The Walking Dead: The Ones Who Live 1x06

The Walking Dead: The Ones Who Live 1x06

„Ein letztes Mal“ aka „The Last Time“ heißt der Episodentitel vom Staffelfinale von „The Walking Dead: The Ones Who Live“. Wird dieses Versprechen eingehalten oder geht es doch irgendwie weiter bei Rick und Michonne?

Szenenfoto aus der Episode „The Last Time“ aka „Ein letztes Mal“ von „The Walking Dead: The Ones Who Live“ mit Rick aka Andrew Lincoln.
Szenenfoto aus der Episode „The Last Time“ aka „Ein letztes Mal“ von „The Walking Dead: The Ones Who Live“ mit Rick aka Andrew Lincoln.
© AMC

Aus und vorbei: Nach sechs Episoden gibt es einen Abschluss bei The Walking Dead: The Ones Who Live und wie es aussieht, keine direkte Fortsetzung. Das ist schon einmal eine positive erste Bilanz nach der sechsten Folge The Last Time aka „Ein letztes Mal“. Keine „überraschende“ zweite Staffel wie bei The Walking Dead: Dead City oder The Walking Dead: Daryl Dixon, wo AMC bereits einen neuen Trailer veröffentlicht hat. Und man schaffte das fast unmögliche: Die große Streitmacht des CRM zu beseitigen. Doch wie? Darauf gehen wir nachfolgend genauer ein.

In der fünften Folge Become haben wir bereits den großen Plan von Rick (Andrew Lincoln) und Michonne (Danai Gurira) gehört und diesen versuchen sie nun in die Tat umzusetzen. Große Hindernisse sind dabei Beale (Terry O'Quinn) und Thorne (Lesley-Ann Brandt) sowie etwa 3000 Soldaten und Soldatinnen. Zuvor hören und sehen wir noch einige Worte von den Weggefährten und Widersachern, der beiden Helden. Darunter natürlich auch Jadis (Pollyanna McIntosh) und Nat (Matthew Jeffers).

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Debrief

Rick und Thorne auf einem Szenenfoto aus der Episode „The Last Time“ aka „Ein letztes Mal“ von „The Walking Dead: The Ones Who Live“.
Rick und Thorne auf einem Szenenfoto aus der Episode „The Last Time“ aka „Ein letztes Mal“ von „The Walking Dead: The Ones Who Live“. - © AMC

Rick kann sich mit seiner Fake-Story wieder ins CRM zurück schleichen, wo man ja offenbar seine Rückkehr schon fast erwartet hat, so oft wie sie zuvor schon stattfand. Thorne bleibt bei ihrem Glauben an der CRM-System und denkt, dass auch Rick ein Gläubiger ist. Allerdings will man es nicht unbedingt wie Okafor machen, der nie wirklich präsent war unter den Streitkräften, sondern einen dritten Weg einschlagen, das will Rick ihr zumindest weißmachen und sie schluckt den Köder.

Michonne schleicht sich derweil im Stealthmodus herum. Ihre Mission: Die Aufzeichnungen von Jadis finden und vernichten. Dann CRM stürzen. Ausgerechnet in Jadis Katzenskulptur findet sie ihr Protokoll, was sie rasch zerstört. Eine Soldatin, die nach ihr schaut wird das jedoch zum Verhängnis, doch Michonne darf nichts mehr dem Zufall überlassen, wenn die Familie eine Chance auf ein Widersehen haben soll.

Echelon Briefing

Beale auf einem Szenenfoto aus der Episode „The Last Time“ aka „Ein letztes Mal“ von „The Walking Dead: The Ones Who Live“.
Beale auf einem Szenenfoto aus der Episode „The Last Time“ aka „Ein letztes Mal“ von „The Walking Dead: The Ones Who Live“. - © AMC

Rick erhält also das sagenumwobene Echelon Briefing. Dies ist die große Zeit um den meist tollen Terry O'Quinn (Lost, JAG, Patriot) endlich mal etwas mehr Screentime zu schenken. Wir erfahren seine Hintergrundgeschichte als zweifacher Vietnam-Veteran, Berufssoldat und Nationalgardist und auch, dass er bei den Veterans for Foreign Wars aufgenommen wurde. Er selbst musste nie schuften, um Einwohner zu werden und sein Motto lautet, dass das Schwer was tötet auch dasjenige ist, was Leben schenkt. Was genau er meint, kommt später noch heraus.

Er freut sich Rick Zeit einzuräumen, weil er ihn sehr respektiert und einen möglichen Anführer fürs CRM in ihm sieht, denn trotz aller Widrigkeiten, wird man ihn nicht los. Beale fordert Rick auf, seine Waffen vor ihnen auf den Tisch abzulegen und will dann von ihm wissen, was das Schlimmste ist, was er je getan hat, um das Überleben Anderer zu sichern. Wir sehen einige kurze Flashbacks, aber Rick entscheidet sich für seine Begegnung mit Joe, dem er die Kehle mit den eigenen Zählen rausgerissen hat (siehe Terminus aus Staffel vier).

Beale hat seine einstudierte Rede derweil, laut eigener Aussage schon 2533 Mal abgehalten, was man auch merkt. Doch Rick scheint ein Ausnahmesoldat zu sein, mit dem man die nächste Phase der CRM-Dominanz einleiten könnte. Er holt wieder sein historisches Schwert von der früheren großen Schlacht hervor, was natürlich noch von Bedeutung werden wird.

Michonne zieht derweil weiter und schnüffel etwas rum, denn das große Summit findet ja auch statt, wobei offenbar kaum genügend Wachen postiert werden, um eben solche Schleicher zu fangen. Dabei erfährt sie von den Plänen für die Kinder, wobei nur ausgewählte wegtransportiert und gerettet werden, während der Rest ebenfalls um die Ecke gebracht werden soll.

Clearing disease vectors

Rick konnte bekanntlich ganz zu Anfang von „TWD“ bezeugen, wie das Militär Großstädte wie Atlanta bombardiert hatte und Beale war bei einem zweiten Bürgerkrieg dabei und wurde dabei in Pennsylvania vor die Wahl zwischen den beiden Fronten Pittsburgh und Philadelphia gestellt, wobei er Pittsburgh, also sein Zuhause (inklusive Freunden und Familie opferte, um seine Vision umzusetzen. Mit einer großen Herde von Untoten attackierte er die Streitkräfte dort und baute anschließend das auf, was man hinlänglich als CRM kennt. Rick erzählt derweil erneut den Schwank aus seiner Jugend und seinem Vater, der sein Ernte verbrannte, um eine neue zu ermöglichen und seinen Hals/Existenz zu retten.

Beales düstere Prognose für die Menschheit: Sie hat wohl nur noch 14 Jahre, ehe die Zombies gewinnen und die Erde erobern, sofern man nicht den CRM-Plan befolgt, der ziemlich perfide ist und andere Gemeinschaften ausschalten will, um sie zur dominanten Kraft zu machen. Dazu ist man nach Omaha bereit auch Portland (siehe The Walking Dead: World Beyond) zu opfern und anschließend alle anderen Gemeinschaften und Ortschaften. Das CRM will nur die Chancen der Menschheit erhöhen, auch wenn das viele andere Menschenleben kosten würde. Genau das ist das Gegenteil von dem, was man Rick erzählen sollte und er zieht sein Messer. Ich frage mich dabei allerdings die ganze Zeit, ob das Commonwealth nicht auf dem Radar des CRM ist oder vielleicht doch als Gefahr eingestuft wird. Die anstehende Attacke auf Portland will man derweil verschleiern und mit Propaganda weg erklären. Beale scheint wirklich zu glauben, dass Rick inzwischen an die Wache glaubt, und bietet ihm Asyl für ausgewählte Angehörige an, die bei diesen blutigen Plänen dabei wären, doch merkt dann an seiner Reaktion, dass Rick anderes vor hat. Er wirft sein Messer auf seine Brust und es bricht ein Handgemenge aus.

Swear to the Sword

Denn Rick hat zwar mit der Joe-Aktion einst Carl und Co aus einer harten Situation gerettet und zwar mit dem Mittel der Wahl der instinktgetriebenen Zombies, aber es waren Carl (Chandler Riggs) und Michonne, die seine Menschlichkeit danach wieder zurückgeholt hatten. Der Moment der Realisation ist eine ziemliche Genugtuung, denn kurzzeitig soll man wohl glauben, dass Rick überredet werden kann, wenn es um das „Wohl“ der Menschheit geht, doch er behält seine Integrität und weiß, dass er mit Michonne eine Gleichdenkende an seiner Seite hat und dass es wohl einen anderen Weg geben könnte.

Rick und Michonne in Bombenstimmung

Bleiben also noch Thorne und die Soldaten des Summits. Rick versucht die Leiche des Anführers fortzuschaffen und gerät in eine zweite Prügelei mit einem Soldaten, der Blut aus dem Wagen kommen sieht, den Rick in einen Aufzug schiebt. Rick prügelt den Menschen, der ihn fast auffliegen lassen könnte, so blutig wie Negan (Jeffrey Dean Morgan) es mit Glenn tat, aber aus anderer Motivation, denn das Wohl und Wehe der Familie und Freunde steht auf dem Spiel und es handelt sich nicht um eine Einschüchterung oder Machtdemonstration.

Schnell findet ihn auch Michonne und dann geht der bombige Plan schnell weiter. Die Untoten werden an die Granatenkette gebunden und sollen alles in die Luft jagen. Wenn da nicht Thorne wäre, die die beiden aufhalten will. Die kapiert nämlich auch, dass Rick ihr was in Sachen Dana/Michonne was vormachte. Doch statt mit sich sprechen zulassen bleibt sie bis zum Schluss regimetreu, weil sie, anders als Michonne tatsächlich aufgegeben hat. Michonne erhält übrigens das historische Schwert und gemeinsam entledigen sie sich Thorne und einigen Zombie-Streunern. Es ist schade, aber nur folgerichtig, dass Thorne so enden musste, aber so fühlt sich das alles zumindest finaler an und wie ein gewaltiger Triumph für die Liebe und Beziehung von Richonne.

Love doesn't die

Michonne auf einem Szenenfoto aus der Episode „The Last Time“ aka „Ein letztes Mal“ von „The Walking Dead: The Ones Who Live“.
Michonne auf einem Szenenfoto aus der Episode „The Last Time“ aka „Ein letztes Mal“ von „The Walking Dead: The Ones Who Live“. - © AMC

Tatsächlich ist es Scott Gimple, Gurira und Co. gelungen die Liebesgeschichte von Rick und Michonne deutlich stärker zu zeigen, als es die Mutterserie vermochte, denn es gibt nicht nur seit der Halbzeit viel mehr körperliche Nähe, sondern auch blindes Vertrauen und einen gemeinsamen Instinkt für das gleiche Ziel, der die beiden auszeichnet. Kurz hatte ich überlegt, ob man Rick oder Michonne doch sterben lassen könnte, was natürlich bittersüß wäre und gerade in der Kletterflucht auf den Container habe ich mich gefragt, was für eine enorme Stärke Rick in einem einem Arm hat, aber geschenkt.

Es gibt the happiest of happy End und eine Reunion mit den Kindern Judith und RJ. Wahrscheinlich hatte Carols Funkspruch in The Walking Dead: Daryl Dixon diese Entwicklung sogar ein Stück weit schon verraten. Nun stellt sich die Frage, was das für Daryl, Carol und den Rest vom Commonwealth bedeutet und wie Rick sich dort einbringt oder eventuell bald wieder flügge wird und seinen Bro Daryl in Europa besucht.

Beim CRM soll es derweil Reformen geben und die Bewohner der Stadt übernehmen wohl die Kontrolle. Alle, die gehen wollen, erhalten per Heli die Chance zu gehen und vielleicht ihre Liebsten zu suchen, wie es Rick und Michonne vorgemacht haben. Ende gut, alles gut. Ähnlich wie bei TWD gibt es ein ziemlich nettes Ende, das aber bei Bedarf natürlich ein paar Dinge offenlässt, vor allem, was die Urgesteine angeht.

Fazit

The Walking Dead: The Ones Who Live hatte im Staffel- und sehr wahrscheinlichen Serienfinale viel zu tun und hat die Checkliste gut abgearbeitet. Die Two-People-Wrecking-Crew namens „Richonne“ hat das CRM erfolgreich gestürzt und die Streitkraft maximal reduziert, die Stadt befreit und eine große Bedrohung aus der Welt geschafft, die vorher viele Unschuldige auf dem Gewissen hatte, zudem könnten Rick und Michonne ihre Kinder wiedersehen.

Das Finale ist entsprechend actionreich, aber nicht so perfekt oder herausragend wie die vierte Folge, die wohl ein Highlight bleiben wird, weil sie sich neue und überfällige Dinge traute. Trotzdem ist es ein befriedigendes und glücklicherweise tatsächliches Ende für diese Figuren, die viele Zuschauer, die ihr die treue hielten schon seit 2010 verfolgen. Daher vielen Dank für die Finalität und wenn „TWD“ unbedingt weitergeht, dann gerne in diesen kleinen, tighten sechser Dosen. Vier von fünf geschichtsträchtige Schwerter (und Umarmungen für die Kinder) dafür.

Verfasser: Adam Arndt am Montag, 1. April 2024
Episode
Staffel 1, Episode 6
(The Walking Dead: The Ones Who Live 1x06)
Deutscher Titel der Episode
Ein letztes Mal
Titel der Episode im Original
The Last Time
Länge der Episode im Original
45 Minuten
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 31. März 2024 (AMC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 1. April 2024
Erstausstrahlung der Episode in der Mediathek
Montag, 1. April 2024
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Montag, 1. April 2024
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Montag, 1. April 2024

Schauspieler in der Episode The Walking Dead: The Ones Who Live 1x06

Darsteller
Rolle
Pollyanna McIntosh
Lesley-Ann Brandt

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