The Curse Staffel 1
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Man muss wahrscheinlich bis zum Twin Peaks-Revival von 2017 zurückgehen, um etwas vergleichbar Unvergleichliches im US-Fernsehen zu finden wie das, was uns im Januar beim Serienfinale der Serie The Curse serviert wurde. Auch wir mussten die absurde Wendung des Showtime-Formats von und mit Nathan Fielder (Nathan for You) und Benny Safdie („Good Time“) zunächst sacken lassen. Inzwischen fühlen wir uns halbwegs bereit, den Schlusspunkt des Zehnteilers einzuordnen.
Man kann natürlich bei allem gespaltener Meinung sein - und tatsächlich polarisierte „The Curse“ auch in Kritikerkreisen ungewöhnlich stark -, aber an einem Fakt herrscht kein Zweifel: Die Hauptdarstellerin Emma Stone, die für ihre fantastische Darbietung in „Poor Things“ bald ihren zweiten Oscar gewinnen könnte, spielt so wagemutig, dass man seinen eigenen Augen kaum traut. Mastermind Fielder wächst an ihrer Seite ebenfalls über sich hinaus.
Die kanadische „Kunstfigur“ seziert momentan wie kein Zweiter das Medium TV, indem er das Konzept von Echtheit an sich untersucht. Nach seinem brillanten HBO-Projekt „The Rehearsal“ im Jahr 2022 widmet er sich daher nun erneut dem Reality-Genre, das genauso die Grenzen verwischt, was wahr und was gestellt ist. Diese Frage wird zunehmend schwieriger in einer Welt, in der sich zum Beispiel der politische Diskurs längst von der einen Wahrheit verabschiedet hat. Zumal wir auch alle im Privaten merken, dass für Social Media eine andere Realität konstruiert wird als im Analogen...
Darum ist die Showtime-Serie „The Curse“ so besonders
Wie bei vielen Serien, die einen gewissen Anspruch für sich behaupten, kommt „The Curse“ ohne klassische Handlung daher. Stattdessen fokussiert man sich mehr auf die seltsame Stimmung sowie auf die Figuren: Allen voran das Reality-Show-Paar Whitney (Stone) und Asher Siegel (Fielder), die zusammen mit ihrem Produzenten Dougie Schecter (Safdie) eine neue Sendung an den Start bringen wollen. Der Pitch ist eine Art „Zuhause im Glück“ mit klimaneutralen Superhäusern. Dabei geben sie vor, auch die kulturell vielfältig geprägte Community Española, New Mexico unterstützen zu wollen, obwohl sie eigentlich pure Gentrifizierung betreiben.
Die Siegels stecken voller Doppelmoral, wobei man sich schwer tun kann bei der Frage, ob nun die selbstgerechte Whitney, der relativ durchsichtig opportunistische Asher oder doch der komplett gewissensbefreite Dougie am schlimmsten ist. Sie alle stellen auch klassische Typen der Medienbranche dar, denn sie alle beuten die „normalen Menschen“ mit ihrer Kamera aus, nur sind sie dabei unterschiedlich ehrlich zu sich selbst. Fielder gibt seinem Alter Ego zudem noch das für den Schauspieler wiederkehrende Problem der Authentizität mit auf den Weg. Asher nimmt Unterricht, um sozial besser mitzukommen.
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In seiner Figur und Ashers Beziehung zu Whitney steckt psychologisch am meisten Sprengkraft. Die stärksten Momente der Serie sind die, in denen die Siegels miteinander streiten - wobei sie penibel darauf achten, dass niemand sie filmt. Das gibt wiederum uns als Publikum das Schuldgefühl des Voyeurismus, da wir ja eben doch mitlauschen. Fielder und Stone treiben das Ganze auf die Spitze, indem sie sich übertrieben peinlich verhalten. Was den cringe-Faktor angeht, überschattet „The Curse“ auch ein The Office um Längen.
Besonders brutal wird es, als Whitney ihre Partnerschaft überdenkt, weil sie als Green Queen (so auch der Titel der besagten Finalfolge) solo viel erfolgreicher wäre. Dougie spornt ihre Emanzipationsbestrebungen zusätzlich an, weil auch er weiß, dass jeder Ehekonflikt hochkarätigstes Unterhaltungsgold für die Sendung wäre. Asher wird von allen allein gelassen, denn er ist es ja, auf dem der zentrale Fluch liegt. Und damit kommen wir endlich zum großen Höhepunkt...
Was sagen wir zum verrückten Serienfinale von „The Curse“?
Zum Ende der Staffel eskalieren die Ereignisse, nachdem die Serie in den neun Episoden vorher durchaus einige Längen vorwies. Fielder legt zum Finale einen Schalter um, der nochmal alles auf den Kopf stellt - und das im buchstäblichen Sinne, denn plötzlich gilt für seine Figur Asher das Naturgesetz der Schwerkraft nicht mehr. Während Whitney hochschwanger am Boden bleibt, hebt er ab und hängt hilflos unter der Decke. Wer nicht akzeptieren kann, dass es keine echte Erklärung gibt, darf von der Wendung definitiv frustriert sein. Vielleicht ist es ja der Fluch oder eine Fehlfunktion der Hightech-Klimahäuser. Oder ist es nur eine Metapher, so wie die verzerrten Spiegelbilder als Sinnbild der verzerrten Realität von Reality?
Ganz eindeutig ist jedenfalls der Horror dessen, was anschließend passiert: Die Nothelfer:innen ignorieren Ashers Bitten und sorgen mit ihrem Einsatz für seinen Untergang beziehungsweise Aufstieg. Er fliegt schreiend in den Himmel, immer höher und höher - und wird schließlich in den unendlichen Weiten des Weltalls verschluckt. Parallel kriegt Whitney im Krankenhaus ihr Kind und damit bleibt ein Teil von Asher auch bei ihr. Außerdem hat sie fortan eine echte, bedeutsame Mission im Leben und muss sich und niemanden sonst mehr bullshitten.
Das letzte Wort aus emotionaler Hinsicht hat Dougie, der bei Ashers Tragödie das tat, was er immer tut: Er hält die Kamera drauf und beutet aus. Nun bricht aber auch sein Zynismus in sich zusammen und er zeigt zum ersten Mal seit Langem wieder Scham. Währenddessen sehen wir verwunderte Passant:innen, die das übernatürliche Schauspiel wenig beeindruckt mit den Worten abtun: „Ach, das war wohl irgendwas fürs Fernsehen.“
Alles in allem bleibt festzuhalten, dass „The Curse“ eines der spannendsten TV-Experimente der jüngeren Vergangenheit war. Dabei war zwar längst nicht alles rund - vor allem das Pacing ließ oft zu wünschen übrig, da Nathan Fielder und Benny Safdie vieles hätten kürzen können -, aber allein das kontroverse Finale wird unvergessen bleiben. Genauso wie schauspielerischen Ausbrüche von Emma Stone, die eine der mutigsten Hollywood-Stars überhaupt ist.
Viereinhalb von fünf kleine Flüche!
Übrigens ist selbst der Meisterregisseur Christopher Nolan („Interstellar“, „Inception“) von der kaum beachteten Showtime-Serie höchst angetan. Auch aus Freundschaft zu seinem „Oppenheimer“-Kollegen Safdie moderierte Nolan daher kürzlich eine Q&A-Veranstaltung zu „The Curse“...
Hier abschließend noch der Trailer zur Showtime-Serie „The Curse“:
«The Curse» Trailer
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