The Vampire Diaries 7x16

The Vampire Diaries 7x16

Die Episode Days of Future Past bringt überraschende Verwandtschaftsverhältnisse auf, doch so richtig interessiert das nicht. Im Grunde ist nichts, was in The Vampire Diaries passiert, mehr von wesentlichem Wert.

Scarlett Byrne und Teressa Liane in der Serie „The Vampire Diaries“ / (c) The CW
Scarlett Byrne und Teressa Liane in der Serie „The Vampire Diaries“ / (c) The CW

Die The Vampire Diaries leben in der Vergangenheit, in der Zukunft, das meiste dreht sich um die Zeit, wenn Elena (Nina Dobrev) wieder aufwacht. In der Episode Days of Future Past wird deutlich, dass die Autoren uns irgendwo dazwischen abgehangen haben.

Familie und andere Belanglosigkeiten

Valerie (Elizabeth Blackmore) und Stefan (Paul Wesley) bereisen die Welt, um ein Heilmittel gegen die Narbe zu finden. Rayna (Leslie-Anne Huff) wird von der geheimnisvollen Organisation „The Armory“ gefangen gehalten, Nora (Scarlett Byrne) und Mary-Louise (Teressa Liane) ebenso. Damon (Ian Somerhalder träumt von seiner Wiedervereinigung mit Elena und Enzo (Michael Malarkey) und Matt (Zach Roerig) sitzen in einem Auto rum. Das alles passiert nicht unbedingt gleichzeitig, aber das spielt in der Serie The Vampire Diaries schon lange keine Rolle mehr. Sie haben nicht nur die lineare Erzählweise verloren, sondern unterwegs auch viele Zuschauer.

Auch räumlich ist nichts mehr so, wie es lange war, Mystic Falls ist nur noch ein Punkt auf der Landkarte, der seit den Heretics und „The Armory“ keine spezielle Rolle mehr spielt. In der Episode Days of Future Past wird das vor allem dadurch deutlich, dass ein Großteil der Story „on the road“ stattfindet. An der Seite von Stefan und Valerie reisen wir einmal um den Globus, die anderen begnügen sich mit Autofahrten über Land.

Erst gingen die Originals und mit ihnen die Werwölfe, dann verloren wir Elena und dann mussten wir feststellen, dass die Salvatore-Brüder die Story nur bedingt alleine tragen können. Zumindest, wenn sie dabei so wenig Hilfe von alten Bekannten bekommen wie in dieser The Vampire Diaries-Episode. Kein Zeichen von Bonnie (Kat Graham), Caroline (Candice King) und Alaric (Matthew Davis). Und selbst Matt (Zach Roerig) macht nur eine Stippvisite, die offenbart, dass er Rayna (Leslie-Anne Huff) rausgelassen hat und nicht Enzo. Aber naja, das ist nicht wirklich von Bedeutung. Aber gut, dass Rayna es selbst im Verlauf der Episode noch einmal betont, damit es auch alle verstehen.

Die mysteriöse Organisation fühlt sich an wie eine seltsame Wiedergängerin aller anderen, ebenfalls oft unausgereiften Organisationen, die wir im Verlauf der Serie gesehen haben, zum Beispiel das Town Council und natürlich der berüchtigte Augustine-Club. Die Geschichte der Armory hat ein großes Storyvakuum, sie kamen aus dem Nichts und das, was wir erfahren, weckt kaum Interesse. Natürlich muss eine der Figuren eine Vergangenheit mit der Organisation haben. Es trifft Enzo - keine gute Wahl, denn er selbst hat im Grunde keine Anker in der Geschichte.

Urlaub und Roadtrips

Aber ungeachtet der vielen Ärgerlichkeiten, mit denen die The Vampire Diaries-Macher uns seit einiger Zeit behelligen, versuchen wir, einen Blick in die Story zu werfen. Alex (Mouzam Makkar) zeigt sich als große Gegenspielerin ohne Hintergrundstory und ohne Motivation. Stattdessen gibt sie die wahnsinnige Wissenschaftlerin, die grausame Tests an anderen Lebewesen durchführt und ihren Verwandten Enzo sucht, um ihn zu töten. Damit legt sie den Grundstein für die Story, die sich in der Episode Days of Future Past einmal um die Welt spinnt. Bei Stefan und Valerie kommen endlich mal die Fakten auf den Tisch und die lauten: So richtig zusammen sind sie nicht, so richtig platonisch befreundet aber auch nicht. Das ist besonders verwirrend, weil wir so viel Zeit damit verbracht haben, Caroline und Stefan aufeinander zugehen zu sehen und nun sind wir um eine echte Trennungsszene betrogen worden.

Die Episode bedeutet außerdem den Abschied von zwei anderen Heretics, Nora und Mary-Louise opfern ihr Leben, um Rayna zu bekämpfen. Welche Auswirkungen der Zauber auf das Schwert haben wird, wissen wir noch nicht, aber erfreut scheint die Vampirjägerin nicht zu sein.

Der Abschied von dem Heretic-Paar kann nur unter Zuhilfenahme von Geschwindigkeit, Feuer, Action, Zauber, doppeltem Märtyrertum und einem dramatischen Lied ein paar Emotionen entwickeln. Mit der Einführung der Vampirhexenclique haben die The Vampire Diaries-Autoren einen Fehler gemacht. Sie sind uns nie so wirklich nahgekommen, weder Lilys Leiden über ihre unglückliche Liebe noch die Liebe der beiden Frauen wurden mit Tiefgang honoriert und blieben dementsprechend flach und belanglos. Nun ist nur noch Valerie übrig und die Sache fühlt sich an wie ein schlechter Traum. Das Problem ist nur, dass sich vieles in dieser „TVD“-Staffel ähnlich anfühlt. Situationen, Figuren, Wendungen kommen auf uns zu, ziehen an uns vorbei und hinterlassen nur wenig.

Beispielhaft ist das nun an der Figur von Matts Freundin Penny Ares (Ana Nogueira) zu sehen. Kaum haben wir sie kennengelernt, alles, was wir über sie wissen, ist, dass sie die perfekte Frau für den Dorfsheriff sein soll - und schon ist sie tot. Sicher, erst in der Zukunft, aber das macht ja mittlerweile keinen Unterschied mehr. Wir sollen uns wohl fragen, was Stefan ihr angetan hat und wieso. Doch wie so vieles geht dieser Autorenplan nicht zur vollen Blüte auf. Wie sollen wir uns für einzelne Storylines erwärmen, wenn sie uns unaufhörlich mit einzelnen Splittern bewerfen, die sich gegenseitig die Spannung nehmen. Und vor allem, wenn keiner davon dazu beiträgt, den Figuren mehr Tiefgang zu verschaffen.

In der Episode Days of Future Past sind nur die beiden Brüder als Figuren dabei, die eine Story alleine tragen können. Und um die geht es im Endeffekt auch lediglich. Um es genau zu sagen: Es geht darum, Stefan zu zeigen, dass Damon nicht gut für ihn ist. Valerie hat das schon lange erkannt, selbst Rayna bemerkt es und Caroline muss man gar nicht erst fragen, was sie vom älteren Salvatore hält. Doch diese Feststellung ist ziemlich alt und um die in den Mittelpunkt einer Episode zu stellen, müssten die Macher ein bisschen mehr Elan ins Drehbuch legen.

Fazit

Die Episode Days of Future Past verabschiedet zwei der drei letzten, unseligen Heretics und tut dabei immerhin so, als wenn sie Figuren von Bedeutung wären. Doch eigentlich geht es wieder um die Salvatore-Brüder. Mehr schlecht als recht beleuchtet diese „TVD“-Episode das Verhältnis der beiden und ist dabei sogar auf die Hilfe der großen Gegenspielerin Rayna angewiesen, um sich verständlich zu machen.

Verfasser: Serienjunkies.de am Samstag, 2. April 2016

The Vampire Diaries 7x16 Trailer

Episode
Staffel 7, Episode 16
(The Vampire Diaries 7x16)
Deutscher Titel der Episode
Gegengift
Titel der Episode im Original
Days of Future Past
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Freitag, 1. April 2016 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Samstag, 30. Juli 2016
Autor
Melinda Hsu Taylor
Regisseur
Ian Somerhalder

Schauspieler in der Episode The Vampire Diaries 7x16

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