The Mandalorian 2x05

© he Mandalorian (c) Disney+
Was passiert?
Din Djarin und das Kind reisen nach Corvus, wo eine fiese Magistratin die Bevölkerung unterdrückt und den Kopfgeldjäger direkt auf eine Mission schickt, die Jedi Ashoka Tano zu töten, mit der sie immer wieder Probleme hat. Diese hatte unser Mando jedoch eigentlich gesucht und verbündet sich schnell mit ihr …
Früh!
In dieser neuen Episode, die noch drei weitere Abenteuer bis zum Staffelfinale übriglässt, passieren gleich mehrere Dinge, die man mit dem Label viel früher als gedacht belegen könnte.
So wäre es durchaus denkbar gewesen, dass man die Suche nach Ashoka Tano noch ein wenig hinausgezögert und gegebenenfalls für das Finale aufgespart hätte. Auch war es nicht vorherzusehen, dass die gute Frau den Job als Ausbilderin so schnell ablehnen und den Mando stattdessen auf eine weitere, spannende Spur schicken würde. Doch dazu später mehr.
Viel überraschender ist es nämlich, dass wir an dieser Stelle der Serie bereits mehr über das mysteriöse Kind erfahren, das bekanntlich zur Spezies des großen Jedi-Meisters Yoda gehört. Dieser wird dann auch endlich einmal namentlich erwähnt und obendrauf noch der Name des kleinen, grünen Männchens an Mandos Seite preisgegeben: Grogu! Wie der lütte Kerl darauf reagiert, von Din so angesprochen zu werden, ist dann absolut preisverdächtig! Er scheint geradezu hocherfreut, begeistert und glücklich zu sein, dass sein Beschützer nun seinen Namen kennt. Wenn jemand das Kindchenschema perfektioniert hat, ist es eben immer noch Disney. Süß!

Tee trinken, drüber reden
Und auch wenn es in der Episode später noch zur Sache gehen würde, geriet der Mittelteil, in dem Din, Ashoka Tano und Grogu in aller Ruhe und Stille aufeinandertreffen, doch zum Herzstück der Episode.
Wir erfahren: Der kleine Mann wurde im Jedi-Tempel aus Coruscant ausgebildet und hatte bereits mehrere Meister. Doch irgendwann entschied man sich, ihn zu verstecken. Seitdem lebt er ein Leben in ständiger Angst, was seine Figur nur noch tragischer erscheinen lässt. Man darf nicht vergessen: Auch wenn er im Rahmen seiner Spezies noch ein Kind sein mag, sind fünfzig Jahre eben eine verdammt lange Zeit, um schlechte Erfahrungen zu machen. Vor allem, wenn man so klein und hilflos ist und vor der eigenen Macht eine derart große Furcht entwickelt hat.
Umso erfreulicher kommt also die Erkenntnis, dass Din für ihn inzwischen zu einer Art Vaterfigur geworden ist, auch wenn dessen Verhalten manchmal immer noch an das eines Hundebesitzers und nicht eines Daddys erinnert. Doch geben wir ihm Zeit: Vater über Nacht ist eben keine Sache, die man mal so nebenbei lernt! Die beiden sind wirklich ein tolles Team und die Macher werden sicher noch viele Gründe finden, sie nicht zu trennen; oder zumindest nicht so schnell.
Der finale Konflikt zwischen Mando und Tano auf der einen sowie der Magistratin und ihrem Helferlein Lang auf der anderen Seite, ist dann fast schon Routine. Uns geht es dabei eigentlich wie Din und Lang, die beide vor dem verschlossenen Tor stehen und nur hören, wie drinnen der Kampf tobt. Als das Ergebnis feststeht, gewinnt unser Held noch in einem kurzen, aber erfolgreichen Duell, das erneut direkt aus einem Western zu stammen scheint.
Viel Stoff
Nun heißt es für Din und Grogu also erneut: Koffer packen und weiter! Wenn man sich überlegt, was an offenen Handlungselementen noch so in der Serie herumschwebt, dürften die Macher sicher nicht für alles in dieser Staffel Zeit finden.
Den Konflikt mit Moff Gideon zum Beispiel, den man am Ende des ersten Jahres als sehr relevant für die zweite Staffel hatte annehmen können, köchelt nur so vor sich hin und schwelt düster im Hintergrund. Die fiesen Finger des Imperiums strecken sich zwar auf verschiedene Arten nach dem Kind aus, richtig konkret ist aber noch nichts.
Auch die Geschichte um Boba Fett wurde zuvor nur mit einer kleinen Szene und einem Aufritt von Sekunden angerissen und wieder fallengelassen. Hinzu kommt nun die Suche nach dem alten Jedi-Tempel und die Erkenntnis, dass wir auf eine weitere Figur aus den Animationsserien (und den Romanwelten!) treffen könnten: Großadmiral Thrawn. Es bleibt also spannend, wie man uns noch drei Episoden lang bei Laune halten und gleichzeitig den Boden für die Wartezeit auf das dritte Jahr bereiten wird. Der Stoff geht den Autoren in jedem Fall so schnell nicht aus.
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Beobachtungen
Die Macher bleiben ihrer Vorgehensweise bezüglich der Fähigkeiten des Kindes treu: Grogu setzt sie diesmal im Schiff ein, weil er unbedingt den Schaltknauf haben möchte. Denselben Trick wiederholt er später nochmal auf Wunsch des Mando. Die Erklärung von Tano passt hierzu auf sehr charmante Weise: Der Kleine hat seine Kräfte lange Zeit aus Angst versteckt; er benutzt sie eben nur, wenn es wirklich wichtig ist; und das liegt eben in den Augen des Betrachters (und hier: eines Kindes).
Michael Biehn spielt die rechte Hand der Magistratin und stirbt am Ende einen wenig erfreulichen (und sehr frühen) Tod. Man kennt den Schauspieler natürlich aus Filmen wie Terminator oder Aliens.
Rosario Dawson erhielt die ikonische Rolle der Ashoka Tano und passt perfekt zur bekannten Version aus den animierten Star-Wars-Welten. Allerdings dürfte es für einige Fans schon traurig sein, dass Ashley Eckstein, die Sprecherin der Figur aus Star Wars Rebels, Star Wars: The Clone Wars sowie vom Ende des letzten Realfilms und aus Spielen hier übergangen wurde. Zuletzt war man an einer solchen Stelle bekanntlich anders verfahren…

Technisch betrachtet
Einen Waldplaneten stellt sich vermutlich der eine oder andere etwas eher wie die Welt der Ewoks vor, nicht gesäumt von verbrannten Baumgerippen und bevölkert von riesenhaften Kreaturen.
Doch macht genau das den Zauber der Umsetzung aus. Die dunstige Atmosphäre von Corvus überzeugt durchweg und zeigt erneut das spannende Worldbuilding der Macher. Dazu gehört übrigens auch die Erkenntnis, dass hinter jeder Tür eine Geschichte lauern könnte, was man sehr schön an der Figur des Vaters zweier Kinder festmachen kann, der nur wenige Sekunden an verschiedenen Stellen auftaucht und dennoch am Ende eine verantwortungsvolle Position übernimmt, die für unsere Hauptgeschichte nicht relevant ist. Wir erfahren auf diese Weise Kleinigkeiten nur durch Sequenzen am Rande und erleben so den Fortschritt der Handlung ohne große Worte. Stark!
Ach ja: Die Musik sorgt in dieser Episode erneut für extreme Gänsehaut, als Ashoka Tano am Ende Din den neuen Auftrag gibt. Unbedingt genau hinhören!
Fazit
Mit dem dreizehnten Eintrag in die Serienhistorie liefern uns die Macher erstmals eine ausgewachsene Drama-Episode, die sich auf Figuren, Dialoge und die Welt um sie herum konzentriert und die Action nur als Randerscheinung zu Wort kommen lässt.
Da wir inzwischen so sehr mit dem Maskenmann und seinem kleinen Muppet-Freund mitfiebern, gelingt das auch sehr gut und zeigt, dass emotionale Bindung keine Frage von (echter) Mimik sein muss. The Mandalorian macht vieles anders und verstößt gegen Konventionen, gefällt aber gerade deswegen als launige Abenteuershow der etwas anderen Art mit sympathischen Helden.
Verfasser: Björn Sülter am Sonntag, 29. November 2020(The Mandalorian 2x05)
Schauspieler in der Episode The Mandalorian 2x05
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