The Vampire Diaries 2x08

Eigentlich hätte diese Episode von The Vampire Diaries „It's Elena“ heißen müssen. Denn dieser Satz und alles, was damit zusammenhängt, war das eigentliche Highlight der Folge Rose. Stattdessen konzentrierte sich auch der Episodentitel auf das, was die Serie diese Woche einige Punkte kostete.
Holterdiepolter wurde nicht nur ein Schwung neuer Charaktere eingeführt, darunter die titelgebende Rose (Lauren Cohan), sondern mit ihnen gleich eine Stunde in vampirischer Geschichte gegeben. Leider haben die Autoren ihren Bildungsauftrag verfehlt, das mythologische Wirrwarr dürfte wohl kaum einen Zuschauer befriedigt haben.
Es wäre schön, wenn einer von euch bei Gelegenheit mal einen Vampirstammbaum samt Mythologie erstellen könnte, aber fürs Erste muss der Versuch eines Überblicks reichen: Es gibt also eine königliche, uralte Vampirfamilie in der „Vampire Diaries“-Welt. Schocker! Rose und ihr Partner haben eine Schuld bei diesen Originals zu begleichen, weswegen sie Elena (Nina Dobrev) entführen - als Opfer an die First Family der Vampirwelt.

Vertreter der royalen Blutsauger ist der geschniegelte Elijah (Daniel Gillies), der erst auf den dritten Blick wie der „worst nightmare“ wirkt, als den Rose ihn beschreibt. In der letzten Szene steht er von den Untoten wieder auf und zieht sich mal eben lässig den Kleiderständer aus der Brust, den Damon (Ian Somerhalder) ihm zuvor durchs Herz gerammt hat. Sehr twilightig, diese Unverwundbarkeit. Nun dürfte Elijah also Jagd auf Elena und die Salvatore-Brüder machen.
Opferlamm
Denn: Elena ist Katherines Doppelgängerin und ihr Blut der Schlüssel, den Fluch zu brechen. Es sieht ganz danach aus, als seien Katherines letzte Worte die Ausnahme in ihrem Netz aus Lügen gewesen: „Elena is in danger... she's the Doppelganger.“ Fräulein Petrova alias Katherine Pierce vergaß nur zu erwähnen, dass auch sie selbst eine Doppelgängerin ist. Von wem?
Man ahnte schon, dass der Fluch, von dem Katherine ständig redete, weniger mit Werwölfen zu tun hat, sondern vielmehr eine sehr persönliche Sache für sie ist. Elena soll nun also in einem wie auch immer gearteten Aufhebungsritual als Opfer dienen. Passieren wird das allerdings wohl erst in zwei Wochen, denn die übernächste Episode ist passenderweise Sacrifice betitelt. Ob dann schon jener Klaus auf den Plan tritt, vor dem uns Rose am Ende der Folge warnt?
So weit, so... viel zu viel.
Doch so überladen der mystische Teil dieser Episode auch war, The Vampire Diaries hat zum Glück noch andere Stärken. Rose ist eine der seltenen Episoden, die vor allem auf der Beziehungsebene getragen werden.
Candice Accola erweist sich wieder einmal als das Juwel der zweiten Staffel „The Vampire Diaries“. Obendrein stimmt die Chemie zwischen ihr und Michael Trevino, der durch die Werwolfgeschichte nun auch die Gelegenheit bekommt, andere Facetten zu zeigen. Etwa, in seiner ersten übernatürlichen Szene gleich mal beim Basketballspiel den „Teen Wolf“ zu geben. Für die Charaktere der beiden, Caroline und Tyler, wird die neu gefundene Verbundenheit wohl in einer Romanze enden.
Gleiches gilt für Jeremy (Steven R. McQueen) und Bonnie (Katerina Graham). Die Szenen zwischen den beiden zeigen Bonnies Verletzlichkeit und machen damit sehr geschickt den Fehler der Autoren wieder gut. Man hätte viel früher mehr von dieser Figur zeigen müssen, ihre Erkundung der eigenen Kräfte und Nebenwirkungen. Jeremy wirkt wie ein Katalysator für diese erzählerische Ungenauigkeit: Bonnie hat nach dem Tod ihrer Großmutter und den negativen Erlebnissen mit der vampirischen Bande niemandem mehr genug vertraut, um ihre verletzliche Seite zu zeigen. Gleichzeitig wird so eine schöne Vertrautheit zwischen den Charakteren aufgebaut.

Wiederum dasselbe geschieht zwischen Damon und Stefan - die Parallelen zwischen den Charakterpärchen sind jedoch geschickt genug gemacht, um die Episode nicht zu stereotyp wirken zu lassen. Und wie verhindert man, dass der Roadtrip von zwei verfeindeten Vampirbrüdern, die von ihrer Liebe zur selben Frau angetrieben werden, stereotyp wird? Zumal wenn im Radio ein Editors-Song mit dem passenden Titel „Blood“ läuft...? Indem man das Klischee überspitzt: „Can we not do the whole roadtrip bonding thing?“, fragt Damon, „The whole cliché of it all makes me itch.“ Und die Parallelen zu Supernatural sind sicherlich auch nicht zufällig.
Überrascht von der eigenen Menschlichkeit
Am Ende hat das Klischee Damon dann doch eingeholt. Nachdem Elijah scheinbar erledigt ist, gibt es einen kurzen, aber sehr liebevoll gemachten Moment zwischen ihm und Elena. Die Gerettete eilt die Treppe herunter, scheinbar Damon entgegen, doch dann funkt wieder einmal Stefan dazwischen. Ohne Worte und wirkliche Interaktion geben Ian Somerhalder und Nina Dobrev ihren Figuren eine neue Wendung.
Schließlich erkennt Damon, dass sich das Liebesdreieck zu wiederholen droht, das einst einen Keil zwischen ihn und seinen Bruder trieb. Um des begeisterten Zuschauers Willen spricht er - zum Glück - trotzdem aus, worauf die Serie seit ihrer ersten Folge hinführte: Er liebt Elena. Um sie zu schützen, muss er selbstlos sein, seine Gefühle hinten anstellen. Es sieht ganz so aus, als sei da mehr Menschlichkeit in Damon, als selbst Stefan geahnt hat.
Hier noch mal die Szene zum Nachschauen:
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Verfasser: Carolin Neumann am Freitag, 5. November 2010The Vampire Diaries 2x08 Trailer
(The Vampire Diaries 2x08)
Schauspieler in der Episode The Vampire Diaries 2x08
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