The Blacklist 9x11

© eddy Coluca in The Blacklist, (c) NBC
The Conglomerate
Nachdem letzte Woche Aram (Amir Arison) im Rampenlicht stand, dreht sich diese Folge um Alina Park (Laura Sohn). Wir bekommen aufgezeigt, was sie nach dem Tod von Elizabeth Keen (Megan Boone) gemacht hat und können leicht überrascht sein, wenn wir auf John (Will Stout) treffen, mit dem sie einst gearbeitet hat und der sie jetzt für das titelgebende Konglomerat gewinnen möchte. Eine Organisation aus ehemaligen Auftragskillern unterschiedlicher Geheimdienste, die ihrer Profession jetzt auf eigene Rechnung nachgehen wollen. Genau dieses Konglomerat wird von Raymond (James Spader) auf die Blacklist gesetzt.
Red folgt derweil den Brotkrumen, die Vandyke (Lukas Hassel) hinterlassen hat. Dembe (Hisham Tawfiq) hat anhand der letzten Aufenthaltsorte von Lizzies Mörder eine Adresse gefunden, von der Raymond sich neue Hinweise darauf erhofft, wie Vandyke Liz verfolgen konnte. Dort trifft er auf Helen (Leah Loftin) und nach einer kleinen Unterredung, die Teddy Brimley (Teddy Coluca) und ein Kamel beinhaltet, gibt es eine weitere Brotkrume zu finden.
Die anderen, persönlichen Handlungsbögen um Donald (Diego Klattenhoff) und Harold (Harry Lennix) pausieren weiterhin. Offenbar hat Coopers Erpresser es nicht eilig mit seinem Vorhaben und Resslers Drogensucht kommt immer nur dann zum Vorschein, wenn es sich gerade anbietet.
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Alina Park
Nach dem Tod von Liz ist Alina nicht direkt beim FBI geblieben. Auch ihren Mann Peter (Colby Lewis) hat sie erst viel später kennengelernt. Wir erfahren, dass sie von John Richter angeworben wurde und für das C.I.A. tätig war. Acht Monate lang hat sie im Auftrag des Geheimdienstes böse Buben aus dem Verkehr gezogen und eine Beziehung mit John begonnen, ehe sie schließlich Peter kennenlernte und dort gelandet ist, wo wir sie im Auftakt der neunten Staffel wiederfinden. Jetzt kehrt John plötzlich zurück, als Alina sich mit Peter zum Essen verabredet hat und möchte sie für das Konglomerat anwerben.
Meine Begeisterung über diese Offenbarung hält sich in Grenzen. So nett es auch ist, wenn wir eine Figur der Taskforce besser kennenlernen und gleichzeitig Hintergründe erfahren, die eine Lücke in der Vergangenheit füllen, kaufe ich Alina den aufgezeigten Werdegang nicht ab. Wenn sie wenigstens ein paar Sympathien ernten könnte, sähe das vielleicht anders aus. Aber ihre Geheimniskrämerei vor Peter und anfangs auch vor der Taskforce, die sie nicht direkt in das Angebot einweiht, das John ihr gemacht hat, lassen sich nur schwer nachvollziehen. Offenbar soll sie hin- und hergerissen sein, mit einem inneren Konflikt kämpfen und schließlich die (richtige) Entscheidung treffen, um ihre Ehe mit Peter noch zu retten. Aber wie gesagt habe ich große Probleme damit, ihr diesen Werdegang und auch die meisten Szenen abzukaufen. Selbst das erste Treffen zwischen ihr und Peter, woraufhin sie ihre Tätigkeit als Auftragskillerin beiseitelegt und zum FBI zurückkehrt, fühlte sich in meinen Augen bloß gespielt und nicht „echt“ an.
Somit ergibt sich zwar ein actionreicher Fall, der auch ein paar Spannungsmomente abliefert, aber unterm Strich ruft Alina Park bei mir bloß ein Schulterzucken hervor. Vor ein paar Wochen war das noch anders und das Drama sehr viel glaubwürdiger, als sie ihr Kind verloren hat und die Ehekrise ihren Lauf nahm. Ich glaube, es wäre besser gewesen, hätten sich die Macher auf diesen Aspekt konzentriert, Alina ein paar kleinere, liebenswerte Szenen mit ihrem Mann gegönnt und die Auftragskiller-Karte nicht hervorgeholt. Denn wie soll eine Figur dadurch sympathischer werden? Erst recht, wenn sie vor den Augen von Peter John den Schädel einhaut. Da würde wohl jeder Lebenspartner das Weite suchen, so schnell es geht.
Raymond Reddington
Red weiß mal wieder mehr als alle anderen, wenn er der Taskforce den aktuellen Fall zuspielt. Ob wir irgendwann einmal erfahren werden, woher er seine Informationen hat? Diese Woche weiß er scheinbar noch vor Alina, dass sie ein Angebot erhalten wird, auf das sie eventuell eingehen könnte. Und sein Ziel ist es, genau das zu verhindern. Warum? Weil Agent Park für die Taskforce wichtig ist. Denn sie soll es später sein, die auf die offensichtliche Idee kommt, doch einmal nachzuschauen, von wo das ominöse Trackingdevice das letzte Signal gesendet hat. Eine Idee, auf die weder unser kriminelles Mastermind noch Aram gekommen sind. Aha.
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Die Rekonstruktion von Vandykes Aufenthaltsorten bietet derweil einen neuen Anhaltspunkt für weitere Nachforschungen zu den damaligen Ereignissen um Lizzies Tod. Dabei ist es gleichzeitig unterhaltsam und bizarr, wenn Helen befragt wird und Teddy dafür abermals ein Tier mitbringt. Diese Woche ein Kamel (oder doch ein Dromedar, weil nur ein Höcker?), welches gemolken wird und von dessen Milch nach der „Folter“ noch genug übrigbleibt, so dass Red dieses Getränk mit der Taskforce teilen kann. Prost.

Ich habe derweil keine Ahnung, worauf dieser Handlungsbogen hinauslaufen soll. Die jüngsten Ergebnisse der Schnitzeljagd erfordern nun eine Exhumierung von Lizzies totem Körper und vielleicht ergeben sich anschließend weitere Ergebnisse, die noch einen Unbekannten zu Tage fördern, der mit Vandyke zusammengearbeitet hat. Wahrscheinlicher ist aber wohl, dass diese Spur bei Townsend (Reg Rogers) enden wird. Schließlich war Vandyke für ihn tätig. Aber was auch immer zum Vorschein kommen mag, Liz wird dadurch nicht wieder lebendig, womit sich Red früher oder später abfinden muss.
Fazit
Egal, wie ich die Folge drehe und wende, diese Woche sitzt die Enttäuschung tief. The Conglomerate ist ein Tiefpunkt, wenn man wie ich mit Alina Park nicht viel anfangen kann. Ähnlich sieht es im zweiten Handlungsbogen um die Schnitzeljagd aus. Gute Momente gibt es zwar, aber die muss man tatsächlich suchen. Von mir gibt es diese Woche nur anderthalb von fünf Sternen. Und von Euch?
Verfasser: Christian Schäfer am Sonntag, 6. März 2022(The Blacklist 9x11)
Schauspieler in der Episode The Blacklist 9x11
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