The Vampire Diaries 3x16

The Vampire Diaries 3x16

Die mysteriöse Mordserie in der Gegenwart ruft in Damon Erinnerungen aus dem Jahr 1912 hervor. Elena und Matt suchen Beweise, die Meredith als Mörderin belasten könnten. Und es kommt zu einem emotionalen Moment zwischen Damon und Stefan.

Sage (Cassidy Freeman) lehrt Damon (Ian Somerhalder) eine neue Lektion in seinen jungen Jahren als Vampir. / (c) The CW / Foto: Bob Mahoney
Sage (Cassidy Freeman) lehrt Damon (Ian Somerhalder) eine neue Lektion in seinen jungen Jahren als Vampir. / (c) The CW / Foto: Bob Mahoney

Die Situation in den Ermittlungen der aktuellen Mordserie in Mystic Falls spitzt sich zu: Damon (Ian Somerhalder) glaubt, einen ähnlichen Fall ein Jahrhundert früher erlebt zu haben. In den Rückblenden aus dem Jahr 1912 erinnert er sich an eine wunderschöne Vampirin namens Sage (Cassidy Freeman, Smallville) zurück, die ihm damals die schönen Seiten des Vampirdaseins zeigte.

Sheriff Forbes (Marguerite MacIntyre) warnt ihn davor, sich weiter an den Ermittlungen zu beteiligen, aber Damon ist der festen Überzeugung, dass sie die falsche Person im Verdacht hat. Elena (Nina Dobrev) ist sich sicher: Nur Meredith (Torrey DeVitto) kann die eigentliche Täterin sein. Mit der Hilfe von Matt (Zach Roerig) sucht sie nach Beweisen, die ihren Verdacht bestätigen.

Aus Gründen, die nur sie selbst kennt, wächst das Interesse von Rebekah (Claire Holt) an einem der ältesten Wahrzeichen von Mystic Falls. Elena glaubt zu verstehen, warum sich ihr Leben in die aktuelle Richtung entwickelt hat. Es kommt zu einer emotionalen Aussprache zwischen Damon und Stefan (Paul Wesley), und Alaric (Matt Davis) muss sich der bitteren Wahrheit stellen...

Hat Alaric die vergangene Episode überlebt?

Eines vorweg: Die Erwartungshaltung an die Episode 1912 (3x16) war im Vorfeld immens hoch. Es wurde uns nicht nur eine weitere Rückblende in dieser Staffel, sondern auch Cassidy Freeman als Gastdarstellerin mit einer interessanten Vergangenheit mit den Salvatore-Brüdern versprochen. Wie so oft unterscheidet sich die Realität jedoch gravierend von den Wunschvorstellungen.

In der Anfangssequenz gelingt Julie Plec und Elisabeth R. Finch (die Verfasser des Drehbuchs zur Episode) ein passender und spannender Einstieg in die Folge. Sie präsentieren uns einen Mordfall aus dem Jahr 1912 und wechseln in die Gegenwart, wo Sheriff Forbes und Bürgermeisterin Lockwood (Susan Walters) ein Streitgespräch über die gegenwärtige Mordserie führen.

Zugleich lösen sie den Cliffhanger von All My Children (3x15) auf, der aber gleich wieder neue Fragen aufwirft, wie zum Beispiel: Wie hat Alaric die Schussverletzung überlebt und warum befindet er sich in einer Gefängniszelle? Bei der Aufklärung lassen sich die Autoren kaum Zeit und liefern uns eine unmittelbare Erläuterung, die Meredith wieder wie eine Psychopathin aussehen lässt. Meredith behandelte ihn nämlich mit Vampirblut, behauptet aber, er habe sich die Verletzungen selbst zugefügt...

Es ist außerdem interessant zu beobachten, wie sehr sich Damon für Alaric einsetzt, um ihn aus dem Gefängnis zu holen. Dabei stehen die beiden Charaktere seit einer ganzen Weile eigentlich auf Kriegsfuß miteinander. Aber wahre Freundschaft überlebt anscheinend tatsächlich alles. Auch Folgendes ist gut zu wissen, obwohl es wenig zur Episodenhandlung beiträgt: Abby (Persia White) vollzieht die Verwandlung zum Vampir, was im weiteren Verlauf der Staffel für interessante Geschichten sorgen könnte.

Bruderliebe und neue Liebeskonstellationen

Mit einer Brise Humor hellt Ian Somerhalders Alter Ego Damon den düsteren Handlungsbogen ein wenig auf. So hat er gleich im frühen Verlauf der Folge einen lustigen Spruch gegenüber Stefans Tagebucheinträgen auf den Lippen. „Dear Diary, the Chipmunk asked me my name today. I told him it was Joe. That lie will haunt me forever.

Zunächst wirkt das Zusammenspiel der Salvatore-Brüder gezwungen, sorgt aber für interessante Szenen. Damon treibt seinen Bruder bei seinem Menschenblutentzug an seine emotionalen Grenzen und lässt zu, dass er sich wieder von einem Menschen nährt. Das Timing dafür hätte aber durchaus besser sein können. Elena und Matt sind Zeuge dieses Augenblicks und vermuten bereits das Schlimmste.

Im ersten Moment wirkt es so, als habe Damon genau zur richtigen Zeit Stefan ausflippen lassen, aber prinzipiell hat er ihm nur helfen wollen, wofür auch seine Mimik in der entsprechenden Szene spricht. Das Zusammenspiel zwischen Damon und Stefan sorgt auch für die emotionalsten Augenblicke in der Episode, was nicht zuletzt an dem Umstand liegt, dass Damon sich für Stefans Verwandlung zum Ripper verantwortlich fühlt.

Es kommt tatsächlich zu einer gefühlsbetonten Aussprache der beiden Brüder, die wir so noch nie in The Vampire Diaries zu sehen bekommen haben. Ohnehin ist es ein wahrer Segen, dass die Autoren ihren Fokus in dieser Staffel vom zentralen Liebesdreieck auf das Verhältnis der Brüder verlegt haben.

Dennoch zurück zum Liebesdreieck: Dieses könnte sich inzwischen mit Leichtigkeit in ein Liebesquadrat formen. Denn Matt und Elena verbringen in letzter Zeit auffällig viel Zeit miteinander. Bei ihrem Einbruch in Merediths Wohnung, um Beweise für Alaricas Unschuld zu finden, kommen sich die beiden Exen sehr nahe. Ihr Gespräch mit Matt über Stefan und Damon zeugt von wahrer Vertrautheit, die schnell in etwas Größeres münden könnte.

Rebekah, Sage und der verflixte Gilbertring

Wenig zur Handlung der Episode trägt Rebekah bei. Sie führt lediglich ein kurzes Gespräch mit Bürgermeisterin Lockwood über die Eichenbäume der Stadt, stichelt gegen die Salvatore-Brüder, insbesondere Stefan, und lauscht bei den Geschichten von Damon und Stefan über Sage. Wo wir auch schon bei Cassidy Freeman wären. Ihre Darstellung von Sage ist überzeugend, wenn auch ihre Bildschirmzeit in 1912 (3x16) sehr knapp bemessen ist. Dabei wurde ihr Gastauftritt im Vorfeld groß angekündigt. Hoffentlich gibt es in den kommenden Folgen mehr von ihr zu sehen.

Aber wer ist denn nun eigentlich der Mörder? In einem typischen OMG-Moment folgt die Auflösung: Alaric. Die Mörderin in der Rückblende aus dem Jahr 1912 ist Samantha Gilbert (Lindsey Garrett). Ihre Gemeinsamkeit: die Ringe. Der Gilbertring scheint also nicht nur die Fähigkeit zu besitzen, den jeweiligen Träger vor übernatürlichen Gefahren zu schützen, sondern sie auch zu Mördern zu machen. Das erklärt auch Alarics Blackouts. Dass Alaric nun ins Gefängnis wandert, ist eher unwahrscheinlich, da Meredith dafür gesorgt hat, dass er nicht mehr so schnell in Verdacht gerät. Interessant dürfte es in den kommenden Wochen aber allemal werden.

Fazit

Die Autoren von The Vampire Diaries besinnen sich auf ihre größte Stärke zurück: die Verknüpfung des aktuellen Handlungsbogens mit einer Rückblende. Nur diesmal wirkt der Rückblick etwas lahm und unmotiviert, erfüllt dabei aber dennoch seinen eigentlichen Zweck: die Aufklärung der Identität des Mörders in der Gegenwart und sogar in der Vergangenheit. Für die Folge gibt es diesmal vier Sterne.

Verfasser: Rainer Idesheim am Samstag, 17. März 2012

The Vampire Diaries 3x16 Trailer

Episode
Staffel 3, Episode 16
(The Vampire Diaries 3x16)
Titel der Episode im Original
1912
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 15. März 2012 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Donnerstag, 14. Juni 2012
Autoren
Julie Plec, Elisabeth Finch
Regisseur
John Behring

Schauspieler in der Episode The Vampire Diaries 3x16

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