The Blacklist 9x20

© ames Spader in The Blacklist, (c) NBC
Caelum Bank
Harris Gramercy (Jim Piddock) betreibt die sicherste Bank der Welt. Seine Kunden genießen Anonymität, haben jederzeit Zugriff auf ihr Vermögen und sind ähnlich wie Raymond Reddington (James Spader), der ebenfalls mehrere Konten bei Harris hat, oft Kriminelle. Um herauszufinden, wer Reds Vermögen benutzt hat, um Michelle Lacroix (Natasha Murray), ihren Mann Tyson (Teagle F. Bougere) und Reginald Cole (Ross Patridge) durch Val Messick (Mu-Shaka Benson) umbringen zu lassen, benötigt unser Concierge of Crime allerdings die Unterstützung der Taskforce. Denn Harris hält sich stets in seiner fliegenden Festung auf und ist nicht gewillt preiszugeben, wer die Beträge von Reds Konto abgehoben hat.
Während Raymonds Plan läuft, stellt Harold (Harry Lennix) den Attentäter vor eine Wahl. Entweder er packt aus oder Cooper lässt es so aussehen, als wenn er geredet hat. In letzterem Fall würde Val nicht lange überleben, weshalb er Harold schließlich einen Hinweis gibt. Er kennt zwar nicht seinen Auftraggeber, aber er wurde gefasst, ehe er seine letzte Aufgabe erfüllen und die Wohnung von Lacroix niederbrennen konnte - wobei das Feuer in der Nähe des Schreibtischs gelegt werden sollte.
Alina (Laura Sohn) erhält von Aram (Amir Arison) schlechte Neuigkeiten. Wegen ihrer Kopfschmerzattacken darf sie nicht mehr ins Feld und soll künftig Schreibtischdienst verrichten. Frustriert über diese Einschränkung, wendet sie sich schließlich an Red, um ihm ihre Dienste anzubieten. Der hat zwar vorerst kein Interesse, aber eine neuerliche Kopfschmerzattacke von Park bringt ihn auf eine Idee.
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Heddie Hawkins?
In der vorerst besten Episode dieser Staffel wird der Endspurt eingeleitet. Red agiert so kompromisslos wie selten zuvor, um Harry zum Reden zu bringen und nimmt dessen Tod bereitwillig in Kauf, auch wenn das bedeutet, dass er den anderen Kunden der „Caelum Bank“ nun eine Erklärung schuldig ist und deren Unmut auf sich zieht. Ein heikles Spiel, wie ihm Marvin (Fisher Stevens) versichert, der schon länger das Imperium durch Reds Suche nach dem Hintermann, der für den Tod von Elizabeth Keen (Megan Boone) verantwortlich ist, gefährdet sieht. Aber mit der Hilfe von Aram, Donald (Diego Klattenhoff) und Dembe (Hisham Tawfiq) soll es Red gelingen, den Namen der Person zu erfahren, die sein Geld dafür benutzt hat, um die tödlichen Dienste von Val zu engagieren: Heddie Hawkins (Aida Turturro).

Moment mal, werden sich da bestimmt nicht wenige fragen, wie soll Heddie denn hinter dieser großangelegten Verschwörung stecken? So groß war ihre Rolle doch gar nicht und dass sie nun die Übeltäterin sein soll, wirkt aus der Luft gegriffen. Während wir noch darüber grübeln, ob wir in der Vergangenheit etwas übersehen haben, verdichtet sich der Verdacht gegen sie allerdings. Denn sie hat Zugriff auf Reds Konten und ein gewisser Micky Croft (Brian Dykstra) bestätigt sogar, dass sie hinter Reds Rücken aktiv war. Diese Bestätigung reicht dann offenbar auch aus, um Heddie scheinbar (offscreen) durch Weecha (Diany Rodriguez) einen tödlichen Schuss zu verpassen. Aber es wäre eben nicht The Blacklist, wenn uns anschließend nicht noch ein oder zwei weitere Wendungen bevorstehen würden, die einen ganz anderen Verdächtigen als Übeltäter entlarven.
Nein, Marvin Gerard!
Ist es nicht schön, wenn man mit seinem Verdacht am Ende richtig liegt? Zugegeben, ich war tatsächlich irritiert als der Name Heddie Hawkins fiel und habe angestrengt überlegt, ob sie womöglich als Täterin in Frage kommt. Wäre sie wirklich für alles verantwortlich, hätte mich diese Folge sicher nicht überzeugt. Aber die vorletzte Wendung bestätigt, was bereits letzte Woche vermutet werden konnte: Marvin Gerard ist der Strippenzieher und liefert eine überzeugende Erklärung dafür, weshalb er seine Anstrengungen unternommen hat.
Witzigerweise hatte er nie vor, Reds Imperium zu zerstören (wie Mr. Kaplan (Susan Blommaert) einst). Vielmehr war er derjenige, der in Reds Abwesenheit den Laden am Laufen gehalten hat und dafür sorgte, dass Red bei seiner Rückkehr quasi ein gemachtes Nest vorfand. Loyalität eben, die aber an einem bestimmten Punkt aufhörte und bloß vorgetäuscht wurde. Dieser Punkt liegt mehr als zwei Jahre zurück, denn anders lässt sich nicht erklären, weshalb Marvin derjenige war, der Liz mit dem Tracker ausstattete (der ihr schließlich das Leben gekostet hat). Abgesehen davon ergibt Marvins Vorgehensweise aber tatsächlich Sinn, weil ihm viel am Imperium liegt und er durch die CDs, die Red Liz hinterlassen wollte, zu einem adäquaten Gegenspieler aufgestiegen ist. Entsprechend hat er auch Vorkehrungen getroffen, die es ihm erlauben, am Ende dem Tod (vorerst?) von der Schippe zu springen. Da dürfen wir in der Tat gespannt auf die letzten beiden Episoden sein.
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Harold Cooper & Alina Park
Wenn Harold Val erpresst, merken wir bereits, wie verzweifelt unser ehemaliger Assistent Director of the FBI sein muss. Er hat nur wenig zu verlieren und von daher stellt er einen Attentäter vor ein Ultimatum, um zu versuchen, neue Hinweise zu erlangen. Glücklicherweise kann Val tatsächlich einen neuen Anhaltspunkt liefern, der dazu führt, dass Harold, Alina und Aram die Hinterlassenschaften der Lacroix-Familie unter die Lupe nehmen. Und es ist Alina, die die erste, wichtige Entdeckung macht.

Harolds Vorgehensweise mag nicht gerade die beste sein, aber wir können ihn durchaus nachvollziehen und an anderer Stelle auch den Rest der Taskforce, die verhindern möchte, dass Red Heddie aus dem Verkehr zieht. Überraschenderweise gelingt es Donald und Dembe sogar, vor Red zu Heddie zu stoßen, aber dieser Sieg soll nicht von langer Dauer sein. Denn einen provozierten Verkehrsunfall später ist Heddie wieder in Reds Händen, womit Harolds Chancen abermals schwinden. Beeindruckend ist aber, dass das Hochzeitsvideo der Lacroix-Familie unabhängig von Reds Ermittlungen den Übeltäter zu Tage fördert, um den sich die letzten beiden Episoden dieser Staffel drehen werden: Marvin Gerard. Entsprechend dürfte Harold sehr viel daran gelegen sein, Marvin vor Gericht zu bringen, um sich selbst zu entlasten. Ob das gelingen wird? Abwarten, denn ich bin mir sicher, dass ein Raymond Reddington kaum Interesse daran hat, seinen Anwalt am Leben zu lassen.
Alina ist wieder eine andere Geschichte und ehrlich gesagt auch der größte (und gleichzeitig kleine) Kritikpunkt an dieser Folge. Weshalb sie sich zu Red begibt, wenn ihre erste Entdeckung bereits förderlich für Harold war, bleibt ein kleines Rätsel. Dennoch fördert ihr Auftritt bei Reddington, wo sie erneut eine Kopfschmerzattacke hat, des Rätsels Lösung dafür, wie Liz den Tracker zu sich nahm. Wenn Cooper Red anruft, um den Namen Marvin Gerard zu nennen, weiß unser Mastermind bereits Bescheid, auch wenn wir das zu dem Zeitpunkt noch nicht ahnen. An sich ist diese Erklärung natürlich recht genial und wir dürfen uns darüber freuen, dass Red sich an die Kopfschmerzen von Liz erinnert. Aber Alinas Motivation, sich in die Dienste von Red zu stellen, bleibt trotzdem fragwürdig.
Fazit
Insgesamt mag es kleinere Mängel zu verzeichnen geben und auch die Enthüllung des Bösewichts ließ sich erahnen. Aber dennoch ist Caelum Bank ein Highlight, welches neugierig auf die letzten beiden Episoden macht und alle Handlungsstränge zu nutzen weiß. Von mir gibt es diese Woche viereinhalb von fünf Sternen. Und von Euch?
Verfasser: Christian Schäfer am Sonntag, 15. Mai 2022(The Blacklist 9x20)
Schauspieler in der Episode The Blacklist 9x20
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