The Blacklist 9x09

© isham Tawfiq in The Blacklist, (c) NBC
Boukman Baptiste
Ein weiteres Mal erleben wir, was im Anschluss an Elizabeth Keens (Megan Boone) Tod passiert ist. Diese Woche allerdings mit einem kleinen Perspektivwechsel, denn statt Donald (Diego Klattenhoff) rĂŒcken Red (James Spader) und Dembe (Hisham Tawfiq) in den Fokus. In der Gegenwart macht Marvin Gerard (Fisher Stevens) Raymond darauf aufmerksam, dass bereits drei seiner Hafenmanager aus dem Verkehr gezogen wurden und sein Imperium folglich bedroht wird. Ein Imperium, welches er vor zwei Jahren zurĂŒcklieĂ, wĂ€hrend Dembe und Marvin versucht haben, es zu retten.
Sieht es eingangs noch danach aus, als ob tatsĂ€chlich ein groĂer Gegenspieler auftaucht, der Red ans Leder will, wird mit dem ersten Auftritt von Boukman Baptiste (Gbenga Akinnagbe) deutlich, dass dieser es auf Dembe abgesehen hat. Denn der hat damals seinen Sohn getötet, weshalb Baptiste wenig spĂ€ter auch Dembes Tochter Isabella (Danaya Esperanza) entfĂŒhrt. Nebenbei schauen Aram (Amir Arison) und Dembe sich die damaligen Aufenthaltsorte von Vandyke (Lucas Hassel) an, um zu erfahren, ob dieser sich tatsĂ€chlich an die Fersen von Liz oder Dembe geheftet hatte, um im entscheidenden Moment tödlich eingreifen zu können.
Die Taskforce spielt diese Woche eher Nebenrolle, womit die persönlichen Probleme wie Harolds (Harry Lennix) Erpresser oder Donalds Drogensucht pausieren. Red wendet sich allerdings an Cooper, um die VorgĂ€nge bezĂŒglich seiner Hafenmanager zu klĂ€ren, denn ohne sein Imperium wird er der Taskforce nicht lange erhalten bleiben. Dass er den Ausschluss von Special Agent Zuma fordert, ist zunĂ€chst nicht verwunderlich.
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Kein Fall der Woche
Es ist tatsÀchlich kein Fall der Woche, der uns hier erwartet. Die gesamte Episode nimmt sich Dembe Zuma vor, dessen Werdegang vor zwei Jahren sowie in der Gegenwart verfolgt wird. Die Verbindung zwischen damals und heute ist neben Isabella der Bösewicht Boukman Baptiste, dessen Rachemotive aber verstÀndlich sind. Die Ermordung seines Sohnes bringt ihn hier auf die BildflÀche, wÀhrend Dembes damalige Entscheidung, zum FBI zu wechseln, ebenfalls damit einhergeht.
GrundsĂ€tzlich weiĂ Boukman Baptiste zu gefallen, denn es geht um Dembe (damals wie heute) und eine LĂŒcke von zwei Jahren, die gefĂŒllt werden muss. Sorry Donald, dein Werdegang von vor zwei Wochen in Between Sleep and Awake war da leider wesentlich uninteressanter. Aber ich sprach gerade davon, dass die aktuelle Folge „grundsĂ€tzlich“ gefĂ€llt, womit sie kein Ăberflieger ist. Denn leider tun sich direkt mehrere Kritikpunkte auf, wenn man etwas Abstand findet und die bisherigen Schnipsel betrachtet, die es zur Vergangenheit von Red und Dembe bereits gab.
Das in meinen Augen gröĂte Problem besteht in der Frage, weshalb Baptiste erst jetzt zuschlĂ€gt. Vielleicht hat er mitbekommen, dass Red zurĂŒck ist und schlicht angenommen, dass Dembe noch fĂŒr ihn arbeitet. Das wĂ€re eine mögliche ErklĂ€rung, aber warum nicht direkt Isabella entfĂŒhren, deren Aufenthaltsort er offenbar kennt? Wenn er Dembe ans Leder will, hĂ€tte es sich bereits vor lĂ€ngerer Zeit angeboten, dessen Tochter zu entfĂŒhren. Dazu hĂ€tte er gar nicht erst Leute wie Reginald Lawler (Chris Cardona) ins Gebet nehmen mĂŒssen, geschweige denn die anderen Hafenmanager töten mĂŒssen. Der AufhĂ€nger der Episode ergibt da im Nachhinein jedenfalls nicht viel Sinn.
AuĂerdem wurde zuvor der Eindruck erweckt, dass Dembe und Red sich nicht so schnell getrennt haben. Brasilia wurde mehrfach erwĂ€hnt, aber was auch immer dort passiert ist, scheint jetzt keine Rolle mehr zu spielen. Stattdessen wird umgeschwenkt, wenn Red sich offenbar kurz nach Lizzies Tod aus dem Staub gemacht hat und nicht erst sechs Monate spĂ€ter. Also, entweder biegen die Macher sich jetzt etwas zurecht oder es mĂŒssen noch mehr Infos folgen. So jedenfalls mein Eindruck.
Zuletzt stellt sich die Frage, wie Reds Imperium ĂŒberleben konnte, nachdem Dembe abgesprungen ist. Offensichtlich hat unser Mastermind schnell zurĂŒckgefunden und auch ein paar Leute ausgetauscht, aber wenn sein Imperium bereits kurz nach seinem Verschwinden am zerfallen war, hĂ€tte er bei seiner RĂŒckkehr eher TrĂŒmmer vorfinden sollen. Irgendwas passt da nicht und macht mich stutzig, weshalb ich es bevorzugt hĂ€tte, wenn tatsĂ€chlich jemand aufgetaucht wĂ€re, der Red die Stirn bieten will.

Andererseits ist Baptiste nicht die einzige Figur, die von Marvin (in einem RĂŒckblick) erwĂ€hnt wird. Da könnten weitere folgen, die es dann vielleicht tatsĂ€chlich auf Red abgesehen haben. Und allen Kritikpunkten zum Trotz können wir jetzt nachvollziehen, weshalb Dembe dort gelandet ist, wo wir ihn im neunten Staffelauftakt vorgefunden haben, was sicher ein Pluspunkt ist.
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Isabella
Dass der Sohn von Baptiste zu den Opfern des Attentats gehört, war nicht geplant und macht Dembe zu schaffen. Er möchte auch gar nicht die Nachfolge von Red antreten, wie Marvin ihm nahelegt. Seine LoyalitĂ€t zu Raymond mag ungebrochen sein, aber es war eben immer die LoyalitĂ€t zu Red als Person und nicht zum Imperium. Klar, als rechte Hand hat er schlimme Dinge getan, aber hin und wieder auch eine Art moralischen Kompass fĂŒr Red gespielt. Nicht immer erfolgreich, beispielsweise wenn es darum ging, Liz mehr zu erzĂ€hlen. Aber dass Dembe mit dem Verschwinden von Red einen Neuanfang sucht und von KollateralschĂ€den wie Baptistes Sohn weg möchte, ist nachvollziehbar.
Seine Tochter Isabella hĂ€tte er mit diesem Neuanfang sicher gerne wieder öfter gesehen. Allerdings ist sie nicht gerade begeistert von seinem Vorhaben, ein FBI Agent zu werden. Der Diskussion um Polizeigewalt gegenĂŒber Farbigen konnte ich an der Stelle nur bedingt folgen. Denn wenn man ein System verĂ€ndern will, welches aus Elementen besteht, die Rassenhass aktiv ausĂŒben (da werden auch mehrere Beispiele genannt), kann es nicht die schlechteste Idee sein, von innen VerĂ€nderungen herbeizufĂŒhren. Insofern kann ich Isabella nicht verstehen, wenn sie etwas dagegen hat, dass ihr Vater ein Bundespolizist wird und den Kontakt wieder abbrechen lĂ€sst.
In der Gegenwart soll es Dembe schlieĂlich gelingen, seine Tochter zu retten. Nicht ohne die Hilfe von Weecha (Diany Rodriguez), die erneut einen beeindruckenden Auftritt hat. Aber das Wiedersehen soll nicht von langer Dauer sein. Baptiste mag aus dem Bild sein, aber Dembes Vergangenheit könnte ihn erneut einholen und Isabella in Gefahr bringen, ganz zu schweigen von Dembes Enkelkind. Insofern steht den beiden erneut ein Abschied bevor, dieses Mal allerdings versöhnlicher und verstĂ€ndnisvoller als damals.
Red vs. Dembe
Zu Beginn ist Raymond nicht gut auf Dembe zu sprechen, verlangt sogar seinen Ausschluss von der Taskforce. Harolds Verwunderung darĂŒber findet schnell eine ErklĂ€rung, die uns bereits bekannt ist, aber fĂŒr Cooper keinen Grund darstellt, Reds Wunsch zu folgen. SchlieĂlich hĂ€tte die Taskforce ohne Dembe, der noch immer sehr gut ĂŒber Reds Imperium informiert ist und uns aufzeigen darf, wie es funktioniert, kaum die nĂ€chste Spur gefunden. Umso gröĂer die Verwunderung, dass Red mit diesem Schritt gerechnet hat. Warum dann erst darauf bestehen, dass Dembe ausscheidet? Ergibt fĂŒr mich keinen Sinn, denn falls Harold tatsĂ€chlich Folge geleistet hĂ€tte, nun ja, wĂ€re das Abenteuer ganz anders verlaufen.
Ăberhaupt ist die letzte Woche aufgekommene „Red vs. Dembe“ - Thematik nur bedingt nachvollziehbar und Reds Schuldzuweisung zu groĂ. Diese hat Spuren bei Dembe hinterlassen, weshalb er selbst und mit der UnterstĂŒtzung von Aram herausfinden will, wo Vandyke unterwegs war. Genau genommen möchte er feststellen, ob er tatsĂ€chlich verfolgt wurde und es somit möglich gemacht hat, dass Neville (Reg Rogers) sein Versprechen durch Vandyke und jenseits des Grabes einhalten konnte. Und diese Nachforschungen sollen eine gute Entscheidung sein, denn ohne die Ergebnisse wĂ€re Weecha vielleicht nicht zur Rettung von Isabella gekommen.

Mich hat es jedenfalls gefreut, dass Red gegen Ende sein Kriegsbeil wieder begrĂ€bt und er jetzt mit Dembe wieder am gleichen Strang ziehen wird. Denn das Geheimnis, wie Vandyke zur passenden Zeit am passenden Ort auftreten konnte, lĂ€sst eine dritte Partei vermuten, die es nun zu ermitteln gilt. Vielleicht sogar die gleiche Partei, die Harold jetzt ans Leder will? Auf jeden Fall sieht es jetzt so aus, als wenn uns endlich wieder ein gröĂerer Gegenspieler prĂ€sentiert wird. Und den braucht es auch, wenn die Serie weiterhin interessant bleiben soll. Dass dieser Gegenspieler in der Vergangenheit verankert ist, lĂ€sst auĂerdem darauf hoffen, dass die Vergangenheit im Auge behalten wird und diverse RĂ€tsel noch aufgelöst werden.
Fazit
Es wirkt bei weitem nicht alles rund, was uns diese Woche prĂ€sentiert wird. Dennoch wĂŒrde ich Boukman Baptiste als eine sehr besondere und gute Episode betrachten. Der Fokus auf Dembe weiĂ dabei zu gefallen und schlieĂt ein paar LĂŒcken, die dringend geschlossen werden mussten. AuĂerdem deuten die neuesten Entwicklungen auf einen gröĂeren Gegenspieler hin, der bereits vor zwei Jahren sein Unwesen trieb und bislang unter dem Radar aktiv ist. Da bahnt sich etwas an und macht neugierig auf mehr, weshalb ich diese Woche vier von fĂŒnf Sternen springen lasse. Und Ihr?
Verfasser: Christian SchÀfer am Samstag, 22. Januar 2022(The Blacklist 9x09)
Schauspieler in der Episode The Blacklist 9x09
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