The Fix: Review der Pilotepisode

The Fix: Review der Pilotepisode

ABC hat keine Kosten und Mühen gescheut, um uns nun die aufwändig produzierte Anwaltsserie The Fix zu präsentieren. Die Story über eine Staatsanwältin, die den größten Fall ihrer Karriere verliert und Jahre später erneut mit dem Angeklagten konfrontiert wird, vereint das Beste aus Krimi, Gerichtssaal und enorm viel Drama.

Szenenfoto aus „The Fix“ (c) ABC
Szenenfoto aus „The Fix“ (c) ABC
© zenenfoto aus „The Fix“ (c) ABC

Wie nahe können wir der Wahrheit kommen? Gibt es überhaupt so etwas wie eine allgemeingültige Realität? Fragen, mit denen sich seit Jahrhunderten weise Philosophen beschäftigen, finden auch immer wieder in unseren geliebten Anwaltsserien ein Diskussionsforum. Neben all den Beweisen, Indizien, Zeugen und Geschworenen kommt es oft genug vor, dass ein Fall runtergebrochen wird auf einen einfachen Sachverhalt: Aussage gegen Aussage. Und dann kommt es nicht darauf an, wessen Version wahrheitsgemäßer ist, sondern wer sie am besten erzählen kann.

Um jenen Konflikt geht es auch in der neuen Serie The Fix, die nun vom Sender ABC erstaufgeführt wurde. Durch regelmäßige Perspektivenwechsel weiß die Dramaserie, den Zuschauer bei Laune zu halten und gleichzeitig der flexiblen Auslegung von Wahrheit gerecht zu werden.

Not Guilty?

Konkret handelt es sich um die Geschichte von Maya Travis (Robin Tunney), die 2008 als Staatsanwältin in Los Angeles vor Gericht gegen den Prominenten Sevvy Johnson (Adewale Akinnuoye-Agbaje) angetreten ist, um zu beweisen, dass dieser seine Frau und ihre Freundin ermordet hat. Doch zu Mayas Entsetzen trug die Verteidigung, die sich auf rassistische Vorurteile berief, Früchte und der Fernsehstar wurde freigesprochen. Daraufhin folgte eine Hetzjagd der Medien auf die Anwältin, die in Folge dessen ihrem alten Leben den Rücken kehrte und sich in Washington ein neues aufbaute.

Dort lebt sie auch 2018, zehn Jahre nach dem niederschmetternden Prozess. Sie wird aus der Idylle des Landlebens gerissen, als sich die Neuigkeiten eines weiteren Mordes in LA verbreiten, mit dem Sevvy erneut in Verbindung gebracht wird. Dieses Mal handelt es sich um seine jüngere Freundin Jessica (Taylor Kalupa). Maya wird von ihrem damaligen Kollegen und Exliebhaber Matthew (Adam Rayner) zurück nach LA geholt, um Sevvy dieses Mal hinter Gitter zu bringen und mit dem Fall endgültig abschließen zu können.

Auf der anderen Seite erleben wir einige der Geschehnisse aus Sevvys Perspektive. Dieser scheint ehrlich betroffen über den Tod der jungen Frau und auch der liebevolle Umgang mit seiner Tochter lässt uns schnell an seiner Schuld zweifeln. Trotz eines starken Promi-Anwaltes namens Ezra Wolf (der Name ist hier wörtlich zu verstehen) (Scott Cohen) entscheidet sich Sevvy dazu, alleine zur Polizei zu gehen und zu kooperieren. Erfahrene Zuschauer von Anwaltsserien wissen: keine gute Idee. Es stellt sich heraus, dass die um einiges jüngere Jessica ihm von seiner Tochter Star vorgestellt wurde, ihrer Mitbewohnerin. Als er merkt, dass Maya weiter in die Befragung einzugreifen versucht, stellen wir schnell fest, dass auch Sevvy eine persönliche Vendetta gegen Maya führt.

ABC
ABC - © ABC

Das ABC von ABC

Das Urteil des Zuschauers bis jetzt? Keine Ahnung. Das wechselhafte Spiel zwischen Glaubhaftigkeit und Feindseligkeit, das Sevvy an den Tag legt, lässt es kaum zu, sich ein Bild über seine Schuld oder Unschuld zu machen. Zumindest bis zu diesem Zeitpunkt. Während der weiteren Handlung kommen immer mehr Zweifel an ihm auf, doch auch andere Verdächtige treten in den Vordergrund.

Insgesamt passiert sehr viel in der Pilotepisode von „The Fix“ und der Zuschauer wird fleißig mit Informationen gefüttert. Trotzdem schafft es die Serie, dabei nicht zu übertreiben und einen roten Faden beizubehalten. Dazu tragen nicht zuletzt die zwischendurch eingespielten Fernsehmoderationen bei, die nicht nur als Zusammenfassung, sondern auch als Bild der öffentlichen Meinung dienen. Eine sehr klassische, da unglaublich effektive Methode.

Die öffentliche Meinung ist für alle beteiligten Parteien ein wertvolles Gut, das sie für sich gewinnen müssen. Während Wolf und sein hoch bezahltes Team aus Anwälten sich mit einer gut durchdachten Strategie der inzwischen neuen Dynamik von Öffentlichkeit in sozialen Netzwerken stellen, hat Maya noch immer mit der medialen Hetzjagd aus der Vergangenheit zu kämpfen und wird vor laufender Kamera für Jessicas Tod verantwortlich gemacht.

ABC
ABC - © ABC

Der Grundstein für zukünftige Intrigen und emotionale Konflikte wird selbstverständlich ebenfalls gelegt. So macht sich Maya ungewollt einen Feind in ihrem Team, als ihr die Leitung zugesprochen wird und sie erhält auch recht schnell die Quittung dafür. Des Weiteren wäre da die Beziehung mit ihrem Exfreund und Kollegen, der inzwischen mit einer Reporterin verheiratet ist. Auch wenn vorerst nichts zwischen den beiden passiert, kennen wir das ABC der Drehbuchschreiber zu gut, um hier nicht das Potential für Drama zu erkennen.

Fazit

Der Sender ABC hat uns schon des Öfteren bewiesen, dass er die Umsetzung von Dramaformaten gut beherrscht (siehe How to Get Away with Murder). Auch die produktionstechnisch gut gemachte Serie The Fix ist hier keine Ausnahme. Gerne lässt man sich als Zuschauer auf die Story der Serie ein und ebenso lässt man sich von den kleinen Plottwists in ihren Bann ziehen. Denn Fakt ist: Ob Sevvy ein Mörder ist oder nicht, werden wir wohl erst am Ende der Staffel wissen...

Trotz positiver Kritik sollte dem Zuschauer bewusst sein, dass die Serie vor allem etwas für den Dramagaumen ist und sich überwiegend bei Fans von Anwaltsserien großer Beliebtheit erfreuen wird.

Der Trailer zur Pilotepisode Pilot (1x01) der US-Serie The Fix:

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