
© anny Pudi und Lauren Lapkus in „The Guest Book“ / (c) TBS
In der Pilotepisode Story One der Comedy-Anthologieserie The Guest Book zieht das gestresste Ehepaar Tim (Danny Pudi) und Sandy (Lauren Lapkus) ins Froggy Cottage ein, um in der Holzhütte ein ruhiges Wochenende zu verbringen. Doch ein kurzer Abstecher in den lokalen Stripclub endet für Tim in einem fiesen Erpressungsversuch.
Worum geht es?
Die skurrilen Ereignisse der Serie drehen sich rund um das Froggy Cottage, deren Betreiber sowie diverse lokale Anwohner. Im Zentrum der jeweiligen Episode stehen allerdings die Gaststars, in diesem Fall die Comedyerprobten Danny Pudi (Community) und Lauren Lapkus (Orange Is the New Black, Crashing), die ihre Erfahrungen in der Ferienhütte im Gästebuch festhalten.
Ehemann Tim gerät in Schwierigkeiten, nachdem er sich dummerweise dazu entscheidet, dem örtlichen Stripclub einen Besuch abzustatten. Kurze Zeit später taucht Frank (Lou Wilson) vor seiner Tür auf, der gemeinsam mit seiner Stiefmutter Vivian (Carly Jibson) Videos mit den Aktivitäten der Besucher des Clubs gegen seine Diskretion als kleinen Nebenverdienst verkauft.
Tim fasst einen Plan, um sich den lästigen Erpresser lange genug bis zur Abreise vom Hals zu halten und bastelt mit Utensilien aus der Hütte eine Falle. Diese funktioniert beinahe schon ein wenig zu gut, sodass er den ausgeknockten Frank erstmal in diesen Auto verstaut. Nachdem die Aktion glückt, ohne dass seine Frau von seinen Eskapaden etwas mitbekommt, ist das Froggy Cottage wieder bereit für seine nächsten Bewohner und deren einzigartige Erlebnisse.
Lasagne is ready
Die Prämisse von The Guest Book klingt auf den ersten Blick vielversprechend: Während die Charaktere rund um das Gästehaus jede Folge gleich bleiben, bringen neue Gaststars als Urlauber von Episode zu Episode frischen Wind in die Anthologieserie. Diese können sich sehen lassen, denn in den insgesamt zehn Folgen werden sich unter anderem Michael Rapaport, Mary Lynn Rajskub, Kate Micucci, Jenna Fischer, Margo Martindale, David Zayas, Jaime Pressly und Desmin Borges die Klinke in die Hand geben.
Die Idee dazu basiert auf Serienschöpfer Greg Garcias Angewohnheit, fiktive Geschichten in Gästebüchern von Hotels oder Ferienanlagen zu verfassen, um die nachfolgenden Gäste auf die Schippe zu nehmen und zu verunsichern.
In Story One sind es Danny Pudi und Lauren Lapkus, die ins Froggy Cottage einziehen. Die beiden machen ihre Sache zwar durchaus gut, doch ist es vielmehr das Drehbuch, welches den Spaß ein wenig bremst: Es ist bei Comedys oft nicht einfach, mit dem Finger auf die Gründen zu zeigen, warum der Humor bei einem zündet oder auch nicht, aber viele Witze wirken in erster Linie zu erzwungen und fallen trotz des Talents der Darsteller stellenweise flach. Das bedeutet jedoch nicht, dass The Guest Book eine humorbefreite Zone ist, denn beide Gaststars holen das Beste aus ihren Vorgaben heraus.

Der Humor selbst ist von derberer Natur inklusive farbenfroher Sprache, ohne wie die TBS-Comedy Angie Tribeca in Richtung Slapstick abzudriften und schafft dabei trotzdem Figuren und Situationen aus der „Larger than life“ Kategorie zu kreieren. Die lokalen wiederkehrenden Charaktere dürften sich eher langsam und am Rande entwickeln und muten zumindest bisher nicht uninteressant an, auch wenn durch den Lieferanten zumindest ein lahmes Kifferklischee benutzt wird. Ein kleines Plus ist auch die stimmige musikalische Einbindung des Country-Blues-Duos „HoneyHoney“, welches das Ende der jeweiligen Folgen begleitet.
Fazit
Die Pilotepisode von The Guest Book macht unterm Strich einen ordentlichen Eindruck, doch ist es nicht sicher, ob es reicht, sich langfristig auf die Qualität seiner Gaststars zu verlassen. Ein neues Szenario pro Episode verspricht jedoch frischen Wind inklusive skurriler Situationen und freizügigem Humor, was das Ganze in einer eigenwilligen Kombination gleichzeitig vulgär und charmant wirken lässt. Deswegen bleiben genügend Gründe, den Gästen des Froggy Cottages auch noch für ein paar weitere Episoden eine Chance einzuräumen. Letztendlich hätte ich mir aufgrund der Prämisse und der Beteiligten noch ein wenig mehr versprochen, aber für kurzweilige Sommerunterhaltung mit nur zehn Episoden reicht es allemal. Potential für eine Steigerung ist dafür trotz der guten Ansätze allerdings definitiv noch vorhanden.
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