MobLand 1x01

MobLand 1x01

Die betuchten Harrigans verdanken ihren Reichtum dem organisierten Verbrechen. Der Auftakt der neuen Serie „MobLand“ bei Paramount+ stellt die Mitspieler vor.

Szenenfoto aus der Serie „MobLand“
Szenenfoto aus der Serie „MobLand“
© Paramount+

Eigene Gesetze

Conrad Harrigan (Pierce Brosnan, „James Bond“-Filmreihe) ist der König der Londoner Unterwelt und legt die dortigen Regeln fest. Sein Problemlöser Harry Da Souza (Tom Hardy, „Venom“-Filmreihe, Taboo) ist sein Mann fürs Grobe. Nachdem der Streit zweier Gangstersippen durch Harrys Verhandlungskünste unter schwierigen Umständen für den Moment beigelegt wurde, müssen die wüsten Gesellen dennoch ihr Leben lassen. Der Grund ist, dass sie es wagten, den Londoner Paten zu bestehlen.

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Schwierige Familienverhältnisse

Szenenfoto aus der ersten Episode der Serie „MobLand“ mit Helen Mirren und Pierce Brosnan
Szenenfoto aus der ersten Episode der Serie „MobLand“ mit Helen Mirren und Pierce Brosnan - © Paramount+

Leicht hat es der Verbrecherpatriarch, dessen manipulative Gattin Maeve (Helen Mirren, 1923) großen Einfluss auf ihn ausübt, allerdings nicht. Sein Enkel Eddie (Anson Boon, Pistol) treibt sich ausgerechnet mit Tommy Stevenson (Felix Edwards, „Internal Abyss“), dem Sohn von Conrads Erzrivalen in zwielichtigen Clubs herum.

Als er den schmierigen Hughie (Ethan Moorhouse, Masters of the Air) anrempelt und seinen Drink verschüttet, sticht Eddie ihn kurzerhand nieder, bevor er selbst angegriffen werden kann. Ein Fall für Problemlöser Harry, dessen Ehefrau Jan (Joanne Froggat, Downton Abbey) aufgrund seiner häufigen Abwesenheit und damit verbundenen Eheproblemen in Therapie ist.

Im Auftrag von Eddies Vater, Conrads zweitältestem Sohn Kevin (Paddy Considine, House of the Dragon) ermittelt er das Opfer anhand der Videoüberwachung des Clubs und sucht den Schwerverletzten im Krankenhaus auf. Dort schüchtert er ihn mit Drohungen ein. Anschließend entsorgt er Eddies Kleidung bei einem Bestattungsunternehmen, das ebenfalls Conrad gehört.

Ärger im Anmarsch

Auch wenn die Kuh dadurch für die Harrigans im Augenblick erst einmal vom Eis ist, ziehen dunkle Wolken an ihrem Horizont auf. Tommys Vater Richie Stevenson (Geoff Bell, „Once Upon a Time in London“) sucht nach seinem Sohn, der seit der schicksalhaften Clubnacht verschwunden ist. Er weiß, mit wem er unterwegs war, doch Eddie bestreitet, etwas über Tommys Verbleib zu wissen.

Es kommt zu einem Treffen mit Harry, das von dessen getreuen Helfern Zosia (Jasmine Jobson, Top Boy) und Kiko (Antonio González Guerrero, Gastauftritt in „Top Boy“) abgesichert wird. Dabei kann Harry eine eintägige Frist herausschlagen, um nach Tommy zu suchen, und Conrad und Maeve blasen einen bereits gegebenen Eliminierungsauftrag für den Rivalen ab. Bei einem abendlichen Familientreffen der Harringtons nach Art des Hauses erläutert Conrad seine weiteren Vorgehenspläne.

Eine Mordssippe

Soweit zur Handlung von Stick Or Twist, der Auftaktfolge der neuen Crime-Dramaserie MobLand bei Paramount+. Diese geht genau zwei Monate nach der Premiere in Übersee ab dem 30. Mai auch bei uns an den Start.

Mehrfach wurde die neue Gangsterserie von Showrunner Ronan Bennett (The Day of the Jackal) unter der Regie von zu Beginn Madonnas Exgatten Guy Ritchie (The Gentlemen) mit Yellowstone verglichen. Allzu weit von der Hand zu weisen ist das freilich nicht, wenngleich sowohl das Setting als auch die Umstände in den Serienhandlungen verschiedene sind. Doch die Gemeinsamkeit einer Familie mit reichlich Leichen im Keller bleibt.

Starbesetzt

Helen Mirren und Pierce Brosnan auf einem Szenenfoto aus der ersten Episode der Serie „MobLand“
Helen Mirren und Pierce Brosnan auf einem Szenenfoto aus der ersten Episode der Serie „MobLand“ - © Paramount+

Weder für Ex-007 Pierce Brosnan, der seine Karriere bekanntlich Anfang der 80er Jahre mit „Remington Steele“ startete, noch für Helen Mirren (gerade erst hinreißend zu erleben in „1923“) ist „MobLand“ die erste TV-Arbeit. Und bei beiden lässt sich ruhigen Gewissens sagen, dass ihre hiesigen Darstellungen an nichts von ihnen aus der letzten Zeit auch nur annähernd erinnern. Das ständig unter gegenseitig verursachter Anspannung stehende Mobster-Ehepaar nimmt man ihnen ebenso mühelos ab wie ihre hinter allerlei Floskeln nur halbherzig verborgene Gefährlichkeit.

Tom Hardy hingegen gibt ebenso glaubwürdig den harten Hund mit (wenn auch gut verstecktem) weichen Kern, und genauso gut sind auch die restlichen Rollen besetzt. Offene Sympathien entwickelt der Zuschauer im Gegensatz zu „Yellowstone“ oder auch Tulsa King erst einmal nicht für eine oder mehrere der Figuren. Was andererseits jedoch nicht bedeutet, dass deswegen dunkle Faszination für sie ausbleibt.

Die auf Einführung in die Gangart der Produktion bedachte Pilotfolge widmet sich erst einmal nur einem Teil von ihnen ausführlich. Andere wie Conrads uneheliche Tochter Seraphina (Mandeep Dhillon, CSI: Vegas) werden für den Moment lediglich angeteasert und dürften in den weiteren neun Folgen wichtige Rollen spielen.

Milieuschilderung

So steht zumindest in der Pilotepisode noch nicht das (dennoch vorhandene) Spannungselement voll und ganz im Vordergrund der Handlung, sondern weit eher Psychologisches. Das Verhältnis der Eheleute Harrington etwa, bei denen beileibe nicht klar ist, wer von beiden eigentlich wirklich dominiert und die sich durchgehend gegenseitig zu belauern scheinen. Oder aber Harry, der in seinem kriminellen Job keinerlei Skrupel kennt, aber auch von ganz privatpersönlichen Problemen geplagt wird.

Wohlfühlatmosphäre gibt es in „MobLand“ zumindest am Anfang nicht. Die Stimmung wirkt durchgehend kalt und unterschwellig hochgradig bedrohlich und wird nur gelegentlich durch einen wohldosierten Schuss Ironie aufgelockert. Das London in der Serie ist ein Ort, an dem man nicht abgemalt sein möchte. Weil man permanent das Gefühl hat, dass im nächsten Moment irgendetwas Schlimmes geschieht. Insbesondere das Ende des Serienauftaktes (das wir nicht spoilern wollen) bestätigt die in der zurückliegenden Folge erstellten Charakteranalysen der Hauptfiguren.

Fazit

Damit, dass uns „MobLand“ in die gefährliche Welt des organisierten Verbrechens führt, erfindet die Serie das Rad nicht neu. Doch legt sie dabei wesentlich härtere Bandagen an als in den letzten Jahren beispielsweise Taylor Sheridans selbstironisches „Tulsa King“. Die hauptsächlich auf die Vorstellung der Protagonisten konzentrierte Pilotepisode versteht recht gekonnt, Spannung auf die nächsten Folgen zu erzeugen.

Natürlich besonders in Hinblick auf die ebenso düsteren wie vielschichtig gestalteten besagten Figuren. Der drohende Gangsterkrieg weckt die zusätzliche Erwartung düsterer Zeiten in der weiteren ersten Staffel bei den Zuschauern.

Von uns gibt es für den vielversprechenden, aber summa summarum noch nicht allzu aussagekräftigen Serienstart vier von fünf kleinen Fischen.

Verfasser: Thorsten Walch am Freitag, 30. Mai 2025

MobLand 1x01 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 1
(MobLand 1x01)
Deutscher Titel der Episode
Stock oder Twist
Titel der Episode im Original
Stick or Twist
Länge der Episode im Original
1 Stunde
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 30. März 2025 (Paramount+)

Schauspieler in der Episode MobLand 1x01

Darsteller
Rolle
Anson Boon
Geoff Bell
Jasmine Jobson
Mandeep Dhillon
Lisa Dwan
Emily Barber
Daniel Betts

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