The Good Place Staffel 2
The Good Place Staffel 2 Episodenguide
Review zu The Good Place Staffel 2
Es ist erstaunlich, mit welch einfachen Mitteln es gelingen kann, eine wahrlich innovative Serie auf die Beine zu stellen. Mike Schur, Serienschöpfer von The Good Place, braucht dazu lediglich Stift, Papier und eine Riege begabter Darsteller. Nach einem besonders hohen production value sucht man in der NBC-Comedy indes vergeblich. Die knallbunte Kulisse erkennt man sofort als solche, die Spezialeffekte ebenso. In gewisser Weise wird hier nach alter Schule Fernsehen gemacht - gute Drehbücher und Schauspieler genügen völlig.
Thoughtful, and generous, and caring
Das ist natürlich einfacher gesagt als getan. All das Geld, das andere sogenannte Prestigeformate für lupenreinen Look und Sound ausgeben, wird hier in die Charakter- und Stoffentwicklung gesteckt. Denn obwohl „The Good Place“ aussieht, als entstamme es aus einem anderen TV-Jahrhundert, kann das Sujet doch als high concept kategorisiert werden. Das liegt nicht nur an den vielen, quasiakademischen philosophischen Exkursen, sondern auch an den unzähligen Twists, die uns hier beinahe in jeder Episode dargeboten werden. Es kommt einem Wunder gleich, dass diese noch nicht in sich zusammengefallen sind.
Normalerweise bin ich höchstskeptisch gegenüber Formaten, die sich allzu sehr auf ihren Hang zu überraschenden Wendungen verlassen. Das Konzept hat sich meistens schnell totgelaufen und ist nach einigen Episoden stärker von Logiklöchern durchsetzt als eine Rede von Donald Trump. Umso erstaunlicher, dass es „The Good Place“ ein ums andere Mal gelingt, sein Publikum zu überraschen, hernach aber nicht von den emsigen Spurensuchern des Internets einer logischen Inkonsistenz überführt zu werden. Andererseits muss man auch zugeben, dass die Prämisse der Serie ebendiesen Wendungsreichtum leicht zulässt.
Die bisher größte Überraschung ereignete sich wohl am Ende der ersten Staffel, als Erzengel Michael (Ted Danson) seinen erstaunten Untergebenen eröffnete, dass sie sich gar nicht im Paradies, sondern in einer Sektion der Hölle befinden, die ihm zu Experimentierzwecken zugewiesen wurde. Jene Experimente führten allerdings nur dazu, dass der Dämon Michael eine Art Herz für die ihm Zugewiesenen entwickelte, woraufhin er sich im Laufe der zweiten Staffel endgültig auf ihre Seite schlug, um ihnen doch noch den Weg in den „Good Place“ zu ermöglichen.

Ein Trip in den echten „Bad Place“ in der herausragenden Episode Rhonda, Diana, Jake, and Trent (2x11) zeitigte nicht das gewünschte Ergebnis, weshalb laut Michael nur noch eine Möglichkeit übrigblieb: das von Judge Jen (eine geniale Maya Rudolph) geführte Schiedsgericht. Dort befinden wir uns zu Beginn der Finalepisode Somewhere Else, wo es - natürlich - zu einer weiteren Wendung kommt, als Jen genüsslich verkündet, dass die Prüfungen, die unsere Helden in The Burrito bestehen mussten, völlig zwecklos waren und nur ihrer Belustigung galten.
Being good is for suckers
Ihre Chance, doch noch irgendwie Eingang in den „Good Place“ zu finden, sei längst verspielt. Darin erkennt Michael den inhärenten Konstruktionsfehler des Jenseits - es beinhalte eben nicht die Möglichkeit, dass sich Menschen zum Besseren verändern, wie es Eleanor (Kristen Bell), Tahani (Jameela Jamil), Jason (Manny Jacinto) und Chidi (William Jackson Harper) während ihres Aufenthalts im experimentellen „Bad Place“ eindrucksvoll bewiesen hätten. Damit findet er Anklang bei der ebenso jovialen wie einschüchternden Richterin, allerdings merkt sie richtigerweise an, damit sei längst nicht bewiesen, dass die vier genuin gute Menschen sind.
Dies könne nur geschehen, wenn sie aufzeigten, dass sie gut sein können, ohne für ein Ziel zu kämpfen, ohne für die von Philosophen als moral desert bezeichnete Belohnung zu arbeiten. Aber auch dafür hat Michael eine Lösung parat: Die Freunde werden allesamt, wie Mindy St. Claire (Maribeth Monroe), in ihre „Medium Places“ verfrachtet, wo sie (beinahe) ohne fremde Hilfe die Chance bekommen, ihre Wandlung zum Besseren unter Beweis zu stellen. Dies ist nun offenbar - vorausgesetzt, es handelt sich nicht um eine weitere Simulation - die Neuausrichtung der Serie.
Das bedeutet zunächst, dass im Finale nur noch Eleanor vorkommen wird, was nachvollziehbar ist, weil mit ihr alles begonnen hat. Sie bekommt dank ihres verhinderten Todes durch Einkaufswagenkolonne nun die Chance zur Wiedergutmachung. Die Nahtoderfahrung inspiriert sie dazu, einen Facebook-Eintrag zu verfassen, in der sie eine ihrer, wie sie glaubt, größten Sünden beichtet: „I cyberbullied Ryan Lochte until he quit Instagram.“ Sie beschreibt sich öffentlich als „Monster“, woraufhin sie nach wenigen Sekunden gefragt wird, ob ihr Account gehackt wurde.

Nein, Eleanor meint es wirklich ernst. Sie will ihre zweite Lebenschance nutzen, um ein besserer Mensch zu werden. Michael und Janet (D'Arcy Carden) schauen auf ihren oldschool Newstickern begeistert den moralischen Fortschritten ihres Schützlings zu. Eleanor schwört dem Fleischverzehr ab, beichtet gegenüber ihren unausstehlichen (aber ziemlich witzigen) Freundinnen düstere Geheimnisse und schließt sich sogar der einstmals so verhassten Umweltorganisation an. Alsbald erkennt sie jedoch, welch harte Arbeit es ist, ein guter Mensch zu sein (was mich an diese grandiose Szene aus Rick and Morty erinnerte), und kehrt zu ihrem alten, selbst- und fremdzerstörerischen Verhalten zurück.
We are not in this alone
Michael und Janet schauen entgeistert zu, wie sich Eleanors Fortschritt rapide ins Gegenteil verkehrt, was Michael zu einem weiteren Manöver veranlasst. Er begibt sich einfach in diese Realität, um Eleanor den Anschub zu geben, den sie offensichtlich braucht, um wieder in die richtige Spur zurückzufinden. Altgediente Serienjunkies dürften beim Anblick von Ted Danson als Barkeeper einen Freudenschrei ausgestoßen und sich an gute, alte Cheers-Zeiten zurückerinnert haben. Mit Handtuch über der Schulter und Hand im Spülbecken gibt die Reinkarnation von Sam Malone der sturzbetrunkenen Eleanor den entscheidenden Hinweis: „The real question is what do we owe to each other?“
Diese Phrase lässt sie hernach nicht mehr los, eine kurze Google-Suche führt sie zum YouTube-Video des Vortrags eines gewissen Chidi Anagonye, den der über die philosophische Abhandlung „What We Owe to Each Other“ von Thomas Scanlon hält. Sie weiß nun, dass sie sich auf dem richtigen Pfad befindet, weshalb es nicht verwundert, dass sie wenige Szenen später im Flugzeug nach Australien sitzt, um dort das Büro von Chidi „Annakendrick“ aufzusuchen: „I think we need to talk.“ Es ist zwar nicht die weltumstürzlerische Wendung des ersten Staffelfinals, aber doch ein äußerst befriedigendes Setup für die längst bestellte dritte Staffel.
Der einzige Wermutstropfen dieser ansonsten herausragenden Finalepisode ist die einfache Tatsache, dass darin zu wenig von Jason, Tahani und Chidi zu sehen ist. Zu Beginn gibt es einige herzerwärmende Szenen zwischen Janet und Jason sowie Eleanor und Chidi („Hot diggity-dog!“), aber der Großteil der Episode konzentriert sich auf Eleanors Rückkehr ins echte Leben. Dies ist der Struktur der Serie, ihren vielen Twists und Wendungen geschuldet, was wohl auch bedeutet, dass wir so schnell nicht mehr in die Welt von „Good“ und „Bad Place“ zurückkehren werden.
Das könnte wiederum nach sich ziehen, dass uns weniger Szenen mit dem gesamten Ensemble bevorstehen. Das wäre schade, allerdings haben sich Mike Schur und Konsorten mit diesen beiden fantastischen Staffeln genug Vorschusslorbeeren verdient, dass wir ihnen nahezu blind vertrauen können, wenn es um die Ausarbeitung neuer Geschichten geht. The Good Place ist bereits jetzt viel besser, als es die Pilotepisode jemals hätte vermuten lassen. In diese Richtung darf es gerne weitergehen.
«The Good Place» Trailer
The Good Place Staffel 2 Episodenguide
Michael (Ted Danson) hat die Erinnerungen von Eleanor (Kristen Bell), Chidi (William Jackson Harper), Tahani (Jameela Jamil) und Jason (Manny Jacinto) gelöscht. Sie versuchen sich wieder an das... weiterlesen
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