The Playboy Club 1x01

Kurzinhalt zu „The Playboy Club“
Wir schreiben das Jahr 1963. Der Ort: Chicago. Nachwuchs-Bunny Maureen (Amber Heard, „The Ward“) ist aus der Kleinstadt in die Metropole gekommen und hat im verruchten Playboy-Club als Zigarettenmädchen angeheuert. Die Regeln sind ihr noch nicht bekannt - und nach einem aufdringlichen Tanz mit einem Besucher, versucht dieser die junge Frau im Hinterzimmer zu vergewaltigen. Der charmante Nick Dalton (Eddie Cibrian, CSI: Miami), ein weiterer Besucher des Etablissements, kommt ihr zu Hilfe - doch aus Versehen wird der Angreifer von Maureen mit dem Absatz ihres Schuhs getötet. Nick und Maureen entledigen sich der Leiche und Nick nimmt das verängstigte Bunny bei sich zum Duschen auf. Natürlich ganz zum Ärger seiner Dauerfreundin Carol-Lynne (Laura Benanti, Eli Stone, Starved)... Nach und nach steigt diese zu einer Art „Bunny-Mutter“ im Club auf. Ob die beiden Frauen nun Feindinnen sind oder nicht, wird sich noch heraus stellen. Auf jeden Fall hat Maureen den falschen Mann umgebracht, ist er doch ein einflussreicher Mafiaanführer gewesen, der nun von seinen Kollegen vermisst wird. Anwalt Nick wird nun dadurch auch Probleme mit seiner politischen Karriere in der Stadt bekommen. Denn es führt kein Weg an der Mafia vorbei, wenn man es in der Stadt zu etwas bringen möchte.
„I thought she was a prostitute!“
Die etwas unplatziert wirkende Offscreen-Stimme von Playboy-Gründer Hugh Hefner persönlich will dem Zuschauer doch tatsächlich vermitteln, dass sich Frauen zu der Zeit nur im Playboy-Club entfalten konnten. Natürlich waren die Entfaltungsmöglichkeiten für Frauen in der damaligen Zeit äußerst gering - ob nun jedoch der Job als Bunny im Playboy-Club der Höhepunkt der emanzipatorischen Gestaltungsfreiheit bedeutete, darf bezweifelt werden. Vor allem liefert die Episode selbst das Gegenteil: Man beachte nur das Verhalten der männlichen Gäste gegenüber den weiblichen Angestellten. Gibt es einen sexistischeren Ort als den ersten Playboy-Club in Chicago im Jahre 1963?
Das schwächliche und ängstliche Bunny Maureen fungiert nicht wirklich als Vorbild für die heutige Frau. Aber nach einem erneuten Aufeinandertreffen mit einem Mafiamitglied, wird deutlich, dass scheinbar die Entwicklung von Maureen in der Serie eine Rolle spielen könnte. Bereits zu Anfang liefert Carol-Lynne die emanzipierte Rolle der Chefin ab, die realisiert hat, dass ein Bunny im Alter nicht mehr funktionieren kann.
„Are you ok? I have a Tampax if you want one.“
Trotz sehr schlechter Kritiken im Vorfeld der neuen Season überrascht The Playboy Club in einigen kleineren Szenen und kann sogar eine gewisse Faszination ausüben. Laura Benanti brilliert als Bunny-Mutter Carol-Lynne und spielt ihre jüngeren und männlichen Kollegen an die Club-Wand. Vor allem Eddie Cibrian wirkt in seiner Don-Draper-Adaption nicht sonderlich zeitgemäß. Amber Heard muss sich noch etwas steigern, erscheint die weinerliche Maureen zu Beginn doch recht nervig.
Vor allem die Atmosphäre der Pilotepisode kann überzeugen. Aufwändige Dekors und einige gelungene Musikeinlagen - unter anderem von Jenifer Lewis - liefern einen faszinierenden Hintergrund für die Geschichte. Doch vor allem der Mafiamord wirkt äußerst fad und uninspiriert. Der Zuschauer kann hoffen, dass die teilweise interessanten Nebengeschichten der anderen Bunnys noch ausgebaut werden.
So sind das brave Bunny Alice (Leah Renee) und ihr Ehemann Sean (Sean Maher Firefly) zum Beispiel homosexuell und sammeln Geld für eine Organisation. Bunny Janie (Jenna Dewan-Tatum) ist mit dem Barkeeper zusammen, möchte diesen aber nicht heiraten und auch nicht ihren Job kündigen. Und dann ist da noch Bunny Brenda (Naturi Naughton), die als erstes „chocolate Bunny“ das Centerfold des Playboy-Magazins bestücken möchte.
Fazit
Der Sender NBC hat einen soliden 1960er-Jahre-Piloten gezeigt, der teilweise fasziniert, an diversen Stellen aber noch stark ausbaufähig ist. Neben der schlechten Quoten des Auftakts „34537“, müssen sich vor allem die Hauptdarsteller Eddie Cibrian und Amber Heard noch steigern. Die klischeehafte Mafiageschichte wirkt auch alles andere als neu. Wer Sex erwartet, sollte bedenken, dass es sich nicht um eine Kabelserie handelt und somit keine Nacktszenen zu sehen sind. Freunde einer schönen Ausstattung und Fans von Laura Benanti kommen auf ihre Kosten. Männliche Zuschauer, die nur an den Bunnys interessiert sind, werden von den weiblichen Problemen und den Musikeinlagen gelangweilt sein. So ist The Playboy Club wohl doch eher etwas für Frauen, die sich mit der sexistischen Zeit der 1960er Jahre auseinandersetzen wollen...

The Playboy Club 1x01 Trailer
(The Playboy Club 1x01)
Schauspieler in der Episode The Playboy Club 1x01
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?