x01 Trailer
(The Wheel of Time 3x01)
Schauspieler in der Episode The Wheel of Time 3x01
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