The Last Ship 5x08

The Last Ship 5x08

In der Folge Honor der US-Serie The Last Ship wird der Cliffhanger von letzter Woche voll ausgekostet. Tavos scheint alle Trümpfe in der Hand zu haben, während die USS Nathan James und Tom Chandler meilenweit vom Hauptgeschehen entfernt sind.

Szenenfoto aus der „The Last Ship“- Folge „Honor“ (c) TNT
Szenenfoto aus der „The Last Ship“- Folge „Honor“ (c) TNT
© zenenfoto aus der „The Last Ship“- Folge „Honor“ (c) TNT

Wendepunkt

Mit der The Last Ship-Folge Honor befindet sich Tavo (Maurice Compte) kurzzeitig auf dem Höhepunkt seines Angriffs. Wir können zwar noch immer die Hände über dem Kopf darüber zusammenschlagen, wie es zur Geiselsituation gekommen ist, müssen aber die aussichtslose Lage der Kommandozentrale und deren Besatzung - inklusive des Präsidenten (Steven Culp) - akzeptieren. Entsprechend soll nur das in dieser Folge gezeigte Geschehen kritisiert werden und das weiß durchaus zu gefallen, auch wenn es einige Abstriche zu verzeichnen gibt.

Größter Kritikpunkt meinerseits - und da würde Hector (Rigo Sanchez) mir sicher zustimmen - ist Tavos Besessenheit von Tom Chandler (Eric Dane). Vermutlich nimmt er ihm noch immer die Ansprache von vor ein paar Wochen übel oder will tatsächlich den großen Helden (der Serie) brechen, um seinen Sieg zu vollenden. Ungleich uns Zuschauern hat Tavo allerdings nicht begriffen, dass Chandler unsterblich ist. Ganz zu schweigen davon, dass er das Staatsoberhaupt der Vereinigten Staaten sowie eine ganze Reihe hochrangiger Offiziere in seiner Gewalt hat, was vollkommen ausreichend für einen proklamierten Sieg wäre.

Aber Tavo ist eben ein dummer Bösewicht, was sich im Vorfeld bereits abgezeichnet hat. Auch diese Woche ändert sich nichts daran. Ein Antagonist, der durchdachter handeln würde, hätte die Demütigung von Reiss sicher auch anders durchgeführt. Schließlich kann jeder sehen, wie der Präsident von Octavio (Jose Pablo Cantillo) behandelt wird und wie das „Geständnis" der Schuld erzwungen wird. Da würden höchstens Verschwörungstheoretiker glauben, dass der Präsident tatsächlich Dreck am Stecken hat (ich weiß, gibt es im Internet viele von - aber ernsthaft, das hier war ein Paradebeispiel dafür, wie man möglichst unglaubwürdig jemanden dazu bringt, die nötigen Worte zu sagen).

Was bleibt am Ende? Tavo verliert die Oberhand, seine Einsatztruppe in den Staaten und ein weiteres Schiff. Nächste Station ist jetzt der Vergeltungsschlag, womit unsere Helden erstmals in dieser Staffel agieren werden, statt zu reagieren. Gran Colombia kann sich jetzt für die letzten beiden Episoden jedenfalls warm anziehen, wobei Tavos Vorgehensweise gegenüber den eigenen Leuten sicher auch noch eine (für ihn negative) Rolle spielen wird.

Team Vulture

Die Eroberung von Camp X kam zwar zu spät, um die Geiselnahme zu verhindern, aber wird in dieser Folge verdammt gut genutzt, um a) den Angriffsplan von Octavio & Co. nachzuvollziehen und b) eine Strategie zu entwickeln, die Jeter (Charles Parnell) und Swain (Troy Doherty) dabei hilft, die Geiseln zu befreien. Denn ungleich der anderen konnten sich diese beiden Figuren in Sicherheit bringen und sogar ein wenig den Fortschritt von Octavios Truppe verhindern.

Wir dürfen natürlich zweifeln, ob Jeter und Swain ähnlich effektiv wie Wolf (Bren Foster) und Green (Travis Van Winkle) bei der Erprobung der Prozedur sind. Schließlich haben wir von Jeter kaum Nahkampfeinsätze gesehen und Swain ist ein Neuling, der sich hauptsächlich auf den Umgang mit Computern versteht. Da hätte beim eigentlichen Gegenschlag viel schiefgehen können oder sogar müssen. Außerdem ist unverständlich, wie der Aufenthaltsort von Octavios Leuten so genau ermittelt werden konnte.

Aber Schwamm drüber, denn der Zusammenschnitt der Trainingssequenzen mit dem tatsächlichen Geschehen in der Zentrale ist durchaus gelungen und um Welten besser inszeniert als Toms heimischer Familiendisput mit dem Angriff in Warriors. Vielleicht etwas zu plakativ, aber eben durchaus reizvoll als Stilmittel.

Weniger nett ist die Verpulverung des SWAT-Teams, die komplett off-screen abläuft. An Action mangelt es zwar in dieser Episode nicht, aber als Zuschauer fühlt man sich ein wenig hintergangen, wenn dieser Einsatz gar nicht gezeigt wird. Da wäre etwas mehr drin gewesen.

Etwas mehr wäre vielleicht auch bei Kelsi (Caitlin Gerard) drin gewesen, die von Slattery (Adam Baldwin) mehr oder weniger erfolgreich als Ablenkungsmanöver genutzt wird. Sympathien mit ihr haben wir zwar nicht und sind auch nicht schockiert, dass sie die Folge nicht überlebt. Aber ihre Erkenntnis, dass Octavio sie lediglich benutzt - ähnlich wie Manuel (Jesse Garcia) bloß benutzt wurde - hätte gerne größere Wellen schlagen können.

USS Nathan James

TNT
TNT - © TNT

Apropos größere Wellen. Die bleiben leider erneut bei unserem Schiff aus, welches in den letzten beiden Episoden sicher unter dem Kommando von Tom bleiben wird. Es wird nicht einmal der Versuch gestartet, seine Reise zur Korvette spannend zu gestalten und die übliche Besatzung inklusive Kara (Marissa Neitling) bleiben lediglich Randerscheinungen. Wäre doch sehr leicht gewesen, hier am Ende einen (kleinen) Cliffhanger zu servieren, der Toms Schicksal vorerst offenlässt, oder?

Stattdessen muss Sasha (Bridget Regan) sich keine großen Sorgen machen, versorgt sie ihren Mann doch kurz nach der Szene, die ihm hätte das Leben kosten können (ich weiß, passiert nicht, aber dennoch...) Spannung sucht man jedenfalls vergebens, wenn Tom sich in Gefahr begibt. Wir können zwar nicht ausschließen, dass im Finale noch eine heldenhafte Opferung stattfindet, aber zumindest hier schwimmen wir in sicheren Gewässern, was seine Unversehrtheit angeht.

Sonstiges

Sehr viel bleibt jetzt nicht mehr, was sich noch zur Diskussion anbietet. Diese und letzte Woche haben wir uns von einigen Figuren verabschieden müssen. Kincaid (Thomas Calabro) weine ich keine Träne hinterher, Meylan (Emerson Brooks) ist zwar schade, aber zu erwarten gewesen und ansonsten ist lediglich die Abschlussszene mit Miller (Kevin Michael Martin) erwähnenswert, die tatsächlich bewegen kann.

Hoffentlich gibt es in den letzten beiden Episoden noch einen Aufschwung, denn es wäre schade, wenn sich die Reihe mit durchschnittlichen Folgen verabschiedet. Das haben weder wir Zuschauer noch die Serie verdient, zumal wir wissen, dass es weit besser geht.

Fazit

Das ging alles schon einmal besser, wenngleich Honor nicht gerade übel ist. Es gibt Verluste, die Situation ist unterm Strich sehr spannend, aber sicher nicht kritikfrei. Unsereins spürt trotz der obigen Worte einen leichten Aufwind und ist gespannt auf die beiden finalen Folgen, die hoffentlich noch einmal rocken werden. Ich bin jedenfalls gewillt, 3,5 von 5 Sternchen springen zu lassen.

Trailer zur Episode Courage (5x09) der US-Serie The Last Ship:

Verfasser: Christian Schäfer am Mittwoch, 31. Oktober 2018

The Last Ship 5x08 Trailer

Episode
Staffel 5, Episode 8
(The Last Ship 5x08)
Deutscher Titel der Episode
Ehre
Titel der Episode im Original
Honor
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 28. Oktober 2018 (TNT)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 29. Oktober 2018
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Montag, 29. Oktober 2018

Schauspieler in der Episode The Last Ship 5x08

Darsteller
Rolle
Adam Baldwin
Charles Parnell
Travis Van Winkle
Kevin Michael Martin
Bren Foster

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?