The Hunting Party 1x01

The Hunting Party 1x01

Auf dem Papier gehört die Serie „The Hunting Party“ zu den vielversprechendsten Starts der Network-Season. Leider enttäuscht die Pilotepisode jedoch...

Melissa Roxburgh in der Serie „The Hunting Party“
Melissa Roxburgh in der Serie „The Hunting Party“
© NBC

Am vergangenen Sonntag, den 19. Januar hat der amerikanische Networksender NBC für die Vorpremiere von The Hunting Party gesorgt. Das neue Crime-Procedural mit Manifest-Star Melissa Roxburgh konnte dabei ziemlich solide Einschaltquoten einfahren: 3,05 Millionen Zuschauer:innen und ein Zielgruppen-Rating von 0.5 (Live+Same Day). Wobei man diesen Erfolg eher dem Football-Lead-in zu verdanken hat. Und viele dürften nach der insgesamt enttäuschenden Pilotepisode zur regulären Ausstrahlung ab dem 3. Februar sowieso nicht mehr zurückkehren.

Kritik zur neuen NBC-Serie „The Hunting Party“

Besonders schade ist der schwache Serienstart von „The Hunting Party“, weil die Grundidee so vielversprechend klang: Was, wenn die gefährlichsten Verbrecher des Landes allesamt aus einem geheimen Hochsicherheitsgefängnis ausbrechen? Im Mittelpunkt steht die titelgebende Jagdgesellschaft, die sich in jeder Folge einen dieser Schurken vorknöpft, um die von ihm ausgehende Gefahr zu liquidieren. In Episode eins geht es um Richard Harris - natürlich ist damit nicht der Dumbledore-Darsteller aus den „Harry-Potter“-Filmen gemeint, sondern ein fiktiver Psycho-Killer (gespielt von Tobias Jelinek).

Im Cold Open sehen wir zunächst, wie es überhaupt zu dem Gefängnisausbruch kam. Im Serienkosmos nutzt die U.S. Army ihre Top-Secret-Atomwaffendepots, um dort auch Menschen zu verstecken, die offiziell als tot gelten. Besagte Schwerstkriminelle sollen auf elektrischen Stühlen hingerichtet worden sein, doch wurden heimlich am Leben gehalten, damit man krude Experimente an ihnen durchführen kann, die im Großen und Ganzen dem Wohl der Nation nützen würden. Das Ganze klingt so schön drüber, dass man den Spaß, den die Serie offensichtlich haben will, kaum erwarten kann!

Nun müssen wir aber erst noch unsere Heldin kennenlernen, nämlich die von Roxburgh gespielte Rebecca „Bex“ Henderson. Sie scheint ein echtes Naturtalent in Sachen Strafermittlungen zu sein, so soll sie ihren ersten Killer schon als Teenagerin geschnappt haben (die Nancy-Drew-Vergleiche zieht sie netterweise gleich selbst). Doch dann hat die Karriere der FBI-Agentin einen geheimnisvollen Knick erlitten, weshalb sie ihre wertvollen Fähigkeiten nun als Sicherheitschefin in einem Kasino verschwendet. Doch nicht mehr lange...

Patrick Sabongui spielt den Partner der Hauptfigur von Melissa Roxburgh

Als Bex in die „Hunting Party“ eingeladen wird, lernt sie den CIA-Agenten Ryan Hassani kennen. Er wird gespielt von Patrick Sabongui, den viele als David Singh aus der Superhelden-Serie The Flash kennen dürften. Ein Dream-Team sind die neuen Partner zunächst nicht, zumal die etwas zwielichtige Ader Ryans Bex an ihren früheren Kollegen und Liebhaber Oliver Odell zu erinnern scheint. Diese Rolle wurde mit dem dritten großen Namen im Cast besetzt: Nick Wechsler, bekannt aus Serien wie Roswell und Revenge.

Der Cast der Serie „The Hunting Party“
Der Cast der Serie „The Hunting Party“ - © NBC

Leider ist in Folge eins kaum Zeit, die Figuren wirklich kennenzulernen. Zu sehr pressiert die Frage, wo Richard Harris steckt, der inzwischen wieder blutige Spuren hinterlässt. Der Serienschöpfer JJ Bailey - unterstützt vom deutlich erfahreneren Produzenten Jake Coburn (The Endgame) - versucht anscheinend, das Publikum über den Bösewicht abzuholen. Dumm nur, dass dieser wie eine schlechte Parodie von Hannibal Lecter rüberkommt. Man wollte den Part gleich zu Beginn so krass aufziehen, dass er einfach albern wirkt.

Man kann nur hoffen, dass die Verbrecher der nächsten Folgen etwas weniger klischeehaft konzipiert sind. Und dann sollte sich die Serie auch möglichst bald Zeit nehmen, Bex, Ryan und Co vernünftig vorzustellen. Denn am Ende des Tages wird diese Art von Krimi nicht von wöchentlichen Schurken getragen, sondern von den Heldenfiguren. Bestes Beispiel ist The Blacklist, das einer ähnlichen Formel gefolgt war und dank der Chemie zwischen James Spader und Megan Boone zum Ausnahmeerfolg avancierte.

Besteht trotzdem noch Hoffnung für die Serie?

In den USA liest man in den ersten Kritiken zu „The Hunting Party“ bereits solche Urteile wie „schmerzhaft langweilig“ (Pajiba), „langweiliges und generisches Fernsehen“ (THR) oder „ausgesprochen überspringbar“ (Pittsburgh Tribune). Langweilig fanden wir den Auftakt der Serie nicht, denn dafür hat sie viel zu viel aufgefahren. Allein das erste große Set Piece mit der gewaltigen Explosion macht schon was her! Und auch die winterlichen Flashbacks der Protagonistin sind für Network-Verhältnisse nicht schlecht inszeniert (Regie hat Thor Freudenthal geführt).

Viele gute Serien liefern vergleichsweise schwache Piloten ab - das gilt selbst für HBO-Dramaserien wie Succession. Man will einfach zu viel in eine Folge stopfen, um gleich hervorzustechen, was im Fernsehen über Absetzung und Verlängerung entscheidet. Sollte es „The Hunting Party“ gelingen, freier aufzuatmen - „sich selbst zu finden“ - und die starke Idee doch noch besser umzusetzen, besteht vielleicht Hoffnung. Neun Episoden stehen in der Auftaktstaffel zumindest noch aus (in Deutschland gibt es bislang keinen Abnehmer dafür).

Für die Premiere der Serie „The Hunting Party“ gibt es von uns zwei von fünf Jagdhörner!

Verfasser: Bjarne Bock am Donnerstag, 23. Januar 2025

The Hunting Party 1x01 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 1
(The Hunting Party 1x01)
Titel der Episode im Original
Richard Harris
Länge der Episode im Original
43 Minuten
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 19. Januar 2025 (NBC)

Schauspieler in der Episode The Hunting Party 1x01

Darsteller
Rolle
Patrick Sabongui

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?