The Vampire Diaries 7x03

Bei so vielen neuen Figuren dauert es natürlich seine Zeit, bis man alle mit angemessen ausgiebiger Hintergrundstory vorgestellt hat. In der Episode Age of Innocence führt das dazu, dass eigentlich kaum etwas passiert. Zumindest nicht in der Gegenwart. Doch die Vergangenheit hätte man besser ruhen lassen.
Was passiert in der Episode?
Tyler (Michael Trevino) ist also offenbar auch nicht Carolines mysteriöser Verlobter und Stefan (Paul Wesley) ist in Europa unterwegs. Das ist der kurze Einblick in die Zukunft, den uns die Episode Age of Innocence gibt. Dann geht es auch schon zurück, mit kurzen Zwischenstopps in der Gegenwart landen wir direkt im 18. Jahrhundert.
Aus verschiedenen Blickwinkeln erfahren wir die Story hinter Stefans Tagebucheintrag über Valerie (Elizabeth Blackmore). Während die Heretic sich Caroline (Candice King) offenbart, ergänzen Lily (Annie Wersching) und ihr Sohn die Geschichte mit eigenen Informationen.
Fassen wir zusammen, was wir nun wissen: Lily hat Julian (Todd Lasance, „Spartacus: Blood and Sand“) und Valerie zu Kriegszeiten auf Stefan angesetzt, weil sie sichergehen wollte, dass es dem Sohn, den sie zurückgelassen hat, gut geht. Doch letztere verliebt sich in Sekundenschnelle in den Charmebolzen und das findet Julian, der Lilys Liebhaber ist, gar nicht gut. Wo genau das Problem liegt, bleibt unklar. Beide gehen davon aus, dass Lily es nicht gutheißen würde, wenn sie von der Liebe zwischen ihrem Sohn und ihrem Schützling wüsste.
Kurzentschlossen verliert der noch menschliche Stefan seine Jungfräulichkeit an die ebenfalls noch menschliche Hexe Valerie und ein Kind wird gezeugt. Julian lässt der Schwangeren jedoch keine Wahl, schlägt sie zusammen, tötet dadurch das ungeborene Kind und bringt sie zurück zu Lily. Die erfährt nichts von dem kleinen Abenteuer und alles geht über die Jahrhunderte seinen Gang weiter bis zu dem Punkt, an dem wir jetzt stehen: Stefan und Valerie treffen wieder aufeinander und zeitgleich arbeitet Lily daran, Julian mit dem Phoenix-Stein von den Toten zurückzuholen, während Valerie mit aller Kraft dagegensteuert.
Caroline erfährt, dass ihr Beinahefreund neben Katherine und Elena (Nina Dobrev) noch eine weitere große Liebe hat: eine Vampirhexe. Dass dieses Mal alles noch ein bisschen extremer ist, zeigt das tote Baby. Da war, wenn auch spontane und zerstörte, Familienplanung im Gange. Das können Stefan und Caroline niemals miteinander haben. Dementsprechend gereizt reagiert sie auch, als sie von Stefans großer Leidenschaft mit Valerie erfährt.
Die zweite Storyline handelt von dem begehrten Stein an sich, der sich aktuell in Alarcis Besitz befindet, aber schon jetzt nur zu Problemen führt. Bonnie (Kat Graham) verfolgt weiterhin eine Strategie, die sie schon seit den ersten The Vampire Diaries-Tagen immer wieder in den temporären Tod getrieben hat: Um anderen zu helfen, geht sie dunkle Wege und lässt sich auf große Risiken ein. Die dunkle Magie hat sie schon viel gekostet und es wäre wohl verständlich, wenn sie es zur Rettung ihrer eigenen großen Liebe noch einmal versuchen würde. Doch Bonnie verteilt die Chancen ausgleichender, sie geht das Risiko auch für die großen Lieben anderer ein, dieses Mal für Alarics. Doch man muss auch sagen: Wenn jemand es verdient hat, dass für ihn gekämpft wird, dann der ehemalige Vampirjäger, dem das Familienidyll dramatisch durch die Finger geronnen ist.
Im Schicksal des vergnügungssüchtigen Heretics laufen die beiden Plots am Ende der Episode Age of Innocence zusammen. Oscar (Tim Kang, The Mentalist) ist von Lily Jahrhunderte zuvor beauftragt worden, Damon (Ian Somerhalder) zu finden und nun gilt seine erkaufte Aufmerksamkeit dem Phoenix-Stein. Über den findet er auch den Tod, doch nicht durch seine Gegenspieler, sondern durch eine verdeckte Teilnehmerin in dem Krieg um das mächtige Artefakt: Valerie will den Stein nicht haben, sondern zerstören, sie will niemanden zurückholen, sondern verhindern, dass Julian zurückgeholt wird.
Alte Ideen und jede Menge Kopfschütteln
Die Episode Age of Innocence fügt den historischen Unterbau der Staffel ein, die Geschichten der neuen Figuren werden mit denen der altbekannten verwoben, die Ziele der einzelnen Figuren werden festgelegt, erste Allianzen gebildet und Beweggründe erklärt. Dabei wagen die Serienmacher sich weniger über den Rand hinaus als gedacht, Valeries und Stefans Vergangenheit ist ein schlechter Abklatsch altbekannter „TVD“-Geschichten - das merkt selbst Caroline ziemlich schnell.
Ein ungeborenes Baby soll als Verheißung dessen dienen, was hätte sein können und den Grundstein für tiefen Hass und furchtbares Bereuen legen. Die Hürden dieser Staffel sollen höher aufgestellt werden, aber das funktioniert nur bedingt. Denn die Story krankt daran, dass Stefan und Valerie nicht mehr als ein Urlaubsflirt waren. Das macht auch das mitfühlsame Gespräch über seine tote Mutter nicht wett. Die Story, die ohnehin schon hinkt, wird noch schlimmer dadurch, dass die Serie gerade auf einem entgegengesetzten Pfad unterwegs war - oder es zumindest so schien. Stefan kann sich nicht erinnern, wo er war, als er Caroline das erste Mal gesehen hat, aber er kann sich gut daran erinnern, wie oft er Seite an Seite mit ihr gekämpft hat, als sie oft diejenigen waren, die gemeinsam und manchmal sogar im Alleingang die Stadt gerettet haben.
Und daran, wie Caroline für ihn da war, als er in alte Muster zurückgefallen ist. Und wie er für sie da war, als ihre Mutter starb. Die Gefühle, die sie füreinander haben, sind gewachsen anstatt aus einem Blick heraus entstanden zu sein. Nun sind wir zurück in alten Bahnen, die feurige Liebe, die sich an Äußerlichkeiten entzündet, ist in Mystic Falls mal wieder mehr wert als alles andere. Schade, aber wohl notwendig, um das offensichtliche Traumpaar noch ein bisschen auf Distanz zu halten.
Dazu kommt, dass die sich nun aufbauenden Probleme durchgängig aus mangelnder Kommunikation speisen. Valerie hat weder Stefan noch Lily die Wahrheit erzählt, weder über das Baby noch über Julian. Sie spielt sich damit von Anfang an ins Abseits. Statt ein ernst zu nehmender love interest zu werden, macht sie sich selbst zur Mitleidsnummer. Keine echte Konkurrenz zu Caroline und damit auch nur ein nerviges Hindernis auf dem Weg zum Traumpaar.
Auch Alaric (Matthew Davis) muss erkennen, dass Geheimhaltung einen nicht ans Ziel führt. Die Sache mit dem Stein bleibt auch in dieser The Vampire Diaries-Episode ziemlich flach. Es ist ja nicht gerade eine originelle Idee in Mystic Falls, einen geliebten Toten wiederzuerwecken. Was nun Alaric und Lily planen, haben schon etliche vor ihnen versucht. Und jedes Mal bauen die Autoren eine letztendliche Ernsthaftigkeit auf. Da ermüdet es nach sieben Staffeln dann schon, wenn jetzt ein unglaublich mächtiger Stein präsentiert wird, von dem wir noch nie etwas gehört haben. Ebenso wie Valeries Fähigkeit, sich unsichtbar und unhörbar zu machen.
Fazit
Der Abschied von Elena hat grundlegende Änderungen in der Serie notwendig gemacht, doch bisher fühlt es sich an, als wenn die The Vampire Diaries-Autoren zu altbekannten eigenen Plots einfach ziemlich abgegriffene Ideen anderer Serien mit übernatürlichen Themen getan hätten. Stefan kann ja alles Mögliche gut gebrauchen - eine weitere, überlebensgroße Liebe gehört ganz sicher nicht dazu.
Promo zur Episode „I Carry Your Heart with Me“ (7x04) der US-Serie „The Vampire Diaries“:
Verfasser: Serienjunkies.de am Montag, 26. Oktober 2015The Vampire Diaries 7x03 Trailer
(The Vampire Diaries 7x03)
Schauspieler in der Episode The Vampire Diaries 7x03
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?