The Mighty Ducks: Game Changers - Review der Pilotepisode

The Mighty Ducks: Game Changers - Review der Pilotepisode

Mit The Mighty Ducks: Game Changers kehrt eine beliebte Filmreihe der 90er Jahre in Serienform zurück. Ist die inspirierende Sportserie eine lahme Ente oder kann deren Einstand den Charme ihrer Vorlage auch in die Moderne übertragen?

Lauren Graham in der Serie The Mighty Ducks: Game Changers (c) Disney+
Lauren Graham in der Serie The Mighty Ducks: Game Changers (c) Disney+
© auren Graham in der Serie The Mighty Ducks: Game Changers (c) Disney+

Im Jahr 1992 flimmerte zum ersten Mal der Film „The Mighty Ducks“ über die Bildschirme beziehungsweise Kinoleinwände. Schnell wurde daraus eine Filmreihe mit zwei Fortsetzungen, die sich zu einer der beliebtesten Underdog-Storys und Sportgeschichten seiner Zeit mauserte. Fast 25 Jahre nach dem dritten Part kommt mit The Mighty Ducks: Game Changers nun eine serielle Fortsetzung unter dem Banner von Disney+, die mit der Episode Game On ihren Einstand feiert und das Franchise in die Gegenwart hebt.

Worum geht es im Auftakt von The Mighty Ducks: Game Changers?

Der junge Evan (Brady Noon) versucht, als Teil des Eishockeyteams der Mighty Ducks in deren Juniorenteam der zwölf- bis 14-Jährigen zu gelangen. Doch aus der einstigen Mannschaft, in der jeder mit Leidenschaft für den Sport willkommen war, ist eine ambitionierte und kommerzialisierte Siegesmaschine geworden, bei der sich nach einer ungebrochenen Reihe von gewonnenen Meisterschaften unter enormem Leistungsdruck alles um Erfolge dreht. Und so gibt ihm sein Coach zu seiner herben Enttäuschung mit der Begründung, er sei einfach nicht gut genug, beim Sichtungstraining kurzerhand den Laufpass.

Seine Mutter Alex (Lauren Graham) will das jedoch nicht einfach hinnehmen und unterstützt ihn dabei, ein neues Team für die kommende Saison aufzustellen, bei dem der Spaß am Sport im Vordergrund stehen soll. Doch, um das zu erreichen, benötigen sie in kurzer Zeit nicht nur fünf weitere Teamkameraden, sondern auch ein Eisfeld zum Trainieren. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten gelingt es Evan tatsächlich, eine bunt zusammengewürfelte Truppe unter seinen Mitschülern zusammenzukratzen, die allerdings allesamt eher geringfügige sportliche Voraussetzungen mit sich bringen, so dass ihnen noch ein langer Weg bevorsteht, bis sie alle tauglich für das Eis sind.

Alex hat es ebenfalls zunächst nicht so einfach, einen Ort zum Trainieren für die Kinder zu finden und stolpert nach vergeblicher Suche zufällig über die heruntergekommene Eishalle von Gordon Bombay (Emilio Estevez), der wie sie zu ihrer Überraschung herausfindet, einst selbst die Mighty Ducks trainierte. Dessen Enthusiasmus für Eishockey scheint jedoch mittlerweile sehr gebremst zu sein und es bedarf ein wenig monetärer Überredungskunst, damit er dem Team, das sich frei nach der Abfuhr durch den Ducks-Coach „The Don't Bothers“ tauft, seine Halle zur Verfügung stellt. Doch etwas scheint auch in ihm einen kleinen Funken aufleuchten zu lassen, so dass er schnell auftaut und vielleicht in Zukunft noch viel mehr Unterstützung als nur gut gemeinte Ratschläge für die Gruppe der angehenden Jugendlichen bereithalten dürfte.

Wer steckt hinter The Mighty Ducks: Game Changers?

Umgesetzt wurde die Serie unter der Leitung von Steven Brill, der bereits die drei Vorlagenfilme aus den 90ern schrieb, womit die kreative Kontrolle also bei jemanden lag, dem das Franchise am Herzen liegt. Emilio Estevez kehrt nicht nur in seiner legendären Rolle als Gordon Bombay zurück, der eine zentrale Rolle in der Geschichte einzunehmen scheint, er bekleidet auch den Posten als Executive Producer. Gelenkt wird die Serie also von alten „Ducks“-Veteranen, die von neuen Gesichtern unter den Jungdarstellern sowie Lauren Graham unterstützt werden, welche wiederum in ihrer Rolle als wirbelnde und liebevolle Mutter - wie beinahe schon zu erwarten - voll aufgeht. Zudem dürfen wir mit weiteren Auftritten des alten Casts im Verlauf der Staffel rechnen.

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Welchen Eindruck vermittelt die Premiere der Serie?

Eine auf einer etwas älteren, geliebten Filmreihe basierende Serie, die in unsere Gegenwart versetzt wird und ganz sicher einen guten Schuss Nostalgie wecken soll, erzeugt in Anbetracht aktueller erfolgreicher Umsetzungen Assoziationen zu Cobra Kai. Und der Vergleich hinkt tatsächlich gar nicht mal so wirklich, denn auch The Mighty Ducks: Game Changers dreht das Konzept beziehungsweise die Strukturen der Filme ein gewisses Stück auf den Kopf: Die Mighty Ducks sind nämlich nun eindeutig „die Bösen“ der Geschichte.

Die Lücken werden sicher noch gefüllt, aber derzeit wissen wir nicht genau, was in der Zwischenzeit geschehen ist, aber der einstige kleine Verein hat sich gehörig verändert: Er ist ein perfekt geöltes Leistungszentrum geworden, mit riesigem Budget für die Arena und allem Drumherum. Die einst bescheidenen Ansprüche sind hohen Erwartungen und Ambitionen gewichen und der Erfolg sowie die Siegermentalität sprechen für sich. Doch es wird im Auftakt ganz deutlich dargestellt, dass den Ducks das Herz und die Seele verlorengegangen ist, denn Kommerz, Erfolg und Druck bestimmten bereits für die Juniorenteams den Alltag. Sie spielen und trainieren, um Sieger zu werden und nicht, um Spaß zu haben, wie der Coach der Jugendmannschaft zum Besten gibt.

Da vieles über die Sichtweise der Kinder dargestellt wird und Charaktere und Geschichte recht durchschaubar in Gut und Böse unterteilt sind, lässt sich erkennen, dass die Ausrichtung der Serie hauptsächlich auf jüngere Zuschauer ausgelegt ist. Daran muss man sich als Erwachsener nicht zwangsläufig stören, sofern man nicht jedes Detail nach Logik und Verhaltensweise oder Klischees auseinanderpickt. Denn im Kern bleibt die Story als Underdog-Geschichte über Leidenschaft und Liebe am Sport und der Gemeinschaft dieselbe und man kann somit durchaus Jung und Alt gleichzeitig abholen.

In der ersten Episode lernen wir erst einmal die Charaktere rund um das Team der Außenseiter kennen, die verschiedener nicht sein könnten, was sehr an den Geist der alten Filme erinnert. Zwar geht es mit der Lösung der Probleme der Mannschaftsbildung sowie der Eisanlage nach dem Kennenlernen und der ersten inspirierenden Rede vor der ganzen Schule relativ schnell, doch im Grunde unterscheiden sich die Charaktertypen so gut und deutlich voneinander, dass man gar nicht so viel Gewöhnung und Kennenlernprozess benötigt.

Emilio Estevez in The Mighty Ducks: Game Changers: Game On (2021). Szenenfoto aus der Episode Game on der US-Serie The Mighty Ducks: Game Changers
Emilio Estevez in The Mighty Ducks: Game Changers: Game On (2021). Szenenfoto aus der Episode Game on der US-Serie The Mighty Ducks: Game Changers - © Disney+

Emilio Estevez und Lauren Graham fügen sich gut in das Geschehen ein und tragen die Jungdarsteller schauspielerisch ein Stück weit mit. Wie so oft bei Schauspielern in diesem jungen Alter sind einige von ihnen deutlich talentierter als andere, aber alles in allem sind auch deren Leistungen zumindest in der Serienpremiere vollkommen in Ordnung. Auch vom technischen Standpunkt her ist die Produktion einwandfrei - wie dynamisch die Action auf dem Eis letztendlich inszeniert wird, lässt sich aus dem bisher Gezeigten allerdings noch nicht ganz ableiten.

Fazit

The Mighty Ducks: Game Changers geht ein kleines Wagnis ein, in dem es das beliebte und geliebte Eishockeyteam auf die Seite der Schurken der Geschichte zieht. Dennoch bleibt es dem Kern als Außenseiterstory um Integration beziehungsweise Gemeinschaft und Mannschaftsgeist durch Sport als Bindeglied treu. Während man sich primär an jüngere Zuschauer richtet, setzt man auch auf eine kleine, aber gut gesetzte Prise Nostalgie für die ältere Generation, ohne sich dabei aber darauf zu verlassen oder das Ganze mit Cameos und Anspielungen zu überladen. Wie gut die Atmosphäre und der Geist der Filmvorlage eingefangen und übertragen werden, lässt sich also erst ein wenig später erkennen, aber bisher ist man auf einem ordentlichen Weg dahin.

Hier abschließend noch der Serientrailer zur Serie „The Mighty Ducks: Game Changers“:

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